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Kein Vergleich! Zur „kritischen Betrachtung des Model of Ability-Tracking (MoAbiT)“ von Lorenz, Lenz und Rjosk (2023) in der Zeitschrift für Soziologie.

  • Hartmut Esser

    Hartmut Esser, geb. 1943 in Elend/Sachsen-Anhalt; Studium der Volkswirtschaftslehre und Soziologie in Köln; 1970 Diplom-Volkswirt (sozialwissenschaftliche Richtung) in Köln; 1974 Promotion in Köln (Dr. rer. pol.); 1981 Habilitation in Bochum; 1974–1978 Akademischer Rat Ruhr-Universität Bochum; 1978–1982 Wissenschaftlicher Rat und Professor Universität Duisburg GHS; 1982–1987 o. Professor für Empirische Sozialforschung Universität Essen GHS; 1985–1987 Geschäftsführender Direktor des ZUMA, Mannheim; 1987–1991 o. Professor für Soziologie Universität zu Köln; 1991–2009 o. Professor für Soziologie und Wissenschaftslehre an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Mannheim. Seit August 2009 im Ruhestand.

    Forschungsschwerpunkte: Soziologische Theorie; Sozialwissenschaftliche Handlungstheorie; Migration, Integration und ethnische Konflikte; Familiensoziologie; soziale Ungleichheit; aktuell: Bildungs-Soziologie, insbesondere Bildungssysteme und Bildungsungleichheit; Methodologie der Sozialwissenschaften: Erklärung, Kausalität und Theorienvergleich.

    Wichtigste Publikationen: „Wie kaum in einem anderen Land?“ Die Differenzierung der Bildungswege und ihre Wirkung auf Bildungserfolg, -ungleichheit und -gerechtigkeit. Band 1: Theoretische Grundlagen, Band 2: Empirische Befunde. Frankfurt am Main, New York: Campus 2021/2023.

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Published/Copyright: November 5, 2024
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Zusammenfassung

Der Beitrag beantwortet die Kritik von Lorenz, Lenz und Rjosk (2023) am „Model of Ability-Tracking“ (MoAbiT) und den empirischen Analysen bei Esser und Seuring (2020). Es sind zwei Punkte: Die Vergleichbarkeit der verwendeten Datensätze und die Kritik des theoretischen Modells. Die für eine Replikation nötige Vergleichbarkeit der jeweils verwendeten Datensätze, NEPS gegenüber IQB, ist danach in einem für das Ziel der Reproduzierbarkeit ausreichendem Maße nicht gegeben, so dass sich Befunde, welcher Art auch immer, für die Haltbarkeit des Modells nicht bewerten lassen. Die Einwände gegen das Modell beziehen sich im Kern auf zwei Aspekte: Die Ausblendung der Effekte von peer-Interaktionen und die Vernachlässigung verschiedener stratifizierender Prozesse der Differenzierung schon im Ansatz, speziell der Schereneffekte und der primären Effekte bei der kognitiven Entwicklung. Es wird gezeigt, dass das unzutreffend ist. Gleichwohl hat die Replik eine Reihe von Aspekten angesprochen und klären helfen, an die vorher in der Tat nicht gedacht worden war, wie die Möglichkeit sog. Kollateral-Stratifikationen und die in dieser Weise bisher nicht untersuchte Frage, ob nicht gerade die frühe Trennung der Bildungswege eine Voraussetzung für die positiven Effekte der Differenzierung sind. Übergreifend ist der Beitrag ein Beispiel für die Fruchtbarkeit von Repliken und Replikationen, auch wenn sie in bestimmten Einzelpunkten ungeeignet oder unzutreffend sind.

Abstract

The article responds to the criticism by Lorenz, Lenz and Rjosk (2023) on the “Model of Ability-Tracking” (MoAbiT) and the empirical analyses by Esser and Seuring (2020). There are two points: The comparability of the data sets used and a critique of the theoretical model itself. The comparability of the respective data sets used, NEPS versus IQB, which is necessary for replication, is not sufficient for the goal of reproducibility, so that findings of any kind cannot be evaluated for the durability of the model. The objections to the theoretical model essentially relate to two aspects: The omission of the effects of peer interactions and the neglect of various stratifying processes of differentiation already in the approach, specifically the scissor effects and the primary effects in cognitive development. It is shown that this is incorrect. Nevertheless, the replication has helped very much to further clarify a number of aspects that had not been considered before, such as the possibility of so-called collateral stratifications and the question, which has not yet been investigated in this way, of whether the early separation of educational pathways is a prerequisite for the positive effects of differentiation. Overall, the article is a valuable example of the fruitfulness of replications and replications, even if they are unsuitable or inaccurate in certain individual points.

