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Tourismus und Lebenszufriedenheit – eine empirische Analyse mit Fuzzy Logic am Beispiel des Allgäus

  • Johannes Schubert hat an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Soziologie, Sozialpsychologie und Volkswirtschaftslehre studiert und dort auch im Bereich Umwelt- und Techniksoziologie promoviert. Er hat zahlreiche Projekte aus den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung begleitet und ist seit Ende 2020 am Institut für Nachhaltige und Innovative Tourismusentwicklung (INIT) der Hochschule Kempten beschäftigt.

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    Cathrin Stiegelmeyr hat an der Universität Mannheim Sozialwissenschaften studiert (Diplom) und kooperativ zum Thema Altersbinnenmigration an der Universität Augsburg und Hochschule Kempten promoviert. Von 9/2019 bis 3/2023 war sie im Bayerischen Zentrum für Tourismus e.V. tätig und hat zahlreiche Studien zum Thema Tourismusakzeptanz begleitet. Derzeit ist sie als Referentin für Promotionen an der Hochschule Kempten tätig.

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    Sabrina Brey war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Nachhaltige und Innovative Tourismusentwicklung der Hochschule Kempten mit Sitz in Füssen. Nach dem Bachelorstudium Tourismusmanagement an der Hochschule Kempten studierte sie Nachhaltige Unternehmensführung im Master an der Universität Ulm. Anschließend arbeitete sie dort in einem Projekt der kommunalen Klimwandelanpassung und promovierte 2021 zum Thema klimawandelbedingte Hitzeanpassung in Privathaushalten.

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    Andreas Stiegelmeyr studierte theoretischen Maschinenbau an der Technischen Universität München und promovierte dort auf dem Gebiet der nicht-glatten Mehrkörperdynamik. Im Anschluss war er bei Daimler-Chrysler in der Antriebsstrangentwicklung tätig und verantwortlich für die Regelung von Schaltelementen in Automatikgetrieben. Seit 2010 ist Andreas Stiegelmeyr an der Hochschule Kempten Professor für Regelungstechnik und Fahrzeugantriebssysteme.

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    Alfred Bauer arbeitete nach dem Geographie-Studium an der Universität Würzburg 12 Jahre in verschiedenen touristischen Destinationen und promovierte berufsbegleitend an der Universität Frankfurt am Main. Von April 1997 bis September 2024 war er Professor für ‚Regionale Tourismuswirtschaft und umweltorientierter Tourismus’ an der Hochschule Kempten im Allgäu. Seit 2019 ist er Vorsitzender des Bayerischen Zentrums für Tourismus e.V. (BZT). Von 2020 bis 2024 war er zudem Leiter des Instituts für Nachhaltige und Innovative Tourismusentwicklung (INIT).

Published/Copyright: April 12, 2025

Zusammenfassung

Verstärkt durch die Corona-Pandemie und eine zunehmende Sensibilisierung für die sozialen und ökologischen Auswirkungen des Reisens werden die Folgen des Tourismus für die einheimische Bevölkerung immer häufiger kritisch diskutiert. Klassische Erfolgsindikatoren wie Gästeankünfte oder Übernachtungszahlen erfassen mögliche unerwünschte Effekte des Tourismus jedoch nicht ausreichend. Daher wird hier die tourismusinduzierte Lebenszufriedenheit der lokalen Bevölkerung durch Nutzung einer Fuzzy Logic als alternativer Erfolgsindikator dargestellt. Eine Repräsentativbefragung im bayerischen Allgäu erfasste die wahrgenommenen Effekte des Tourismus auf elf Lebensbereiche der lokalen Bevölkerung. Mit Fuzzy Logic wird für jeden Lebensbereich ein Zufriedenheits-Kennwert berechnet, der die Wichtigkeit des Lebensbereichs aus Sicht der Befragten einerseits und den Einfluss des Tourismus auf diesen Lebensbereich andererseits widerspiegelt. Die Kennwerte werden in einer Heatmap differenziert nach sozioökonomischen Merkmalen dargestellt und können tourismuspolitischen Entscheider:innen als Monitoring- und Planungsgrundlage dienen, insbesondere bei der Identifikation zielgruppenspezifischer ‚Schmerzpunkte‘ und der Maßnahmenentwicklung.

Abstract

Amplified by the COVID-19 pandemic and increasing awareness of the social and ecological impacts of travel, the consequences of tourism for local populations are being critically discussed more frequently. However, traditional success indicators such as visitor arrivals or overnight stays do not adequately capture unintended (and potentially negative) effects of tourism. Therefore, this paper presents tourism-induced life satisfaction of the local population using Fuzzy Logic as an alternative success indicator. A representative survey in the Bavarian Allgäu region assessed the perceived effects of tourism on eleven different aspects of life for the local population. Using Fuzzy Logic, a satisfaction score is calculated for each aspect of life, reflecting both the importance of the aspect to the respondents and the influence of tourism on it. The scores are presented in a heatmap, differentiated by socioeconomic characteristics, and can serve as a monitoring and planning basis for tourism policy decision-makers, particularly in identifying target group-specific ‘pain points’ and developing proactive measures.

1 Herausforderungen der nachhaltigen Destinationsentwicklung

Über viele Jahre hinweg lag das Hauptaugenmerk von Destination Management Organisations (DMOs) auf einer Steigerung der Übernachtungszahlen und Ankünfte. Im Wettbewerb um Gäste orientierte sich die Entwicklung des Urlaubsraums dabei eng an den Bedürfnissen der Reisenden und gewünschter Zielgruppen. Heute gerät diese Art von expansiver Tourismusentwicklung immer stärker unter Rechtfertigungsdruck (Costa, 2022; Kagermeier, 2021). Die anhaltende Diskussion um die ökologischen und sozialen Grenzen des Tourismus sowie eine vielerorts schwindende Tourismusakzeptanz der einheimischen Bevölkerung deuten darauf hin, dass ein ‚weiter so’ im Tourismus keine passende Lösungsstrategie mehr darstellt (Bauer & König, 2022; Costa, 2022).

So überrascht es nicht, dass die Branche – zumindest in der öffentlichen Diskussion – immer stärker auf eine nachhaltige Ausrichtung des Tourismus umschwenkt. Wo es lange Zeit v. a. um die Gestaltung des Urlaubsraums, des Gästeerlebnisses und eine vorwiegend wachstumsgetriebene Tourismusentwicklung ging, sind gegenwärtige Zielbilder der Destinationsentwicklung zunehmend auf die Gestaltung des Alltagsraums, die Zufriedenheit der Einheimischen sowie eine gemeinwohlorientierte Entwicklungsperspektive fokussiert (Bayern Tourismus Marketing GmbH, 2023).

Der konkrete Einstieg in den vielfach geforderten nachhaltigkeitsorientierten Transformationsprozess stellt DMOs, Regionalentwicklung, (Kommunal-)Politik und Leistungsträger allerdings vor große Herausforderungen. Werden historische Entwicklungen von Destinationen als pfadabhängige Prozesse betrachtet (Beyer, 2015; Werle, 2008; Sydow et al., 2009), kann argumentiert werden, dass eine zunehmende Spezialisierung auf das Ermöglichen und Managen von Wachstum stattgefunden hat. Flankiert wurde dieser Prozess u. a. von der Entstehung passender organisatorischer und institutioneller Strukturen (DMOs, Verbände, staatliche Förderung im Rahmen der Regionalentwicklung und -vermarktung, verkehrstechnische Erschließung, etc.), der Entstehung eines kulturellen Selbstverständnisses als touristische Destination sowie von Professionalisierungsstrategien mit dem vorwiegenden Fokus auf Betriebswirtschaft und Marketing.

