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Aus der DGI

Published/Copyright: November 2, 2016

Neue Zugangsdaten für den DGI-Mitgliederbereich

Aus Sicherheitsgründen haben wir die Zugangsdaten für den Mitgliederbereich auf unserer DGI-Website geändert. Die Geschäftsstelle hat ein Mailing mit dem neuen Benutzernamen und Passwort verschickt. Leider konnten darüber nicht alle DGI-Mitglieder erreicht werden. Sollten Sie keine Nachricht erhalten haben, melden Sie sich bitte in unserer Geschäftsstelle telefonisch oder unter mail@dgi-info.de.

Aktualisierung aller Kontaktdaten von DGI-Mitgliedern

Damit wir Sie, liebe DGI-Mitglieder, verlässlich mit allen wichtigen Informationen versorgen können, ist es unerlässlich, dass wir Ihre aktuellen Kontaktdaten besitzen. Daher bitten wir Sie alle Änderungen diesbezüglich der DGI-Geschäftsstelle zügig mitzuteilen. Gerne kann dies per E-Mail, per Telefon oder postalisch erfolgen. Vielen Dank!

Hier noch einmal unsere Kontaktdaten:

Deutsche Gesellschaft für Information und Wissen e.V. (DGI)

Windmühlstraße 3, 60329 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (0)69 4303-13

Telefax: +49 (0)69 4909096

E-Mail: mail@dgi-info.de

DGI fördert den Informationsnachwuchs

Eines der wichtigsten Projekte der DGI ist die verstärkte Förderung des deutschen Informationsnachwuchses. Dazu wurde vor den Sommerferien eine Kampagne unter dem Motto „Studierende und Azubis vernetzt Euch!“ ins Leben gerufen. Diese ermöglicht allen Studierenden der Informationswissenschaft (und artverwandter Fächer) sowie FaMI Azubis vorerst bis zum 31. Dezember 2017 eine gebührenfreie Mitgliedschaft in der DGI.

Es freut uns sehr, dass in der kurzen Zeit von Mitte Juli bis Ende August bereits 38 neue Aufnahmeanträge eintrafen. Die Studierenden und Auszubildenden kommen aus ganz Deutschland. Wir hoffen, den einen oder die andere in den nächsten Monaten bei einer unserer Veranstaltungen persönlich kennenzulernen und zur Mitarbeit in unserer Gesellschaft zu motivieren.

Kostenfreie Mitgliedschaft für Start-up-Unternehmen

Der Vorstand der DGI hat beschlossen, auch für Start-up-Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern, die seit höchstens zehn Jahren auf dem Markt sind, eine auf zwei Jahre begrenzte, gebührenfreie DGI-Mitgliedschaft anzubieten. Damit möchte die DGI junge Unternehmen aus dem Bereich der Informations- und Digitalwirtschaft fördern. Aufnahmeanträge und Unterlagen finden Sie auf der DGI-Website unter: dgi-info.de/formen-der-mitgliedschaft/

Bescheinigungen für ermäßigte Beiträge

Wir bitten unsere studierenden Mitglieder, uns 2017 die aktuellen Studienbescheinigungen zukommen zu lassen. Unsere Mitglieder, die aus dem aktiven Berufsleben ausscheiden, bitten wir bei Renteneintritt um eine Kopie des Rentenausweises, damit die Ermäßigung wirksam werden kann. Gleiches gilt ebenso für Mitglieder, deren beruflicher Status sich ändert.

Neues vom DGI-Vorstand: Bericht über die Präsenzsitzung 2016

Mindestens einmal im Monat findet sich der DGI-Vorstand per abendlicher Telefonkonferenz zusammen, um über die Geschicke des Vereins zu entscheiden. Doch in den anvisierten 60 Minuten lassen sich viele Themen nicht ausreichend diskutieren. Deshalb trifft man sich mindestens einmal im Jahr “face to face” zu einer Präsenzsitzung, bei der aktuelle Fragestellungen, Strategien und anstehende Aufgaben diskutiert werden. Diesen Sommer trafen sich die Vorstände DGI-Präsident Reinhard Karger, DGI-Schatzmeisterin Sigrid Riedel und DGI Vizepräsident Luzian Weisel mit Elgin Jakisch und Clemens Weins am 29. Juli bei WTI (vielen Dank an den Gastgeber!) – im aufstrebenden Frankfurter Ostend, nahe dem neuen EZB-Gebäude.

