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Repräsentative Organisationen: Stellvertretungsansprüche am Beispiel wissenschaftlicher Expertise

  • Youssef Ibrahim

    Youssef Ibrahim, geb. 1993 in Kairo. Studium der Soziologie in Darmstadt, Kaunas (LT) und Bielefeld. 2024 Promotion an der Universität Hamburg; seit 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter ebendort.

    Forschungsschwerpunkte: Soziologische Theorie; Wissenschafts- und Technikforschung; historische Soziologie; Weltgesellschaftsforschung; Organisationssoziologie.

    Aktuelle Publikationen: Soziale Klima-Nischen. Eine historische Soziologie naturwissenschaftlicher Gesellschaftsbeschreibung. Weilerswist 2025; World Organisations, World Events and World Objects: How Science, Politics, and the Mass Media Co-Produce Climate Futures (mit S. Rödder & M. Schnegg). Globalizations 21, 2024: 70–87.

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    and Simone Rödder

    Simone Rödder, Studium der Biologie in Mainz und Glasgow (UK), Promotionsstudium der Soziologie in Bielefeld, 2024 Habilitation in Soziologie in Hamburg. Seit 2025 Professur für Soziologie, insbesondere Wissenschaftskommunikation und Museumsentwicklung an der Universität Hamburg und Zentrumsleitung am Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels LIB, Bonn/Hamburg.

    Forschungsschwerpunkte: Wissenschaftssoziologie; Wissenschaftskommunikation; Organisationssoziologie; Interaktionssoziologie.

    Aktuelle Publikationen: „They never Appear on TV and if They Have, I Might Have Missed that Moment.“ How Publics in South Africa and Germany View Visible Scientists. PLOS ONE 20, 2025 (mit L. Guenther & M. Joubert).; The Dramaturgical Infrastructure of Counter-Summitry – Ethnographic Insights from the Glasgow Climate Conference. Social Movement Studies, 2024 (mit M. Braun, E. Karnik Hinks & C. N. Pavenstädt); 2023: „Unite behind the Science!“ Climate Movements’ Use of Scientific Evidence in Narratives on Socio-Ecological Futures. Science and Public Policy 50, 2023: 30–41 (mit C. N. Pavenstädt).

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Published/Copyright: November 12, 2025
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Abstract

Der Beitrag schließt an zwei aktuelle Diskussionen an. Zum einen nehmen wir das Repräsentationsproblem in der Wissenschaft in den Blick, das zuletzt in der Debatte um die Prävalenz des Kollektivbegriffs ‚die Wissenschaft‘ Aufmerksamkeit erfahren hat. Im Zentrum steht die Frage, wie unter den Bedingungen des Wissenschaftssystems Repräsentationsansprüche organisierter Expertise stabilisiert werden. Zum anderen greifen wir die Diskussion um das Verhältnis von Organisation und Gesellschaft auf. Ihr entnehmen wir den Vorschlag, in der Bestimmung des Verhältnisses auf die kommunikativen Prozesse zu fokussieren, in denen sie relationiert werden. Auf dieser Basis entfalten wir die zentrale These, dass sich Repräsentationsbeziehungen zwischen Organisationen und gesellschaftlichen Bereichen, wenn nicht durch ihre Merkmale, dann durch Unterstellungen stabilisieren können.

Abstract

This article contributes to two current debates. First, we address the issue of representation in science, which has recently attracted attention in controversies concerning the collective singular ‚the science‘. At issue is how claims to representation by organized expertise are stabilized under the structural conditions of science. Second, we take up the discussion on the relationship between organizations and society. Here, we build on the proposal to focus on the communicative processes in which this relationship is constituted. On this basis, we develop the thesis that representational relations between organizations and societal spheres are stabilized, if not by their properties, then through ascriptions.

1 Einleitung

Zentralräte und Councils, Patient:innen-, Kassen-, Industrie-, Kunst-, Sport- und Journalist:innenverbände, Bünde für Steuerzahler:innen und Mieter:innen, Bürger:innenräte und Elterninitiativen, Gewerkschaften und Umweltorganisationen – all diese Organisationen erheben den Anspruch, abstrakte soziale Einheiten zu vertreten, letztere sogar die Natur. Sprechen wollen sie wahlweise für religiöse oder indigene Minderheiten, ‚die Wirtschaft‘, ‚das Gesundheitswesen‘, Berufsgruppen ohne geschützte Bezeichnung oder schlicht für Personen, die nichts weiter verbindet als ihre Steuerklasse. In einigen Fällen können sie dieser Arbeit relativ konkurrenzlos nachgehen. Keine Alternative wird in absehbarer Zukunft dem Deutschen Mieterbund seine Repräsentationsansprüche streitig machen. Andere Organisationen sehen sich mit weit widrigeren Umständen konfrontiert. Eltern haben sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was gut für ihre Kinder ist (Kaldewey et al. 2025), und wie genau die Natur geschützt werden möchte, ist unter Umweltorganisationen auch strittig (Otto et al. 2021).

Zuletzt hat das Repräsentationsproblem gesellschaftlicher Bereiche verstärkte Aufmerksamkeit im Kontext des Klimawandels und der COVID-19-Pandemie erfahren. Akademien, Task Forces und wissenschaftlichen Räten wurde auf nationaler wie internationaler Ebene zugeschrieben, ‚die Wissenschaft‘ zu organisieren und zu repräsentieren. Eingedenk der Merkmale der Wissenschaft – wie disziplinäre Differenzierung, Abwertung von Eminenz gegenüber Evidenz und organisationale Dezentrierung – ließen auch diese sich zu jenen Organisationen hinzuzählen, die unter besonders prekären Bedingungen operieren. Folgt man aktuellen Arbeiten, wurden Beratungsgremien demungeachtet in zahlreichen Weltregionen zumindest temporär als ‚Stimme der Wissenschaft‘ anerkannt (MacAulay et al. 2023; Rödder & Pavenstädt 2023; Weingart et al. 2022).

Dieser Umstand – die Anerkennung von Repräsentationsansprüchen trotz prekärer Ausgangslage – prädestiniert organisierte Expertise mit Repräsentationsansprüchen als Untersuchungsfall für die Frage des vorliegenden Aufsatzes: Wie werden Repräsentationsbeziehungen zwischen gesellschaftlichen Bereichen und Organisationen unter jeweils zu spezifizierenden Bedingungen stabilisiert? In diesem Kontext bezeichnet Stabilisierung den graduellen, fall- und situationsspezifisch variierenden Grad der Anerkennung von Repräsentationsansprüchen (Weißmann 2023: 71 ff.). Unsere These lautet, dass sich die Repräsentation gesellschaftlicher Bereiche (überwiegend) nicht aus ihrer Struktur ergibt, sondern sich nur im Modus der Unterstellung stabilisieren kann. Repräsentationsbeziehungen zwischen Organisationen und gesellschaftlichen Bereichen ohne kollektive Handlungsfähigkeit, einschließlich gesellschaftlicher ‚Großgruppen‘, müssen und können sich demnach nur in der öffentlichen Kommunikation als Prätention der Repräsentation fortlaufend bewähren, beweisen, behaupten. Für Organisationen, deren Ansprüche anerkannt werden, schlagen wir den Begriff repräsentativer Organisationen vor. Als Untersuchungsbeispiel für diesen Begriffsvorschlag dient uns organisierte Expertise, die wir nicht als Eigenschaft, sondern relational als Beziehung zwischen formalen Organisationen und ihrer gesellschaftlichen Umwelt verstehen (Moser & Schubert 2025). Wie eingangs bemerkt, finden sich in der Tat zwar in nahezu sämtlichen Bereichen der Gesellschaft Organisationen mit Repräsentationsansprüchen. Organisierte Expertise eignet sich als Testfall jedoch in besonderem Maße, da Repräsentationsansprüche in der Wissenschaft nicht konkurrenzlos erhoben werden können und sich damit der prekäre Status repräsentativer Organisationen in ausgeprägter Weise studieren lässt.

Die These wird in vier Schritten entwickelt: Der zweite Abschnitt führt im Anschluss an eine Reihe aktueller Arbeiten die Prävalenz des Kollektivbegriffs ‚die Wissenschaft‘ auf Repräsentationsunterstellungen zurück, die organisierter Expertise in jüngerer Vergangenheit im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Großproblemen zuteilwurden. In diesem Zuge werden Fragestellung und These hergeleitet und eingebettet im Kontext der verstreuten sozialwissenschaftlichen Einlassungen zu Repräsentation und organisierter Expertise sowie in die differenzierungstheoretische Diskussion um das Verhältnis von Organisation und Gesellschaft. Um die Bedingungen zu spezifizieren, unter denen organisierte Expertise agiert, widmet sich der dritte Abschnitt einer historischen Betrachtung des Vorbilds für organisierte Expertise mit Repräsentationsansprüchen, der wissenschaftlichen Akademie, und arbeitet ihre Relativierung im Zuge der Ausdifferenzierung des Wissenschaftssystems heraus.

Der Hauptteil, der vierte Abschnitt, stellt einen kommunikationstheoretisch informierten Begriff repräsentativer Organisationen vor, der Gesellschaftsbereichen ohne Zentrum und ohne Spitze ebenso Rechnung trägt wie dem empirisch beobachtbaren Sachverhalt, dass sich gleichwohl Organisationen als ihre Repräsentantinnen etablieren können. Im Dialog mit allgemein-, organisations- und wissenschaftssoziologischer Literatur sowie empirischen Illustrationen (mit Fokus auf organisierte Expertise im Kontext von Klimawandel und Pandemie) wird argumentiert, dass die Repräsentationsbeziehung zwischen Organisationen und gesellschaftlichen Bereichen durch Unterstellungen in affirmativen (Repräsentationsallianzen) wie auch kritischen Kommunikationskontexten (Repräsentationsnegationen) stabilisiert wird und dass dies auf der Beobachtung von repräsentationsindizierenden Organisationsmerkmalen (Repräsentationsinsignien) basiert.

