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series: Europäische Komponistinnen
Series

Europäische Komponistinnen

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Book 2024
Volume Band 011 in this series
Helen Buchholtz (1877–1953) hatte zeitlebens viele Freiheiten: Sie war finanziell unabhängig, familiär ungebunden und pflegte einen extravaganten Lebensstil. Mit ihrer etwas jüngeren Kollegin Lou Koster zählt sie zu den ersten Komponistinnen Luxemburgs. Buchholtz beschritt einen eigenwilligen Lebensweg zwischen zwei Welten – in mehrerlei Hinsicht: Als Tochter aus gutbürgerlichem Hause emanzipierte sie sich von dem vorgezeichneten Lebensweg. Ohne akademische Musikausbildung war ihr das Komponieren stets eine Passion, allerdings mit professionellem Anspruch. In ihrem Werk ging sie nationalen Traditionslinien nach, verfolgte aber gleichermaßen eigene künstlerische Ideen. Unter ihren 140 abgeschlossenen Kompositionen finden sich zeittypische Orchestermärsche ebenso wie zeituntypische Klaviersonaten. Zeitlich erstreckt sich ihr Wirken zwischen den beiden Weltkriegen; geografisch auf Luxemburg und Wiesbaden. Als erste Monografie über Helen Buchholtz geht das vorliegende Buch dem Leben und Werk einer der spannendsten Frauengestalten Luxemburgs nach und zeichnet ein Panorama der Musik- und Kulturgeschichte des Großherzogtums in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Book 2020
Volume Band 010 in this series
Lou Koster (1889-1973) gehörte zu den ersten Komponistinnen in der luxemburgischen Musikgeschichte und hatte hier ungleich stärker mit Vorurteilen zu kämpfen als manche ihrer Kolleginnen in den weltoffeneren europäischen Metropolen. Wie viele andere KünstlerInnen war sie hin- und hergerissen zwischen Heimatkunst und kosmopolitischer Mischkultur. Mit ihren Operetten und Männerchören in Luxemburgisch und anderen Kompositionen wurzelte sie in der regionalen Musiktradition, mit ihren deutschen und französischen Liedern sowie ihren Orchesterwalzern suchte sie dagegen Gehör beim internationalen Publikum. Von der Avantgarde distanzierte sie sich, da ihr das Publikum und die Demokratisierung von Musik am Herzen lagen. Das vorliegende Buch ist die erste Monografie zu Lou Koster und wirft zugleich Schlaglichter auf die weitgehend noch unerforschte Musikgeschichte Luxemburgs.
Book 2015
Volume Band 009 in this series
Universelle Musikalität, unermüdliche Arbeitslust, Leichtigkeit, Witz und Humor kennzeichnen eine der einflussreichsten Musikerinnen des 19. Jahrhunderts. Pauline Viardot-Garcia (1821-1910) war Sängerin, Gesangslehrerin, Komponistin, Arrangeurin, Pianistin, Organistin, Volksmusiksammlerin, Herausgeberin und Veranstalterin. Als eine wahrhaft europäische Erscheinung verknüpfte sie unterschiedliche Kulturen und musikalische Sprachen miteinander. Hineingeboren in die Familie des spanischen Tenors Manuel del Pópulo García führte sie deren musikalische Tradition weiter. Auf den großen Opernbühnen Europas – in Paris, London, Berlin oder Sankt Petersburg - feierte die Viardot triumphale Erfolge. Als Mitschaffende war sie nicht nur an zahlreichen Kompositionen von Zeitgenossen wie Gounod, Berlioz, Meyerbeer, Massenet, Fauré u.a. beteiligt, sondern auch an literarischen Werken. Mit dem russischen Schriftsteller Ivan Turgenev, der sein Leben und seine Arbeit untrennbar mit ihr verknüpfte, lebte sie eine Schaffensgemeinschaft, an der auch ihr Mann Louis Viardot beteiligt war. Für dieses Buch sind eine Fülle bisher unbekannter Quellen aufgespürt und ausgewertet worden, vor allem Kompositionen, Bearbeitungen, Niederschriften, Skizzen und Briefe. Sie erlauben einen neuen Blick auf das Leben und die Arbeit von Pauline Viardot-Garcia.
Book 2013
Volume Band 008 in this series
Galina Ivanovna Ustvol’skajas Musik wurde im Westen erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts bekannt, obwohl sie Schülerin des berühmtesten sow­jetischen Komponisten Dmitri Šosta­kovič war. Extrem zurück­gezogen verbrachte sie fast ihr ganzes Leben in Sankt Petersburg. Auch wenn sie aus materiellen Gründen anfänglich Kantaten oder Suiten verfasste, die den kulturpolitischen Ideologien des Staates entsprachen, so fand sie doch sehr früh – gewissermaßen auf einer zweiten Schiene – zu einem äußerst eigenständigen, unverwechselbaren Kompositionsstil. Ihre zunehmend religiös, aber auf keine Konfession hin ausgerichteten 'eigentlichen' Werke – nur 25 an der Zahl – zeichnen sich durch einen radikalen Reduktionismus aus und sind gespickt mit extremen Aus­drucksmitteln. In diesem Buch wird versucht, sowohl das eigenwil­lige künstlerische Profil der Kom­ponistin als auch ihre Verankerung im kulturpolitischen Kontext herauszuarbeiten.
