Die Abgrenzung zwischen bezweckten und bewirkten Wettbewerbsbeschränkungen nach Art. 101 AEUV
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Tilman Kuhn
Zusammenfassung
Die Grenzlinien zwischen i. S. d. Art. 101 Abs. 1 AEUV bezweckten und bewirkten Wettbewerbsbeschränkungen verschwimmen zunehmend. Gerade in den letzten Jahren wurden neue Formen von Beschränkungen, die keine klassischen Kernbeschränkungen darstellten, von der Europäischen Kommission und den Unionsgerichten als bezweckte Beschränkungen eingestuft. In den USA werden hingegen immer weniger Arten von Beschränkungen als per se verboten angesehen. Der Verfasser analysiert insbesondere das jüngere Fallrecht und die offenen Fragestellungen zum Konzept der bezweckten Wettbewerbsbeschränkung im EU-Recht, die praktische Bedeutung der Abgrenzung zwischen bezweckten und bewirkten Wettbewerbsbeschränkungen, und plädiert für klarere Grenzlinien.
Abstract
The distinction between restrictions by object and by effect pursuant to Article 101 TFEU
The dividing lines between restrictions by object and by effect pursuant to Article 101(1) TFEU are increasingly blurred. The European Commission and the EU Courts have recently considered several new types of restrictions that did not constitute classical hardcore restrictions as restricting competition by object. At the same time, fewer types of restrictions are considered per se infringements of Section 1 of the Sherman Act in the US. Against this background, the author analyzes in particular recent case-law and open questions on the EU concept of object restrictions, the practical relevance of the distinction between object and effects restrictions, and concludes that clearer dividing lines are needed.
© 2014 RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Aachener Str. 222, 50931 Köln.
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