Im Rahmen dieses Aufsatzes müssen wir uns zwar darauf beschränken, den Begriff am Fall organisierter, wissenschaftlicher Expertise zu exemplifizieren und zu plausibilisieren. Insofern versteht sich der Aufsatz angesichts der Breite und Vielseitigkeit des in Betracht kommenden Phänomenbereichs und angesichts dessen, was hier darzustellen möglich ist, als Einladung zur vergleichenden und fallweisen Erprobung, Korrektur und Erweiterung des Begriffsvorschlags für Fälle diesseits und jenseits der Wissenschaft. Mit dem Begriffsvorschlag hoffen wir, einen „soziologische[n] Blick auf die Wissenschaft“ zu werfen, der, mit Weingart (2010: 89) gesprochen, „zugleich ein Blick auf die Gesellschaft dieser Wissenschaft“ ist. Der Aufsatz schließt mit einer Diskussion der Generalisierbarkeit des Begriffs repräsentativer Organisationen und einer Skizze möglicher Forschungsperspektiven.

2 Was meint, wer von ‚der Wissenschaft‘ spricht?

Maßgeblich die COVID-19-Pandemie und der Klimawandel als globale, in gravierender Weise die Alltagswelt und alle gesellschaftlichen Bereiche betreffende und fundamental auf wissenschaftliche Erkenntnis angewiesene Großprobleme haben wissenschaftliche Expertise ins Rampenlicht gerückt. In diesen Jahren popularisierte die Klimabewegung eine Rhetorik, die zu ikonischem Status gelangte. Ihr Slogan „Follow the Science!“ ist inzwischen in den allgemeinen Wortschatz aufgenommen worden. Zuletzt beteuerten Regierungen rund um die Welt, sie ‚folgten der Wissenschaft‘ bei der Pandemiebekämpfung.

Was aber meint, wer von ‚der Wissenschaft‘ spricht? Inzwischen liegt eine Reihe von Arbeiten vor, die diesen Kollektivsingular dechiffriert hat. Demnach verbirgt sich hinter ‚der Wissenschaft‘ vielfach organisierte Expertise.[1] So ist es der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), der im Klimadiskurs hinter der Chiffre ‚die Wissenschaft‘ steht (Rödder & Pavenstädt 2023). Im Pandemiefall lässt sich nachvollziehen, dass die verschiedenen nationalen Beratungsgremien, zum Teil auch die Weltgesundheitsorganisation, gemeint waren, wenn Regierungen versicherten, dass sie ‚der Wissenschaft folgten‘. Arbeiten dazu liegen beispielsweise für Deutschland, Südafrika, Kanada, Australien und Großbritannien vor (MacAulay et al. 2023; Weingart et al. 2022). In einer feuilletonistischen Intervention ergänzte der ehemalige Ethikrat-Vorsitzende Peter Dabrock (2021: 6) diese Beobachtung um einen zweiten Aspekt: „Zum einen beruft sich die Politik auf ‚die‘ Wissenschaft […]; zum anderen bezieht man sich gerne auf die Organisation mit dem schönen Namen ‚Nationalakademie‘. Damit wird diese als die entscheidende Repräsentationsinstitution von Wissenschaft geadelt“. Folgt man Dabrocks Intuition, dann meint, wer von ‚der Wissenschaft‘ spricht, nicht nur organisierte Expertise, sondern auch die Repräsentation der Wissenschaft durch Organisationen.[2] Insofern verdankt sich die Prävalenz des Kollektivbegriffs ‚die Wissenschaft‘ und die Hypostasierung der Wissenschaft, wie sie sich in dem Ruf, ‚auf die Wissenschaft zu hören‘, in der Erwartung, ‚mit einer Stimme zu sprechen‘, oder in der Enttäuschung, dass ‚die Wissenschaft geleugnet‘ wird, ausdrückt, Repräsentationsunterstellungen, die organisierter Expertise in jüngerer Vergangenheit im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Großproblemen zuteilwurden.

Nun mag man solche Annahmen als soziologisch naiv abtun. Tut man dies nicht und befragt stattdessen die sozialwissenschaftliche Diskussion um organisierte Expertise, fällt auf, dass es ein mindestens implizites Interesse an Repräsentationsfragen gibt. Beispielsweise notiert Hilgartner (2000: 10) in seinem Klassiker über die US-amerikanische National Academy of Sciences beiläufig: „The authority of science advisors stems from their status as representatives of science“. Die Arbeit von Salter (1988: 1 f.) trägt immerhin den Titel Mandated Science, begnügt sich aber mit einer Definition von repräsentativer Expertise als „science that is used for the purposes of making public policy“. Ihre klassische Arbeit über Politikberatung schließt Jasanoff (1990: 244) mit einem Plädoyer für eine repräsentative Zusammensetzung von Beratungsgremien ab. Silke Beck (2016: 151) konstatiert, dass der IPCC „sich als die Stimme der internationalen Wissenschaft etabliert hat“ (Herv. i. O.); manch einer behauptet gar, dass er ein Monopol aufgebaut habe (Tol 2011). Ähnlich gelagert sind Rollenbeschreibungen der US-amerikanischen National Academy of Sciences als ‚Supreme Court of science‘ (Hay 1982: 114). Jüngst gestanden Nassehi und Kolleg:innen (2019: 192) dem Ethikrat gar zu, „die Komplexität einer funktional differenzierten Gesellschaft selbst zu repräsentieren“ (Herv. i. O.). Eine Reihe von Arbeiten adressiert die Frage, ob Beratungsgremien denn tatsächlich ihre Ansprüche erfüllen und die Wissenschaft in nationaler, geschlechtlicher oder disziplinärer Hinsicht repräsentieren (Corbera et al. 2016; Liverman et al. 2022; Lohse & Canali 2021).

Unter den Bedingungen der gegenwärtigen Wissenschaft aber, wenden andere ein, „bleibt kein Platz für einen repräsentativen Sprecher, der die Wissenschaft gegenüber ihrer gesellschaftlichen Umwelt vertritt“ (Stichweh 1984: 55), denn „‚die Wissenschaft‘ ist weder in einer einheitlich entscheidenden Hierarchie organisiert, noch gestattet sie die Bildung monopolistischer Gutachterkartelle“ (Luhmann 2010: 348). Für einige ist „die generalisierende Rede von der Wissenschaft über den Zeitraum mehrerer Jahrhunderte und über die Grenzen verschiedener Nationen und Kulturen hinweg schon an sich unzulässig“ (Weingart 2001: 38; Herv. i. O.). ‚Die Wissenschaft‘ und ‚die Evidenz‘ seien gar „gefährliche Kollektivsingulare“ (Vogelmann 2024: 19), die der Pluralität der Wissenschaft nicht gerecht werden.

Der vorliegende Beitrag schlägt eine vermittelnde Position vor zwischen jenen, die die Möglichkeit zur Repräsentation der Wissenschaft durch organisierte Expertise stillschweigend annehmen, und den anderen, die Repräsentation aufgrund der Wirklichkeit der Wissenschaft ausschließen, und fragt, wie sich trotz der Verfasstheit der Wissenschaft die Repräsentationsbeziehung zwischen Wissenschaft und organisierter Expertise stabilisiert, also eine Organisation nicht als beliebige Organisation der Wissenschaft gilt, sondern als die Stimme der Wissenschaft anerkannt wird.

Damit werden Fragen berührt, die das Verhältnis von Organisation und Gesellschaft betreffen. Dazu findet sich eine lebhafte Diskussion, die eine „Sensibilisierung für den oftmals vernachlässigten Zusammenhang von Organisation und Gesellschaft“ (Arnold et al. 2021: 341) anstrebt (vgl. auch Besio et al. 2020; Kneer 2001; Mölders 2022). Als besonders fruchtbar für das vorliegende Erkenntnisinteresse erweisen sich Ansätze, die auf die kommunikative Erzeugung des Verhältnisses von Organisation und Gesellschaft fokussieren. Von Tacke (2001) stammt ein Vorschlag, der für die Frage dieses Aufsatzes erste Überlegungen liefert. Mit Blick auf Organisationstypologien lautet ihre These, dass Organisationen „mit hoher Selbstverständlichkeit im Schema funktionaler Differenzierung“ (Tacke 2001: 143) zugerechnet werden. Eine Organisation ist demnach nicht eine Organisation vom Typ X, sondern wird sie. In Fremd- und Selbstbeschreibungen werden wie selbstverständlich etwa Unternehmen als Wirtschaftsorganisationen, Krankenhäuser als Gesundheitsorganisationen und Forschungsinstitute als Wissenschaftsorganisationen typisiert. In eine ähnliche Kerbe schlagen Arbeiten, die betonen, dass Vorstellungen davon, was Organisationen sind und wie sich Organisationen zur Gesellschaft verhalten, wesentlich von öffentlichen Kommunikationsprozessen abhängen. „Situations, organizations, and environments are talked into existence“, schreiben Weick et al. (2005: 409), und mit Meyer und Jepperson (2000) wird man hinzufügen können, dass auch die Beziehung von Organisationen zu gesellschaftlichen Bereichen kommunikativ hergestellt wird.

