Notizen und Kurzbeiträge
Restitution Bibliothek Stolberg-Wernigerode
Im Oktober 2024 hat das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek drei Bände aus der Fürst zu Stolberg-Wernigerodeschen Bibliothek an Philipp Fürst zu Stolberg-Wernigerode zurückgegeben. Es handelt sich um zwei Bände einer lateinischen Ausgabe der Naturgeschichte von Plinius dem Jüngeren aus dem 18. Jahrhundert sowie eine im Jahr 1731 in Wernigerode gedruckte Anleitung zur Schreibkunst.
Die Bände wurden im Zuge eines vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste Magdeburg finanzierten Kooperationsprojekts mit der Staatsbibliothek zu Berlin identifiziert, das die Erforschung der Verkaufswege und Handelspraktiken des 1959 in Leipzig gegründeten Zentralantiquariats der DDR zum Ziel hat. Ein besonderes Augenmerk des Projekts liegt auf der Herkunft der sowohl an DDR-Bibliotheken als auch in die Bundesrepublik Deutschland verkauften Buchbestände, unter denen sich sowohl Fälle von NS-Raubgut als auch Bodenreformgut finden. Die Untersuchung der Erwerbungen des Deutschen Buch- und Schriftmuseums beim Zentralantiquariat hat auch die Provenienz zur Stolberg-Wernigerodeschen Bibliothek ans Licht geholt.
Die Fürst zu Stolberg-Wernigerodesche Bibliothek zählt zu den großen historischen Adelsbibliotheken und hatte in den 1920er Jahren einen Umfang von mehr als 130.000 Bänden. Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten sah sich das Fürstenhaus 1928/29 zum Verkauf der wertvollsten Handschriften und Bücher durch die Antiquare Jacques Rosenthal und Karl W. Hiersemann gezwungen. Im Zuge der Zwangsverwaltung des Stolberg-Wernigerodeschen Vermögens wurde 1930 der Berliner Antiquar Martin Breslauer mit dem Verkauf der gesamten Bibliothek beauftragt, über den die Preußische Staatsbibliothek zu Berlin die Abteilung Hymnologie und die Leichenpredigten erwarb. Bis 1933, als die Zusammenarbeit mit Breslauer endete, hatte dieser rund 31.000 Bände verkauft. 1946 transportierten sowjetische Trophäenbrigaden rund 50.000 Bände der Bibliothek in die Sowjetunion. Die verbliebenen Teile wurden im Zuge der Bodenreform enteignet und 1948 in die Universitäts- und Landesbibliothek Halle überführt. Die drei nun restituierten Bände erwarb das Deutsche Buch- und Schriftmuseum, das weltweit älteste Buchmuseum, in den Jahren 1977 und 1987 beim Zentralantiquariat.
Bei ihrer Erforschung fielen neben den Stempeln der Gräflich Stolbergischen Bibliothek Signaturen und Dublettenvermerke der Universitäts- und Landesbibliothek Halle auf. Diese weisen darauf hin, dass die Bände im Zuge der Bodenreform enteignet und anschließend in Halle gesichtet, aber nicht in den dortigen Bibliotheksbestand übernommen wurden. Wann und wie sie von Halle ins Zentralantiquariat gelangten, ist bislang ungeklärt.
Für im Zuge der Bodenreform enteignete Bücher gelten die Regelungen des Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetzes von 1994. Die drei Bände sind inzwischen in die Fürst zu Stolberg-Wernigerodesche Bibliothek zurückgekehrt, wo sie öffentlich zugänglich sind. Mit Philipp Fürst zu Stolberg-Wernigerodes Einverständnis ließ die Deutsche Nationalbibliothek die Bände vor der Rückgabe digitalisieren, sodass sie der Klemm-Sammlung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums digital erhalten bleiben.
Weitere Informationen
Informationen zur Provenienzforschung an der Deutschen Nationalbibliothek: www.dnb.de/provenienzforschung
Bilder
Bildmaterial zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit Berichterstattung über die Restitution unter www.dnb.de/presse.