Aus Sicht der Theorie öffentlicher Güter zeigt sich, dass diese Pfade darauf spezialisiert waren und sind, Kollektivgüter der Destinationen – Natur/Landschaft, Kultur und Wissen – zu erschließen und gratis in ihre Wertschöpfungsketten zu integrieren und zu vermarkten (Olson, 1971; Letzner, 2014, S. 33–35). Letzner (2014) bezeichnet diese Güter auch als touristische Produktionsfaktoren, die nicht durch die klassischen Produktionsfaktoren Kapital und Arbeit substituiert werden können. Vielmehr handelt es sich bei Natur/Landschaft, Kultur und Wissen um ein historisch entstandenes tradiertes Erbe, das im Sinne der Tragik der Allmende sehr anfällig für Übernutzung und Degeneration ist (Bieger & Beritelli, 2013, S. 85; Letzner, 2014, S. 45–47, 103 ff.).

Es ist eine offene Frage, inwiefern Destinationen, die sich – etwas salopp formuliert – auf das Ermöglichen und Managen von Wachstum unter Gratis-Nutzung von Allmende-Gütern spezialisiert und entsprechende ‚Mindsets’, Berufsbilder und Organisationsstrukturen herausgebildet haben, in der Lage sind, einen nachhaltigeren Umgang mit diesen Gütern zu erlernen und so einen Paradigmenwechsel hin zu einem nachhaltigkeits- und gemeinwohlorientierten Tourismus zu vollziehen. Dies umso mehr, da es kaum möglich erscheint, soziale und ökologische Tragfähigkeitsgrenzen und Schwellenwerte objektiv zu definieren (Albowitz, 2007, S. 457).

Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen und der aktuellen Lebens- bzw. Alltagsraum-Diskussion folgend (Pechlaner, 2019, S. 1 ff.), stellt die vorliegende Untersuchung den Versuch dar, die tourismusinduzierte Lebenszufriedenheit der lokalen Bevölkerung als Gradmesser für die (ungewollten) Effekte des Tourismus in einer Destination zu erfassen. Hier möchte die vorliegende Untersuchung in erster Linie einen methodischen Beitrag leisten, indem sie das Potenzial der Fuzzy Logic zur Komplexitätsreduktion bei der Aufbereitung datenbasierter Entscheidungsgrundlagen für tourismuspolitische Entscheider:innen aufzeigt.

Aus diesem Grund wird in Kapitel 2 auch auf einen Literature Review zum Zusammenspiel von Tourismus und Lebenszufriedenheit der lokalen Bevölkerung verzichtet. Eine Literaturübersicht bieten u. a. Kim et al. (2013), Uysal et al. (2016) oder Pikkemaat und Siller (2020). Stattdessen werden ausgewählte alternative Instrumente und Ansätze der Praxis zur Messung von Tourismus und Lebenszufriedenheit illustriert. In Kapitel 3 werden sodann das Studiendesign, die Durchführung der quantitativen Umfrage und die Methodik beschrieben. Kapitel 4 widmet sich der Ergebnispräsentation. Die Diskussion der Ergebnisse und eine Reflexion ihrer Relevanz für nachhaltigkeitsorientierte Transformationsprozesse erfolgen in Kapitel 5. Hier werden auch der weitere Forschungsbedarf und die Limitationen des Papers behandelt.

2 Tourismus und Lebenszufriedenheit – aktuelle Instrumente und Ansätze

Die folgenden Ansätze eint der Gedanke, komplexe Sachverhalte und Gemengelagen innerhalb von Destinationen zu erfassen, zu strukturieren und für politische wie auch touristische Entscheider:innen zugänglich zu machen. Bei der konkreten Umsetzung unterscheiden sie sich hingegen erheblich.

Das Tourismusakzeptanzsaldo (TAS) des Deutschen Instituts für Tourismusforschung der Fachhochschule Westküste (Deutsches Institut für Tourismusforschung, 2021; Schmücker & Eisenstein, 2021; Seeler & Eisenstein, 2023) zielt darauf ab, die Tourismusakzeptanz der lokalen Bevölkerung sowie positive und negative touristische Einflussgrößen zu erfassen. Schmücker und Eisenstein (2021, S. 207) definieren Tourismusakzeptanz dabei als „das Ausmaß, in dem die einheimische Bevölkerung einer Destination dem dort stattfindenden Tourismus positiv oder negativ gegenübersteht.“ Das TAS beruht auf einer quantitativen Befragung der Bevölkerung, wobei die Untersuchungsräume von kleinen Destinationen über Regionen bis hin zu ganzen Bundesländern reichen. Die Stichprobengröße fällt mit N = 400 zumeist vergleichsweise klein aus, v. a., wenn repräsentative, kleinräumige Analysen unterhalb der Bundeslandebene durchgeführt werden sollen. Mit Hilfe zweier Fragen wird die Tourismusakzeptanz für den Wohnort (TAS-W) und individuell für die Person (TAS-P) ermittelt[1]. Die TAS-Ergebnisse werden in der Praxis vorwiegend für die Binnenkommunikation (bspw. in Form von Imagekampagnen) genutzt, insbesondere um die lokale Bevölkerung für die Vorzüge des Tourismus vor Ort zu sensibilisieren (Deutsches Institut für Tourismusforschung (FH Westküste) & Deutscher Tourismusverband 2022).

Der Anspruch einer DMO sollte es allerdings nicht sein, dass die Bevölkerung den Tourismus lediglich akzeptiert. Dies kann nämlich ebenso bedeuten, dass Zustände passiv erduldet und hingenommen werden (Seeler & Eisenstein, 2023, S. 103). Der Tourismus sollte sich – so viel Normativität sei hier gestattet – im besten Falle positiv auf die individuelle Lebenszufriedenheit der lokalen Bevölkerung auswirken (Moscardo & Murphy, 2014). Hier sei das Modell der ‚Hauptelemente der Zukunftsfähigkeit von Tourismusdestinationen’ von Herntrei (2019) erwähnt. In diesem werden nicht die Tourismusakzeptanz oder ökonomische Zielgrößen, sondern die Lebensqualität[2] der Bürger zum obersten Entwicklungsziel erklärt. Zudem werden den Bürger:innen im Rahmen partizipativer Formate „umfassende und verbindliche Mitgestaltungsspielräume“ (ebd., S. 118) eröffnet. Entscheidungsträger:innen in einer Destination erfahren durch dieses Format aus erster Hand, an welchen Stellen Unmut durch den Tourismus herrscht – zumindest von jenen Bürgerinnen und Bürgern, die die erforderlichen Ressourcen für solche Formate aufbringen können. Denn nach Gebhardt und König (2021) besteht eine zentrale Herausforderung partizipativer Prozesse in ihrer sozialen Selektivität. Die Beteiligten stellen häufig also kein repräsentatives Abbild der Bevölkerung dar, was zu Verzerrungen der Ergebnisse solcher Formate führen kann.