Im Anschluss an diese Überlegungen ist die eingangs formulierte These abgeleitet: Sofern gesellschaftliche Bereiche und „nicht artikulationswillige bzw. -fähige größere Gruppierung[en]“ (Rucht 1993: 259) aufgrund ihrer Differenzierungsform nicht über ein repräsentatives Zentrum oder eine repräsentative Spitze verfügen (wie z. B. eine plurale, heterarchische Wissenschaft), lassen sich Repräsentationsbeziehungen nur noch im Modus der Unterstellung stabilisieren (für die Ausnahme von der Regel s. Luhmann 2000: 398 ff.). Repräsentative Organisationen werden einem gesellschaftlichen Bereich nicht nur als typische Organisationen zugerechnet. Vielmehr gelten sie als Verkörperung, Inbegriff, pars pro toto der Wissenschaft, des Gesundheitswesens oder der Arbeiter:innenschaft. Die Merkmale gesellschaftlicher Bereiche geben zwar keine ‚naturwüchsige‘ Sprechposition her, gleichwohl kann „jemand als Vertreter der Wissenschaft, der Wirtschaft, der Religion erscheinen und willkommen geheißen werden“ (Fuchs 1992: 228). In diesem Verständnis kann Repräsentation nicht entschieden oder mandatiert werden. Sie ist auch kein Monopol, mit dem sich Organisationen ein für alle Mal ausstatten können. Wie mikrosoziologische Forschung zu Stellvertretungskommunikation zeigt, ist Repräsentation stattdessen mit laufenden Selbstdarstellungserfordernissen und der Beschaffung „stichhaltige[r] Plausibilitäts- und Wahrheitsnachweise“ (Bergmann 1993: 287) auf Seiten der Repräsentierenden verbunden, ebenso wie sie auf ein Mindestmaß an ‚Kooperationswilligkeit‘ auf Seiten der adressierten Publika angewiesen ist (Scheffer 1997). Kurz: Repräsentation muss fortlaufend beansprucht, verteidigt, gepflegt und bestätigt werden.

3 Die Akademie und die Relativierung ihrer Repräsentationsansprüche

Repräsentation bezeichnet eine Beziehung, die ursprünglich dem Religiösen und Politischen entstammt. Entstand die Repräsentationslehre im 14. Jahrhundert als Antwort auf die Frage, wie religiöse und politische Herrschaft legitimiert werden – dereinst vermittelt durch den Geistlichen als Repräsentanten des göttlichen Willens –, wurde Repräsentation in den folgenden Jahrhunderten zu einem primär politischen Leitbegriff (Podlech 1984). Jedoch wird zeitgleich zur Verbreitung im politischen Diskurs die Idee der Repräsentation auch in der entstehenden Wissenschaft aufgegriffen. Sucht man nach einer Keimzelle für die Idee einer Repräsentation der Wissenschaft, ist sie in den europäischen Akademien zu finden. Das 17. Jahrhundert brachte die Akademien hervor als Zusammenschlüsse wissenschaftlicher Eliten, die „das ganze gelehrte Wissen repräsentieren [sollten]“ (Daston 1999: 64). Dazu gehören die Leopoldina (1652) in Schweinfurt, die Royal Society (1662) in London, die Académie des Sciences (1666) in Paris und die Preußische Akademie der Wissenschaften (1700) in Berlin (Lentsch 2010). Sie strebten an, als Zentren wissenschaftlicher Kommunikation, richtungsweisende Publikationsorgane und honorige Schauplätze von Experimenten die Wissenschaft nach innen und nach außen zu repräsentieren (Stichweh 2014). Darüber hinaus lassen sich allgemeingültige Aussagen über Akademien nur eingeschränkt formulieren, da kaum vergleichende Arbeiten vorliegen und das Forschungsfeld eher fragmentiert als integriert ist (Hirschi 2017: 212). Wir beschränken uns im Folgenden daher auf einige Schlaglichter auf vier, im Hinblick auf die Fragestellung relevante historische Tendenzen, die sich durch die Relativierung der Sonderstellung der Akademie im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert kennzeichnen und für die Prekarität von Repräsentationsansprüchen in der Wissenschaft sensibilisieren: (1) Die Dezentralisierung wissenschaftlicher Kommunikation, (2) die Entgrenzung des Publikums, (3) die Pluralisierung von Repräsentationsansprüchen und (4) die Institutionalisierung von Gegenexpertise.

(1) Zu nennen ist zunächst die Dezentralisierung wissenschaftlicher Kommunikation. Bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts kam Akademien der Status als repräsentative Organisationen schlicht aus der Lage der Wissenschaft zu. Sie war defizitär institutionalisiert, die Universität galt als überholt und reformbedürftig (Stichweh 2014: 83). Die Akademie übernahm in dieser Situation eine Schlüsselposition als exklusives Entscheidungsgremium über veröffentlichungswürdige Texte. Wer an wissenschaftlicher Kommunikation teilhaben wollte, musste entweder Mitglied sein oder auf ein Mitglied hoffen, das das zugesandte Manuskript verlas (Moxham & Fyfe 2018). Insofern repräsentierten Akademien nicht nur die Wissenschaft, sie monopolisierten sie in weiten Teilen auch. Dies änderte sich mit der Verbreitung und Institutionalisierung der Fachzeitschrift im Zuge der fortschreitenden disziplinären Differenzierung. Damit wurden Akademien zwar nicht obsolet, aber der Austragungskontext von Wissenschaft verschob sich weg von einzelnen Organisationen hin zu einem marktförmigen und dezentralisierten Publikationswesen (Stichweh 1984: Kap. 6). Strebte die Akademie noch an, „die Einheit der Wissenschaft durch die Einheit der Akademie“ (Daston 1999: 65) zu repräsentieren, war die Zeitschrift die Antwort auf die nicht mehr organisatorisch integrierbare disziplinäre Differenzierung.

(2) Mit der Zeitschrift stellte sich eine zweite Entwicklung ein, die Repräsentationsansprüche vor erhebliche Herausforderungen stellte: die Entgrenzung des Publikums. Bis ins 18. Jahrhundert richteten sich Akademien primär an den überschaubaren Gelehrtenkreis und an die höfische Gesellschaft (Franzen et al. 2012: 356). Obwohl sie sich als öffentliche Foren verstanden, war der Zugang nur einer nach soziostrukturellen Merkmalen handverlesenen Öffentlichkeit zugedacht. Diese verbürgte sich mit dem eigenen Namen – die ‚Zeug:innen‘ trugen sich in Namenslisten ein – für den Anspruch der Akademie, repräsentativer Austragungsort von Wissenschaft zu sein (Shapin & Schaffer 1985: Kap. 2). Für Privilegierung und Patronage zeigten sich Akademien umgekehrt mit gelehrtem Rat, Festveranstaltungen, Auftragsforschung (Hahn 1990) und der Repräsentation imperialer Wissenschaft im Ausland erkenntlich (Klemun & Mattes 2022). Fundamental veränderte sich ihre Lage jedoch mit der Durchsetzung der Publikation als primärer Beteiligungsmodus an wissenschaftlicher Kommunikation und damit der potenziell gesellschaftsweiten Diffusion wissenschaftlichen Wissens im 19. Jahrhundert. Nun hatten es Akademien mit gänzlich heterogenen, abwesenden und unbeständigen Publika aus skeptischen Wissenschaftler:innen, interessierten Laien und kritischen Publizist:innen zu tun (Heintz & Werron 2011). Die Anerkennung der Repräsentationsansprüche durch gesellschaftliche Eliten genügte nicht mehr.

(3) Die Relativierung der Akademie wurde zudem durch eine Pluralisierung von Repräsentationsansprüchen begleitet. Angesichts der disziplinären Differenzierung und der Durchsetzung eines ‚anti-autoritären‘ Wahrheitsbegriffs im 19. Jahrhundert war „[d]ie Akademie als die die Einheit der Wissenschaft repräsentierende Institution […] organisatorisch überfordert“ (Weingart 2001: 120). Zum einen entstand eine Vielzahl konkurrierender Organisationen, die nicht mehr die Wissenschaft als Einheit, aber disziplinäre Vielfalt repräsentierten. In Fachgesellschaften und an der reformierten Universität ließen sich disziplinäre Spezialisierung und die Horizontalität der Wissenschaft sehr viel besser abbilden als in der universalgelehrten und hierarchisch strukturierten Akademie.[3] Wenngleich sie nach wie vor besonders prestigeträchtig ist, relativierten diese Organisationen die exklusive Mitgliedschaft in der Akademie als eine unter vielen (vgl. auch Meier 2007: 784). Zum anderen pluralisierten wissenschaftliche Fachzeitschriften Repräsentationsansprüche, indem sie an die Stelle der Akademie als alleiniger Repräsentantin der Wissenschaft die Peers setzten, die nicht für sich, sondern im Namen der Wissenschaft urteilen sollen (Turner 2002).

(4) Damit eng verbunden ist schließlich eine relativ rezente Entwicklung: die Institutionalisierung von Gegenexpertise. Zwar ist die Infragestellung von Repräsentationsansprüchen genauso alt wie diese selbst. So kritisierte der französische Publizist Jacques Pierre Brissot im Jahr 1782 die Académie des Sciences dafür, als „souveränes Tribunal zur Beurteilung der Fortschritte in den menschlichen Kenntnissen“ (zit. n. Hirschi 2018: 108) aufzutreten. Aber die Selbstverständlichkeit und Erwartbarkeit nicht nur der Infragestellung von Expertise im Allgemeinen, sondern auch von öffentlich vorgetragener Gegenexpertise im Besonderen ist vergleichsweise jung. Insbesondere seit dem letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts ist zu beobachten, dass Gegenexpertise in ökonomischen, aktivistischen, politischen und medialen Kontexten mobilisiert wird (Büttner & Laux 2021a). „Die Häretiker sind zahlreich, lärmend und zuweilen bestens gewappnet in den Burghof eingedrungen“, konnte Rucht (1988: 292) Ende der 1980er Jahre bilanzieren. Und Gegenexpertise ist auf einem breiten Spektrum verteilt. Sie kann durch „Integrität, durch Kompetenz und Können“ (Paris 1998: 126) bestechen; sie kann aber auch politische Anliegen gegen wissenschaftlichen Rat wissenschaftlich aufpolieren (U. Beck 1986: 262 f.); und sie kann schließlich als „Fundamentalkritik“ (Bogner 2021: 93) gegen Konformismus, Partikularismus und Alternativlosigkeit des ‚Mainstreams‘ daherkommen. Insofern hat Expertise es mit Gegenexpertisen zu tun, die sich nicht nur als Alternativen, sondern auch als diskreditierende Angriffe auf die wissenschaftliche Integrität organisierter Expertise präsentieren. Letztere lassen sich mit Paris (1998) als ‚Anti-Expertisen‘ bezeichnen – auf sie wird noch zurückzukommen sein (Abschn. 4.4).