Ansprechpartnerin
Dr. Stephanie Jacobs
Leiterin des Deutschen Buch- und Schriftmuseums
Tel.: + 49 341 2271-575 | E-Mail: s.jacobs@dnb.de
Hintergrund
Die Deutsche Nationalbibliothek sammelt, dokumentiert und archiviert alle Werke in Schrift und Ton, die seit 1913 in Deutschland und weltweit über Deutschland oder in deutscher Sprache veröffentlicht werden, und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich. Ihre umfassenden Dienstleistungen bietet sie an den beiden Standorten in Leipzig und Frankfurt am Main und in digitaler Form global an. Mit dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum und dem Deutschen Exilarchiv 1933–1945 verfügt die Deutsche Nationalbibliothek darüber hinaus über wertvolle und reichhaltige Sondersammlungen. Durch Lesungen, Ausstellungen, Vorträge und Konzerte macht sie regelmäßig auf ihre Bestände aufmerksam und fördert Buch-, Lese- und Musikkultur mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm.
Kontakt
Stephan Jockel
Deutsche Nationalbibliothek
Strategische Entwicklungen und Kommunikation
Adickesallee 1 | 60322 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 1525-1005 | E-Mail: s.jockel@dnb.de
URL: https://www.dnb.de
ZBW unterstützt Diamant Open Access für wirtschaftswissenschaftliche Zeitschriften des Vereins für Socialpolitik
„German Economic Review“ und „Perspektiven der Wirtschaftspolitik“ erscheinen zukünftig im Open Access
Ab 2025 erscheinen die wirtschaftswissenschaftlichen Fachzeitschriften „German Economic Review“ und „Perspektiven der Wirtschaftspolitik“ des Vereins für Socialpolitik im Diamant Open Access. Dadurch haben Autor*innen und Leser*innen kostenfreien Zugang zu allen Artikeln der beiden Zeitschriften. Ermöglicht wurde diese Umstellung durch die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und ihre Initiative Open Library Economics (OLEcon) und die enge Zusammenarbeit mit der Fachgesellschaft „Verein für Socialpolitik“ (VfS).
Der Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen ist für die Wissenschaft von entscheidender Bedeutung. Bisherige Modelle wissenschaftlicher Publikationen erschweren jedoch oft den offenen Zugang zu Forschung durch Publikationsgebühren und eingeschränkte Verfügbarkeit. Um diese Hürden abzubauen, wandeln die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und der Verein für Socialpolitik jetzt zwei bedeutende wirtschaftswissenschaftliche Fachzeitschriften – die „German Economic Review“ (GER) und die „Perspektiven der Wirtschaftspolitik“ (PWP) – in das Diamant-Open-Access-Modell um.
Die „German Economic Review“ genießt internationales Renommee als Fachzeitschrift für wirtschaftswissenschaftliche Forschung. Die „Perspektiven der Wirtschaftspolitik“ schlagen eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis. Open Access ermöglicht es, dass die in den beiden Zeitschriften präsentierte Forschung nun einem breiten Publikum zugänglich ist, was den Dialog sowohl innerhalb der wissenschaftlichen Community als auch mit der Praxis stärkt.
Mit Unterstützung der Open Library Economics (olecon.zbw.eu) wird die Umstellung ab 2025 realisiert. Für Autor*innen ist das Open-Access-Publizieren damit in beiden Zeitschriften ab 2025 ohne Kosten möglich. Für Leser*innen sind die Artikel in den beiden Zeitschriften frei verfügbar und nachnutzbar.