Abschließend sei hier noch die Matrix für nachhaltige Destinationsentwicklung der Bayern Tourismus Marketing GmbH (BayTM, 2022) genannt. In ihrer ursprünglichen Form wurde und wird die Matrix durch den Gemeinwohl-Ökonomie-Deutschland e.V. entwickelt und vorangetrieben (Felber, 2018). Die BayTM hat das Konzept übernommen und für touristische Kontexte erschlossen. Anders als das TAS oder das Modell von Herntrei setzt dieser Ansatz zumeist nicht bei den Bürger:innen, sondern bei touristischen Unternehmen und Organisationen an. Wie der Name bereits impliziert, stehen hier weder die Tourismusakzeptanz noch die subjektive Lebenszufriedenheit der lokalen Bevölkerung im Vordergrund, sondern das Ziel, Wohlstand zu erwirtschaften und zugleich soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit zu fördern (Felber, 2018). Als Analyse- und Beratungstool unterstützt die Matrix dabei, die Nachhaltigkeit von Unternehmen bzw. Organisationen auf energetisch-stofflicher Ebene (ökologische Nachhaltigkeit) sowie in wirtschaftlichen Austauschbeziehungen mit bspw. Kund:innen, Lieferant:innen oder Mitarbeiter:innen zu analysieren (soziale Nachhaltigkeit) und – darauf aufbauend – Ansatzpunkte zur Vermeidung bzw. Internalisierung negativer externer Effekte zu identifizieren. Aus Sicht der nachhaltigen Destinationsentwicklung bleibt allerdings unklar, „ob bzw. wann gemeinwohlbilanzierte Unternehmen spürbar positive Effekte für die Gesamtbevölkerung einer Destination erzeugen“ (Sommer et al. 2024, S. 7) und wie sich Gemeinwohl – verstanden als Aggregatzustand – auf die individuelle Lebenszufriedenheit der lokalen Bevölkerung auswirken kann.

Nach Einschätzung der Autor:innen bietet keiner der vorgestellten Ansätze für Entscheidungsträger:innen aus Tourismus und Politik Informationen über konkrete Handlungsfelder, um entsprechende, zielgruppenspezifische Maßnahmen zur Entlastung einleiten zu können. Keiner der vorgestellten Ansätze erlaubt auf breiter quantitativer Basis die Identifikation konkreter lebensweltlicher Dimensionen, in denen das Ausmaß des Tourismus als Belastung empfunden wird.

Untersucht werden daher in der vorliegenden Studie das subjektive Erleben des Tourismus und dessen Einfluss auf die individuelle Zufriedenheit unterschiedlicher Zielgruppen in ausgewählten Lebensbereichen. Lebenszufriedenheit bezieht sich auf die individuelle Einschätzung und Zufriedenheit einer Person mit verschiedenen Aspekten ihres Lebens. Im Gegensatz zur Lebensqualität ist das Konzept der Lebenszufriedenheit sehr viel stärker von individuellen bzw. individualpsychologischen Faktoren wie Extrovertiertheit und Neurotizismus oder der Qualität sozialer Kontakte abhängig (vgl. Beierlein et al., 2014). Die vorliegende Untersuchung konzentriert sich dabei auf ausgewählte Lebensbereiche, die im Einflussbereich (kommunal-)politischer und touristischer Planungs- und Entscheidungsprozesse liegen. Aussagen darüber, welchen Anteil der Tourismus auf die Lebenszufriedenheit einer Person insgesamt hat, können auf dieser Basis nicht getroffen werden.

Die weiteren Ausführungen widmen sich nun dem methodischen Vorgehen und der Darstellung der Ergebnisse in Form einer Heatmap, welche den Einfluss des Tourismus auf die Lebenszufriedenheit der Befragten differenziert nach sozio-demographischen Gruppen und Raumbezügen in einer Tabelle zusammenfasst (vgl. Tab. 3, S. 16).

3 Studiendesign und Methodik

Die Untersuchung basiert auf Daten aus einer Repräsentativbefragung (N = 2.200), die im Jahr 2022 im Allgäu[3] durchgeführt wurde. Ziel der Erhebung war es, den Einfluss des Tourismus auf unterschiedliche Dimensionen der Lebenswelt[4] der lokalen Bevölkerung aus Sicht der Befragten zu erfassen.

14b

„Wie wichtig sind diese einzelnen Faktoren für Ihre Lebenszufriedenheit?“

Bitte antworten Sie auf einer Skala von 1 = Sehr wichtig, 2 = Wichtig, 3 = Teils, teils, 4 = Eher unwichtig bis 5 = Völlig unwichtig. 6 = Weiß nicht, 7 = Keine Angabe.

14c

„Wie werden diese Faktoren Ihrer Meinung nach durch den Tourismus im Allgäu beeinflusst?“

Bitte antworten Sie auf einer Skala von 1 = Sehr positiver touristischer Einfluss bis 5 = Sehr negativer touristischer Einfluss. Mit den Werten dazwischen können Sie Ihr Urteil abstufen. 6 = Weiß nicht, 7 = Keine Angabe.

Abbildung 1: Analysefragen für die Auswertung
Quelle: eigene Abbildung, Auszug Fragebogen
Abbildung 1:

Analysefragen für die Auswertung

Quelle: eigene Abbildung, Auszug Fragebogen

Der umfangreiche Fragebogen erhebt mit über 100 Items die Meinung der Bevölkerung des bayerischen Allgäus zu den persönlichen Auswirkungen des Tourismus sowie den Auswirkungen für die Region, zur touristischen Weiterentwicklung des Allgäus, den Tourismus als Störfaktor sowie zum Einfluss des Tourismus auf unterschiedliche Dimensionen der Lebenswelt, zu denen zuvor auch die Zufriedenheit und die Wichtigkeit für die Befragten erhoben wurde.

Für den vorliegenden Beitrag werden die Fragen 14b „Wie wichtig sind diese einzelnen Faktoren für Ihre Lebenszufriedenheit?“ und 14c „Wie werden diese Faktoren Ihrer Meinung nach durch den Tourismus im Allgäu beeinflusst?“ genutzt. Für beide Fragen wurden die in Abbildung 1 dargestellten elf Items über eine 5-stufige Likert-Skala von ‚1‘ = ‚Sehr wichtig‘ bis ‚5‘ = ‚Völlig unwichtig‘ (Frage 14b) bzw. ‚1‘ = ‚Sehr positiver touristischer Einfluss‘ bis ‚5‘ = ‚Sehr negativer touristischer Einfluss‘ (Frage 14c) abgefragt (siehe Abbildung 1). Zudem wurden Standardvariablen zur Soziodemographie, zur beruflichen und finanziellen Abhängigkeit vom Tourismus sowie zur Wahrnehmung des Tourismus als Störfaktor erhoben.

Die Auswahl der Items orientiert sich an bisher durchgeführten Studien (bspw. Gardini & Bauer, 2019; Pikkemaat & Siller, 2020; Pikkemaat & Siller, 2021). Zugleich wurde darauf geachtet, aktuelle Themen wie die Grenzen der sozialen und ökologischen Tragfähigkeit oder auch das vielerorts als störend empfundene Verkehrsaufkommen, aufzugreifen.

Per Telefonstichprobe und Mobilfunk Panel sowie Online Access Panel wurde die Umfrage vom 29.04.2022 bis 23.05.2022 durchgeführt. Die Grundgesamtheit entspricht den deutschsprachigen Einwohnern ab 18 Jahren der Landkreise Oberallgäu, Unterallgäu, Ostallgäu und Lindau sowie der drei kreisfreien Städte Kempten, Memmingen und Kaufbeuren.

Die realisierte Stichprobe umfasst N = 2.200 Fälle. Im Zuge der Auswertungen erfolgte eine finale Gewichtung des Datensatzes nach den Merkmalen Alter, Geschlecht und Herkunft gemäß der tatsächlichen Verteilung in der Grundgesamtheit. Um den zeitlichen Aufwand für die Befragten in einem akzeptablen Rahmen zu halten, wurde die Befragung schwerpunktmäßig in die Themenkomplexe ‚Lebenszufriedenheit’ und ‚touristische Entwicklungsmöglichkeiten im Allgäu’ mit jeweils n = 1.100 Fällen unterteilt. Während bspw. die sozio-demographischen Fragen von allen Befragten gleichermaßen beantwortet wurden, erfolgte für die genannten Themenkomplexe eine Teilung nach dem Zufallsprinzip.