Diesen historischen Entwicklungen zum Trotz ist zu beobachten, dass die Erwartungen an organisierte Expertise als Repräsentantin der Wissenschaft die Relativierung der Akademie überlebt haben. Nach dem Vorbild der Akademien des 17. und 18. Jahrhunderts sehen sich noch immer Gremien, Kommissionen und Beiräte der Selbst- und/oder Fremdbeschreibung nach in der Aufgabe, die Wissenschaft zu repräsentieren – und das mit einigem Erfolg. Nach wie vor werden bestimmte Organisationen in der öffentlichen und wissenschaftlichen – einschließlich der sozialwissenschaftlichen (vgl. Abschn. 2) – Kommunikation als Stimme der Wissenschaft gehandelt.

4 Ein kommunikationstheoretischer Begriff repräsentativer Organisationen

Wenn sich die Repräsentationsbeziehung organisierter Expertise zur Wissenschaft nicht aus ihren Merkmalen ableitet, wie lässt sie sich alternativ konzeptualisieren? Im Folgenden schlagen wir einen kommunikationstheoretisch informierten Begriff repräsentativer Organisationen vor, der anerkennt, dass (mit Ausnahmen) gesellschaftliche Bereiche im Allgemeinen und die Wissenschaft im Besonderen über kein repräsentatives Zentrum und keine repräsentative Spitze verfügen und gleichwohl sich Organisationen in der gesellschaftlichen Kommunikation als Sprecher, Stimme, Proxy, eben als repräsentative Organisationen einer wie auch immer genauer definierten Wissenschaft, Wirtschaft, Arbeiter:innenschaft etablieren können. Wir nähern uns dem Begriff der repräsentativen Organisationen in vier Schritten. Zunächst übertragen wir den Begriff der Repräsentation auf Organisationen (4.1), anschließend beleuchten wir die Wirklichkeitserzeugung durch fortlaufende Repräsentationsunterstellungen in Repräsentationsallianzen (4.2), widmen uns dann der Mobilisierung von Repräsentationsinsignien (4.3) und diskutieren schließlich das Problem der Repräsentationsnegation (4.4).

4.1 Repräsentation und Organisation

Auf elementarer Ebene meint Repräsentation die Vergegenwärtigung des Abstrakten und Abwesenden. Repräsentation „zielt auf die direkte Erfahrung des Indirekten, auf die Unmittelbarkeit des Vermittelten“ (Soeffner 1990: 51) und auf die Anwesenheit des „Abwesenden“ (Bourdieu 1986: 189); sie macht „etwas präsent […], was an sich nicht gegenwärtig, nicht ‚da‘ ist“ (Landshut 1964: 181), und vergegenwärtigt, was dem „außeralltäglichen Wirklichkeitsbereich zugehört“ (Hitzler 2002: 45). Wie lässt sich dieser Grundgedanke auf die Frage nach der Repräsentation der Wissenschaft übertragen? Dafür kann man sich von Berger und Luckmann inspirieren lassen, die solche Überlegungen mit Blick auf Rollen formuliert haben. „Rollen“, schreiben sie, „repräsentieren die Gesellschaftsordnung“ und machen sie „wirklich erfahrbar“ (Berger & Luckmann 2013: 79). Ganz ähnliches ließe sich über Organisationen sagen.

Während gesellschaftliche Bereiche wie die Wissenschaft oder das Recht, das Berger und Luckmann als Beispiel dient, ‚abwesend‘, ‚außeralltäglich‘ und nicht ‚erfahrbar‘, also weder einheitlich kommunikationsfähig noch adressierbar sind, weisen Organisationen eine Reihe von Merkmalen auf, die sie für Repräsentationsbeziehungen prädestinieren: „[W]enn man ein soziales System in Kommunikationsprozessen repräsentieren (vertreten) will, muß man es organisieren“ (Luhmann 1990: 672). Organisationen können, anders als die Wissenschaft, nicht nur mit einer Stimme sprechen, man kann es von ihnen sogar erwarten (Luhmann 2002: 294). Außerdem sind sie adressierbar, sie haben buchstäblich eine Adresse (Ahrne 1994: 4 f.). Neben der Kommunikationsfähigkeit und Adressierbarkeit kennzeichnet Organisationen, dass an sie Kompetenz- und Rationalitätserwartungen herangetragen werden, die man Personen nicht zumutet (Kette 2014). Schließlich hebt Organisationen von potenziell alternativen Kandidaten für die Repräsentation gesellschaftlicher Bereiche ab (z. B. Symbole, Personen), dass sie diese in sich vereinigen (ausführlicher Abschn. 4.3). Beispielsweise können sie an dem Ruf ihrer Mitglieder parasitieren und wiederum ihnen Ruf verleihen. Wenn es eine soziale Adresse gäbe, die die Komplexität der Wissenschaft herunterbrechen, abarbeiten, routinisieren, kurz: organisieren könnte, dann wären das Organisationen.

Insofern sind Repräsentationsunterstellungen gegenüber Organisationen nicht unbegründet. Wie Bergers und Luckmanns Institutionen durch Rollen repräsentiert und erfahrbar werden, so bringen auch Organisationen Merkmale mit, die sie dafür auszeichnen, eine abstrakte Ordnung zu vergegenwärtigen. Diese Ausgangsbedingungen teilen repräsentative Organisationen mit allen Organisationen. Was repräsentative Organisationen von anderen Organisationen unterscheidet, ist die öffentlich kommunizierte und anerkannte Unterstellung, dass sie in einer Repräsentationsbeziehung zu gesellschaftlichen Bereichen stehen. Nur so ist die Repräsentation gesellschaftlicher Bereiche überhaupt möglich.

4.2 Repräsentationsallianzen

Wenn man sich für die Repräsentation durch Organisationen interessiert, muss man also die Aufmerksamkeit zu den Kommunikationsprozessen lenken, in denen Organisationen eine Repräsentationsbeziehung zu gesellschaftlichen Bereichen unterstellt wird. Im konkreten, hier behandelten Fall repräsentativer Organisationen der Wissenschaft stößt man zunächst auf die politisch getragene Repräsentationsunterstellung. Hierbei erfolgt die Unterstellung einer Repräsentationsbeziehung durch Dritte, die ihrerseits selbst Repräsentant:innen sind. Beispiele für Organisationen, denen ein politisches Mandat zur Repräsentation der Wissenschaft zukommt, sind etwa die Leopoldina (2022: 1), der laut Satzung „offiziell die Vertretung der deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den internationalen Gremien“ anvertraut wird (zur Ambivalenz dieses Mandats s. oben Fn. 2), oder der IPCC (2013: 1), der in seinen Arbeitsprinzipien den Auftrag festhält, stellvertretend die „scientific, technical and socio-economic information“ zum Klimawandel zu evaluieren.

Bei dem politischen Mandat handelt es sich um eine Unterstellungskommunikation, die naheliegt und entsprechend in der Literatur prioritär behandelt wird. Im Gegensatz zu einem formalistischen, auf Autorisierung und vertragsförmige Delegation abstellenden Repräsentationsbegriff (vgl. etwa Guston 2001; Braun 1993; Salter 1988; kritisch Hiller 2009; allgemein Pitkin 1967) betonen wir, dass der einmalige Rechts- und Verwaltungsakt als solcher keine hinreichende Bedingung für die Stabilisierung von Repräsentationsansprüchen ist. Die Schwächen eines solchen Begriffs werden an Fällen von organisierter Expertise deutlich, die trotz ihres politischen Mandats gescheitert sind. Ein Beispiel stellt die von Hilgartner (2000: 70 ff.) analysierte US-amerikanische National Academy of Sciences und ihr skandalgebeutelter Bericht „Recommended Dietary Allowances“ dar. Demnach förderten Mitte der 1980er Jahre eine Reihe von Indiskretionen den Verdacht, dass die Akademie intern so verstritten war, dass sie nicht die Einheit der Wissenschaft, sondern Partikularinteressen repräsentierte. Vor diesem Hintergrund blieb der Bericht unveröffentlicht: „[T]he text, instead of being made to speak with one voice, fell apart and was rendered mute“ (Hilgartner 2000: 83).

Der formale Autorisierungsakt scheint daher kein zureichendes Kriterium für die Anerkennung von Repräsentationsansprüchen zu sein. So notiert Brown (2009: 12), dass von Beratungsgremien bis zur besorgten Bürgerin laufend Repräsentationsansprüche erhoben werden, ohne dass ihnen je ein formales Mandat erteilt wurde, und sie trotzdem ihre Ansprüche glaubhaft vortragen können. Vielmehr ist es die fortlaufende Repetition, Amplifikation und Affirmation von Repräsentationsunterstellungen durch Repräsentationsallianzen zwischen Organisationen und multiplen Publika, die ihnen ihre Stabilität verleihen. In ihrer klassischen Arbeit zum Repräsentationsbegriff hält Pitkin (1967: 221) fest, was Repräsentationsansprüche stabilisiere, „is not a single action by any one participant, but […] the patterns emerging from the multiple activities of many people“. Weil Repräsentationsunterstellungen eine „prekäre, da empirisch widerlegbare“ (Weiß 1998: 43) Wirklichkeit behaupten, sind sie umso mehr auf die relationale Mitwirkung multipler Publika und Akteursgruppen angewiesen, die den Repräsentationsansprüchen ihre Geltung geben (Witte & Schmitz 2016).

