Das Thema Tierversuche im Fernsehen - Meinungs-(Angst)mache durch Manipulation
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Michael Vogt
Zusammenfassung der Diskussion
Bereits vor Beendigung des Vortrages durch Dr. Vogt entwickelte sich eine teilweise sehr emotional geführte Diskussion. Hierbei standen zunächst Fragen nach der Notwendigkeit von Tierversuchen in der pharmakologischen Forschung im Mittelpunkt und weniger die kommunikationswissenschaftlichen Aspekte. Dr. Vogt machte darauf aufmerksam, daß im vergangenen Jahr kein einziges Medikament auf synthetisch-chemischer Basis vom Bundesgesundheitsamt zugelassen wurde, ohne daß zuvor Tierversuche mit diesem Wirkstoff durchgeführt worden waren. Auch wenn die gesamte Pharmaindustrie rund 4000 Katzen pro Jahr für derartige Untersuchungen brauche, sei es nicht richtig, die jährlich 100.000 verschwindenden Katzen in entsprechenden Labors zu vermuten.
Es bestand Konsens darüber, daß Medien Realität konstruieren. Dies gelte für alle Themen. Aus der Sicht des Referenten werde allerdings bei der Realisation des Themas Tierversuche bewußt eine Realitätsfälschung durch die entsprechende Zusammensetzung und Dramaturgie von Diskussionsrunden oder durch die Vermischung von Fiktion und Wirklichkeit in Dokumentationssendungen konstruiert. Medienvertreter aus dem Publikum warfen daraufhin dem Referenten vor, daß er Meinungen manipulieren wolle, indem er Sendeversatzstücke aus dem Zusammenhang reiße und diese in seinem Sinne und zum Nachweis seines Verständnisses von verfehlter journalistischer Arbeit dem Publikum präsentiere.
Es wurde abermals deutlich, daß die grundsätzliche Diskussion über Tierversuche sehr stark polarisiert: der „weiße Riese“ Pharmaindustrie auf der einen und die armen Tiere auf der anderen Seite. Diese Polarisierung sei nur mit dialogischer Kommunikation und einer Rückbesinnung der Vertreter aus Pharmaindustrie und Medien auf ethische Grundwerte wie Solidarität, Altruismus und Gemeinwohl aufzulösen.
© 2016 by Walter de Gruyter Berlin/Boston
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- Titelei
- Inhalt
- Editorial
- Begrüßung
- Vortrag: „Gesundheit und Kommunikation“
- Teil I. Gesundheit und Lebensstil
- Vortrag: Gesundheitskultur im Alltag: Sprachloses Leid. Zur existentiellen Dimension von Kommunikation
- Vortrag: „Public Health and Media“
- Artikel: Health Information Dissemination in the Information Age: Media, Messages and Roles
- Teil II. Gesundheit und Werbung
- Vortrag: Wochenmarkt Gesundheit: Aufklärung oder Vermarktung
- Vortrag: Keine Medikation ohne Kommunikation
- Teil III. Gesundheit: Information und Desinformation
- Vortrag: Gesundheit durch Unterhaltung - Ist das möglich?
- Präsentationen. Moderation: Prof. Hademar Bankhofer
- Pharmaindustrie im politischen Kreuzfeuer: Tierversuche - Gentechnik - klinische Prüfungen - Risikokommunikation als unternehmerische Notwendigkeit
- Gesundheitsfernsehen: Wartezimmer 2000
- „Leichter leben“
- Das Thema Tierversuche im Fernsehen - Meinungs-(Angst)mache durch Manipulation
- Neue Konzepte zur Gesundheitsentwicklung am Beispiel der Filmreihe „Kunst des Heilens, Kunst des Lebens“
- Publikumsveranstaltung. Thema: Ab morgen soll ich gesünder leben Fernsehen und Zeitschriften als Gesundheitspotential
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