Hartmut Egger, federführender Herausgeber der German Economic Review, betont insbesondere den Vorteil der erhöhten Reichweite: „Mit der Umstellung der German Economic Review auf Open Access bieten wir allen Forschenden weltweit einen kostenlosen Zugang zu unseren Vereinsjournalen. Damit erhöhen wir die Sichtbarkeit unserer Forschungsergebnisse im Bereich der Wirtschaftswissenschaften. Davon profitieren nicht nur die Leser*innen, sondern auch die interessierte Fachöffentlichkeit und die gesamte Forschungslandschaft.“
Achim Wambach, federführender Herausgeber der „Perspektiven der Wirtschaftspolitik“ hebt die Bedeutung von Open Access für den Wissenstransfer hervor: „Die Umstellung zu Open Access ist ein bedeutender Meilenstein für die Perspektiven der Wirtschaftspolitik. Die neuesten Erkenntnisse aus der Wissenschaft für die Wirtschaftspolitik werden jetzt für alle Lesenden frei zugänglich. Das macht die Zeitschrift zukunftsfähig, und verbessert den Wissenstransfer.“
Die Zeitschriften „German Economic Review“ und „Perspektiven der Wirtschaftspolitik“ erscheinen weiter bei dem Verlag DeGruyter als Dienstleister für die Publikation. DeGruyter organisiert eine Ko-Finanzierung der Produktionskosten der Zeitschriften über das Subscribe-to-Open-Modell.
Der Verein für Socialpolitik, eine der größten Fachgesellschaften für Wirtschaftswissenschaften im deutschsprachigen Raum, verstärkt durch die Open-Access-Umstellung seine Rolle als zentrale Plattform für wissenschaftlichen Austausch. Die Vorsitzende des Vereins für Socialpolitik, Professorin Regina T. Riphahn, erklärt: „Mit dem Wechsel zu Open Access machen die Zeitschriften des Vereins für Socialpolitik einen wichtigen Schritt hin zu größerer Sichtbarkeit. Wir freuen uns, diesen Fortschritt gemeinsam mit der ZBW realisieren und durch den Open Access die Reichweite der beiden Publikationsorgane des Vereins für Socialpolitik erhöhen zu können.“
Der designierte VfS-Vorsitzende Professor Klaus Schmidt ergänzt: „Der Verein für Socialpolitik unterstützt die Bewegung für Open Access und Open Science aktiv mit seinen beiden Zeitschriften. Alle können in Zukunft auf die Artikel in den Perspektiven der Wirtschaftspolitik und in der German Economic Review zugreifen, ohne Abonnement, Bibliothekszugang oder Paywall. Das macht die Zeitschriften nicht nur für die Leser*innen, sondern auch für die Autorinnen und Autoren deutlich attraktiver. Wir freuen uns auf viele gute Beiträge und eine größere Sichtbarkeit der ökonomischen Forschung.“
Dr. Juliane Finger, OLEcon-Managerin bei der ZBW: „Wir freuen uns, dass wir mit OLEcon die Transformation von den zwei Zeitschriften der wichtigen Fachgesellschaft Verein für Socialpolitik zu Diamant Open Access unterstützen können. Die Transformation der renommierten Vereinszeitschriften ist ein wichtiges Signal an die Forschungscommunity und verdeutlicht die wachsende Bedeutung von fairen Open-Access-Modellen für die Wirtschaftswissenschaften.“
Über die ZBW
Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) ist die weltweit größte Informationsinfrastruktur für die Wirtschaftswissenschaften. Die Einrichtung beherbergt rund 4 Millionen Medieneinheiten und ermöglicht den Zugang zu Millionen wirtschaftswissenschaftlicher Online-Dokumente. Daneben stellt die ZBW eine rasant wachsende Sammlung von Open-Access-Dokumenten zur Verfügung. EconStor, der digitale Publikationsserver, verfügt aktuell über 280.000 frei zugängliche Aufsätze und Working Papers. Mit EconBiz, dem Fachportal für wirtschaftswissenschaftliche Fachinformationen, können Studierende oder Forschende in über 11 Millionen Datensätzen recherchieren. Zudem gibt die ZBW die beiden wirtschaftspolitischen Zeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics im Gold Open Access heraus. Die ZBW ist eine forschungsbasierte wissenschaftliche Informationsinfrastruktur. Mit Professuren in der Informatik, Wirtschaftswissenschaft und Informationswissenschaft und deren international besetzter Doktorandengruppe beschäftigt sich die ZBW transdisziplinär mit dem Thema Open Science. Die ZBW ist in ihrer Forschung international vernetzt. Hauptsächliche Kooperationspartner kommen aus DFG- bzw. BMBF-Projekten sowie aus dem Leibniz-Strategieforum Open Science. Die ZBW ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft und Stiftung des öffentlichen Rechts.