Es sind also die Beschwörungen, auf die Wissenschaft zu hören, die Beglaubigungen, der Wissenschaft zu folgen, die Prätentionen, die Wissenschaft zu repräsentieren, selbst, die wirklichkeitserzeugend und folgenreich sind. Repräsentationsunterstellungen sind kommunikative Prozesse, die als solche „versuchen sichtbar zu machen, was sich der direkten Erfahrung entzieht, und verleihen dem Sichtbargemachten gleichzeitig Faktizität“ (Heintz 2012: 7). Man kann sich das wirklichkeitserzeugende Potenzial von Repräsentationsunterstellungen am Fall von Umweltorganisationen veranschaulichen, die mit einigem Erfolg unterstellen, die Natur zu vertreten. Ihnen ist wohl zu verdanken, dass der Natur zunehmend ‚Rechte‘ und ‚Interessen‘ zugeschrieben werden, d. h. die Natur als Akteurin behandelt wird (Meyer & Jepperson 2000).

Insofern wird man den Blick über die politische Mandatierung hinaus weiten müssen. Denn offenkundig kann sich organisierte Expertise auch selbst als repräsentative Organisation ins Spiel bringen und Allianzen suchen. So verstehen sich die Scientists for Future (2019) als „the voice of science“ und die britische Independent SAGE (Scientific Advisory Group for Emergencies) wählte als Leitbild „following the science“, während sie sich gezielt in Abgrenzung zum offiziellen COVID-19-Beratungsgremium SAGE inszenierte (Marres & Valderrama Barragán 2025). Statt durch ein politisches Mandat kann ihnen dann medial unterstellt werden, die Wissenschaft zu repräsentieren. Beispielsweise wurden während der COVID-19-Pandemie die Mitglieder einer Organisation informeller Politikberatung als „die Stimmen der Wissenschaft“ (ZEIT 2021) gehandelt und angesichts einer mit formal mandatierter Politikberatung konkurrierenden Expertise ohne politisches Mandat wurde diagnostiziert, „dass sich nicht nur die Politik, sondern offenbar zunehmend auch die Wissenschaft in zwei Lager teilt“ (SPIEGEL 2020).[4] Was repräsentative Organisationen ohne politisches Mandat interessant macht, ist, dass sie augenscheinlich eine ‚Marktlücke‘ schließen. Wer nicht nur plausibel machen kann, dass angesichts drängender gesellschaftlicher Probleme Zeitnot herrscht und die verfügbare Expertise dieser nicht gerecht wird, sondern auch sich „rasch verständigen“ und „fertige Entwürfe aus seiner Schublade ziehen kann“ sowie „suggestiv und prägnant formuliert“ (Luhmann 1971: 149), hat gute Voraussetzungen geschaffen, um als repräsentative Organisation anerkannt zu werden.

Neben politischen und medialen Alliierten sowie der organisierten Expertise selbst können einige weitere Publika an der „dramaturgischen Kooperation“ (Goffman 1991: 79) oder dem „mutually reinforcing network of assurances“ (Hilgartner 2000: 50) mitwirken. Dazu gehören repräsentative Einzelstimmen oder ganze Felder wissenschaftlicher Organisationen, die Kontakte untereinander pflegen, sich wechselseitig Anerkennung aussprechen und Rollenmodelle definieren (DiMaggio & Powell 1983). So lässt sich etwa ein „IPCC-Neid“ (Hulme 2024) beobachten, der sich darin ausdrückt, dass Forschungsfelder ohne anerkannte repräsentative Organisation, aber dafür mit Aufmerksamkeitsdefizit mit explizitem Bezug zum IPCC die Anerkennung oder Gründung einer gleichartigen Organisation einfordern (vgl. etwa Singh et al. 2023). Repräsentationsallianzen können nicht zuletzt die Komplizenschaft der Sozialwissenschaften einschließen, die ihrerseits als vermeintlich Desinteressierte gelten (Meyer et al. 1997: 165 f.). In diesem Fall trifft man auf sozialwissenschaftliche Literatur, die im Unterschied zu den Science & Technology Studies nicht um die Dekonstruktion wissenschaftlichen Wissens (dazu Collins & Evans 2002), sondern um den Nachweis seines Sonderstatus bemüht ist. Statt als Gegenstand sozialwissenschaftlicher Forschung oder Kritik behandelt zu werden, erhalten repräsentative Organisationen hier Schützenhilfe für ihre Repräsentationsansprüche (ferner Ibrahim 2025). Ein Forschungsfeld in diesem Kontext, das sich zunehmender Beliebtheit erfreut, ist etwa die „empirische Konsensforschung“ (Bogner 2021: 25). Durch die Zusammenschau von Stellungnahmen anderer repräsentativer Organisationen und durch die quantitative Auswertung von Literatur versammelt sie Anhaltspunkte dafür, dass der IPCC tatsächlich die Wissenschaft des Klimawandels repräsentiert (einschlägig Oreskes 2004).

Betrachtet man das Zusammenwirken innerhalb der Repräsentationsallianzen, lässt sich tendenziell ein wechselseitiges Steigerungs- und Bestätigungsverhältnis der Repräsentationsunterstellungen beobachten. Nachdem die Schweizer COVID-19 Science Task Force sich zunächst als Hochschulinitiative gegründet hatte und Mitglieder gefordert hatten, dass „die Wissenschaft und der Bund […] stärker zusammenarbeiten“ (zit. in Aargauer Zeitung 2020), bemühte sie sich zeitnah um ein politisches Mandat, das sie sodann erhielt: Sie sollte mögliche Arbeitsbereiche stellvertretend für „die Schweizer Wissenschaft“ (Swiss National COVID-19 Science Task Force 2020) ausarbeiten. Auch medial wurde ihr unmittelbar die Vertretung der Wissenschaft zuerkannt (SRF 2020). Die US-amerikanische National Academy of Sciences soll offiziell bloß über politisch relevante Entwicklungen in der Wissenschaft forschen und berichten (US Senate & House of Representatives 1863); sie selbst beschreibt ihre Aufgabe jedoch als „representing the elite of American science“ (National Academy of Sciences 2020: 6). Ihre deutschen und österreichischen Pendants „wissen, wer wirklich Expertise hat[,] […] versammeln als Gelehrtengesellschaften die ‚klügsten Köpfe‘ aus Wissenschaft und Forschung und haben Zugriff auf das aktuellste und bestgesicherte Wissen“ (Österreichische Akademie der Wissenschaften & Leopoldina 2023: 3). Der Wissenschaftliche Beirat beim Bundesfinanzministerium (2018) ist offiziell „mit besonderen Fachkenntnissen auf dem Gebiete der Finanztheorie und Finanzpolitik“ ausgestattet, versteht sich aber selbst „als ‚wissenschaftliches Gewissen‘ der Politik“ (Wissenschaftlicher Beirat beim Bundesministerium der Finanzen 2024).

Das Steigerungsverhältnis innerhalb der Repräsentationsallianzen kann dazu führen, dass Organisationen, die zwar auf wissenschaftliches Wissen angewiesen sind, die – auch zu ihrem Ärgernis – üblicherweise aber nicht der Wissenschaft, sondern vorrangig der Politik zugerechnet werden, als repräsentative Organisationen der Wissenschaft reüssieren. Klassisch wird organisierte Expertise in der Literatur als intermediäre, Hybrid- oder Grenzorganisation charakterisiert (Braun 1993; Laux 2016; Guston 2001). Demnach handelt es sich bei Beratungsgremien um Organisationen, die sich der Vermittlung zwischen Wissenschaft und Politik verpflichten. Die Leitlinie des IPCC, politisch relevant, aber wissenschaftlich wertneutral bleiben zu wollen (policy-relevant but not policy-prescriptive), bringt die Doppelloyalität gegenüber Politik und Wissenschaft kondensiert auf den Punkt. Empirisch gesehen können darüber hinaus ebenso gänzlich politisch untergeordnete Behörden hinzukommen. Ein Beispiel stellt das Robert Koch-Institut dar. Es ist weisungsabhängig und „nicht primär eine Forschungseinrichtung, deren Kernaufgabe freie Wissenschaft wäre, sondern eine dienstleistende Verwaltungsbehörde“ (Gärditz 2024: 9). Gleichwohl kann es auch in diesem Fall zu dem politischen Bekenntnis kommen, man folge „‚der‘ Wissenschaft, konkret insbesondere den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts“ (Münkler 2021: 548).

Insofern gibt weder die primäre gesellschaftliche Verortung der Organisation noch das politische Mandat Aufschluss über die Anerkennung von Repräsentationsansprüchen. Der Vorteil eines kommunikationstheoretischen Begriffs repräsentativer Organisationen liegt also darin, dass man zum einen ein breiteres Spektrum an potenziellen repräsentativen Organisationen und zum anderen den Umstand in den Blick bekommt, dass Unterstellung auch Selbstunterstellung heißen oder durch Dritte jenseits der Politik erfolgen kann und das formale Mandat weder notwendige noch hinreichende Bedingung ist, um als Vertretung der Wissenschaft (der Wirtschaft, des Gesundheitswesens etc.) anerkannt zu werden. Repräsentation heißt in dieser Perspektive in aller erster Linie Prätention von Repräsentation.

Diesen Abschnitt abschließend sind zwei wichtige Folgen der Amplifikation, Affirmation und Repetition von Repräsentationsunterstellungen durch Repräsentationsallianzen zu nennen. Erstens verliert die unterstellte Repräsentationsbeziehung allmählich ihren prekären Charakter und das „anonyme Man“ (Schütz 1932: 152) setzt sich durch. Die Repräsentationsansprüche gerinnen zu einer historisch gewachsenen Selbstverständlichkeit. Herr und Frau Jedermann wissen dann zwar, dass die Leopoldina die Wissenschaft repräsentiert. Aber sie können keine Auskunft darüber geben, wie sie zu diesem Status gelangt ist. Zweitens ist es nicht die Wissenschaft, die Organisationen dazu befähigt, in ihrem Namen zu sprechen, sondern umgekehrt sind es die repräsentativen Organisationen, die der Wissenschaft ihre Sprechfähigkeit geben: Repräsentative Organisationen agieren als „agents of no real principal“ (Meyer & Jepperson 2000: 116). Bourdieu hat diesen Gedanken wohl am radikalsten auf den Punkt gebracht. Für ihn „existiert die repräsentierte, symbolisierte Gruppe“ (Bourdieu 1986: 184) nur, weil ihr jemand eine Stimme gibt, und wer sich der Kollektivsingulare bedient, „unterstellt die Frage der Existenz dieses Kollektivsubjekts als bereits gelöst“ (Bourdieu 1985: 40). So scharf wie Bourdieu muss man nicht formulieren, um die hier vorgeschlagene Kernidee nachzuvollziehen. Die Wissenschaft hat kein ‚naturwüchsiges‘ repräsentatives Zentrum herausgebildet. Vielmehr ist es umgekehrt erst die repräsentative Organisation, die der Wissenschaft ihre beobachtbaren Konturen, ihre Akteurhaftigkeit, ihre Sprechfähigkeit gibt.