1 Einleitung

Das „Model of Ability-Tracking“ (MoAbiT) ist aus der Absicht entstanden, die unterschiedlichen Aspekte, Mechanismen und Bedingungen zur Erklärung von Systemeffekten der Leistungsdifferenzierung zu systematisieren und aufeinander zu beziehen. Das war bitter nötig. Den Kern bildet eine schon ältere Hypothese, u. a. von Maureen Hallinan (1994), wonach die positiven Effekte der Differenzierung nur dann erwartet werden können, wenn das Ability-Tracking auch tatsächlich nach den „Abilities“ erfolgt und es die entsprechenden Anpassungen in Curriculum und Unterricht auch wirklich gibt. Dafür sollen nach dem Modell zwei zur Trennung der Bildungswege zusätzliche Regelungen sorgen: die Verbindlichkeit der schulischen Empfehlungen und die Kontrolle der schulischen Abläufe, etwa über Standardisierung, Zentralprüfungen und regelmäßige Tests, am wirksamsten in Kombination. Im Modell wird diese Kombination als Stringenz bezeichnet. Empirisch zeigte sich eine deutliche Bestätigung der Hallinan-Hypothese bzw. des MoAbiT bis in einige kaum erwartete Einzelheiten hinein (Esser & Seuring 2020): Mit der Stringenz steigen die Leistungen allgemein und dann noch einmal speziell bei kognitiver Homogenität der Schulklassen in den unteren Leistungsbereichen. Eine Zunahme der Effekte der sozialen Herkunft gab es dabei nicht, eher eine Abnahme sogar.

Es gab alsbald eine Reihe von Reaktionen darauf. Die Kritik bezog sich, neben eher technischen Aspekten wie die Fallzahlen beim NEPS, insbesondere auf die empirischen Analysestrategien, ließ das MoAbiT jedoch eher unbeachtet und verwendete die identischen Daten des NEPS (vgl. dazu Esser & Seuring 2023). Nun gibt es in der ZfS eine weitere Replik, die von Lorenz et al. (2023). Darin wird das MoAbiT bereits als theoretisches Modell in Frage gestellt. Es gibt auch empirische Re-Analysen. Die Vorgehensweise bleibt dabei so gut wie unverändert, allerdings werden andere Daten verwendet, die der Bildungstrendstudien des „Instituts zur Qualitätssicherung im Bildungswesen“ (IQB). Zu der Kritik von Lorenz et al. gibt es (mit Bezug auf eine frühere Version) eine ausführliche Antwort bei Esser (2023, Abschnitt 9.2). Eine Antwort auf die in der ZfS publizierte Version mit einigen darauf aufbauenden weiteren Analysen sind im online-Anhang dieses Beitrags nachzulesen. Hier werden nur die beiden Aspekte aufgegriffen, die in der Kritik und deren Bewertung bei Lorenz et al. die zentrale Rolle spielen, aber auch für die übergreifende Diskussion die zentralen Aspekte bilden: Die Vergleichbarkeit der Datensätze für eine Replikation der Untersuchung von Esser und Seuring (Abschnitt 1 gleich unten) und der Einwand, das theoretische Modell blende zentrale Vorgänge des Kompetenzerwerbs und der sozialen Stratifikation schon von der theoretischen Anlage her aus (Abschnitt 2). Zum Schluss kommt noch eine kurze übergreifende Bewertung der Diskussion und von vergleichenden Replikationen.

2 Die Vergleichbarkeit der Untersuchungen

Replikationen, die nicht nur Robustheitschecks bleiben, sondern auch der Theorieentwicklung dienen sollen, haben eine Reihe von Voraussetzungen – wie die Beachtung der Analyseziele und -strategien der Ausgangsstudie, insbesondere aber die der Vergleichbarkeit der Datensätze und verwendeten Konstrukte. Das ist gerade in der Bildungsforschung nicht trivial, denn es macht schon einen Unterschied, wenn sich die Kontexte und Bezüge ändern, wie etwa die untersuchten Kohorten oder Phasen im Bildungsverlauf. Hier geht es um die Vergleichbarkeit der Daten des NEPS mit denen der IQB-Berichte für den gegebenen Fall. Die ist zunächst vergleichsweise hoch, jedenfalls was die theoretisch erforderlichen und verfügbaren Konstrukte betrifft: Sie umfassen auch für die IQB-Daten alle relevanten Konstrukte des MoAbiT. Das ist weit mehr als ansonsten gewohnt, etwa in den internationalen Vergleichsstudien, bei denen eigentlich alles fehlt.