Kontakt
Dr. Doreen Siegfried, Pressesprecherin
ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft
Düsternbrooker Weg 120 | 24105 Kiel
Tel.: 0431 88 14-455 | E-Mail: d.siegfried@zbw.eu
URL: www.zbw.eu
bavarikon knackt die halbe Million: 500.000 digitale Kulturschätze aus rund 170 bayerischen Einrichtungen sind weltweit zugänglich
Die digitale Schatzkammer Bayerns bavarikon hat die halbe Millionen-Marke geknackt und das 500.000ste Objekt – ein prachtvolles Spielzeug-Musterbuch aus dem Nürnberger Spielzeugmuseum – online gestellt. Seit 2013 präsentiert das Kulturportal unter www.bavarikon.de mit seinen hochwertigen Digitalisaten einen weltweiten, kostenlosen Zugang zur bayerischen Kulturlandschaft. Kontinuierlich wächst das Portal um faszinierende Objekte aus mittlerweile rund 170 Kulturinstitutionen des Freistaats.
Das 500.000ste Objekt verdankt bavarikon seinem neuesten Partner, dem Spielzeugmuseum Nürnberg. Das Werk ist Teil einer Sammlung von sechs Spielzeug-Musterbüchern, die im 19. Jahrhundert entstanden sind und im Spielzeugmuseum Nürnberg aufbewahrt werden. Bereits im 18. Jahrhundert hatte sich Nürnberg als Hauptumschlagplatz des deutschen Spielwarenhandels etabliert. Parallel zum Verkauf über Handelsmessen wurde der Vertrieb über „Reisende“ oder über ständige Musterlager organisiert. Da diese kostspielig waren, kamen bebilderte „Musterkarten“ zum Einsatz. Im Archivbestand des Nürnberger Spielzeugmuseums haben sich sechs solcher Musterbücher aus der Zeit um 1850 bis 1880 erhalten. Sie zählen weltweit zu den seltenen kultur- und wirtschaftshistorischen Quellen dieser Branche und gelten als Vorläufer der späteren Warenkataloge. Die abgebildeten Spielwaren sind mit leuchtenden Aquarell- und Temperafarben von Hand koloriert und meist zusätzlich lackiert. Diese aufwendige Technik unterstreicht die prachtvolle Wirkung der abgebildeten Artikel.
Die Stiefel der „Moorleiche aus Peiting“ aus der Archäologischen Staatssammlung, Renaissance-Schmuck der Lauinger Fürstengruft aus dem Bayerischen Nationalmuseum oder der erste Dreirad-Motorwagen von Carl Benz aus dem Deutschen Museum – die Vielfalt der Kultur-, Kunst- und Wissensschätze in Bayerns Museen, Archiven, Bibliotheken und anderen Kultureinrichtungen ist spektakulär. Dieses Spektrum im Netz an einem zentralen Ort abzubilden – das ist das Ziel von bavarikon, der digitalen Schatzkammer des Freistaats.
Besucherinnen und Besucher des Portals entdecken Alltagsgegenstände, Fotografien, Karten, Skulpturen, Münzen, Handschriften, Nachlässe, Gemälde, Audios, Videos und vieles mehr. bavarikon leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag für Wissenschaft und Forschung, indem relevante Quellenbestände digitalisiert und zugänglich gemacht werden, sondern ermöglicht einer breiten, weltweiten Öffentlichkeit Teilhabe an den reichhaltigen bayerischen Kulturschätzen.