Das Pensum war sportlich, denn die Tagesordnung war randvoll mit wichtigen Themen gepackt. Darunter: Strategische Ziele der DGI, Mitgliederwerbung, DGI-Website, Zukunft der IWP, Vorstandswahlen 2017 usw. um nur einige zu nennen. Besonders die ersten beiden Punkte: Strategischen Ziele der DGI und Mitgliederwerbung wurden ausführlich behandelt, denn die DGI wird oft angesprochen, wofür genau sie inhaltlich steht. Der digitale Wandel bringt besondere Herausforderungen mit sich. Daher muss das Profil der DGI immer wieder neu geschärft werden. Was ist also das thematische Spektrum der DGI? Als Kernpunkte wurden die Förderung von Informationskompetenz, Informationsnutzung in Wissenschaft und Industrie sowie die Entwicklungen der Informationsdienstleister und Internetriesen ausgemacht. Dazu kommen Bereiche wie das Gestalten von Wissensquellen, Anwendung und Kontext – Inhalt und Kunde, Informationsdienstleistungen zwischen IT und Kunde, Internet als Betriebssystem, Weiterentwicklung der Datenwirtschaft und Wissensgesellschaft, Datensouveränität, Dialog über Industrie 4.0, Zukunft der Arbeit sowie rechtliche Aspekte bei der Datennutzung. Neben diesen Fachthemen sind aber auch das Profil und die Positionierung der Information Professionals ganz wichtige Aspekte für die DGI. Schlagworte sind: Zukunft braucht Herkunft, Die richtige Information zur richtigen Zeit am richtigen Ort – wer hat es erfunden? „Nie waren Information Professionals so wertvoll wie heute“. Welche Ideen gibt es, um die Sichtbarkeit der „Informationstätigen“ zu stärken und zu verbessern. Es ist also ein bunter Strauß an Inhalten, die sich zum einen in den Veranstaltungen und zum anderen in der IWP widerspiegeln sollen. Aber auch durch die Vernetzungin allen Social Media und der DGI-Website will der Vorstand die Sichtbarkeit der Themen und ihrer Mitglieder weiter erhöhen und zuraktiven Teilnahme motivieren.

Eine Fachgesellschaft wie die DGI kann nur so stark sein, wie das Engagement ihrer möglichst zahlreichen Mitglieder. Daher beriet der Vorstand bei dieser Sitzung auch sehr intensiv darüber, wie man dem spürbaren Rückgang an Mitgliedern entgegentreten kann. Eine der schon im Frühjahr beschlossenen Maßnahmen, die Kampagne „Studenten und Auszubildende vernetzt euch!“, zeigt erste Erfolge und soll, so wurde beschlossen, durch eine gebührenfreie Mitgliedschaft für Start-ups flankiert werden. Dadurch sollen zum einen Wissenschaft und Praxis gleichermaßen gefördert und zum anderen potentielle Neumitglieder aus dem Bereich der Wirtschaft angesprochen werden. Ebenso möchte der Vorstand eine DGI-Präsenz, möglichst in Form eines Gemeinschaftsstandes für interessierte Firmenmitglieder, auf dem 2017 in Frankfurt am Main stattfindenden Bibliothekartag prüfen. Eine weitere Maßnahme zur Erhöhung der Attraktivität der DGI und damit zur Mitgliedergewinnung sollen Kooperationsverträge mit Anbieterfirmen über Sonderkonditionen für DGI-Mitglieder darstellen. Erster Partner wird WTI.

Als nächster Punkt wurde die Neustrukturierung der DGI-Website beschlossen. Diese soll übersichtlicher, besser organisiert und mit zusätzlichen Inhalten ausgestattet werden. Erste Arbeiten sind erfolgt, doch wie alle Information Professionals wissen, ist der Weg zu einer wirklich guten Website steinig und lang und durch die begrenzten Ressourcen in der Geschäftsstelle nur schrittweise umzusetzen.

