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Zur ökonomischen Rationalität von Lohnrigiditäten aus der Sicht von Unternehmen / The Rationale for Wage Rigidity: Employers' Viewpoint

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Published/Copyright: April 27, 2016

Zusammenfassung

Die Studie analysiert die Ursachen von Lohnrigidititäten, darunter Tarifverträge, Effizienzlöhne, implizite Kontrakte und Insider-Outsider-Verhalten, auf der Basis einer schriftlichen Befragung von 801 Unternehmen und stellt einen Vergleich mit US-amerikanischen Ergebnissen an. Unternehmen stimmen den ökonomischen Erklärungsansätzen in differenzierter Art und Weise zu. Für gering qualifizierte Arbeitnehmer stellen (aus der Sicht der Unternehmen) Tarifverträge und implizite Lohnkontrakte wesentliche Ursachen für Lohnrigiditäten dar. Für Hochqualifizierte stehen Personalbeschaffungskosten, betriebsspezifisches Humankapital und negative Signale für Neueinstellungen im Vordergrund. Unternehmen sehen von Lohnsenkungen für alle Qualifikationsgruppen ab, um die Gefahr der Abwanderung produktiver Arbeitnehmer zu vermindern und um die Arbeitsleistung zu halten. Die seit Mitte der neunziger Jahre vermehrt in die Tarifverträge eingeführten Härte- und Offnungsklauseln und die betrieblichen Bündnisse für Arbeit werden, auch das zeigt die Erhebung, nicht sehr häufig angewendet. Als Ursache dafür kommen Effizienzlohnmechanismen in Betracht, die zusätzlich zu Tarifverträgen für Lohnrigiditäten sorgen. Die Untersuchung weist auf eine erhebliche Heterogenität von Unternehmen in der Lohnbildung hin, die ein abgestimmtes Verhalten im Hinblick auf eine generelle Lohnzurückhaltung erschweren wird, die beispielsweise im Rahmen des „Bündnisses für Arbeit" vereinbart werden könnte. Im Vergleich zu den USA stimmen hierzulande mehr Unternehmen der Aussage zu, dass Tarifverträge, Insider-Outsider-Verhalten und betriebsspezifisches Humankapital für Lohnrigiditäten verantwortlich sind.

Summary

This study provides evidence for the reasons of wage rigidity, among others collective wage agreements, efficiency wages, implicit contracts and the insider-outsider theory, based on a survey of 801 firms conducted in spring 2000. According to survey respondents the mechanisms creating wage rigidity differ between skill groups. In total strong support has been found for explanations based on collective wage agreements and on efficiency wages. Survey respondents indicated that collective wage agreements and implicit contracts are important reasons for wage rigidities for the (low) skilled. Specific human capital, turnover costs and negative signals for new hires are important reasons for the high skilled. Explanations based on mechanism to enhance labour productivity are significant for all skill groups to the same degree. Firms who are covered by collective wage agreements seldom make use of hardship clauses which have been introduced into collective wage agreements to enhance flexibility since the nineteenth. One reason seem to be efficiency wages which are responsible for wage rigidities in addition to collective wage agreements. Compared to findings from the USA, in Germany collective wage agreements, insider- outsider-mechanism and firm specific human capital seem to be more important explanations.

Online erschienen: 2016-4-27
Erschienen im Druck: 2003-2-1

© 2003 by Lucius & Lucius, Stuttgart

Downloaded on 1.5.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/jbnst-2003-0103/html?lang=en
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