Das ist es aber auch schon. Hier dann die wichtigsten Unterschiede beim Vergleich: Die IQB-Daten beziehen sich auf die 9. Klasse am Ende der Pflichtschulzeit, die NEPS-Daten dagegen auf die 7. Klasse der Sekundarstufe. Die NEPS-Analysen betreffen die Übergangskohorte von 2011/12, die herangezogenen IQB-Daten hingegen beschreiben die Situation der 9. Klassen in den Jahren 2015 und in 2018. Die Kohorte von 2015 entspricht der bei der NEPS von 2011/2012 vier Jahre später und kann daher entsprechend zugeordnet werden, die von 2018 aber nicht mehr. In den Analysen von Esser und Seuring wurde ein Index aus Lesen und Mathematik verwendet. Das sollte das Konzept des scope abdecken, der Vorstellung einer eher breit gefassten Bildung, die sich nicht auf einzelne Spezialisierungen beschränkt, daher einen essentiellen Teil auch der Stringenz abdeckt und nicht einfach aufgelöst werden kann wie in den Kurssystemen der integrierten Schulen (vgl. Sörensen 1970; Domina et al. 2019). Das ist mit den IQB-Daten nicht möglich, weil 2015 nur das Lesen und 2018 nur die Mathematik erhoben wurden. Zudem wurde der Indikator für die Leseleistung geändert: Statt Leseverstehen in Deutsch nun in Englisch. Auch wenn es dafür ähnliche Ergebnisse gäbe: Man muss für den Vergleich unnötigerweise noch mehr an zusätzlichen Annahmen machen, die nicht weiter geprüft werden (können). Eher weniger gewichtig dürfte dagegen sein, dass es sich bei IQB um einen Querschnitt handelt und die kognitiven Fähigkeiten, auf die es ja besonders ankommt, erst in der 9. Klasse gemessen worden sind. Das wäre, anders als die anderen Unterschiede, hinzunehmen, denn es handelt sich um ein biographisch recht stabiles Merkmal, das auch schon früh ausgebildet ist. Stärker werden Vergleichbarkeit und kausale Zurechenbarkeit der Effekte dadurch allerdings nicht.

Wegen dieser doch schon gravierenden Probleme bei der Vergleichbarkeit werden die empirischen Befunde von Lorenz et al. aus den aktuellen Re-Analysen mit den IQB-Daten nicht weiter behandelt, auch nicht da, wo sie womöglich das MoAbiT unterstützen (vgl. dazu Esser 2023, Abschnitt 9.2) – außer als Anregung für weitergehende Analysen mit den NEPS-Daten zur Ergänzung wie ggf. auch zur Korrektur des MoAbiT und der empirischen Analysen. Dazu allerdings sind sie, wie beim Auftreten von „Anomalien“ oft, wirklich gut geeignet gewesen. In der Antwort im online-Anhang und bei Esser (2023, Kapitel 9) finden sich zwei Vertiefungen, die daraus entstanden sind: Die Entstehung von „Kollateral-Stratifikationen“ aus möglichen Zusatzeffekten der Stringenz auf die Herkunftseffekte in der Interaktion mit den kognitiven Fähigkeiten; und der Vergleich nun auch für die 9. Klasse mit den NEPS-Daten. Die Analysen zu den Kollateral-Stratifikationen ergeben keine Änderungen bei den Effekten auf die Leistungen und ganz ähnliche Ergebnisse wie bei Lorenz et al. für die 9. Klasse. Das wären weitere Korrekturen der Standardbefunde: Es gibt mit der Stringenz eher so etwas wie eine Kollateral-„Kompensation“, Vorteile nämlich bei Kindern mit den geringeren Fähigkeiten und aus den unteren sozialen Schichten. Und es kommt beim Ability-Tracking auf die frühe Trennung der Bildungswege an: Die Leistungen steigen bei Stringenz bis zur 7. Klasse an, danach aber nicht mehr. Beides widerspricht der Integrationsposition ebenfalls.