Auch die Zukunft dieser Zeitschrift wurde in dieser DGI-Vorstandssitzung besprochen. Zum einen war die Zusammenarbeit mit dem Verlag De Gruyter Thema, aber auch die inhaltliche und organisatorische Arbeit der Redaktion im Jahr 2017.

Ein besonders wichtiges Thema waren an diesem Tag die nächsten Vorstandswahlen, die 2017 wieder anstehen. Der Vorstand überlegt noch, in welchem Rahmen und zu welchem Termin sie stattfinden werden. Doch es ist klar, dass es in diesen Umbruchzeiten viele neue Herausforderungen gibt. Einige Vorstandsmitglieder werden voraussichtlich nicht wieder kandidieren. Wenn Sie als DGI-Mitglied Interesse haben, die Arbeit der seit über 65 Jahren bestehenden Fachgesellschaft auf diese Weise mitzugestalten oder personelle Vorschläge haben, dann melden Sie sich bitte per E-Mail an mail@dgi-info.de oder direkt bei der DGI-Geschäftsstelle.

AKI RP/Eifel weiter auf Erfolgskurs

Der Arbeitskreis für Information Rheinland-Pfalz/Eifel, dessen Wirkungskreis nicht regional begrenzt ist, bekam Anfang 2016 bayerisch/fränkische Verstärkung durch einen Wechsel im Vorstand. Frau Christine Eckenweber-Black von TRISOLVE-Scientific aus Nürnberg übernahm den stellvertretenden Vorsitz, um die bereits 2015 vom Vorsitzenden Werner Povoden begonnenen Arbeitsfelder des Arbeitskreises erfolgreich mit voranzutreiben. Dies galt besonders für das 2015 begonnene Projekt „Virtuell-Kollaborative Sprachensuite für die Lernplattform ILIAS“. In diesem Projekt wird auf die speziellen Bedürfnisse ausländischer Ärzte beim Erwerb von sprachlichen Kompetenzen eingegangen. Im Mittelpunkt steht eine Sprachensuite, die vor allem auf virtuelle und kollaborative Kommunikationsformen setzt und den Austausch zwischen deutschen und ausländischen Ärzten unterstützt. Dabei wird der kollaborative Lernansatz neben dem interaktiven Performance Tool besonders durch die Methode des Tandemlernens hervorgehoben, bei dem zwei Personen mit unterschiedlicher Muttersprache zusammenarbeiten.

Bei der Planung und Konzeption der darunterliegenden Projekte ging der AKI RP/Eifel neue Wege, indem er seine Arbeit dem Prinzip der Open Innovation unterstellte. Durch das Öffnen des Entwicklungsprozesses der Sprachensuite wurden die Nutzer von Anfang an in das Projekt eingebunden. So konnte gewährleistet werden, dass die einzelnen Anwendungen zur Vermittlung der Sprachkompetenz vor dem Live-Einsatz umfassend getestet und neue Funktionen und Prozesse eingehend simuliert wurden.

Die dabei entstandene Sprachensuite ermöglicht es den ausländischen Ärztinnen und Ärzten sich nicht nur selbständig und autodidaktisch die medizinische Sprachkompetenz anzueignen, sondern sich auch mit Hilfe von authentischen Texten situationsbezogen mit den sprachlichen Anforderungen ihres jeweiligen Fachgebietes vertraut zu machen. Der Fokus zielt also nicht auf den formellen Aspekt der Fremdsprachenvermittlung, sondern konzentriert sich auf kontextbezogenes Arbeiten. Damit wurde ein idealer Rahmen für eine auf den neuen technologischen Möglichkeiten basierende Vermittlung von Sprachkompetenz geschaffen. Bereits erworbene Sprachkenntnisse können aufgefrischt und gerade Erlerntes in echten Kommunikationssituationen praktisch angewendet werden.

