Grenzüberschreitender Formwechsel – europarechtlich veranlasste Substitution im UmwG
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Susanne Zwirlein
Die grenzüberschreitende Satzungssitzverlegung von Gesellschaften in Europa ist eine Herausforderung für das deutsche Gesellschaftsrecht. Denn einerseits ist sie als Realisation der Niederlassungsfreiheit vom deutschen Recht zuzulassen, andererseits existieren weder europäische noch nationale Normen, welche die Modalitäten des mit ihr einhergehenden Formwechsels regeln. Dieser Herausforderung musste sich das KG in einem jüngst gefassten Beschluss stellen. Die Entscheidungsbesprechung sucht nach einer methodischen Umsetzungsmöglichkeit für die europäischen Determinanten im deutschen Recht und zieht Schlüsse für künftige Formwechselkonstellationen. Sie spricht sich für eine Änderung des UmwG aus, die den laufenden europäischen Reformbestrebungen vorgreift.
The cross-border transfer of a company’s registered office within Europe puts German corporate law to the challenge: While freedom of establishment obliges national law to make room for such transaction, there are neither European nor national rules governing the change of the corporate form resulting from it. The KG had to take on this challenge in a recent decision. The paper examines this decision striving to develop a method to implement the requirements of EU law in order to handle cases to come. It calls for an amendment of German statutory law proactively, in order to leap ahead of the ongoing reform process at a European level in this area.
© 2017 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston