Directors’ Dealings unter der EU-Marktmissbrauchsverordnung
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Philipp Maume
and Martin Kellner
Zusammenfassung
Zum 3. Juli 2016 ist die neue EU-Marktmissbrauchsverordnung in Kraft getreten. Damit wurde auch die Regulierung von Eigengeschäften von Führungspersonal (Directors’ Dealings) generalüberholt. Kernstück ist weiterhin die nachträgliche Offenlegung von Eigengeschäften gegenüber den Aufsichtsbehörden und anderen Marktteilnehmern. Selbstverständlich ist dies nicht, da die empirische Kapitalmarktforschung Zweifel an der Effektivität des Ansatzes weckt. Neben einer erheblichen Ausweitung des sachlichen Anwendungsbereichs und Fristverkürzungen ist ein zeitlich begrenztes Handelsverbot die entscheidende konzeptionelle Neuerung. Die Novellierung führt zu erhöhten Kosten bei den Emittenten sowie einem eingeschränkten Handlungsspielraum beim betroffenen Führungspersonal. Zwar ist die neue Rechtslage trotz verschiedener Ungereimtheiten, insbesondere im Rahmen des Handelsverbots, auf dem Papier ein Fortschritt gegenüber § 15 a WpHG a. F. Die Fallzahlen zum alten Recht legen aber nahe, dass der Meldepflicht bislang nachlässig nachgekommen wurde, und dass Bußgelder der rare Einzelfall sind. Notwendig ist neben der Verschärfung der materiellen Rechtslage demnach auch ein Umsteuern bei der Rechtsdurchsetzung.
Abstract
The EU Regulation on Market Abuse came into force on 3 July 2016. As one of the main elements the regulation of directors‘ dealings was subject to a major overhaul. Despite all doubts about its efficacy, the duty of post-trading disclosure remains the heart of the regime. However, a temporal ban on trade was introduced, resulting in a major conceptual shift. This article discusses the theory behind directors’ dealings regulation and the changes to the post-trading disclosure regime. It analyses the trading ban and identifies several inconsistencies and practical problems. The article also highlights that the success of the new regime strongly depends on proper enforcement. Market statistics from the German market conduct regulator BaFin show the severe shortcomings of directors’ dealings regulation enforcement in Germany. The article concludes that the financial markets do not only need a tightened regulatory regime, but also a stricter approach to enforcement.
© 2017 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
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