Für wichtige Analysen bzw. interessante Aufrissgruppen sind die Fallzahlen n sowie die Prozentangaben in Tabelle 1 aufgeführt.

Der Beitrag nutzt die Fuzzy Logic als Methode für die formulierte touristische Fragestellung. Diese Methode bietet sich an, weil sie für die Beschreibung und Analyse unscharfer Untersuchungsgegenstände entwickelt wurde. Mit ihr können linguistische (d. h. nicht-binäre) Zusammenhänge verarbeitet und modelliert werden. Genau um einen solchen nicht-binären Untersuchungsgegenstand handelt es sich auch bei der Frage, welchen Einfluss der Tourismus aus Sicht der Befragten auf ihre Lebenszufriedenheit hat.

Tabelle 1:

Aufrissgruppen des Datensatzes

Split B des Datensatzes Kategorien/Aufrissgruppen

Fallzahl n

Prozent

Gesamt

1.100

100,0

Alter

18 bis 24 Jahre

99

9,0

25 bis 29 Jahre

78

7,1

30 bis 39 Jahre

164

14,9

40 bis 49 Jahre

159

14,5

50 bis 64 Jahre

307

27,9

65 bis 74 Jahre

141

12,8

75 Jahre und älter

152

13,8

Geschlecht

Weiblich

557

50,6

Männlich

541

49,2

Landkreise bzw. kreisfreie Städte

Stadt Kaufbeuren

72

6,6

Stadt Kempten

112

10,2

Stadt Memmingen

71

6,5

Landkreis Lindau

133

12,1

Landkreis Oberallgäu

252

23,0

Landkreis Ostallgäu

226

20,5

Landkreis Unterallgäu

234

21,3

Abhängigkeit vom Tourismus

(Sehr) hohe berufliche oder finanzielle Abhängigkeit

123

11,2

Geringe/Gar keine berufliche oder finanzielle Abhängigkeit

813

73,9

Störfaktor Tourismus

Befragte fühlen sich von Touristen gestört

191

17,3

Befragte fühlen sich von Touristen eher nicht gestört

610

55,5

Quelle: Datensatz ‚Lebenszufriedenheit, Tourismusbewusstsein und Tourismusentwicklung im Allgäu’ (Bauer & König, 2022).

Anmerkung: Differenz zu ‚Gesamt’ durch fehlende Angaben bzw. ‚weiß nicht’.

Das Fuzzy Logic Verfahren ermöglicht es, die Wichtigkeit der einzelnen Faktoren mit dem (subjektiv wahrgenommenen) Einfluss des Tourismus auf diese Faktoren zu verrechnen und in Kennzahlen zu bündeln. Diese werden in einer Heatmap für unterschiedliche lebensweltliche Dimensionen differenziert nach sozio-demographischen Gruppen und Raumbezügen dargestellt. Im Sinne einer Beschreibung des Status-quo, kann die Heatmap der Sensibilisierung touristischer und kommunalpolitischer Entscheider:innen für die (ambivalenten) Effekte des Tourismus auf die Lebenswelten einzelner Zielgruppen dienen und so zur Identifikation von Veränderungsbedarfen und dazu passenden Entwicklungszielen herangezogen werden.

Die Fuzzy Logic gilt als ein Ansatz künstlicher Intelligenz und hat ihren Ursprung in den Ingenieurwissenschaften (Yager, 2003). Auch im tourismuswissenschaftlichen Kontext wurde die Methode in den letzten Jahren etabliert und auf ein breites Spektrum an Themen und Fragestellungen angewandt. So modulieren Faraji Sabokbar et al. (2016), wie sich die Risikowahrnehmung und Bewertung von Gästen auf deren Fluktuation und die Destinationsentwicklung auswirken können. Lin und Hsu (2011) widmen sich in ihrer Untersuchung ebenfalls der Analyse touristischer Risiken aus Sicht der Gäste und leiteten Empfehlungen zum Umgang mit Risiken für Destinationen ab. Kardaras et al. (2024) nutzen das Fuzzy Verfahren, um zu untersuchen, wie sich Persönlichkeitsmerkmale wie Geschlecht oder Nationalität auf Informationsgehalt und Nützlichkeit von Nutzer-Reviews auswirken und wie diese für zukünftige Besucher:innen verbessert werden können. Weitere Arbeiten befassen sich mit Themen wie Spiritualität im Tourismus (Ardakani & Soleimanabadi, 2019) der Zufriedenheitsmessung von Servicequalität im Weintourismus (de Freitas et al., 2017) oder der Bewertung der Nachhaltigkeit im Tourismus (Andria et al., 2020). Auch in anderen Fachbereichen fand die Fuzzy Logik bereits Anwendung, z. B. in den Sozialwissenschaften (Kron & Winter, 2009), in der Humanmedizin (Nilashi et al., 2017) oder im Bereich Agrarwissenschaften (Kurniashi et al., 2018).

Im Gegensatz zur booleschen Logik, in der es ausschließlich Wahr- oder Falsch-Zustände gibt, verlangt die vorliegende Fragestellung nach sogenannten linguistischen Werten, die neben wahr und falsch auch beliebige Zwischenzustände annehmen können[5]. Diese linguistischen Werte werden in Form von Kennlinien (Zugehörigkeitsfunktionen) je Eingangsgröße dargestellt (Fuzzyfizierung). Die Methode ist in der Lage, Verknüpfungsregeln auf Eingangsgrößen mit unscharfen bzw. linguistischen Werten anzuwenden. Das geschieht mit Hilfe geeigneter mathematischer Algorithmen[6] (Adamy, 2015).

Abbildung 2: Zugehörigkeitsfunktionen für die Eingangsvariablen
Quelle: eigene Darstellung
Abbildung 2:

Zugehörigkeitsfunktionen für die Eingangsvariablen

Quelle: eigene Darstellung

In diesem konkreten Anwendungsfall ergeben sich Werte zwischen 0 und 1. Ein niedriger Wert entspricht einer schlechten Bewertung. Für die vorliegende Auswertung wurden die vier folgenden Eingangsvariablen (Input) gewählt:

  • PSP: Anteil Personen, welche bei Frage 14c ‚positiv’ oder ‚sehr positiv’ angegeben haben

  • KTE: Anteil Personen, welche bei Frage 14c ‚kein touristischer Einfluss’ angegeben haben

  • NSN: Anteil Personen, welche bei Frage 14c ‚negativ’ oder ‚sehr negativ’ angegeben haben

  • SWEW: Anteil Personen, welche bei Frage 14b ‚sehr wichtig’ oder ‚eher wichtig’ angegeben haben

Für die Eingangsvariablen PSP, KTE und NSN werden die in der Abbildung 2 dargestellten Zugehörigkeitsfunktionen ‚niedrig’ und ‚hoch’ definiert. Für die Eingangsvariable SWEW wird ausschließlich die Zugehörigkeitsfunktion ‚hoch’ verwendet.[7]

Zudem werden Zugehörigkeitsfunktionen für die Ausgangsvariable eingeführt (siehe Abbildung 3):

Abbildung 3: Zugehörigkeitsfunktionen für die Ausgangsvariable
Quelle: eigene Darstellung
Abbildung 3:

Zugehörigkeitsfunktionen für die Ausgangsvariable

Quelle: eigene Darstellung

Die Konstruktion der Zugehörigkeitsfunktionen (Kennlinien) der Eingangs- und Ausgangsvariablen wurde mit Stützpunkten bei 0,8 bzw. 0,2 und 0,8 definiert. Motivation hierfür ist die 80/20-Pareto-Regel sowie die empirische Evidenz. Aufgrund der Empfehlung, dass die Summe der Zugehörigkeitsfunktionen an jeder Stelle den Wert 1 ergeben soll, wurden die Kennlinien symmetrisch angelegt.

