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„Ohne Poesie läßt sich nichts in der Welt wirken, Poesie aber ist Mährchen.“ Zu Johann Wolfgang von Goethes Märchen und zu seinem Mährchen

  • Ariane Ludwig EMAIL logo
Published/Copyright: July 23, 2014
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Zusammenfassung

Zeit seines Lebens hörte, las und erzählte Goethe gerne Märchen. ‚Nur‘ drei hat er selbst schriftlich festgehalten: Den in Dichtung und Wahrheit integrierten Neuen Paris, die als Novelle in Wilhelm Meisters Wanderjahren (nach dem Erstdruck im Taschenbuch fur Damen zum zweiten Mal) veröffentlichte Neue Melusine und das Mahrchen, das am Schluß der in Schillers Horen erschienenen Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten steht. Den Umstand, daß Titel und Gattungsbezeichnung im Falle des letztgenannten zusammenfallen, nimmt der Aufsatz zum Anlaß, das Mahrchen in den Kontext einiger (theoretischer) Aussagen von Goethe zu Märchen und zu seinem Mahrchen zu stellen. Dabei wird die These formuliert, Goethes raffiniertestes Angebot einer Gattungsdefinition sei das Mahrchen selbst.

Summary

Goethe read, told, and listened to fairytales all his life. But he wrote down only three of them: Der neue Paris was included in his autobiography Dichtung und Wahrheit. Die neue Melusine was first published separately in the Taschenbuch fur Damen, before Goethe republished it in his novel Wilhelm Meisters Wanderjahre. For Schiller’s magazine Die Horen he wrote the Mahrchen which concludes the Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten. The ambiguous coincidence of generic term and title in his Mahrchen prompts this analysis of the Mahrchen within the context of Goethe’s (theoretical) statements about this fairytale and fairytales in general. It is posited that the Mahrchen itself can be understood as Goethe’s most sophisticated attempt at a definition of the literary genre of the ‘fairytale’.

Résumé

Pendant toute sa vie, Goethe a été porté par une passion de lire, d’écouter et de raconter des contes. Mais il y en a seulement trois qu’il a fixés sous forme écrite : Der neue Paris qu’il a intégré dans son autobiographie Dichtung und Wahrheit, Die neue Melusine qu’il a d’abord publiée dans Taschenbuch fur Damen avant de l’inclure dans Wilhelm Meisters Wanderjahre et finalement le Mahrchen, placé à la fin des Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten, qui sont parus dans le périodique Die Horen publié par Schiller. La coïncidence du titre de ce dernier conte et du terme générique a donné lieu à l’idée de regarder le Mahrchen dans le contexte de ce que Goethe a dit (théoriquement) des contes et de son Mahrchen. Dans cet article, le Mahrchen est considéré comme l’effort le plus ingénieux que Goethe a fait pour définir la catégorie du conte.

Published Online: 2014-7-23
Published in Print: 2014-6-1

© 2014 by Walter de Gruyter Berlin/Boston

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