The collapse of the Argentinean Currency Board revived the debate about the optimal exchange rate regime for Argentina. Given its large exposure to nervous international investors, Argentina is a strong candidate for dollarization, which could provide lower inflation and higher financial integration with the United States. However, Argentina’s poor qualifications for a fixed exchange rate under the traditional optimum currency area criteria and the absence of adequate labor market and fiscal policy structures indicate that dollarization would suffer from the same problems as the Currency Board system. Thus, dollarization, in advance of other fundamental reforms seems a risky strategy. Zusammenfassung Als Antwort auf die Finanzkrisen der 90er Jahre lässt sich in der wechselkurspolitischen Debatte ein Trend zu Extremlösungen feststellen. Während einerseits darauf verwiesen wird, dass auch feste Wechselkurse keinen vollständigen Schutz gegen das Wechselkursrisiko bieten können und zu Moral Hazard sowie übermäßigen kurzfristigen Kapitalzuflüssen führen, wird von anderer Seite argumentiert, dass die Probleme vieler Schwellenländer von unterentwickelten Finanzmärkten herrühren und die Anbindung an eine stabile Ankerwährung Abhilfe schaffe (original sin-Theorie). Dementsprechend ist der Nutzen einer vollständigen Dollarisierung Argentiniens insbesondere im Glaubwürdigkeitsgewinn durch die Übernahme einer stabilen Fremdwährung zu sehen. Mit der Übernahme des US-Dollars sind niedrigere Inflationsraten, sinkende Kapitalkosten sowie eine Stärkung des Finanzsektors zu erwarten. Die im Zusammenhang mit dem Wegfall des Notenausgabemonopols stehenden Kosten werden gleichzeitig in der allgemeinen Diskussion zumeist überschätzt. Unter den Rahmenbedingungen einer hohen inoffiziellen Dollarisierung, geringer Kreditwürdigkeit und einer instabilen Währung sind die Gewinne aus Seigniorage begrenzt und die Möglichkeiten der Lender of last resort- Funktion auch bei frei schwankenden Wechselkursen starken Einschränkungen unterworfen. Dennoch bleiben die Risiken einer einseitigen Dollarisierung Argentiniens zum gegenwärtigen Zeitpunkt beträchtlich. Einige Vorbedingungen für eine erfolgreiche Dollarisierung wie flexible Preise und eine wechselkursgerechte Fiskalpolitik sind nicht gegeben. Dies gilt umso mehr, als die Erfahrungen mit dem argentinischen Currency Board-System zeigen, dass auch ein fester, nicht anpassungsfähiger Wechselkurs nicht zwangsläufig als Katalysator für andere notwendige Reformmaßnahmen wirkt. Freilich bleibt vor dem Hintergrund der hohen inoffiziellen Dollarisierung die Frage, inwieweit eine nominale Wechselkursflexibilität als effektive Anpassung an exogene Schocks wirksam ist. Die wirtschaftsgeschichtliche Entwicklung Argentiniens zeigt, dass Wechselkurssysteme, bei denen die inländischen Politiker über diskretionären Entscheidungsspielraum in der Geldpolitik verfügten, stets mit einem Anstieg der Zinssätze, hohen Inflationsraten und geringeren Wachstumsraten einher gingen (Frieden/Stein, 2001; Hausmann etal., 1999, 4ff.). Ob Dollarisierung somit tatsächlich das “am wenigsten schlechte Wechselkurssystem” für Argentinien darstellt28 oder ob sich langfristig die selben Probleme wie unter dem Currency Board-System einstellen, hängt zuvorderst davon ab, inwiefern im Vorfeld der Dollarisierung andere komplementäre Reformmaßnahmen in Angriff genommen werden können. In diesem Zusammenhang könnte auch eine explizite Unterstützung der USA den Dollarisierungsbestrebungen neuen Schub verleihen.