3 Unterricht, peer-Effekte und die Mechanismen der Stratifikation

Die Herausforderung des MoAbiT liegt darin, dass seine Implikationen und Hypothesen geradezu diametral der Integrationsposition gegenüberstehen und die darüber gefundenen empirischen Ergebnisse erst recht. Das betrifft drei Aspekte insbesondere: Die höheren Leistungen, die Eindämmung oder gar Senkung der Herkunftseffekte bei stringenter Differenzierung und – zusätzlich dazu – die positiven Effekte gerade der kognitiven Homogenität der Schulklassen in den unteren Leistungsgruppen. Der Einwand von Lorenz et al. gegen das Modell lautet dann auch im Kern: Das MoAbiT sei einseitig auf Effekte des Unterrichts ausgerichtet, beachte die Effekte der peer-Interaktionen nicht und übersehe weitere stratifizierende Vorgänge, die Differenzierung und kognitive Homogenität nahezu sachlogisch mit sich brächten.

3.1 Unterricht und peer-Effekte

Das MoAbiT knüpft an die klassischen Begründungen der Leistungsdifferenzierung über die darüber strukturell erleichterte und somit effizientere Anpassung des Lehrmaterials des Unterrichts an die unterschiedlichen kognitiven Bedingungen der Kinder bei Sörensen (1970) und Sörensen und Hallinan (1977) an. Nach Lorenz et al. gebe es aber weitere Mechanismen, die den positiven Effekten, speziell denen der kognitiven Homogenität, entgegenstehen könnten: peer-Effekte, zunächst als Hilfestellungen und Unterstützungen, auch über Rollenvorbilder, bessere Kooperation in den Schulklassen und mehr an innovativen Ideen, mehr soziales Lernen, etwa über die Vermeidung von negativen Referenzpunkten und von anderen Nachteilen wie Schereneffekte nach oben, die es bei der kognitiven Heterogenität nicht gebe.

Sind die Einwände berechtigt? Wir glauben: nein. In der graphischen Illustration des MoAbiT bei Esser und Seuring (Abbildung 2: 284) werden die Gegenläufigkeiten von Unterricht und peer-Effekten nicht ausdrücklich bezeichnet, wohl aber in der in der Publikation von Esser (2021), die die Darstellung in dieser Hinsicht vervollständigt (Abschnitt 6.3, S. 265 f. sowie Abschnitt 8.2, S. 297 f.). Diese Präzisierung war in der Tat eine Folge von zwischenzeitlichen Diskussionen über diesen Punkt. Das hätte, zwei Jahre danach, schon bekannt sein können. Das macht aber auch nichts, denn es kommt auf die Logik der Modellierung an, und da war immer schon klar, dass die peer-Interaktionen und andere interaktive Vorgänge mit Folgen für das Lernen und die Leistungen neben dem Unterricht, ebenfalls strukturell, mit der Homogenität begrenzt und mit der Heterogenität erst möglich werden.

Das betrifft das theoretische Modell. Die empirischen Analysen hätten sich, so könnte man einwenden, danach besser auf die unmittelbaren Mechanismen beziehen sollen. Informationen zu den beiden Einzelvorgängen von Unterricht und peer-Interaktionen gibt es jedoch weder in den NEPS-, noch in den IQB-Daten. Es finden sich zwar einige Untersuchungen zu den peer-Effekten und, damit zusammenhängend, zu Lehrererwartungen allgemein, durchaus (etwa Gentrup et al. 2020, Olzyk et al. 2023), aber nur äußerst selten auch im Systemvergleich (vgl. Card & Giuliano 2016; Becker & Weßling 2020). Aber auch so lässt sich die Frage nach der Bedeutung von kognitiver Homogenität und Heterogenität über die gegenläufigen Vorgänge von Unterricht und peer-Interaktionen beantworten. Es wäre empirisch der Bruttoeffekt aus beiden Einflüssen, egal worauf die im Einzelnen beruhen mögen, denn darin wären alle latenten Einflüsse der beiden Nettoeffekte einbeschlossen. Es gäbe auch eine einfache Interpretation: Das Vorzeichen des Bruttoeffekts würde anzeigen, was jeweils überwiegt. Man kennt nur die genauen Gewichte für die Einzelmechanismen nicht, die den Effekt hervorbringen. Eine Untersuchung auch der direkten Mechanismen wäre gewiss ein wichtiges Desiderat, schwierig genug und bisher mit Blick auf Systemeffekte nicht untersucht. Aber es kann keine Rede davon sein, dass das MoAbiT schon vom Ansatz her die gegenläufigen Mechanismen übersehe und die Befunde zugunsten der Effekte von Stringenz und kognitiver Homogenität schon analytisch oder in den empirischen Analysen unterdrücke.