Die Bedeutung, die repräsentativen Organisationen zukommt, ist genau in diesen Ordnungs- und Orientierungsleistungen zu suchen (Kusche 2008), wie sie nur Organisationen gerade im Angesicht hochkomplexer Bedrohungslagen einzulösen vermögen. Wo vor dem Repräsentationsanspruch noch eine unüberschaubare und fragmentierte Forschungslandschaft stand, bündeln repräsentative Organisationen sie zu einem kohärenten Bild: dem berühmten ‚Stand der Wissenschaft‘. Wenn „der Eindruck einer Vielstimmigkeit und Kakophonie der Expert:innen“ (Büttner & Laux 2021b: 14) entsteht und man die Wissenschaft vor lauter Wissenschaftler:innen nicht sieht, meldet sich organisierte Expertise als „Kartografin“ (Edenhofer & Kowarsch 2015) zu Wort, um durch den Wissenschaftsdschungel zu führen. Adressierbarkeit, Kommunikationsfähigkeit und Einstimmigkeit machen es möglich, Anfragen zu stellen und wissenschaftlichen Konsens zu identifizieren. Dabei können repräsentative Organisationen nicht nur außerwissenschaftlichen Publika Orientierung bieten, sondern auch Wissenschaftler:innen Signale für Forschungsbedarf senden und Wissen so aufbereiten, dass sie folgen können, ohne selbst Spezialist:innen auf dem Gebiet zu sein. Dank des IPCC braucht man über keine nennenswerten Kenntnisse über die Physik der Atmosphäre zu verfügen. Es genügt zu wissen, dass es einen Konsens der Wissenschaft über den Klimawandel gibt, um über dessen sozialwissenschaftlichen Implikationen zu forschen.

4.3 Repräsentationsinsignien

Repräsentationsunterstellungen erfolgen nicht willkürlich. Eine wesentliche Grundlage bildet die Beobachtung der „Siglen, Emblemen, Insignien“ (Bourdieu 1985: 41), die eine repräsentative Organisation mobilisiert, um glaubhaft zu machen, dass sie in einem Repräsentationsverhältnis zu einem gesellschaftlichen Bereich steht, dass sie die „Beste ‚von allen‘“ (Hitzler 2002: 46; Herv. i.O.) Kandidaten für Repräsentationsaufgaben ist. Unter dem Sammelbegriff Repräsentationsinsignien lassen sich all die beobachtbaren, mehr oder weniger institutionalisierten Indikatoren zusammenfassen, die den jeweiligen gesellschaftlichen Bereich mitrepräsentieren und den Anspruch repräsentativer Organisationen stützen (vgl. auch Berger & Luckmann 2013: 79 f.). In der Terminologie von Sofsky und Paris (1991: 160) könnte man auch von „Repräsentation[en] der Repräsentation“ sprechen. Im Fall der Wissenschaft kann man etwa an symbol- und prestigeträchtige Traditionen, an repräsentative Gebäude und Ereignisse wie prunkvolle Festveranstaltungen oder an langersehnte Berichtsveröffentlichungen denken, bei denen der ‚Stand der Wissenschaft‘ in zeitlich (und zum Teil örtlich) konzentrierter Gestalt zur Schau gestellt wird (Schenuit 2023).

Gesonderte Aufmerksamkeit verdient das Wertegerüst der Wissenschaft, auf das sich repräsentative Organisationen der Wissenschaft in ihren Arbeitsrichtlinien, Ethikkodizes, Geschäftsordnungen und Leitbildern ostentativ berufen. Handelte es sich dabei einst um ein esoterisches Problem der Wissenschaftssoziologie und der Wissenschaftsphilosophie, sind die idealisierten Selbstbeschreibungen der Wissenschaft wie Mertons wissenschaftlicher Ethos oder der durch Pielke (2007) geprägte Begriff des honest broker inzwischen in aller Munde. Werte wie Desinteressiertheit, Transparenz, Unabhängigkeit und Ehrlichkeit eignen sich aus zwei Gründen als Repräsentationsinsignien. Erstens sind sie inner– wie außerwissenschaftlich hinlänglich bekannt. Sie machen wesentlich dasjenige Bild von Wissenschaft aus, das als „storybook image of science“ bezeichnet werden kann: „the kind of picture we should expect of children“ (Mitroff 1974: 8). Sie entsprechen dem gesellschaftlichen Kriterienkatalog, an dem entlang geprüft wird, ob man es mit Wissenschaft oder mit als Wissenschaft getarnter Politik zu tun hat. Zweitens können Organisationen mit Repräsentationsansprüchen damit rechnen, dass diese Werte grundsätzlich zustimmungsfähig sind. Werte sind „fraglos voraussetzbare Prämissen der Kommunikation“ (Luhmann 2017: 115). Das heißt, mithilfe von Werten lässt sich erklären, welche Organisation als Repräsentantin infrage kommt, Werte selbst sind nicht erklärungsbedürftig. Nun liegt der Verdacht nahe, dass es sich bei Wertekommunikation um selbstinteressierte Kommunikation handelt und damit ein Verstoß gegen einen Wert – den Wert der Desinteressiertheit – vorliegt. Doch wer sich auf wissenschaftliche Werte bezieht, bekennt sich damit nicht zu sich selbst, sondern „über sich hinaus“ (Hitzler 2002: 45) zu der idealen Ordnung der Wissenschaft, die organisierte Expertise zu repräsentieren beansprucht.

Das gilt gerade für solche Organisationen, die wegen ihres politischen Repräsentationsmandats im Verdacht stehen, nicht unabhängig und daher im Interesse der Politik zu arbeiten. So reklamiert das weisungsabhängige Robert Koch-Institut (2024) in seinem Leitbild, nicht nur seine Expertise „frei verfügbar“ zugänglich zu machen und „offen für alle Menschen“ zu sein, sondern auch „eigenverantwortlich, unabhängig und transparent“ zu arbeiten und sich „regelmäßig intern und extern bewerte[n]“ zu lassen. Mit anderen Worten: Das Institut bekennt sich zu Kommunismus, Universalismus, Desinteressiertheit und organisiertem Skeptizismus und damit dazu, keine anderen Werte zu vertreten als die Imperative der Wissenschaft. Gleiches gilt für die deutschsprachigen Akademien, die sich zum Rollenmodell des „ehrlichen Maklers“ (Österreichische Akademie der Wissenschaften & Leopoldina 2023: 1) bekennen.

Neben Werten bildet das, was man als Repräsentativität bezeichnen kann, eine zweite nennenswerte Repräsentationsinsignie. Während Werte normative Präferenzen ausdrücken, bezieht sich Repräsentativität auf den Ist-Zustand. Sie bezeichnet „jene Eigenschaften und Merkmale […], die als charakteristisch gelten“ (Barlösius 2001: 183). Organisationen, die ihr Repräsentationsverhältnis zur Wissenschaft durch den Nachweis von Repräsentativität anzeigen, adressieren damit das Problem der Repräsentation einer disziplinär differenzierten, heterarchischen und nur plural repräsentierbaren Wissenschaft (Abschn. 3): Sie machen aus der Not eine Tugend und streben die Nachbildung der Wissenschaft im Miniaturformat an. Voraussetzung dafür ist die Annahme, dass die Strukturmerkmale der Wissenschaft näherungsweise durch die Merkmale der Organisationsmitglieder im Kleinformat repräsentiert werden können. Als „kleine Wissensparlamente“ (Hirschi 2018: 15) sollen die organisierten Miniaturen der Wissenschaft die Einheit der Wissenschaft repräsentieren, indem sie disparate Wissensbestände synthetisieren, widerstreitende Perspektiven austarieren, blinde Flecken ausleuchten und gegen Idiosynkrasien vorbeugen. Grundsätzlich versuchen alle repräsentativen Organisationen Repräsentativität durch heterogene Mitgliederrekrutierung nachzuweisen. In der Praxis werden jedoch äußerst unterschiedliche Kriterien zur Miniaturisierung der Wissenschaft herangezogen (vgl. auch Brown et al. 2005).

Den Stellenwert von Repräsentativität als Repräsentationsinsignie kann man sich zunächst daran veranschaulichen, dass selbst monodisziplinär aufgestellte Organisationen Heterogenität anstreben. So dulden etwa die Wirtschaftsweisen die Vertretung der heterodoxen Ökonomie. Darüber hinaus wollen repräsentative Organisationen gegenwärtig vor allem interdisziplinär sein. Das gilt insbesondere für solche, die über Probleme beraten, die als von keiner Disziplin allein bearbeitbar gelten, namentlich über gesellschaftliche Großprobleme wie Klimawandel oder Pandemien. Wer über Probleme dieser Art stellvertretend beraten will, so der zugrundeliegende Gedanke, muss sie aus unterschiedlichen disziplinären Blickwinkeln betrachten. Repräsentative Organisationen mobilisieren daher „skills, knowledge and experience of scientists from a wide range of disciplines“ (Scientists for Future 2019) und versammeln Mitglieder, „die naturwissenschaftliche, medizinische, theologische, philosophische, ethische, soziale, ökonomische und rechtliche Belange in besonderer Weise repräsentieren“ (Deutscher Ethikrat 2007).

