Rechtsanwälte im Aufsichtsrat – im Dickicht von Berufsrecht, Aktienrecht und Corporate Governance Kodex
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Hildegard Ziemons
Rechtsanwälte, die Mitglied eines Aufsichtsrats werden möchten oder sind, sehen sich einer Gemengelage aus aktienrechtlichen Anforderungen und berufsrechtlichen Pflichten ausgesetzt. So kollidieren etwa die in BRAO und BORA niedergelegte Pflicht zur anwaltlichen Verschwiegenheit einerseits und die Transparenzgebote des AktG und des Deutschen Corporate Governance Kodex andererseits. Sozietätsweit geltende berufsrechtliche Vor- und Nachbefassungsverbote sowie das Verbot der Vertretung widerstreitender Interessen schränken die anwaltliche Tätigkeit des Aufsichtsratsmitglieds und seiner Sozien ein und können andererseits ein ggf. zur Inhabilität führendes Befassungsverbot als Aufsichtsratsmitglied begründen.
German lawyers who intend to become or who are a member of the supervisory board of a German stock corporation are envisaged to a complex constellation of requirements stipulated by stock corporation law on the one hand, and on the other, professional duties. Such as the lawyer’s duty to observe confidentially as stated in the Federal Lawyers' Act (BRAO) and the Rules of Professional Practice (BORA) interfere with the transparency imperatives stipulated by the stock corporation law and the German Corporate Governance Code. The professional interdictions of prior and subsequent involvement which apply firm-wide as well as the ban on representing conflicting interests set restrictions on the ability of the lawyer and his or her partners to represent clients and, apart from that, these interdictions may disqualify (temporally or permanently) the lawyer in his capacity as board member from serving on the supervisory board.
© 2016 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
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