Zusammenfassung
Der nationale Glücksspielmarkt zeichnet sich durch mannigfaltige Spielanreize aus. Gleichzeitig gehen mit Glücksspielangeboten zum Teil erhebliche Suchtgefahren einher. Dabei ist das Erkrankungsrisiko auf Bevölkerungsebene ungleich verteilt, zu den Risikogruppen zählen auch Jugendliche. Die Verhinderung glücksspielbezogener Probleme im Jugendalter muss als Public Health Aufgabe verstanden werden, die nur bei Umsetzung eines breiten Präventionsansatzes mit aufeinander abgestimmten verhältnis- und verhaltenspräventive Maßnahmen gelingen kann.
Abstract
The national gambling market is characterized by a wide variety of gaming incentives. At the same time, certain gambling products can be strongly addictive. The prevalence of gambling-related problems is unevenly distributed among the population. Adolescents belong, among other population segments, to the high-risk groups. The prevention of gambling-related problems in adolescence must be understood as a public health task that can only be achieved with the implementation of a broad preventive approach with both behavioral and structural measures.
Autorenerklärung
Autorenbeteiligung: Der Autor trägt Verantwortung für den gesamten Inhalt dieses Artikels. Finanzierung und Interessenkonflikt: Der Autor hat in den letzten drei Jahren in hauptverantwortlicher Position finanzielle Zuwendungen in Form von Drittmitteln vom Bundesministerium für Gesundheit, dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport sowie dem Rechtsausschuss des Deutschen Lotto- und Totoblockes erhalten. Im Zusammenhang mit dieser Publikation bestehen keine Interessenkonflikte wirtschaftlicher oder persönlicher Art. Ethisches Statement: Für die Forschungsarbeit wurden weder von Menschen noch von Tieren Primärdaten erhoben.
Author Declaration
Author contributions: The author has accepted responsibility for the entire content of this submitted manuscript. Funding and conflict of interest: In the last three years, the author has received financial contributions in the form of third-party funds from the Federal Ministry of Health, the Lower Saxony Ministry of the Interior and Sport and the Legal Committee of the German Lotto and Totoblocks in a primarily responsible position. In connection with this publication, there are no economic or personal conflicts of interest. Ethical statement: Primary data neither for human nor for animals were collected for this research work.
Literatur
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©2020 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
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