Doch für einige repräsentative Organisationen ist ein Kriterium noch wesentlicher. Für sie ist Repräsentativität vorrangig bedeutungsgleich mit der Verteilung wissenschaftlicher Reputation. Für sie zählt – in dieser Reihenfolge – zuerst die „Expertise herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“ und dann die „unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen“ (Leopoldina 2021). Traditionell priorisierten sie bei der Auswahl die wissenschaftliche Reputation gegenüber anderen Kriterien und gingen sogar in einen offenen Konflikt mit Organisationen, die sich für zusätzliche Kriterien aussprachen (zur Kontroverse zwischen Leopoldina und DFG um Diversität vgl. Griem 2024).

Letztere sind Teil einer Entwicklung, in der sich die Bedeutung von Repräsentativität als Diversität herausgebildet hat. Repräsentative Organisationen, die sich um Diversität bemühen, weisen die Repräsentativität ihrer Mitglieder nach, indem sie nicht nur der ‚Exzellenz‘ und der disziplinären Differenzierung Rechnung tragen, sondern auch beispielsweise Geschlechterparität, die Einbindung verschiedener Statusgruppen und die Partizipation von Wissenschaftler:innen aus dem Globalen Süden anstreben. Toepfer (2020: 141) zufolge ist Diversität zu einem zentralen „Repräsentationsregulativ“ in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgestiegen, das die Vermittlung „zwischen dem Besonderen und dem Allgemeinen“ sicherstellen soll. Entsprechend ist seit einigen Jahren zu beobachten, dass auch diejenigen Organisationen, die lange an ihrer eigenwilligen Interpretation von ‚Bestenauslese‘ festhielten, die Frauen- und Nachwuchsförderung sowie allgemein die „representation of underrepresented minorities in science“ (National Academy of Sciences 2020: 6) als Ziele angeben. Die Diskrepanz zwischen Ambition (Wagner & Hornidge 2025) und Wirklichkeit (Caretta & Maharaj 2024) deutet auf eine weitere Facette von Diversität hin, die hier nur nebenbei bemerkt sei. Die Auslegung von Repräsentativität als Diversität hat den Vorteil, dass letztere als Imperativ in der Wissenschaft institutionalisiert ist (Kaldewey 2024). Diversität kann damit in zweifacher Hinsicht als Repräsentationsinsignie dienen: als normatives und deskriptives Kriterium.

In jedem Fall signalisieren repräsentative Organisationen durch den Ausweis von Repräsentativität – sei es durch multiparadigmatische, interdisziplinäre, reputationsbezogene oder diversitätssensible Mitgliederrekrutierung –, dass sie um die Pluralität der Wissenschaft wissen, und sie indizieren, dass plurale Repräsentation, wenn überhaupt, nur durch sie zu leisten ist.

4.4 Repräsentationsnegationen

Abschließend drängt sich die Frage auf, ob und wie vulnerabel repräsentative Organisationen für Infragestellungen sind. Repräsentationsnegation geht über punktuelle Kritik und das Einfordern einer pluralen Repräsentation hinaus. Sie wirft vor, dass Organisationen mit Repräsentationsansprüchen nicht etwa die Wissenschaft, die Wirtschaft oder das Gesundheitswesen, sondern bestenfalls Partikularinteressen repräsentieren. Während in der Literatur vorwiegend die Risiken der Infragestellung von Stellvertretungsansprüchen für repräsentative Organisationen problematisiert werden, argumentieren wir, dass Repräsentationsnegationen nicht nur mit nichtintendierten, sondern mit entgegengesetzten Folgen verbunden sein können: Sie können als Katalysator für Repräsentationsansprüche fungieren. Damit greifen wir auch einen für den Fall repräsentativer Organisationen der Wissenschaft relevanten Teilaspekt aus dem Themenfeld der Institutionalisierung von Gegenexpertise heraus (Abschn. 3).

Gegen Repräsentationsnegationen können repräsentative Organisationen vergleichsweise wenig unternehmen. Während für Callon (2006: 162) Repräsentation impliziert, „jene zum Schweigen zu bringen, in deren Namen man spricht“, ist diese Option repräsentativen Organisationen versperrt. Sie können versuchen potenzielle Querulant:innen zu domestizieren, indem sie diese als Mitglieder rekrutieren und als Ausweis ihrer Repräsentativität ausflaggen. Sie können auch augenscheinlich umstrittene Personen gar nicht erst aufnehmen oder bei rufschädigendem Verhalten die Mitgliedschaftsfrage stellen (Eyal 2019: 104 ff.). Aber sie können weder wissenschafts-, wirtschafts- oder arbeitsmarktweite, geschweige denn gesellschaftsweite „Kommunikationsverbote“ (Fuchs 1992: 226) verhängen, noch können sie durch den Ausschluss aus der Organisation einen Ausschluss aus dem repräsentierten Gesellschaftsbereich durchsetzen. Im Fall repräsentativer Organisationen der Wissenschaft bedeutet dies, dass sie auch nicht einfordern können, von Mitgliedschaftsfragen auf Wahrheitsfragen zu schließen. Insofern leben Repräsentationsansprüche von der stillschweigenden Akzeptanz. Auf diesen Aspekt hat bereits Weber (1922: Kap. III, § 21) hingewiesen, als er Repräsentation als Beziehung charakterisierte, die darauf angewiesen ist, dass die Repräsentierten die Vertretung „gegen sich als ‚legitim‘ geschehen [lassen]“.

Wie repräsentative Organisationen im Allgemeinen können auch repräsentative Organisationen der Wissenschaft Repräsentationsnegationen grundsätzlich nicht reglementieren, weshalb wissenschaftliche Repräsentationsnegator:innen vielfach in den verschiedensten Publikationsmedien zu hören und zu lesen sind. Obgleich sie zumeist Zensur, Ausschluss und Mangel an Gehör monieren, sind sie vom zwielichtigen Blog über den Podcast und die Leitmedien bis zur Fachzeitschrift und zum Hochglanzwissenschaftsmagazin als dissidente Stimmen der Wissenschaft vertreten – nur mit anderen Folgen als die intendierten. Wer Repräsentationsansprüche negiert, exponiert sich und wird auf eine mehr oder weniger unbequeme Rolle festgelegt. Seine Fehde mit dem IPCC sei inzwischen „more a matter of being stuck with a role“ (zit. in Grossman 2001: 38), gab ein langjähriger Klimaskeptiker in einem Portrait zu Protokoll. Man gehört dann den „Covid-19’s rebel scientists“ (Clarke 2021) an, gilt als „climate heretic“ (Lemonick 2010) oder als „maverick meteorologist“ (Grossman 2001), und nichts anderes erfährt das Publikum reichweitenstarker Zeitschriften wie British Medical Journal, Nature oder Scientific American.

Oftmals deckt sich die Fremd- mit der Selbstbeschreibung, wenn sich Repräsentationsnegator:innen selbst beispielsweise verstehen als Dissident:innen, die dem ‚fabrizierten Konsens‘ widersprechen oder als Häretiker:innen, die vom ‚Mainstream‘ abweichen. Bemerkenswerterweise wird diese Selbstbeschreibung sowohl im Fall von Einzelpersonen als auch im Fall von Organisationen gewählt. Sie kann sich bereits in der Namenswahl äußern: Man sei im Unterschied zum zwischenstaatlichen Original das Nongovernmental International Panel on Climate Change oder die Independent SAGE, und suggeriert damit eine politische Abhängigkeit des Gegenspielers. Man versteht sich als ‚Team B‘ und grenzt sich damit vom bevorzugten ‚Team A‘ ab, oder man besteht darauf, dass die eigene, unabhängige Organisation nicht mit dem Original verwechselt wird (so Greenhalgh et al. 2025: 1103).

So unterschiedlich sich Repräsentationsnegationen im Einzelfall entfalten mögen, scheinen sie doch mit vergleichbaren Risiken verbunden zu sein, und zwar nicht für die repräsentativen Organisationen, sondern für die Gegenseite. Diese Art der Selbst- und Fremdbeschreibung kann in zweifacher Weise als Katalysator für Repräsentationsansprüche fungieren. Erstens läuft die Gegenexpertise Gefahr, sich als alternative Repräsentantin der Wissenschaft zu disqualifizieren. Die Gegenexpert:innen drohen zu „Anti-Experten“ (Paris 1998) zu werden, die in ihrem Versuch, die Expert:innen zu diskreditieren, selbst in ein ungünstiges Licht geraten. Dies ist der Fall, wenn nicht die repräsentative Organisation, sondern die Repräsentationsnegator:innen in den Verdacht geraten, Partikularinteressen zu vertreten.[5] Wissenschaftliche Dissident:innen erscheinen dann in einem ähnlichen Licht wie politische Renegat:innen, nämlich als „Fürsprecher ihrer selbst (und nur ihrer selbst)“ (Müller 2023: 26). Oder mit dem Resümee des Gründers über die Erträge seiner Independent SAGE und seinen Hoffnungen für seine Neugründung: „All 12 members have become media personalities. I hope we get the same level of interest for the climate group“ (zit. in Guardian 2021).

Zweitens sekundiert die Repräsentationsnegation mittelbar die Repräsentationsbeziehung der in Rede stehenden Organisation zur Wissenschaft. Wenn Repräsentationsnegator:innen als hauptberufliche heretics, rebels und mavericks dargestellt werden und sie sich gleichfalls vom ‚Mainstream‘ abgrenzen, sind sie als Negativfolie unbeabsichtigt verstrickt in die Amplifikations- und Repetitions-Allianzen repräsentativer Organisationen. Sie tragen demnach selbst zur Stabilisierung von Repräsentationsansprüchen bei. Die Inszenierung als Abtrünnige und Ausgestoßene unterstreicht, dass die Organisationen, gegen die sie rebellieren, die ‚Mehrheit‘ der Wissenschaft repräsentieren. Statt als Repräsentationsanspruch aus dem ‚Mainstream‘ der Wissenschaft wird organisierte Repräsentationsnegation umgekehrt interpretiert als „shopping haven for anyone looking for well-credentialed expert opinions that counter more mainstream expert opinions“ (Saltelli & Sarewitz 2022: 61).

