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Sicherheit an Werkzeugmaschinen

Die Bedeutung der trennenden Schutzeinrichtung für die Risikoreduktion an Werkzeugmaschinen
  • Eckart Uhlmann , Torsten Bell , Bernd Duchstein , Fabio Meister , Jan Mewis and Heinrich Mödden
Published/Copyright: March 30, 2017

Kurzfassung

Das Risiko ist nach DIN EN ISO 12100 eine Funktion von möglicher Schadensschwere und Eintrittswahrscheinlichkeit. Demzufolge kann das Risiko durch das Senken bzw. mögliches Vermeiden des Schadens (Auswirkungsbezogene Maßnahme) oder das Senken der Eintrittswahrscheinlichkeit bzw. Häufigkeit des Auftretens einer Gefährdung (Ursachenbezogene Maßnahmen) reduziert werden [1]. Trennende Schutzeinrichtungen spielen bei beiden Maßnahmen eine sehr wichtige Rolle und bieten einen hohen Kosten-Nutzen-Vorteil. Sie bewirken sowohl für den Schutz gegen unbeabsichtigten Zugriff als auch für den Schutz vor wegfliegenden Teilen, Substanzen und insbesondere beim Brandschutz eine deutliche Risikoreduktion. Dieser Artikel beschreibt wesentliche Aspekte der Dimensionierung als Ergebnis der langjährigen Kooperation des IWF der TU Berlin und des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e. V. (VDW).

Abstract

The risk is a function of probability of occurrence and the potential severity of damage according to DIN EN ISO 12100. Therefore it is possible to reduce the risk through reduction or avoidance of potential damage (impact-related measures) or through the reduction of probability of occurrence respectively the frequency of hazards (origin-related measures). Separating safeguards have an important role for both measures and the advantage of reasonable cost benefit ratio. They effect a significant risk reduction by protecting against unintended access as well as against ejected elements, substances and particularly in case of fire. This article describes essential aspects of the dimensioning of separating safeguards as the result of the long-time cooperation of the IWF TU Berlin and the German Machine Tool Builder Association (VDW).


Prof. Dr. h. c. Dr.-Ing. Eckart Uhlmann, geb. 1958, hat an der TU Berlin Maschinenbau mit der Fachrichtung Produktionstechnik studiert. Von 1986 bis 1994 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb (IWF) der TU Berlin und promovierte 1993. Nach dieser Tätigkeit war er von 1994 bis 1997 in der Industrie tätig. Seit 1997 ist er Professor für das Fachgebiet Werkzeugmaschinen Fertigungstechnik am IWF der TU Berlin sowie Institutsleiter des Fraunhofer IPK, Berlin.

Dipl.-Ing. Torsten Bell, geb. 1968, hat an der Universität Siegen Maschinenbau studiert. Seit 1996 ist er Referent und Projektingenieur Forschung und Technik beim Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e. V. und beschäftigt sich mit dem Schwerpunkt Brand- und Explosionsschutz an Werkezugmaschinen.

Dipl.-Ing. Bernd Duchstein, geb. 1979, hat an der TU Berlin Wirtschaftingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Maschinenwesen studiert. Seit 2006 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am IWF der TU Berlin und beschäftigt sich mit dem Schwerpunkt trennender Schutzeinrichtungen an Werkzeugmaschinen.

Dipl.-Ing. Fabio Meister, geb. 1984, hat an der TU Berlin Maschinenbau studiert. Seit 2011 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am IWF der TU Berlin und beschäftigt sich mit dem Schwerpunkt trennender Schutzeinrichtungen an Werkzeugmaschinen.

Dipl.-Ing. Jan Mewis, geb. 1981, hat an der TU Berlin Physikalische Ingenieurwissenschaft studiert. Seit 2009 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am IWF der TU Berlin und beschäftigt sich mit dem Schwerpunkt Dynamik und Simulation.

Dipl.-Ing. Heinrich Mödden, geb. 1961, hat an der TU Braunschweig Luft- und Raumfahrttechnik studiert. Seit 1996 ist er Referent und Projektingenieur für Standardisierung und Maschinensicherheit an Werkzeugmaschinen beim Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e. V. und beschäftigt sich mit dem Schwerpunkt Funktionale Sicherheit.


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Online erschienen: 2017-03-30
Erschienen im Druck: 2012-02-24

© 2012, Carl Hanser Verlag, München

Downloaded on 21.2.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.3139/104.110711/html
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