Klimamessungen für die Denkmalpflege im Dom zu Freiberg
Zusammenfassung
Diese Mitteilung gibt einige Ergebnisse von Klimamessungen wieder, die am und im Dom zu Freiberg über einen Zeitraum von fast zwei Jahren vorgenommen wurden. Die Auswirkung zeitlicher und betragsmäßiger Schwankungen von Temperatur und relativer Luftfeuchte im Außenbereich auf den Innenbereich des Domes bzw. an und in den Bauteilen der historischen Tulpenkanzel zeigt sich in einer stark ausgeprägten Dämpfung. Der zeitliche Verzug konnte quantifiziert werden, ebenso die Verminderung der betraglichen Schwankung. Die Frage, ob es an den Bauteilen der Tulpenkanzel zur Kondensation von Wasser aus der umgebenden Atmosphäre kommt, kann aufgrund der Meßergebnisse verneint werden. Der hohe Wassergehalt im Tuffstein des Kanzelfußes dürfte damit eindeutig auf aufsteigende Feuchte zurückzuführen sein. Die in einem Bohrloch des Steines sich einstellende Gleichgewichtsfeuchte im Luftraum und ihre zeitliche Schwankungen dürften in kausalem Zusammenhang stehen mit dem, durch andere Messungen festgestellten, Salzgehalt, besonders MgSO4.
Abstract
This paper gives some results of climate measurements carried out outside and inside the Cathedral at Freiberg/Sa. over a period of nearly two years. The aim of our investigations was to correlate the outdoor climate - temperature and relative humidity - with that inside of the cathedral particularly at two points of special interest, the "Goldene Pforte" (13th century) and the "Tulpenkanzel" (16th century). Both objects are of historical and cultural importance and show distinct weathering of their construction materials, i.e. sandstone at the "Goldene Pforte" and tufa at the "Tulpenkanzel". Measurements were done mostly by means of commercially available sensors combined with a datalogger for digital recording. A concentrated example of the recorded data is given. It shows that the amplitude of oscillations in temperature and relative humidity inside is remarkably smaller than outside caused by the large volume and masses of the building. Also, a time lag between indoor and outdoor climate was found. The time lag was calculated by auto- and cross correlation functions (AKF and KKF). Another important question was to clarify whether the high moisture content in the building material of the "Tulpenkanzel" is a result of water condensation on its surface from the surrounding atmosphere or from water rising from the basement. Experimental results clearly show that no condensation occured at the surface during the time of investigation. Calculation of dewpoint temperatures related to measured surface temperature and relative humidity near the surface confirm these results. The reason for the high moisture content may be found in the high amount of salts, especially MgSO4 which was detected by separate measurements.
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