Zur Verknüpfung der Eingangsvariablen werden die folgenden vier Regeln formuliert (vgl. Tabelle 2). Anhand dieser Regeln werden der subjektiv wahrgenommene Einfluss des Tourismus auf die elf gewählten Items sowie die Bedeutung dieser Items für die individuelle Lebenszufriedenheit zueinander in Beziehung gesetzt, als Wert zwischen 0 und 1 zum Ausdruck gebracht und in einer Heatmap dargestellt (vgl. Tabelle 3).

4 Ergebnisse

Im Folgenden wird sowohl eine deskriptive Auswertung der Fragen 14b und 14c als auch die Heatmap als Ergebnis der Fuzzy Logic beschrieben. Dargestellt sind jeweils die Antworten auf die elf abgefragten Items A1 bis A11 der Fragen 14b und 14c. Zentraler Ansatz der Auswertungen ist dabei die Verknüpfung beider Fragen je Item. Die Betrachtung des Einflusses des Tourismus auf jeden der elf Aspekte unter Beachtung der Wichtigkeit für die Lebenszufriedenheit der Anwohner:innen erlaubt differenzierte Ableitungen für touristische Entscheider:innen.

Tabelle 2:

Regeln des Fuzzy-Modells

Definition der Regeln für das Fuzzy-Modell

1) Wenn PSP ‚hoch’ und KTE ‚hoch’ und NSN ‚niedrig’ und SWEW ‚hoch’ dann Bewertung ‚gut’.

2) Wenn PSP ‚hoch’ und KTE ‚niedrig’ und NSN ‚niedrig’ und SWEW ‚hoch’ dann Bewertung ‚sehr gut’.

3) Wenn PSP ‚niedrig’ und KTE ‚niedrig’ und NSN ‚hoch’ und SWEW ‚hoch’ dann Bewertung ‚sehr schlecht’.

4) Wenn PSP ‚niedrig’ und KTE ‚hoch’ und NSN ‚hoch’ und SWEW ‚hoch’ dann Bewertung ‚schlecht’.

Quelle: eigene Darstellung

4.1 Deskriptive Auswertung

Das Balkendiagramm in Abbildung 4 zeigt in blau markiert die Verteilung der Top-two-Antwortmöglichkeiten ‚wichtig’ und ‚sehr wichtig’ auf die Frage 14b „Wie wichtig ist Ihnen [das jeweilige Item A1 bis A11] für Ihre Lebenszufriedenheit?“. Die Verteilung der Antworten auf die Frage 14c „Wie wird [das jeweilige Item A1 bis A11] Ihrer Meinung nach durch den Tourismus im Allgäu beeinflusst?“ wird mit den Farben grün (Top-two-Box ‚positiv’ und ‚sehr positiv’), grau (‚kein touristischer Einfluss’) und rot (Bottom-two-Box ‚negativ’ und ‚sehr negativ’) dargestellt. Die elf Items sind aufsteigend nach dem Anteil der Personen sortiert, die den Einfluss des Tourismus auf das jeweils angefragte Item als (sehr) negativ bewerten (rote Fläche).

Für den Tourismus spricht die jeweilige Länge der grünen Flächen: je länger der grüne Balken, desto größer der Anteil der Befragten, die dem Tourismus im jeweiligen Bereich einen positiven Einfluss zuschreiben. Die Länge der grauen Balken stellt den prozentualen Anteil der Befragten dar, die den Tourismus ohne Einfluss auf das jeweilige Item sehen. In Kombination mit der Darstellung der Wichtigkeit für die Lebenszufriedenheit (blaue Balken) scheint auf den ersten Blick der Einfluss des Tourismus auf die Items A10 Vielfalt an kulturellen Angeboten und A3 Freizeitinfrastruktur besonders positiv zu sein. Hier ist der Anteil der Personen, die den Einfluss des Tourismus auf diese beiden Bereiche (sehr) positiv bewerten (grün) größer als der Anteil, die diese Items als (sehr) wichtig für ihre Lebenszufriedenheit einstufen (blau).

Das Diagramm zeigt, dass insbesondere die Items A11 Ökologische Faktoren, A4 Lebenshaltungskosten und A5 Verfügbarkeit von ausreichend bezahlbarem Wohnraum kritische Bereiche sind. Diese Items werden von den Befragten als besonders wichtig für ihre Lebenszufriedenheit bewertet (Anteil über 70 %, Länge der blauen Balken). Zugleich wird der Einfluss des Tourismus auf diese Bereiche von 36 % oder mehr der Befragten als (sehr) negativ bewertet (Länge der roten Balken). Auch die Items A7 Gesundheitsversorgung, A1 Finanzielle Situation und A9 Sicherheit werden von einer Mehrheit als sehr oder eher wichtig für die eigene Lebenszufriedenheit bewertet. Zugleich wird der Einfluss des Tourismus von weniger Personen als bei A11, A4 und A5 als (sehr) negativ bewertet; der Anteil der Personen, die den Einfluss des Tourismus als (sehr) positiv bewerten, ist höher als bei den Items A11, A4 und A5.

Abbildung 4: Einfluss des Tourismus auf jeden der elf Aspekte unter Beachtung der Wichtigkeit für die Lebenszufriedenheit
Quelle: eigene Abbildung, Datensatz ‚Lebenszufriedenheit, Tourismusbewusstsein und Tourismusentwicklung im Allgäu’ (Bauer & König, 2022).
Abbildung 4:

Einfluss des Tourismus auf jeden der elf Aspekte unter Beachtung der Wichtigkeit für die Lebenszufriedenheit

Quelle: eigene Abbildung, Datensatz ‚Lebenszufriedenheit, Tourismusbewusstsein und Tourismusentwicklung im Allgäu’ (Bauer & König, 2022).

Diese deskriptive Analyse deutet auf eine Dysbalance bei einigen Items zwischen der Wichtigkeit der lebensweltlichen Bereiche einerseits und dem wahrgenommenen Einfluss des Tourismus andererseits hin. Um die sichtbaren Dysbalancen systematisieren und quantifizieren zu können, wird im Folgenden die Fuzzy Logic genutzt. Diese Methode ermöglicht es, die hier einzeln deskriptiv dargestellten Dysbalancen zusammengefasst als numerische Werte für unterschiedliche Zielgruppen auszudrücken.

4.2 Ergebnisse der Heatmap nach Anwendung der Fuzzy Logic

Die Heatmap in Form der Tabelle 3 zeigt die Ergebnisse der Fuzzy Logic farblich abgestuft von grün (positive Bewertung) nach rot (negative Bewertung). Die Farbgebung signalisiert die oben genannten Dysbalancen und erlaubt DMOs, (Kommunal-)Politik und Regionalentwicklung eine intuitive Orientierung hinsichtlich des subjektiven Erlebens der lokalen Bevölkerung.

Die Heatmap zeigt in den Spalten die in den Fragen 14b und 14c abgefragten lebensweltliche Dimensionen A1 bis A11. Die Zeilen sind nach verschiedenen Aufrissgruppen gegliedert. Diese reichen von Altersgruppen, Geschlecht und Wohnort (Landkreisebene) bis hin zur beruflichen und finanziellen Abhängigkeit vom Tourismus sowie dem Ausmaß, in dem sich die Befragten vom Tourismus gestört fühlen.

