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Kolonialzeitliche Kunst in symmetrischer Perspektive
About this book
Der Kölner Museumsethnologe Julius Lips publizierte 1937 sein Buch »The Savage Hits Back«, in dem er Darstellungen von Europäer*innen aus kolonialen Kontaktzonen versammelte. Die transkulturellen Objekte zeugen von Kontakt und Distanznahme, Mimesis und Mimikry und von subversiven Bildpraktiken, die koloniale Hierarchien hinterfragen. Vor den Nationalsozialisten geflohen verknüpfte Lips die scharfe Kritik am Kolonialismus mit einem Angriff auf den deutschen Faschismus und Vorstellungen einer »weißen Überlegenheit«. Anna Brus unterzieht dieses postkoloniale Projekt avant la lettre einer Re-Analyse und untersucht die Strategien einzelner Künstler*innen, sich in Zeiten umfassender kolonialer Gewalt Handlungsspielraum zu verschaffen.
Author / Editor information
Anna Brus (Dr. phil.) ist seit 2019 Mitarbeiterin des Kunsthistorischen Instituts der Universität zu Köln und Kuratorin. Sie war von 2012-2016 DFG-Stipendiatin des Graduiertenkollegs »Locating Media« der Universität Siegen mit dem Projekt »Kolonialzeitliche Kunst in symmetrischer Perspektive. Julius Lips und die Inversion des Blicks«. Schwerpunkte ihrer Forschung sind Wissenschaftsgeschichte von Kunstgeschichte und Ethnologie, Sammlungs- und Ausstellungsgeschichte im post/kolonialen Kontext und globale kolonialzeitliche und zeitgenössische Kunst.