3.2 Differenzierung und Stratifikation

Der zweite inhaltliche Vorhalt, die vorgebliche Ausblendung der stratifizierenden Einflüsse von Differenzierung und kognitiver Homogenität, bezieht sich auf zwei Aspekte: Die Vernachlässigung von Schereneffekten, die Vergrößerung der Varianzen in den Leistungen nach oben, also mit der zunehmenden Effizienz des Lernens bei Stringenz, insbesondere aber ein Hinwegsehen über die sog. primären Effekte in den Annahmen des Modells.

Zuerst die Schereneffekte (Lorenz et al., Abschnitt 2.2: 3, Abschnitt 2.3: 5). Theoretisch wird im MoAbiT in der Tat von einer Vergrößerung der Leistungsunterschiede nach oben ausgegangen, wenn die Effizienz eines Systems steigt. Es ist die lerntheoretische Unterfütterung der Erklärung des Kompetenzerwerbs, zusammengefasst über die Hypothese von der positiven „Aptitude-Treatment-Interaktion“: Wenn sonst nichts dazwischenkommt, profitieren die bereits Begünstigten mehr von einer günstigen Lernumgebung. Es würde aber den weniger Begünstigten auch nicht schaden, eher im Gegenteil. Das will die Differenzierung ja gerade ausnutzen. Es wäre eine Pareto-optimale Konstellation, bei der alle gewinnen, nur ggf. nicht gleich viel (vgl. Esser 2021: 106 ff.).

In den empirischen Analysen wurde – mit den NEPS-Daten – im Anschluss an die Einwände in früheren Manuskripten bei Lorenz et al. – geprüft, ob es solche Schereneffekte tatsächlich gibt, etwa solche der Interaktion der individuellen kognitiven Fähigkeiten mit der kognitiven Zusammensetzung der Schulklassen nach Niveau und Homogenität. Das Ergebnis: Keine (Scheren-)Effekte dieser Art (vgl. Esser 2023: S. 582 ff.). Und selbst wenn es einen gegeben hätte, würde es den Hypothesen des MoAbiT nicht widersprechen. Im Gegenteil: Es gibt Hinweise darauf, dass Hochbegabte speziell mit Minoritätenstatus ganz besonders von eigens für sie eingerichteten Schulklassen profitieren (vgl. Card & Giuliano 2016). Das Problem bei den ggf. unterschiedlichen Befunden zu den Schereneffekten ist ein anderes: Man weiß meist nicht, an welcher Stelle der kognitiven Entwicklung man gerade bei einer Gruppierung oder Konstellation ist: Die unterlegte logistische Lernfunktion nimmt ein zunächst zunehmendes und dann lineares Wachstum mit danach wieder abnehmenden Grenzerträgen an. Aber die Lage auf der Lernfunktion ist nicht direkt messbar gewesen. So bleibt nur der sichtbare Befund. Schereneffekte allein wären jedenfalls keine Widerlegung des MoAbiT. Bei Esser und Seuring (2020) kam sogar das Gegenteil heraus: Kompensationen unten bei Stringenz.

Nun die Stratifikation über die primären Herkunftseffekte. Der Vorhalt ist wieder, das MoAbiT würde gerade auch die nicht berücksichtigen, und das würde erklären, warum keine sonderlichen Stratifikationseffekte gefunden wurden (Lorenz et al., Abschnitt 2.1: 406 f.). Auch hier ist der Ausgangspunkt die Modellierung der Zusammenhänge als Zusammenspiel von Effekten der sozialen Herkunft, der kognitiven Fähigkeiten und der Stringenz (Abbildung 2 bei Esser & Seuring 2020; Abbildung 8.4 bei Esser 2021). Es handelt sich um eine zunächst bewusst kontrafaktisch angelegte Fiktion, ganz ähnlich zu den Weber‘schen Idealtypen, auch damit deutlich wird, was erwartet werden könnte, wenn es die jeweiligen Konstellationen gäbe, sie sich aber in eine jeweils andere Richtung verändern, etwa über die zunehmende Stringenz auf die kognitive und soziale Zusammensetzung der Schultypen/Schulklassen. Und zwar: von einem rein ständischen „Nobility-Tracking“, wo nur die soziale Herkunft zählt, hinüber zu einem perfekten „Ability-Tracking“, wo in der Tat nur die Fähigkeiten zählen (vgl. Abbildung 1 unten).