Bayerns Wissenschafts- und Kunstminister Markus Blume: „Herzlichen Glückwunsch zu 500.000-mal bayerisches Kulturerbe zum Anklicken. Mit bavarikon halten wir unsere Geschichte lebendig und bringen Kunst, Kultur und Wissenschaft auf jedes Smartphone. Auch im internationalen Vergleich ist die Anzahl von einer halben Million digitalen Exponaten aus rund 170 verschiedenen Partner-Institutionen herausragend. bavarikon bewahrt unser historisches Erbe modern, wissenschaftlich kuratiert und weltweit zugänglich: Ein echtes Highlight für jeden, der unsere Kultur und Tradition online erleben will – quasi Heimat digital. Herzlichen Dank an die vielen Institutionen, die das gemeinsam möglich machen.“
Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring: „Bayerns digitale Schatzkammer erreicht den nächsten Meilenstein: Mit Erreichen der Marke von 500.000 digitalen Objekten trägt bavarikon dem reichhaltigen kulturellen Erbe Bayerns auf moderne Weise Rechnung. So geht Digitalisierung auf bayerisch: Wir verbinden Tradition und Innovation auf einzigartige Weise. So macht es der digitale Wandel möglich, dass wir unsere bayerische Kultur und Geschichte lebendig halten und sie für nachfolgende Generationen bewahren. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Riesenerfolg!“
Prof. Dr. Rupert Gebhard, Vorsitzender des bavarikon-Rates: „500.000 digitale Objekte aus ganz unterschiedlichen Bereichen in einem Kulturportal ist auch im internationalen Vergleich ein Superlativ. Die für bavarikon ausgewählten Digitalisate sind für die kulturelle Identität des Freistaats Bayern von besonderer Bedeutung. Die Entscheidung über die Förderung von Projekten trifft der bavarikon-Rat, in dem 14 kulturverantwortliche Institutionen vertreten sind. Als Vorsitzender des Rats freue ich mich sehr über den großen Erfolg des Portals, darüber hinaus aber auch, dass ich bei jedem eigenen Besuch immer wieder Neues in dieser Datenschatzkammer entdecken kann.“
Weitere Informationen
Zum Online-Kulturportal bavarikon: www.bavarikon.de
Zum 500.000sten Objekt in bavarikon: https://www.bavarikon.de/object/bav:SPN-MUB-00000BAV80067725?lang=de
Zur Sammlung der „Nürnberger Spielzeug-Musterbücher aus dem 19. Jahrhundert“: https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-CMS-0000000000011504?lang=de
Bildmaterial/Pressebilder: https://syncandshare.lrz.de/getlink/fiQLM5KMR23vn6YPtM65n6 Bildnachweis: Spielzeug-Musterbuch, Nürnberg, 1850er / 1860er Jahre: Museen der Stadt Nürnberg, Spielzeugmuseum / bavarikon
Über bavarikon
bavarikon ist die digitale Schatzkammer des Freistaats Bayern. Das Onlineportal macht das vielfältige kulturelle Erbe Bayerns weltweit kostenlos zugänglich und richtet sich sowohl an die breite kulturinteressierte Öffentlichkeit als auch an wissenschaftliche Nutzerinnen und Nutzer. Mittlerweile sind über 500.000 Inhalte von rund 170 Kultureinrichtungen online. bavarikon ist ein Gemeinschaftsprojekt des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst und des Staatsministeriums für Digitales. Die Bayerische Staatsbibliothek trägt den laufenden redaktionellen, technischen und organisatorischen Betrieb.