Die Farben lassen auf den ersten Blick eine differenzierte Verteilung der Bewertungen erkennen. Es fällt auf, dass insbesondere die Bereiche A3 Freizeitinfrastruktur sowie A10 Vielfalt an kulturellem Angebot gemäß der Fuzzy Logic (und den weiter oben spezifizierten Regeln) in allen Gruppen nahe 1 liegen und deshalb die Farbe ‚grün’ zugewiesen bekommen. Dies deckt sich insofern mit den deskriptiven Auswertungen (vgl. Abbildung 4), als dass der Einfluss des Tourismus auf die Bereiche A3 und A10 als (sehr) positiv bewertet und zugleich der Einfluss dieser beiden Bereiche auf die Lebenszufriedenheit weniger bedeutend ist. Auch für den Bereich A2 Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben sich zumeist Werte nahe 1 (grüne Flächen). Für die Gruppe der 25- bis 29-Jährigen und für Befragte aus der Stadt Kempten gibt die Fuzzy Logic mit 0,7 etwas niedrigere Werte aus. Hier könnte ein Corona-Effekt vermutet werden: vielleicht sind insbesondere Berufseinsteiger:innen oder Personen in der Berufsorientierung gegenüber der Tourismusbranche als Arbeitgeber vor dem Hintergrund der Pandemie eher kritisch eingestellt und finden im Raum Kempten eine Reihe alternativer Branchen und Beschäftigungsfelder.

Bei Item A8 Mobilitätslösungen streuen die Ergebniswerte der Fuzzy Logic stark. Regionale Effekte werden für den Landkreis Lindau und die Stadt Kempten im Vergleich zu den anderen Landkreisen durch niedrigere Ergebniswerte deutlich. Zwei Zielgruppen fallen besonders auf: Die Altersgruppen ab 50 Jahren oder älter unterscheiden sich durch niedrigere Werte von jüngeren Gruppen. Möglicherweise liegt dies an einer geringeren Toleranz, im Stau zu sehen bzw. warten zu müssen. Auch diejenigen, die sich vom Tourismus besonders gestört fühlen, weisen deutlich niedrige Ergebniswert (0,04) auf als solche, die sich vom Tourismus eher nicht gestört fühlen (Ergebniswert von 0,96). Für touristische Entscheider:innen könnte dieser Unterschied ein Hinweis darauf sein, dass der Unmut über den Tourismus in Mobilitätsthemen eine Hauptursache – neben Lebenshaltungskosten, Wohnraumverfügbarkeit und Ökologie – hat. Am Beispiel Lindau zeigt sich zudem, dass sowohl die Stichprobe als auch die Fuzzy Logic als Auswertungsmethode regionale Problemlagen herauszustellen vermag. Die Altstadt Lindaus liegt auf einer Binneninsel im östlichen Bodensee und ist bei Tourist:innen sehr beliebt. Aufgrund der Insellage und der dichten historischen Bebauung sind die Parkmöglichkeiten sehr begrenzt. Dennoch fahren Tourist:innen trotz polizeilicher Warnung auf der Suche nach einem Parkplatz auf die Insel und erzeugen so extreme Stausituationen (was sich einem sehr niedrigen Kennwert von 0,055 zeigt).

Tabelle 3: Heatmap mit Kennwerten nach Berechnung über Fuzzy Logic
Quelle: eigene Abbildung nach eigener Berechnung,

Legende: Die mittleren 50 % der Werte in der Tabelle sind orange eingefärbt; Werte darunter sind rot unterlegt, Werte darüber grün.
Tabelle 3:

Heatmap mit Kennwerten nach Berechnung über Fuzzy Logic

Quelle: eigene Abbildung nach eigener Berechnung,

Legende: Die mittleren 50 % der Werte in der Tabelle sind orange eingefärbt; Werte darunter sind rot unterlegt, Werte darüber grün.

Im Gegensatz zu den oben berichteten Items mit Ergebniswerten mehrheitlich nahe 1 (grün), liegen die Ergebniswerte der Fuzzy Logic für alle Aufrissgruppen bei Item A5 Verfügbarkeit von ausreichend bezahlbarem Wohnraum unter 0,05. Dieses Ergebnis spiegelt wider, dass bezahlbarer Wohnraum eine hohe Relevanz für die Lebenszufriedenheit der Befragten hat und zugleich der Einfluss des Tourismus darauf als (sehr) negativ bewertet wird. Ein ähnliches Bild, wenn auch in leicht abgeschwächter Form, zeigt sich für das Item A4 Lebenshaltungskosten. Auch bei Item A11 Ökologische Faktoren zeigen sich vorwiegend Werte unter 0,1. Hier spiegelt sich die hohe Relevanz ökologischer Faktoren für die individuelle Lebenszufriedenheit wider. Zudem offenbaren sich geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauen sind ökologische Faktoren wichtiger und sie bewerten den Einfluss des Tourismus darauf zugleich negativer als Männer. Zugleich werden dem Tourismus negative Einflüsse auf diesen Bereich zugeschrieben. Eine mögliche Konsequenz aus DMO-Perspektive könnte sein, die Effekte des Tourismus auf lokale Wohnungsmärkte, auf die Lebenshaltungskosten sowie auf die ökologische Tragfähigkeit zu untersuchen. Je nach Ergebnis könnten dann konkrete Maßnahmen ergriffen werden. Dazu zählen bspw. Zonierungskonzepte (Klein et al., 2020, S. 11), Regulierung über Flächennutzungspläne, Maßnahmen des Besuchermanagements, Gästekarten-Vergünstigungen auch für Einwohner:innen oder aber kommunikative (Aufklärungs-)Maßnahmen zur Versachlichung und dem Abbau von Vorurteilen.

Die Diskussion der Ergebnisse fokussierte sich auf Items mit besonders hohen oder besonders niedrigen Ergebniswerten – mit dem Ziel, Ansatzpunkte für Veränderungsprozesse aufzuzeigen. Nicht zu vernachlässigen sind die Bereiche A1 Finanzielle Situation, A6 Sicherstellung der Nahversorgung, A7 Gesundheitsversorgung und A9 Sicherheit, die mit Ergebniswerten zwischen 0,60–0,75 im Mittelfeld liegen und damit nur einen moderaten Handlungsbedarf signalisieren. Aus Platzgründen werden diese hier nicht weiter diskutiert.

5 Diskussion, Limitationen und Ausblick

5.1 Diskussion

Das methodische Vorgehen sowie die empirischen Ergebnisse sollen hier eingeordnet und diskutiert werden. Als Referenzstudien werden die Untersuchungen von Pikkemaat und Siller (2020) sowie die Untersuchung des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr e.V. (dwif, 2023) zur Tourismusakzeptanz in der Tourismusregion Berchtesgaden herangezogen. Die Auswahl der Studien ist durch ihre Aktualität, ihre vergleichbare geographische Lage und inhaltliche Stoßrichtung sowie unterschiedliche methodische Vorgehensweisen motiviert. Zudem adressieren sie die Effekte des Tourismus aus Sicht der Einwohner:innen anhand von Befragungsdaten. Während die Untersuchung des dwif die oben beschriebene Methodik zur Berechnung des Tourismusakzeptanzsaldos TAS nutzt, hat die Studie von Pikkemaat und Siller die Entwicklung eines neuen Lebensqualitäts-Index zum Ziel. Dieser soll erfassen, wie sich der Tourismus auf die Lebensqualität der Bewohner:innen in einer Tourismusregion auswirkt.