Abbildung 1: Systemeffekte der stringenten kognitiven Differenzierung auf die Leistungen unter der Annahme von primären Effekten der sozialen Herkunft.
Abbildung 1:

Systemeffekte der stringenten kognitiven Differenzierung auf die Leistungen unter der Annahme von primären Effekten der sozialen Herkunft.

Dabei wird (zunächst) von einer Gleichverteilung der kognitiven Fähigkeiten über die soziale Herkunft ausgegangen, und zwar für alle Konstellationen. Das ist mit den drei größeren Kreisen für die Verteilungen den Schulklassen angezeigt. Es ist die Gegenhypothese zur Herrnstein-Murphy-Hypothese, wonach es schon biologisch-genetisch Unterschiede in der Intelligenz nach der sozialen Herkunft gebe. Das hatte Sarrazin seinerzeit einmal übernommen und ist dafür zu Recht kritisiert worden. Aber die kognitiven Fähigkeiten können sich aufgrund der unterschiedlichen sozialen und ökonomischen Bedingungen bei der frühen kognitiven Entwicklung bis zum Eintritt in die Schule, auch schon vorher beim Vorschulbesuch, mehr oder weniger unterschiedlich entwickeln, jedenfalls für den großen nicht-genetischen Teil der Intelligenz (vgl. Stern & Neubauer 2013, Kapitel 3). Es ist die Frage nach der Chancen-Gleichheit, die Verteilung der kognitiven Fähigkeiten gegeben unterschiedliche kognitive Entwicklungen in der Familie.

Eine Gleichheit nach der sozialen Herkunft in den Startchancen kann also in der Tat nicht erwartet werden, obwohl die biologisch-genetischen Potenziale für Gruppierungen gleich sind, auch nur individuell vererbt werden, sich schon früh ausprägen und es kaum Unterschiede zwischen den Bildungssystemen darin gibt (vgl. dazu aktueller: Uchikoshi & Conley 2021: 3 f.; Klein & Kühhirt 2021; Skopek & Passaretta 2021). Man könnte das, wie Lorenz et al. das vorschlagen, über eine ovalförmige, nach rechts geneigte Punktewolke der empirischen Verteilung von kognitiven Fähigkeiten und sozialer Herkunft bei den Individuen in den Schulklassen bzw. Schultypen darstellen (die kleinen Kreise in Abbildung 1).

Das wären die primären Effekte der sozialen Herkunft, auf denen so gut wie alle weiteren Vorgänge im Bildungsverlauf beruhen. Die sind, wie zuvor die Gleichverteilung, von den jeweiligen System-Konstellationen unabhängig: Sie entstehen weitgehend vor dem Übergang in die Sekundarstufe und sind auch über die Zeit relativ stabil. Es gibt sie in den integrierten Systemen wie in den stringent differenzierenden in ähnlicher Weise, auch im internationalen Vergleich. Und sie entstehen auch nicht erst mit dem stringenten Ability-Tracking (vgl. Jackson & Jonsson 2013: 325 ff.; Esser 2021: 82 ff.).