Über die Bayerische Staatsbibliothek
Die Bayerische Staatsbibliothek, gegründet 1558 durch Herzog Albrecht V., ist mit rund 38,5 Millionen Medieneinheiten die größte wissenschaftliche Universalbibliothek Deutschlands und eine der international bedeutendsten Gedächtnisinstitutionen. Mit über 4,6 Millionen digitalisierten Werken verfügt die Bayerische Staatsbibliothek über den größten digitalen Datenbestand aller deutschen Bibliotheken. Die Bibliothek bietet vielfältige Dienste im Bereich innovativer digitaler Nutzungsszenarien an. Sie agiert zudem als technischer und redaktioneller Betreiber des Landeskulturportals bavarikon und des Literaturportals Bayern sowie als technischer Betreiber der Verkündungsplattform des Freistaats.
Kontakte
Florian Sepp M. A.
Bayerische Staatsbibliothek
Digitale Bibliothek und Bavarica
Referat Bavarica
Telefon: +49 89 28638-2767
florian.sepp@bsb-muenchen.de
Irma Bachhammer M. A.
Stabsreferat Kommunikation
Telefon: +49 89 28638-2024
presse@bavarikon.de
Bewerbungsaufruf: Der gemeinsame Beirat für EZB und DBIS wird für die Amtsperiode Mai 2025 bis April 2028 neu besetzt
Mehrere Hundert Bibliotheken bzw. Forschungseinrichtungen aus aller Welt beteiligen sich seit vielen Jahren an der Sammlung und Pflege der qualitativ hochwertigen Daten der beiden Services Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB) und Datenbank-Infosystem (DBIS). Die EZB ist eines der umfangreichsten Verzeichnisse an wissenschaftlichen elektronischen Zeitschriften und bietet ihren Nutzern viele Services zur effektiven Nutzung wissenschaftlicher Volltextzeitschriften im Internet. Das DBIS ist ein Service, der wissenschaftliche Datenbanken verzeichnet und dadurch Studierende, Forschende und wissenschaftlich Interessierte bei ihrer Literatur- und Informationssuche unterstützt.
Die derzeitige Amtsperiode des EZB-DBIS-Beirates endet im April 2025. Für die kommende Amtsperiode vom 1. Mai 2025 bis 30. April 2028 wird der gemeinsame Beirat für EZB und DBIS neu besetzt. Die Universitätsbibliothek Regensburg als Betreiberin der beiden Services freut sich auf die Bewerbung von Expertinnen und Experten aus einschlägigen Fachbereichen als Beiratsmitglied von EZB und DBIS.
Der EZB-DBIS-Beirat übernimmt folgende Aufgaben:
Beratung des EZB- und DBIS-Teams bei fachlichen und inhaltlichen Fragen, wie etwa zur Ausrichtung von EZB und DBIS oder zu Datenaustauschprozessen
Fachliche Begleitung der Weiterentwicklung von EZB und DBIS
Einpassung der Services in die bundesweiten Informationsinfrastrukturen
Beratung bei strategischen Entscheidungen und Zukunftsplanungen für EZB und DBIS
Erarbeitung von Empfehlungen, etwa zu neuen Funktionalitäten und Schnittstellen
Anregung zur Optimierung der Dienste
Bewerben können sich Vertreterinnen und Vertreter von Bibliotheken, Forschungseinrichtungen, Verbünden und Informationseinrichtungen sowie Endnutzende von EZB und DBIS. Der Beirat wird von der Universitätsbibliothek Regensburg geleitet. Eine erneute Berufung von bisher im EZB-DBIS-Beirat tätigen Mitgliedern ist möglich.
Die Mitglieder werden für eine Amtsperiode von drei Jahren durch die Universitätsbibliothek Regensburg berufen und treffen sich in der Regel zweimal jährlich. Die Tätigkeit im Beirat erfolgt ehrenamtlich. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Bitte senden Sie Ihre Bewerbung für die Mitgliedschaft im EZB-DBIS-Beirat bis zum 15. März 2025 an:
Silke Weisheit
Universitätsbibliothek Regensburg
Universitätsstraße 31
93053 Regensburg
Tel.: +49 941 943-7423 | E-Mail: silke.weisheit@ur.de
Bach-Archiv Leipzig erwirbt Mendelssohn-Handschrift
Klavierstimme zu Bachs Partita in E-Dur mit Widmung erst Ende des 20. Jahrhunderts entdeckt
Das Bach-Archiv Leipzig erwirbt eine bis ins späte 20. Jahrhundert unbekannte Handschrift Felix Mendelssohn Bartholdys aus Privatbesitz. Die 1846 von Mendelssohn komponierte Klavierstimme zu Johann Sebastian Bachs Partita für Violine in E-Dur, BWV 1006, ist ein einzigartiges Dokument der Leipziger Bach-Pflege im 19. Jahrhundert.