Die empirischen Befunde der genannten Studien weisen starke Überlappungen auf. Sowohl die Studie des dwif (2023, S. 29 ff.) als auch die Untersuchung von Pikkemaat und Siller (2020, S. 39 ff.) zeigen, dass sich der Tourismus aus Sicht der Befragten positiv auf die Bekanntheit des Wohnortes und das Freizeitangebot auswirkt sowie positive Beschäftigungseffekte für die einheimische Bevölkerung hat. Dies deckt sich mit den eigenen Befunden (wobei die Bekanntheit des Wohnorts hier nicht abgefragt wurde, vgl. Abb. 4). Pikkemaat und Siller (ebd.) sowie die vorliegende Studie zeigen zudem, dass sich der Tourismus aus Sicht der Befragten positiv auf die (Nah-)Versorgungssituation auswirkt. Bei der Betrachtung der negativen Effekte des Tourismus sind es v. a. die Lebenshaltungskosten, Verkehrsprobleme sowie ökologische Probleme, die die Befragten auf den Tourismus zurückführen. Auch dies deckt sich mit den eigenen Befunden.

Unterschiede bei der Bewertung der Effekte des Tourismus auf die Akzeptanz bzw. Lebenszufriedenheit zeigen sich v. a., wenn der wirtschaftliche Bezug der Befragten zum Tourismus betrachtet wird. Die Ergebnisse des dwif (2024, S. 19) für die Region Berchtesgaden zeigen, dass Personen, die einen wirtschaftlichen Bezug zum Tourismus haben, dessen Effekte sowohl für den Wohnort als auch für sich persönlich positiver bewerten. Auch Pikkemaat und Siller (2020, S. 33 ff.) prüfen diesen Effekt, wobei sie zwischen unterschiedlichen Faktoren unterscheiden. „Die Beschäftigung im Tourismus hat einen negativen Effekt auf die Zufriedenheit mit den wirtschaftlichen und sozialen Faktoren, während die Zufriedenheit mit dem ökologischen Faktor (Tourismusaufkommen, Umweltschutz, Boden-/Flächennutzung, Verkehrsaufkommen) steigt, wenn der Befragte im Tourismus beschäftigt ist“ (ebd., S. 33 ff.). Die eigenen mittels Fuzzy Logic ermittelten Kennwerte weisen für Personen mit einer hohen beruflichen oder finanziellen Abhängigkeit vom Tourismus mit 0,965 einen Wert nahe 1 für das Item A1 Finanzielle Situation (hohe Wichtigkeit der finanziellen Situation für die Lebenszufriedenheit und positive Bewertung des Tourismus auf die finanzielle Situation) und einen Wert von 0,32 für das Item A4 Lebenshaltungskosten (im Gegensatz zu 0,05 für Personen ohne finanzielle Abhängigkeit von Tourismus) auf. Letzteres bedeutet, dass Personen, die im Tourismus beschäftigt sind, den Einfluss des Tourismus auf die Lebenshaltungskosten weniger negativ bewerten als Personen, die finanziell nicht vom Tourismus abhängig sind. Die weitere Forschung kann unter Betrachtung von Kontextvariablen zur Beschäftigungsstruktur (Bruttoeinkommen, Anteil der Voll- und Teilzeit- sowie Saisonkräfte) mögliche Ursachen zur Erklärung der Unterschiede in den betrachteten Untersuchungsräumen analysieren (vgl. Sommer et al., 2024).

Weitere Unterschiede können auf die Art der Fragestellung und dem damit verbundenen Erkenntnisinteresse zurückgeführt werden. So adressiert die Untersuchung des dwif (2023) noch Fragen der Verteilungsgerechtigkeit, indem sie bspw. erfasst, für wen touristische Angebote in erster Linie gemacht sind (Einheimische oder Gäste) und wer v. a. vom Tourismus profitiert (ebd., S. 39). Die vorliegende Studie unterscheidet sich zudem von der Erhebung von Pikkematt und Siller (2020), indem sie nicht direkt nach der Zufriedenheit mit den einzelnen Indikatoren fragt (ebd., S. 27–28), sondern nach der Wichtigkeit dieser Indikatoren für die Lebenszufriedenheit der Befragten.

Dies mag zunächst wie eine Nuance wirken, kann für die Destinations- und Regionalentwicklung aber einen wichtigen Unterschied machen, insbesondere bei der Priorisierung von Maßnahmen. So geben bspw. knapp 60 % der Befragten im Allgäu an, dass der Tourismus einen (sehr) positiven Effekt auf das kulturelle Angebot und die Freizeitinfrastruktur in der Region hat. Allerdings rangiert die Wichtigkeit dieser Items für die Lebenszufriedenheit der Befragten nur auf den letzten beiden Plätzen. Sehr viel wichtiger für die Lebenszufriedenheit sind die Gesundheits- und Nahversorgung, aber auch die eigene finanzielle Situation und ökologische Faktoren.

Pikkemaat und Siller (2020, S. 41 ff.) weisen den ‚Lebensqualitäts-Index Tirol‘ graphisch in Form von zwei separaten Kreisdiagrammen (jeweils für ‚Zufriedenheit’ und ‚Einfluss’, differenziert nach den Faktoren ‚Sicherheit’, ‚Ökologie’, ‚Soziales’ und ‚Wirtschaft’) sowie in Netzdiagrammen mit den betrachteten Indikatoren aus. Im Gegensatz dazu stellen die Kennwerte der weiter oben präsentierten Heatmap eine Verrechnung von ‚Wichtigkeit des jew. Items für die Lebenszufriedenheit’ mit dem wahrgenommenen ‚Einfluss des Tourismus auf das jew. Item’ dar; die relevanten Informationen werden also zu einem Kennwert verrechnet. Dabei sind weder die zugrunde liegenden Annahmen noch die Ergebnisse ausschließlich wahr oder falsch, sondern berücksichtigen linguistische Nuancen und können somit destinationsspezifisch definiert werden.

Zusammenfassend und aus einer Praxisperspektive kann festgehalten werden, dass die diskutierten Ansätze durchweg die Identifikation von ‚Schmerzpunkten’ erlauben und damit wichtige Hinweise für die Destinationsentwicklung liefern können. Im Rahmen der weiteren Forschung kann bspw. im Rahmen von Fokusgruppen mit tourismuspolitischen Entscheider:innen untersucht werden, welcher Ansatz und Differenzierungsgrad aus Sicht der Praxis am vielversprechendsten ist und weiter forciert werden sollte.

5.2 Limitationen

Inwiefern der hier präsentierte Ansatz als Blaupause für andere Regionen und Destinationen geeignet ist, kann kritisch hinterfragt werden. Primärerhebungen wie die hier vorliegende Repräsentativbefragung sind überwiegend ressourcenintensiv, insbesondere hinsichtlich der Kosten und dem erforderlichen zeitlichen Aufwand für Vorbereitung, Umsetzung und Auswertung. Aufgrund der hohen Kosten werden die Erhebungen zumeist nicht wiederholt, wodurch keine Analyse von Trends anhand konsistenter Zeitreihen möglich ist. Zudem erfordern Repräsentativbefragungen ein hohes Maß an Sorgfalt bei der Stichprobenziehung (v. a. bei schwieriger Erreichbarkeit spezieller Zielgruppen), sind anfällig für Antwortverzerrungen (vgl. bspw. Attitude-Behavior-Gap, Ajzen & Fishbein, 1977) und spiegeln nur das wider, was die Befragten zum Befragungszeitpunkt für wahr und richtig halten bzw. empfinden.[8]

Zur Auswertung der Umfrageergebnisse wurde sich der Fuzzy Logic bedient. Die Methode ist zwar in der Tourismusforschung etabliert, wurde allerdings noch nicht zur Analyse touristischer Effekte auf die Lebenszufriedenheit der lokalen Bevölkerung in Destinationen genutzt. Daher konnte für die Definition der Kennlinien von Eingangs- und Ausgangsgrößen auf keine Referenzstudien zurückgegriffen werden. Zugleich unterliegen die formulierten Fuzzy-Regeln Annahmen über den (erwarteten) Einfluss des Tourismus auf eine Region bzw. auf die einheimische Bevölkerung. Diese Annahmen sind in gewisser Weise normativ und je nach Untersuchungsgegenstand bzw. Destination anzupassen.

