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Das Thema Tierversuche im Fernsehen - Meinungs-(Angst)mache durch Manipulation

  • Michael Vogt
Published/Copyright: October 11, 2016

Zusammenfassung der Diskussion

Bereits vor Beendigung des Vortrages durch Dr. Vogt entwickelte sich eine teilweise sehr emotional geführte Diskussion. Hierbei standen zunächst Fragen nach der Notwendigkeit von Tierversuchen in der pharmakologischen Forschung im Mittelpunkt und weniger die kommunikationswissenschaftlichen Aspekte. Dr. Vogt machte darauf aufmerksam, daß im vergangenen Jahr kein einziges Medikament auf synthetisch-chemischer Basis vom Bundesgesundheitsamt zugelassen wurde, ohne daß zuvor Tierversuche mit diesem Wirkstoff durchgeführt worden waren. Auch wenn die gesamte Pharmaindustrie rund 4000 Katzen pro Jahr für derartige Untersuchungen brauche, sei es nicht richtig, die jährlich 100.000 verschwindenden Katzen in entsprechenden Labors zu vermuten.

Es bestand Konsens darüber, daß Medien Realität konstruieren. Dies gelte für alle Themen. Aus der Sicht des Referenten werde allerdings bei der Realisation des Themas Tierversuche bewußt eine Realitätsfälschung durch die entsprechende Zusammensetzung und Dramaturgie von Diskussionsrunden oder durch die Vermischung von Fiktion und Wirklichkeit in Dokumentationssendungen konstruiert. Medienvertreter aus dem Publikum warfen daraufhin dem Referenten vor, daß er Meinungen manipulieren wolle, indem er Sendeversatzstücke aus dem Zusammenhang reiße und diese in seinem Sinne und zum Nachweis seines Verständnisses von verfehlter journalistischer Arbeit dem Publikum präsentiere.

Es wurde abermals deutlich, daß die grundsätzliche Diskussion über Tierversuche sehr stark polarisiert: der „weiße Riese“ Pharmaindustrie auf der einen und die armen Tiere auf der anderen Seite. Diese Polarisierung sei nur mit dialogischer Kommunikation und einer Rückbesinnung der Vertreter aus Pharmaindustrie und Medien auf ethische Grundwerte wie Solidarität, Altruismus und Gemeinwohl aufzulösen.

Published Online: 2016-10-11
Published in Print: 1994-1-1

© 2016 by Walter de Gruyter Berlin/Boston

Downloaded on 29.1.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/comm-1994-2-315/html
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