Dafür erhielt im Februar 2016 der AKI RP/Eifel unter Mitarbeit von TRISOLVE-Scientific und einem Ärzteteam, fachlich betreut von Frau Dr. med. Sabine Povoden, Chefärztin der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Helios Klinikum in Gifhorn, im Rahmen der didacta in Köln den E-Learning Award 2016 in der Kategorie „Kollaboratives Lernen“. Dieser Erfolg bestärkte das gesamte Team, die diesem Projekt innewohnenden Potentiale weiterzuverfolgen, wobei sich der Fokus dem Bereich des Workplace Learning zuwandte.

Unmittelbar vor Drucklegung dieser Ausgabe wurde bekannt, dass der AKI RP/Eifel sich über eine erneute Auszeichnung freuen darf. Bei der didacta 2017 wird ihm im Februar in Stuttgart der E-Learning Award 2017 verliehen. Herzlichen Glückwunsch dafür!

Für das Frühjahr 2017 (30. März 2017) plant der AKI RP/Eifel einen Thementag in Frankfurt am Main zur Thematik „E-Learning-Anwendungen im Gesundheitswesen und die auf diese Szenarien zutreffenden Compliance-Aspekte“. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Kontakt: Christine Eckenweber-Black, ceb@trisolve-scientific.de

DGI-Forum Wittenberg 2017

Die Planung für das DGI-Forum Wittenberg im Jahr des Reformationsjubiläums 2017 in Wittenberg vom 7. bis 9. September schreitet voran. Mit dem Rahmenthema „Am Anfang war das Wort – aber wer hat heute das Sagen? Sprache, Wahrheit und Datensouveränität in modernen Kommunikationswelten“ werden aktuelle Fragen aufgeworfen, wie auch zahlreiche Beispiele in dieser Ausgabe der IWP belegen. Erfreulicherweise hat das Programmkomitee auch bereits Wünsche aus dem Kreis der DGI-Mitglieder nach bestimmten interessierenden Beiträgen erhalten und wir kümmern uns intensiv darum, sie zu erfüllen. Seien Sie also gespannt auf ein anregendes Programm. Ihre Teilnahme zugesagt hat u. a. bereits die textOmatic AG, die natürlichsprachliche Texte aus großen Datenmengen erzeugt.

Erneut weisen wir darauf hin, dass die Lutherstadt Wittenberg 2017 ein begehrtes Ziel sein wird, so dass Sie gut beraten sind, sich bereits jetzt vorsorglich ein Zimmer zu reservieren.

Lehrgang Informationsassistenz 2017

Die positiven Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer unseres Lehrgangs 2016 und neue Anfragen nach der gut eingeführten berufsbegleitenden Weiterbildung für Informationsfachkräfte haben uns dazu bewogen, auch 2017 den Lehrgang anzubieten. Wieder wird es möglich sein, den gesamten Kurs zu besuchen oder einzelne Module, wie zum Beispiel Konzeption einer Social Media-Strategie, auszuwählen. Die vorläufig festgelegten Zeiträume für den Kurs sind 6. bis 19. Februar 2017 und 13. bis 25. März 2017. Verschiebungen der Termine sind in Absprache mit den Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern möglich. Ausführlichere Informationen finden Sie auf der Anzeige in diesem Heft (S. 324 der Druckausgabe) sowie auf der DGI-Website unter http://dgi-info.de/wissenschaft-praxis/aus-fort-und-weiterbildung/lehrgang-informationsassistenz-2017/.

Bitte schreiben Sie an informationsassistent@dgiinfo.de, wenn Sie Interesse an unserem Weiterbildungsangebot haben.

DGI-Mitglieder stellen sich vor

Ruth Elsholz, PwC

Um die Jahrtausendwende begann ich als „Internet Site-Managerin“ und Quereinsteigerin bei PwC: Gelernte Geisteswissenschaftlerin, hatte ich im Rahmen meiner Praxis in Lehre, Verlag und Redaktion kaum mit Wirtschaftsprüfung zu tun gehabt und Knowledge Management, der Hype der Folgejahre, ist heute das Feld der Info Profis, die damals als frischgebackene Info-/Doku-Diplomanden an den Start gingen und bei PwC (noch) nicht bekannt waren.