Im Jahr 1846 widmete Gewandhaus-Kapellmeister Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) seinem Freund, dem Violinvirtuosen, Leipziger Hochschullehrer und Konzertmeister des Gewandhausorchesters Ferdinand David (1810–1873), eine von ihm komponierte Klavierbegleitung zu Bachs Partita für Violine solo in E-Dur, BWV 1006. Für diese Zeit ungewöhnlich, führte David als Interpret regelmäßig Bachs Werke für Violine auf. Die dreiseitige Notenhandschrift unterzeichnete Mendelssohn mit den Worten „An F. David zur und aus der Erinnerung niedergeschrieben Leipzig d. 11.ten Nov. 1846. FMB“.
Die Existenz dieser Komposition war der Musikforschung lange Zeit unbekannt. Davids Sohn und Erbe war nach England ausgewandert und hatte das Manuskript dorthin mitgenommen. Die Komposition aus dem Nachlass des bei Oxford wirkenden Musiklehrers wurde erst in den späten 1990er Jahren im Archiv eines Londoner Händlers entdeckt und ging, nach einer Auktion des Hauses Sotheby′s, sofort in eine Privatsammlung.
Dem Bach-Archiv Leipzig gelang es, das für die Musikstadt Leipzig doppelt bedeutsame Objekt anzukaufen und so nach Leipzig – dem langjährigen Wirkungsort von Mendelssohn und David – zu holen. Als Zeugnis der reichen Musiktradition der Messestadt steht dieses nun sowohl der Bach- als auch der Mendelssohn-Forschung zur Verfügung.
Prof. Dr. Dr. h. c. Peter Wollny, Direktor des Bach-Archivs Leipzig: „Ich freue mich sehr, dass eine für die Geschichte der Bach-Rezeption im frühen 19. Jahrhundert so wichtige Handschrift ihre dauerhafte Heimat im Bach-Archiv gefunden hat. Mein Dank gilt allen, die am Zustandekommen dieser Erwerbung mitgewirkt haben, speziell Herrn Arend Oetker, dem Sprecher des Kuratoriums der Stiftung Bach-Archiv Leipzig für die großzügige Bereitstellung der benötigten finanziellen Mittel.“
Das Bach-Archiv Leipzig versteht sich als musikalisches Kompetenzzentrum am Hauptwirkungsort Johann Sebastian Bachs. Sein Zweck ist, Leben, Werk und Wirkungsgeschichte des Komponisten und der weit verzweigten Musikerfamilie Bach zu erforschen, sein Erbe zu bewahren und als Bildungsgut zu vermitteln. Das Bach-Archiv ist Mitglied der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen und gehört zu Deutschlands „Kulturellen Leuchttürmen“. Es zählt laut einer von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien erstellten Studie zu den „wichtigsten gesamtstaatlich bedeutsamen Kultureinrichtungen“ in den neuen Bundesländern.
Kontakt
Franziska von Sohl, Pressereferentin
Bach-Archiv Leipzig | Stiftung bürgerlichen Rechts
Institut an der Universität Leipzig
Thomaskirchhof 15/16 | 04109 Leipzig
Tel.: +49 341 9137-121 | E-Mail: von.sohl@bach-leipzig.de
URL: www.bach-leipzig.de
© 2025 bei den Autoren, publiziert von Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
Dieses Werk ist lizensiert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.
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