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Open Digitization Policy der SuUB Bremen

Published/Copyright: March 4, 2021
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Die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen (SuUB Bremen) verfügt über reichhaltige historische Sammlungen (Bücher, Nachlässe, Handschriften, historische Karten etc.). Sie hat sich zum Ziel gesetzt, ihren Nutzerinnen und Nutzern durch Retrodigitalisierung einen bestmöglichen Zugang zu diesen Beständen zu bieten und Volltexte auch für innovative Nachnutzungen bereitzustellen. Sie unterstützt damit Forschende, Kulturschaffende und die interessierte Öffentlichkeit bei der Informationsbeschaffung und -weiterverarbeitung und trägt zu freien Wissensräumen und neuen Forschungsmethoden und -ergebnissen bei.

Die SuUB Bremen fördert den offenen Zugang und die freie Nachnutzung digitaler Wissensbestände und versteht dies als wichtigen Beitrag zum Open Science / Open Access. Die im Kontext der Digitalisierung entstehenden digitalen Texte sind gemäß der FAIR-Prinzipien auffindbar, zugänglich, kompatibel und wieder verwendbar. Die Bibliothek veröffentlicht in ihren Digitalen Sammlungen (brema.suub.uni-bremen.de) digitale Reproduktionen gedruckter urheberrechtsfreier Wissensbestände, die der Öffentlichkeit kostenfrei und uneingeschränkt zur Nutzung zur Verfügung stehen. Mit Beginn des Jahres 2021 tritt die Open Digitization Policy der SuUB Bremen in Kraft. Das bedeutet:

  • Digitalisate gedruckter gemeinfreier Werke, bei deren Erstellung keine schützenswerten Rechte entstanden sind, werden mithilfe der Public Domain Mark als gemeinfreie Werke ausgewiesen. Die SuUB Bremen macht keinerlei rechtliche Ansprüche für die Nutzung dieser Digitalisate geltend.

  • Metadaten zu Digitalisaten (bibliographische Daten, Strukturdaten etc.) und schützenswerte Rechte (z. B. Lichtbildschutzrechte) – sofern diese bei der Erstellung der Digitalisate entstanden sein könnten – werden unter der Lizenz CC0 1.0 veröffentlicht. Auch hierbei verzichtet die SuUB Bremen auf alle urheberrechtlichen und verwandten Schutzrechte.

  • Im Einzelfall, insbesondere bei Digitalisaten von Werken, deren Urheberrecht noch nicht abgelaufen ist, ist die Weiterverwendung eingeschränkt (nicht gemeinfrei). Diese eingeschränkten Lizenzbedingungen sind jeweils in den bibliographischen Angaben eines Titels vermerkt. Die SuUB bemüht sich mit den Rechteinhabern größtmögliche Freiheitsgrade für die Nachnutzung auszuhandeln.

Bei der Nutzung der Digitalisate unserer Digitalen Sammlungen bitten wir die Nutzer, die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis einzuhalten. Um eine vollständige Quellenangabe wird gebeten. Außerdem freuen wir uns bei der direkten Nachnutzung unserer Digitalisate (bspw. bei der Abbildung in Verlagspublikationen oder bei der Analyse von Volltexten) über eine Nachricht sowie einen Link auf das entsprechende Angebot per E-Mail sowie ein Belegexemplar der Publikation.

Die SuUB Bremen haftet nicht für etwaigen Missbrauch der von ihr angefertigten und / oder virtuell zugänglich gemachten Digitalisate und Metadaten. Auf Anfrage stellen wir für Veröffentlichungen und Forschungen hochaufgelöste Bilddateien (TIF-Format) sowie (soweit möglich) Volltexte zur Verfügung.

Ausbau des Fachinformationsdienstes Musikwissenschaft mit Services für die musikwissenschaftliche Spitzenforschung bis 2023 gesichert

Die Bayerische Staatsbibliothek (BSB) und die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) starten die vierte Phase des Fachinformationsdienstes (FID) Musikwissenschaft, ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft seit 2014 gefördertes und nun um weitere drei Jahre verlängertes Projekt. Das Fördervolumen der 4. Phase liegt bei rund 2 Mio. Euro. Ziel des Projekts ist die Bereitstellung relevanter Informationsangebote für die musikwissenschaftliche Spitzenforschung in Deutschland. In den kommenden drei Jahren bauen die BSB und die SLUB ihre bereits etablierten Angebote weiter aus und fügen neue, innovative Services hinzu.