Book 2007
Volume Band 006 in this series
Fanny Hensel, geb. Mendelssohn (1805–1847) hat sich ihr – viel zu kurzes – Leben lang an ihrem jüngeren Bruder, Felix Mendelssohn-Bartholdy, orientiert und abgearbeitet. Seit 1839 war sie mit dem Maler Wilhelm Hensel verheiratet.Zunächst abhängig von ihrem Bruder, später dann unabhängig hat sie ihren eigenen Weg gefunden als glänzende Pianistin, als Organisatorin der bedeutsamen Berliner »Sonntagsmusiken«, in der Mitarbeit an der Wiederaufführung der Matthäuspassion 1829 und vor allem in der Komposition von Liedern und Klavierwerken. Diese gehen in ihrer ungewöhnlichen Ausdruckskraft und Heftigkeit über vieles hinaus, was mancher ihrer männlichen Zeitgenossen hervorgebracht hat. Für das Verständnis dieser ungewöhnlichen Musikerin ist ihre Herkunft aus der berühmten Familie Mendelssohn ebenso bestimmend wie ihr umfangreicher Briefwechsel mit dem Bruder, in dem sie sich als kenntnis- und ideenreiche, kritische, aber auch überaus witzige Person zeigt. Einen vergleichbaren Witz findet man weder in den Briefen von Beethoven, Schubert und Schumann noch in denen ihres Bruders Felix. Er ist ein markantes Zeichen ihrer – weiblichen – Identität und in verschiedenen Ausprägungen auch in vielen ihrer Kompositionen wiederzufinden.
Book 2009
Volume Band 003 in this series
Clara Schumann, geborene Wieck (1819–1896), war ein Star – lebenslang. Sie wirkte fast das ganze 19. Jahrhundert hindurch nicht nur auf die Klavierszene in Deutschland und England ein, sondern gestaltete auch die musikalische Repertoire- und Kanonbildung mit, die zu einem wichtigen Baustein der nationalen kulturellen Identität werden sollte. Nahezu ihre gesamten Aktivitäten (konzertieren, komponieren, unterrichten und edieren) spielten sich öffentlich ab. Ihr gelang eine beispiellose Künstlerkarriere, die vom ersten öffentlichen Auftritt 1828 bis zum 60-jährigen Konzertjubiläum 1888 durch die Presse begleitet wurde. In frühen Jahren verkörperte sie als Virtuosin auf der Bühne den tugendhaften, anmutigen Mädchentypus wie er durch die preußische Königin Louise geprägt wurde. Später ähnelte sie in einer Mischung aus Souveränität, Schlichtheit und Strenge mehr dem von Queen Victoria repräsentierten Frauenbild. Das Engagement Clara Schumanns für die Musik besaß in ihrer Familie bereits eine langjährige Tradition. Dieses musikalische Potenzial verstand sie gleichsam als Kapital, das es im Rahmen ihres öffentlichen Wirkens zu verbreiten galt.
Book 2005
Volume Band 002 in this series
Wilhelmine von Bayreuth (1709-1758) wurde bislang hauptsächlich als Schwester Friedrichs des Großen wahrgenommen. Dabei entstand das Bild einer kunstsinnigen Fürstin, die sich in Bayreuth einen Musenhof schuf. Dass dies nur die äußere Fassade einer Frau beschreibt, deren Leben sich zwischen Misshandlungen und Minderwertigkeitsgefühlen, zwischen Familienkonflikten und höfischen Intrigen abspielte, zeigt dieses Buch. Nun erscheinen Wilhelmines künstlerische Aktivitäten auf den Gebieten der Komposition, aber auch der Malerei, der Gartenkunst und Architektur nicht mehr nur als Zeitvertreib einer souveränen Persönlichkeit, sondern als Laboratorien im Wortsinne: Sie verschlüsselte ihre Leiden in der Kunst. Ob in der Gestaltung von Landschaftsgärten, im Ausschmücken von Interieurs, in der Motivwahl für eigene Gemälde oder in ihren Opern - überall ist der Schattenwurf jener Motive zu erkennen, die die zentralen Traumata von Wilhelmines Leben ausmachten: die verunsicherte Weiblichkeit und das Verstricktsein in familiär-monarchische Interessen. Neue Reihe: Europäische Komponistinnen 24 europäische Komponistinnen aus neun Jahrhunderten treten in das Rampenlicht einer musik- und kulturhistorisch interessierten Öffentlichkeit. Dies ist das ambitionierte Ziel der neuen kultur- und musikgeschichtlichen Reihe. In jedem Band wird monographisch eine komponierende Frau porträtiert: ihr Lebensweg nachgezeichnet, ihre kreativen Räume aufgespürt, ihre Werke vorgestellt. Primäre Textquellen und Abbildungen sowie ein ausführlicher Anhang runden jeden Band ab. Herausgegeben von Annette Kreutziger-Herr und Melanie Unseld
Downloaded on 28.4.2026 from https://www.degruyterbrill.com/serial/bbpeuk-b/html?lang=en
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