Ich kam, um ein Kunden-Recherche-Tool für Fachinformationen aus dem Bereich Finanzdienstleistungen zu leveragen, wie es neudeutsch heißt. Denn Kundinnen und Kunden wollten zwar die Informationen haben, dafür allerdings kein Geld bezahlen – oder wenigstens nicht so viel, wie nach Berechnung von PwC bei einer Auftragsvergabe eingespart worden wäre.

Damals hieß das Tool noch „Extranet“ und hatte rund um die Uhr online geöffnet – was es vorteilhaft vom Extranet der Bundesbank unterschied, das wenig später seine elektronischen Pforten mit Öffnungszeiten überschrieb. Dafür aber kostenfrei. Das machte die Einschränkung beinahe wett.

  1. Muss man Informationen bezahlen, die anderswo frei zu haben sind, und wenn ja, weshalb?

  2. Wie kommen durchschnittlich geübte Google-Nutzerinnen und -nutzer eigenständig und ungenervt an komplexe Fachinformationen?

  3. Wie generiere ich Geschäftsmöglichkeiten durch Wissensteilung und wann gefährde ich sie?

  4. Braucht man Wissensmanager, was genau tun sie, und könnten sie davon nicht mehr tun?

Alltagsfragen. In einem Unternehmen, das vom Wissen in den Köpfen seiner Mitarbeitenden lebt, sollte sich besonders die letzte von selbst beantworten. Unter anderem, weil sie das nicht tat und auch, weil ich das Bedürfnis hatte, mich jenseits des prüferischen Tellerrandes mit Gleichgesinnten auszutauschen, kam ich zur DGI, die mir ein ehemaliger FAMI-Azubi und derzeitiger Mitarbeiter empfohlen hatte. Zunächst schien sie mir sehr akademisch-bibliothekarisch ausgerichtet, dann sehr stark auf neueste technische Entwicklung fokussiert.

Tatsächlich gehört aber beides dazu, und das Charmante an unseren Berufen ist wohl gerade die Schnittstellenaffinität, die uns in skeptischen Augen dann auch wieder entbehrlich macht. Ich begrüße es deshalb sehr, dass die DGI sich aktuell verstärkt auf gesellschaftliche Relevanz konzentrieren möchte, und auch, wenn ich mir das Thema der Praxistage 2016 „Predictive Analytics“ erst erschließen musste, bin ich gespannt auf den Mehrwert, der sich für die Informationsprofis daraus ergibt.

Nicht überall, wo ein Fragezeichen dahinter steht, sind wir gefragt. Aber überall kritisch nachzufragen, wo ein Ausrufezeichen dahinter steht, das könnte schon eine gesellschaftlich lohnende Aufgabe sein.

Übrigens habe ich, um auf ganz andere Gedanken zu kommen, einen Reformations-Roman geschrieben mit dem Titel: „O Mensch, bedenck das End!“. Allerdings: Luther wäre wohl heute ein Social Media-Frontrunner gewesen, und die Verunsicherung der Gesellschaft, die damals durch die Entdeckung neuer Kontinente, die Ablösung des erdzentrierten Weltbildes und den rasanten wissenschaftlichen Fortschritt hervorgerufen wurde, wird heute durch steigende Flüchtlingszahlen und wachsende Datenberge, die Ängste vor Kontrollverlust und Auflösung der Individualität in statistisch erfassten Kenngrößen ausgelöst. Die Krake „Big Data“ ist für manche Verheißung, für manche ein neues Gottesgericht. Insofern gibt es überraschende Parallelen zwischen damals und heute, was zeigt, dass der professionelle Umgang mit Informationen bei allem Wandel der Mittel ein zeitloses Geschäft ist.

Mehr finden Sie unter http://blogs.pwc.de/cis/ oder kontaktieren Sie mich über Xing und Linkedin.