5.3 Ausblick

Für die nachhaltige Destinationsentwicklung erscheinen Repräsentativbefragungen aus diesem Blickwinkel ein Baustein von mehreren zu sein. Die verwendete Variablenauswahl erfasst die in der Tourismusforschung diskutierten und in der Praxis identifizierten Bereiche, die durch den Tourismus beeinflusst werden. An dieser Stelle ist zu erörtern, inwiefern die entsprechenden Akteur:innen in der Destination einen Handlungsspielraum im jeweiligen Themenfeld haben, oder ob die Aufgabe vorrangig aus dem Zusammenbringen der tatsächlichen Entscheider:innen und relevanter Akteur:innen bestehen könnte (Bieger & Beritelli, 2013, S. 88 ff.). Zur Interpretation sollten externe Daten hinterlegt werden (Sommer et al., 2024).

Welche Konsequenzen hat es beispielsweise für die Destinationsentwicklung, wenn die Mehrheit der Befragten der Meinung ist, dass sich der Tourismus negativ auf die Verfügbarkeit von Wohnraum und die Lebenshaltungskosten auswirkt? Kommunen und DMOs wären schlecht beraten, alleine auf dieser Basis Maßnahmen zu ergreifen. Viel eher sollte dieser Befund als ‚Warnleuchte’ interpretiert und dazu genutzt werden, lokale Wohnungs- und Immobilienmärkte genauer zu betrachten. Vielleicht ist die Situation auch auf ein positives Wanderungssaldo zurückzuführen und gar nicht (nur) auf den Tourismus. Entsprechend würden die Verantwortlichkeiten bei anderen (kommunalpolitischen) Akteur:innen liegen und Maßnahmen anders akzentuiert werden.

Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen können die hier gewonnenen Erkenntnisse zur Entwicklung eines standardisierten und skalierbaren Verfahrens zur Messung tourismusinduzierter Effekte auf die Lebenszufriedenheit der lokalen Bevölkerung in Destinationen genutzt werden. Für die weitere Forschung- und Entwicklungsarbeit sollte der Versuch unternommen werden, die hier untersuchten lebensweltlichen Dimensionen der Befragten mit Daten der amtlichen Statistik abzubilden bzw. zu ergänzen (vgl. UBA, 2023; Sommer et al., 2024). Im Gegensatz zu Umfragen bieten Daten der amtlichen Statistik den Vorteil, dass sie regional wie auch überregional als Zeitreihen vorliegen (ermöglicht die Analyse von Trends), standardisiert erfasst (Vergleichbarkeit zwischen Destinationen möglich) und größtenteils kostenlos bezogen werden können. Damit bieten sie sich auch zur Objektivierung und Versachlichung von Themen und Konflikten an, die aus Sicht der Bevölkerung (vermeintlich) dem Tourismus zugeschrieben werden. Perspektivisch könnte dies ein automatisiertes und KI-gestütztes Trendmonitoring ermöglichen – ggf. flankiert von Repräsentativbefragungen der Bevölkerung in mehrjährigen Abständen.

Der Alltag in vielen Destinationen ist von Aktionismus geprägt; häufig wird erst reagiert, wenn das Kind (hier: die tourismusinduzierte Lebenszufriedenheit) schon in den Brunnen gefallen ist. Unterstützte Vision dieser Untersuchung ist die Idee der informierten und souveränen Destination, die die nachhaltigkeitsorientierte Destinationsentwicklung vorausschauend und proaktiv steuert, weil durch regelmäßige Datenauswertungen und Erhebung abgeleitet werden kann, wo die Problemfelder liegen. Dabei haben DMOs allerdings nicht die Aufgabe, für eine hohe Lebenszufriedenheit der einheimischen Bevölkerung zu sorgen (Bieger & Beritelli, 2013, S. 81 ff.); zudem wird die Lebenszufriedenheit von zahlreichen individual-psychologischen Merkmalen bedingt, die sich dem Einfluss von DMOs entziehen (Beierlein et al., 2014; Wirtz, 2021). Analysen wie die vorliegende Studie können von DMOs allerdings als Orientierungshilfe bei der Priorisierung von Handlungsfeldern und bei der Maßnahmenentwicklung genutzt werden – mit dem Ziel, negative Effekte auf die Lebenszufriedenheit der Einwohner:innen zu mildern und förderliche Rahmenbedingen für ihre Entstehung zu schaffen.

Über die Autoren

Dr. Johannes Schubert

Johannes Schubert hat an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Soziologie, Sozialpsychologie und Volkswirtschaftslehre studiert und dort auch im Bereich Umwelt- und Techniksoziologie promoviert. Er hat zahlreiche Projekte aus den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung begleitet und ist seit Ende 2020 am Institut für Nachhaltige und Innovative Tourismusentwicklung (INIT) der Hochschule Kempten beschäftigt.

Dr. Cathrin Stiegelmeyr

Cathrin Stiegelmeyr hat an der Universität Mannheim Sozialwissenschaften studiert (Diplom) und kooperativ zum Thema Altersbinnenmigration an der Universität Augsburg und Hochschule Kempten promoviert. Von 9/2019 bis 3/2023 war sie im Bayerischen Zentrum für Tourismus e.V. tätig und hat zahlreiche Studien zum Thema Tourismusakzeptanz begleitet. Derzeit ist sie als Referentin für Promotionen an der Hochschule Kempten tätig.

Dr. Sabrina Brey

Sabrina Brey war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Nachhaltige und Innovative Tourismusentwicklung der Hochschule Kempten mit Sitz in Füssen. Nach dem Bachelorstudium Tourismusmanagement an der Hochschule Kempten studierte sie Nachhaltige Unternehmensführung im Master an der Universität Ulm. Anschließend arbeitete sie dort in einem Projekt der kommunalen Klimwandelanpassung und promovierte 2021 zum Thema klimawandelbedingte Hitzeanpassung in Privathaushalten.

Prof. Dr. Andreas Stiegelmeyr

Andreas Stiegelmeyr studierte theoretischen Maschinenbau an der Technischen Universität München und promovierte dort auf dem Gebiet der nicht-glatten Mehrkörperdynamik. Im Anschluss war er bei Daimler-Chrysler in der Antriebsstrangentwicklung tätig und verantwortlich für die Regelung von Schaltelementen in Automatikgetrieben. Seit 2010 ist Andreas Stiegelmeyr an der Hochschule Kempten Professor für Regelungstechnik und Fahrzeugantriebssysteme.

Prof. Dr. Alfred Bauer

Alfred Bauer arbeitete nach dem Geographie-Studium an der Universität Würzburg 12 Jahre in verschiedenen touristischen Destinationen und promovierte berufsbegleitend an der Universität Frankfurt am Main. Von April 1997 bis September 2024 war er Professor für ‚Regionale Tourismuswirtschaft und umweltorientierter Tourismus’ an der Hochschule Kempten im Allgäu. Seit 2019 ist er Vorsitzender des Bayerischen Zentrums für Tourismus e.V. (BZT). Von 2020 bis 2024 war er zudem Leiter des Instituts für Nachhaltige und Innovative Tourismusentwicklung (INIT).

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Online erschienen: 2025-04-12
Erschienen im Druck: 2025-05-31

© 2025 the author(s), published by Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

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Downloaded on 22.3.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/tw-2024-0022/html
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