Das wichtigste Ergebnis der theoretischen Analyse im Modell ist dann in der Tat: Mit dem Vorliegen von primären Effekten als Kovariation von ABL und SES verlagern sich die Verteilungen in den kognitiven Fähigkeiten in den Schulklassen für die Kinder aus den unteren Schichten weiter nach unten und nach oben für die aus den oberen Schichten. Das bildet, so kann man annehmen, den zutreffenden Kern der Auffassung von der nahezu inhärenten Verbindung von Differenzierung und Stratifikation. Am deutlichsten wird das bei der vollen kognitiven Heterogenität links in der Abbildung. Aber es ist komplexer als es in der einfachen Gleichsetzung von Differenzierung und Stratifikation zum Ausdruck kommt. Mit den primären Effekten und ihren unterschiedlichen Folgen für die Verteilung der kognitiven Fähigkeiten in den unteren und oberen Schichten gibt es gleichzeitig so etwas wie ein unbeabsichtigtes und verzerrendes Ability-Tracking: Die Varianzen in den kognitiven Fähigkeiten werden oben und unten für die sozialen Schichten jeweils kleiner. Das aber in deutlich geringerem Ausmaß als bei der gezielten Differenzierung und, insbesondere, die Stratifikation zwischen den Schulklassen jeweils verschärfend: in den unteren Bildungswegen bei den unteren sozialen Schichten weiter nach unten, in den oberen für die oben nach oben (vgl. die beiden ineinander verschobenen Pfeile für die „primären Effekte“ gegenüber dem Pfeil bei der „Gleichverteilung“ in Abbildung 1 rechts unten).

Man sieht jedoch sofort auch: Die Differenzierung wirkt sich als Stratifikation über die primären Effekte nur derart aus, wenn es kein stringentes Ability-Tracking gibt, egal ob mit oder ohne Trennung nach der sozialen Herkunft, also bei der vollen Integration und der ganzen Varianz bei den kognitiven Fähigkeiten. Mit Öffnung und Heterogenität werden zudem ausgerechnet die talentierteren, aber nicht überragenden Kinder aus den unteren Schichten benachteiligt. Sie haben die vom genetischen Potential her bei ihnen noch möglichen kognitiven Förderungen nicht erhalten, sind deshalb nicht so gut wie sie es sein könnten und fehlen daher in den oberen Bildungswegen. Anders als bei den oberen Schichten, bei denen es auch ein nennenswerter Anteil an Schwachen nach oben ins Gymnasium schafft. Mit dem perfekt stringenten Ability-Tracking (rechts in Abbildung 1) entfällt dagegen jede soziale Stratifikation, und das gleichgültig ob bei Gleichverteilung der kognitiven Fähigkeiten oder mit primären Effekten.

Anders gesagt: Die Bedeutung der primären Effekte verringert sich oder verschwindet gar ganz mit der Stringenz, gleichgültig wie stark der soziale Gradient bzw. die über die soziale Herkunft erklärte Varianz an den kognitiven Fähigkeiten wären. Zumindest aber das: Es gibt mit der Stringenz eine Entkopplung von kognitiver Homogenisierung und sozialer Segregation, mindestens aber keine Verstärkung. Das ließ sich im Übrigen immer auch schon den deskriptiven Tabellen der IQB-Berichte entnehmen.

4 Eine kurze Bewertung

Rationale Kritik ist das Herz einer auf Wissensgewinn und Wahrheitsannäherung ausgerichteten Wissenschaft, und Repliken wie Replikationen sind der Kern dieses Geschäfts. Daher sollten sie immer willkommen sein, gerade auch, wenn sie fehlerhaft, auch unfair wären oder womöglich nicht vergleichbar sind, dem Problem, mit dem der Beitrag begonnen hat: Widerlegte Widerlegungen sprechen eine lautere Sprache als jede weitere einfache Bestätigung. Wie fruchtbar die Auseinandersetzung damit sein kann, kann man an dem Beitrag von Lorenz et al. gut sehen, auch bei anderen Einwendungen noch, und es wäre nur zu wünschen, diese Diskussion in dem hier erkennbar gewordenen produktiven Sinn weiterzuführen. Das Problem ist dabei oft nur: Neben den meist wenigen Weizenkörnern gibt es oft auch eine große Menge an Streu, und dann kommt es darauf an, beides auseinander halten zu können. Das führt, die Antwort hier abschließend, zu dem wohl wichtigsten Punkt: Man kann natürlich immer Fehler machen, und jede Kritik kann der Wahrheitsannäherung dienen, manchmal ungewollt und in eine so nicht vorauszusehende Richtung.