Patrick Marc Labourdette, Bayerischer Rundfunk

Ein gut gefüllter Regionalexpress fährt in den Münchener Hauptbahnhof ein. Hunderte Berufspendler entschwinden in alle Himmelsrichtungen. Darunter auch ich, Wissenschaftlicher Dokumentar beim Bayerischen Rundfunk. Ich hetze gedankenverloren durch endlose Gänge zur U-Bahn, als sich plötzlich ein älterer Herr mit Blindenstock einen Weg durch die entgegenstrebende Menge bahnt. Man mag dies für eine alltägliche Szene am Bahnhof halten – doch für mich ist das kein reines Déjà-Vu. Ich kenne diesen Mann, aber er ahnt davon nichts. Vor einigen Wochen habe ich bei meiner Arbeit im Fernseharchiv des BR eine Sendung der Reihe „Lebenslinien“ bearbeitet. Ein sehr persönliches Porträt über einen blinden Mann, der seinen Alltag mit bewundernswerter Leichtigkeit meistert − das Porträt lief 1996 im Fernsehen, also vor 20 Jahren. Er strahlt nach wie vor jene positive Energie aus, die Haare sind mittlerweile grau geworden. Seither sehe ich ihn jeden Tag, mein Geheimnis fest bei mir tragend − vielleicht spreche ich ihn irgendwann einmal darauf an. Für den Moment belasse ich ihn in der Anonymität, bis seine „Lebenslinien“ auf einen interessierten Nutzer treffen werden. Episoden wie diese zeigen mir, welche Bedeutung die Arbeit des Dokumentars für die Gesellschaft hat. Ich kämpfe jeden Tag gegen die digitale Demenz, dass auch die „kleinen“ Geschichten nicht verloren gehen. Manchmal reicht ein geschriebenes Wort in der Datenbank, damit jene Geschichten nicht in den unendlichen Tiefen des Datenmeeres versinken.

Ich arbeite seit 2014 in den Archiven des Bayerischen Rundfunks, wo ich meine zweijährige crossmediale Fortbildung zum Wissenschaftlichen Dokumentar durchlaufen habe. Hierbei habe ich sowohl in der Audio- als auch in der Videodokumentation gearbeitet. Die theoretischen Grundlagen habe ich am Institut für Information und Dokumentation der FH Potsdam erlangt. Im Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen anderer Medienanstalten habe ich dort auch einen Einblick in die Vielfältigkeit der Informationsbranche bekommen und habe eine Branche im Wandel kennen und schätzen gelernt. Derzeit arbeite ich in einem Projektteam zur Digitalisierung von Videobändern (Beta, DigiBeta). Meine Aufgabe ist es, die digitalisierten Dateien dokumentarisch zu erfassen sowie bereits vorhandene Datensätze aus einer Sendenachweis-Datenbank (FESAD) in ein produktionsnahes Content Management System (VIAM) zu migrieren und bedarfsgerecht anzupassen. Für mich als studierten Historiker ist diese Arbeit besonders reizvoll, denn ich lerne viel über die Erschließungsmethoden vorhergehender Generationen von Dokumentaren, deren Umgang mit früheren Informationsinfrastrukturen und die Schwierigkeiten, die entstehen können, wenn komplexe Datensätze in neue Datenbankumgebungen übergeleitet werden müssen. Ich schätze es sehr, dass ich meine Fachkenntnisse aus dem Geschichtsstudium in die tägliche Arbeit einbringen kann − nicht jedem studierten Historiker ist es vergönnt, so eingehend mit der Zeitgeschichte arbeiten zu können.

Seit kurzem bin ich nun DGI-Mitglied und erhoffe mir neben fachlichem Input aus dem Bereich der Information und Dokumentation einen regen Austausch mit Informationsspezialisten aus unterschiedlichsten Bereichen und Ländern. Durch meine sehr guten Fremdsprachenkenntnisse können Sie mich gerne auch auf Französisch, Englisch oder Spanisch kontaktieren. Als DGI-Mitglied möchte ich meine Erfahrungen als Mediendokumentar in das Expertennetzwerk einbringen und für eine zukunftsfähige Informationswissenschaft als mögliches Berufsfeld für Historiker werben. Ich freue mich auf neue Kontakte, sei es bei diversen Veranstaltungen oder über die Netzwerke wie etwa Xing oder LinkedIn.

Online erschienen: 2016-11-2
Erschienen im Druck: 2016-11-1

© 2016 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Downloaded on 18.4.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/iwp-2016-0063/html
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