Gewiss können Repräsentationsnegationen, insbesondere wenn sie von medialen Lichtgestalten, Nobelpreisträger:innen und fachlich einschlägigen Koryphäen ausgehen, ein ernstzunehmendes Problem für repräsentative Organisationen darstellen. Aber den Nachweis, dass die Repräsentationsansprüche organisierter Expertise haltlos sind, sind sie bislang überwiegend schuldig geblieben. So erzeugen sie den gegenteiligen Eindruck: Sind etwa sie die fringe scientists, und die Gegenspieler:innen ‚die Wissenschaft‘?

5 Fazit

Der vorliegende Aufsatz hat einen Vorschlag für einen Begriff repräsentativer Organisationen formuliert. Bei der empirischen Plausibilisierung musste er sich zwar auf den Fall wissenschaftlicher Expertise beschränken. Ob er Vertretungsbeziehungen zwischen Organisationen und gesellschaftlichen Bereichen jenseits der Wissenschaft adäquat zu ‚repräsentieren‘ vermag, kann insofern nur im Einzelfall geprüft werden. Aber wir möchten abschließend vier Bezugspunkte herausstellen, an denen die Generalisierbarkeit bemessen werden könnte und die ggfs. fallweise in der Analyse repräsentativer Organisationen diesseits und jenseits der Wissenschaft nachjustiert werden müssten.

(1) In einem ersten Schritt gilt es die Merkmale des repräsentierten gesellschaftlichen Bereichs zu spezifizieren (Abschn. 3). Im Fall der Wissenschaft hatten wir die Dezentralität der Kommunikation, die Pluralität der Publika und der infrage kommenden Repräsentant:innen sowie die Selbstverständlichkeit von Gegenexpertisen herausgearbeitet. Welche Merkmale weisen andere gesellschaftliche Bereiche auf, die einer konkurrenzlosen Repräsentation im Wege stehen? Wie sind wiederum gesellschaftliche Bereiche strukturiert, die eine mehr oder weniger unangefochtene Repräsentation zulassen? Folgt man der Verbändeforschung, ist das Feld der Interessenvertretung durch einen hohen Grad an Konkurrenz geprägt, „und zwar innerhalb von Interessendomänen wie auch über Domänengrenzen hinweg“ (Willems & von Winter 2007: 27). Dagegen beschreibt Luhmann (2000: 398) das Recht als ein System, das aufgrund seiner Zentrum/Peripherie-Differenzierung „extravagante Organisationen“ wie das Verfassungsgericht als „Spitzenorganisation“ herausgebildet habe.

(2) Des Weiteren sind die Repräsentationsallianzen in den Blick zu nehmen (Abschn. 4.2). Im Fall von organisierter Expertise haben wir die Relevanz der Selbstpositionierung als repräsentative Organisationen, die politische, mediale und sozialwissenschaftliche Rückendeckung sowie die Unterstützung in einem Feld wissenschaftlicher Organisationen herausgestellt. Welche Repräsentationsallianzen sind für repräsentative Organisationen jenseits der Wissenschaft von Bedeutung? Beispielsweise zeigt Forschung zu Patient:innenorganisationen (Panofsky 2011) und Elterninitiativen (Eyal 2013), ohne allerdings Repräsentationsprobleme explizit zu behandeln, dass sie Allianzen mit Wissenschaftler:innen, Professionsangehörigen und Fachzeitschriften schmieden. Ebenso sind die konkreten Repräsentationsunterstellungen in den Blick zu nehmen, die in Repräsentationsallianzen gepflegt werden. So wird beispielsweise repräsentativen Migrant:innenorganisationen die Rolle des ‚Brückenbauers‘ mit „Vermittlungs-, Fürsorge- und Informationskompetenz“ (Schumann 2022: 478) zwischen Migrant:innen und öffentlicher Verwaltung zugeschrieben. Künftige Forschung könnte auch detaillierter nach parteipolitischen, disziplinären oder medialen (verlagsspezifischen) Präferenzen fragen. Dies führt zu der Frage, welche Alliierten vergleichsweise ‚illoyal‘ sind und wie Organisationen mit Repräsentationsansprüchen einen möglichen Wegfall kompensieren. So hat Yearley (1992) die Wissenschaft aufgrund von wissenschaftsimmanenten Merkmalen (z. B. Reversibilität, Unsicherheit und Unabgeschlossenheit der Forschung) als prinzipiell „unzuverlässige“ Koalitionspartnerin für Umweltorganisationen charakterisiert und die Kompensationsstrategien (z. B. Unterschriftenlisten geneigter Wissenschaftler:innen) beleuchtet. In Betracht käme zudem eine Untersuchung der Anlässe (z. B. politische Gipfel, wirtschaftliche Ereignisse und Gedenk- oder Aktionstage), zu denen sich Repräsentationsallianzen zusammenschließen.

(3) Eng damit verbunden sind Repräsentationsinsignien (Abschn. 4.3). Welche Indikatoren mobilisieren repräsentative Organisationen, um ihre Repräsentationsbeziehung zu gesellschaftlichen Bereichen oder Großgruppen auszuweisen? Im Fall von Gewerkschaften kann man beispielsweise an repräsentative Ereignisse wie den 1. Mai denken. Wenn organisierte Expertise sich auf wissenschaftliche Imperative bezieht und eine merkmalsbezogene Auswahl ihrer Mitglieder als Ausweis ihrer Repräsentativität vornimmt, worauf stützen sich Berufsverbände oder Elterninitiativen? Statt wissenschaftlicher Werte kommen für sie eher universale Prinzipien oder Gesetze und statt selektiver Personalauswahl eher eine inflationäre Mitgliederrekrutierung infrage.

(4) Schließlich sind auch Repräsentationsnegationen und ihre Folgen zu reflektieren (Abschn. 4.4). Wir haben argumentiert, dass sie unter Umständen nicht die Repräsentationsansprüche organisierter Expertise bedrohen, sondern als ihr Katalysator fungieren können. Künftige Forschung könnte an diese These anknüpfen und möglicherweise zu anderen Ergebnissen gelangen. Einen interessanten Vergleichsfall stellen Umwelt- und Bewegungsorganisationen als repräsentative Organisationen ‚des Klimas‘ oder ‚der Jugend‘ dar. So ist bislang ungeklärt, ob die „Letzte Generation“, die (als Pendant zu den Wissenschaftsquerulant:innen) sich in der Peripherie der Klimabewegung gezielt von der übrigen Klimabewegung abgesetzt hat, durch den sogenannten radical flank effect ihre Gegenspielerin „Fridays for Future“ legitimiert oder die Repräsentationsansprüche der Bewegung als Ganzes unterminiert hat.

Über die Autoren

Youssef Ibrahim

Youssef Ibrahim, geb. 1993 in Kairo. Studium der Soziologie in Darmstadt, Kaunas (LT) und Bielefeld. 2024 Promotion an der Universität Hamburg; seit 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter ebendort.

Forschungsschwerpunkte: Soziologische Theorie; Wissenschafts- und Technikforschung; historische Soziologie; Weltgesellschaftsforschung; Organisationssoziologie.

Aktuelle Publikationen: Soziale Klima-Nischen. Eine historische Soziologie naturwissenschaftlicher Gesellschaftsbeschreibung. Weilerswist 2025; World Organisations, World Events and World Objects: How Science, Politics, and the Mass Media Co-Produce Climate Futures (mit S. Rödder & M. Schnegg). Globalizations 21, 2024: 70–87.

Simone Rödder

Simone Rödder, Studium der Biologie in Mainz und Glasgow (UK), Promotionsstudium der Soziologie in Bielefeld, 2024 Habilitation in Soziologie in Hamburg. Seit 2025 Professur für Soziologie, insbesondere Wissenschaftskommunikation und Museumsentwicklung an der Universität Hamburg und Zentrumsleitung am Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels LIB, Bonn/Hamburg.

Forschungsschwerpunkte: Wissenschaftssoziologie; Wissenschaftskommunikation; Organisationssoziologie; Interaktionssoziologie.

Aktuelle Publikationen: „They never Appear on TV and if They Have, I Might Have Missed that Moment.“ How Publics in South Africa and Germany View Visible Scientists. PLOS ONE 20, 2025 (mit L. Guenther & M. Joubert).; The Dramaturgical Infrastructure of Counter-Summitry – Ethnographic Insights from the Glasgow Climate Conference. Social Movement Studies, 2024 (mit M. Braun, E. Karnik Hinks & C. N. Pavenstädt); 2023: „Unite behind the Science!“ Climate Movements’ Use of Scientific Evidence in Narratives on Socio-Ecological Futures. Science and Public Policy 50, 2023: 30–41 (mit C. N. Pavenstädt).

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Danksagung

Der Beitrag ist gefördert im Rahmen des Projekts „Wissenstransfer als Wicked Problem“ im Förderschwerpunkt „Wissenschafts- und Hochschulforschung“ durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Wir danken den Projektmitgliedern Anna-Lena Oltersdorf und Linda Winkler sowie André Kieserling, den Teilnehmer:innen des Forschungskolloquiums des Leopoldina-Zentrums für Wissenschaftsforschung, insbesondere Johannes Mattes, und den Gutachter:innen und Herausgeber:innen der Zeitschrift für Soziologie für die Kommentierung früherer Fassungen des Beitrags.

Online erschienen: 2025-11-12
Erschienen im Druck: 2025-11-25

© 2025 bei den Autorinnen und Autoren, publiziert von Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Dieses Werk ist lizenziert unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Downloaded on 27.1.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/zfsoz-2025-2025/html
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