Aber gerade deshalb kommt es bei den entsprechenden Replikationen darauf an, die jeweils im Originalbeitrag gemachten Annahmen und Bezugsgrößen eben nicht zu verändern, wie die Messung der abhängigen Variablen oder die äußeren Bedingungen nach Kohorten und das Stadium des Bildungsverlaufs. Eine noch weiter greifende Voraussetzung für einen wirklichen Vergleich wäre aber eigentlich noch bedeutsamer: ein explizit gemachtes konkurrierendes theoretisches Modell für eine Gegenposition und die eigenen Tests dazu. So etwas gibt es für die Integrationsposition bisher nicht. Es bleibt meist bei der Aufzählung möglicher Einflüsse, aber wie und warum die aufeinander und schließlich auf die Leistungen wirken, wird meist nur angedeutet, aber nicht systematisch modelliert. Erst dann aber könnte man eigentlich die Systeme vergleichen, die stringente und die lockere Differenzierung etwa, die interne Differenzierung in Kurse, auch stringent und offen, und da dann auch die sog. Integrierten Gesamtschulen oder Systeme der vollen Integration wie in Finnland und seinem (inzwischen verblassten) Wunder.

Der Vergleich über ausformulierte theoretische Modelle würde für Replikationen im Übrigen ohnehin immer schon zu gelten haben, gerade auch für Meta-Analysen. Im Prinzip jedenfalls. Einfach nur die Befunde punktuell aufgreifen, über die Publikationen und Replikationen auszählen und die Mehrheitsmeinung dann für die Wahrheit zu halten, wäre es jedenfalls nicht, was die Dinge weiterbringt. Zu groß ist die Gefahr, dass immer wieder die gleichen Fehler gemacht werden und sich die falschen Befunde als „robust“ erweisen. Die Kontroverse über das Ability-Tracking ist ein besonders signifikantes Beispiel dafür, wie sehr man darauf angewiesen ist, etwas anderes noch zu haben als bloß Daten und Befunde. Und das wäre: Eine konkurrenzfähige Theorie. Zuerst! Und dann die Empirie und die Replikationen.

Über den Autor / die Autorin

Hartmut Esser

Hartmut Esser, geb. 1943 in Elend/Sachsen-Anhalt; Studium der Volkswirtschaftslehre und Soziologie in Köln; 1970 Diplom-Volkswirt (sozialwissenschaftliche Richtung) in Köln; 1974 Promotion in Köln (Dr. rer. pol.); 1981 Habilitation in Bochum; 1974–1978 Akademischer Rat Ruhr-Universität Bochum; 1978–1982 Wissenschaftlicher Rat und Professor Universität Duisburg GHS; 1982–1987 o. Professor für Empirische Sozialforschung Universität Essen GHS; 1985–1987 Geschäftsführender Direktor des ZUMA, Mannheim; 1987–1991 o. Professor für Soziologie Universität zu Köln; 1991–2009 o. Professor für Soziologie und Wissenschaftslehre an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Mannheim. Seit August 2009 im Ruhestand.

Forschungsschwerpunkte: Soziologische Theorie; Sozialwissenschaftliche Handlungstheorie; Migration, Integration und ethnische Konflikte; Familiensoziologie; soziale Ungleichheit; aktuell: Bildungs-Soziologie, insbesondere Bildungssysteme und Bildungsungleichheit; Methodologie der Sozialwissenschaften: Erklärung, Kausalität und Theorienvergleich.

Wichtigste Publikationen: „Wie kaum in einem anderen Land?“ Die Differenzierung der Bildungswege und ihre Wirkung auf Bildungserfolg, -ungleichheit und -gerechtigkeit. Band 1: Theoretische Grundlagen, Band 2: Empirische Befunde. Frankfurt am Main, New York: Campus 2021/2023.

Danksagung

Den Autor:innen der Replik, speziell Georg Lorenz, sei für die von Beginn an außergewöhnlich große Bereitschaft zur Klärung einer ganzen Reihe von wichtigen Details während der längeren Phase zwischen den ersten Varianten des Manuskriptes und derjenigen, die dann schließlich in der Zeitschrift für Soziologie erschienen ist, gedankt.

Literatur

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Esser, H., 2023: „Wie kaum in einem anderen Land?“ Die Differenzierung der Bildungswege und ihre Wirkung auf Bildungserfolg, -ungleichheit und -gerechtigkeit. Band 2: Empirische Ergebnisse. Frankfurt/M., New York: Campus.Search in Google Scholar

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Online erschienen: 2024-11-05
Erschienen im Druck: 2024-11-26

© 2024 bei den Autoren, publiziert von Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Dieses Werk ist lizensiert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Downloaded on 28.1.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/zfsoz-2024-2024/html
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