Die Erwerbung von fachlich relevanter Literatur und wissenschaftlichen Ressourcen ist dabei von zentraler Bedeutung und umfasst sowohl gedruckte als auch elektronische Publikationsformen sowie die Lizenzierung von e-Medien. Das klassische Erwerbungsprofil wird flankiert von einer breiten Palette an digitalen Services für das Fach. Unter dem gemeinsamen Label musiconn. Für vernetzte Musikwissenschaft werden bereits etablierte Formate kontinuierlich erweitert und optimiert. Dazu zählt die Bereitstellung und technische Weiterentwicklung des Onlinekatalogs des Répertoire International des Sources Musicales (RISM-OPAC) an der BSB. Dieses Nachweisinstrument ist mit mehr als 1,2 Mio. enthaltenen Musikquellen die maßgebliche Datenbank ihrer Art weltweit.

Durch das Dresdner Onlinerepositorium musiconn.publish hat sich der FID Musikwissenschaft mittlerweile auch zu einer festen Größe im Bereich Publizieren und Open Access entwickelt und bietet Forscherinnen und Forschern die Möglichkeit, ihre Arbeiten kostenfrei und langzeitgesichert zu veröffentlichen. Dieser Service wird in den kommenden Jahren ebenso weiter ausgebaut werden wie die Datenbank für musikalische Aufführungsereignisse musiconn.performance an der SLUB und die Webanwendung musiconn.scoresearch, eine Melodiesuche durch optische Notenerkennung an der BSB.

Bestehende Services wie die Webarchivierung von Internetressourcen oder die Bereitstellung einer Dissertationsmeldestelle werden in der kommenden Förderphase ebenfalls weiter durch den FID betreut. Gänzlich neue Wege werden zudem durch den Aufbau einer digitalen Phonothek (musiconn.audio) an der SLUB beschritten.

Dem Austausch mit der wissenschaftlichen Fachcommunity wird in der neuen Förderphase weiterhin eine hohe Priorität eingeräumt. Mit dem Blog musiconn.kontrovers, betrieben von der BSB, wird ein Format fortgesetzt, durch das aktuelle Themen des Fachs konstruktiv diskutiert werden können. Durch einen Beirat mit Vertreterinnen und Vertretern aus einem institutionell breiten Spektrum der Musikwissenschaft und einem internationalen Advisory Board erhält der FID zudem ein kontinuierliches Feedback zu seiner Arbeit und neue Impulse für Weiterentwicklungen, die sich an den Bedarfen der Wissenschaft orientieren.

Alle Angebote sowie weitere Information können über das Projektportal www.musiconn.de aufgerufen werden.

Über die Bayerische Staatsbibliothek

Die Bayerische Staatsbibliothek, gegründet 1558 durch Herzog Albrecht V., genießt als internationale Forschungsbibliothek Weltrang. Mit rund 34 Millionen Medieneinheiten ist sie die größte Universalbibliothek Deutschlands und gehört zu den bedeutendsten Gedächtnisinstitutionen der Welt. Mit mehr als 2,5 Millionen digitalisierten Werken verfügt die Bayerische Staatsbibliothek über den größten digitalen Datenbestand aller deutschen Bibliotheken. Die Bibliothek bietet vielfältige Dienste im Bereich innovativer digitaler Nutzungsszenarien an.

URL: www.bsb-muenchen.de

Über die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) ist eine der größten und vielseitigsten wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland. 1556 gegründet, ist sie heute die Bibliothek der Technischen Universität Dresden, Landesbibliothek für den Freistaat Sachsen und ein überregional wirksames Innovations- und Servicezentrum für die Entwicklung digitaler Informationsinfrastrukturen. Mit zukunftsweisenden Technologien werden Information und Wissen produziert, transparent verknüpft und niedrigschwellig verfügbar gemacht. Möglichst konsequent dem Ideal von Open Access verpflichtet, erfüllt die SLUB Aufgaben entlang des gesamten Forschungskreislaufs.

URL: www.slub-dresden.de

Kontakte:

Jürgen Diet

Bayerische Staatsbibliothek

Musikabteilung

Ludwigstr. 16 | 80539 München

Tel.: +49 89 28638-2768 | E-Mail:

Prof. Dr. Barbara Wiermann

Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

Musikabteilung

Zellescher Weg 18 | 01069 Dresden

Tel.: +49 351 4677-561 | E-Mail:

Forschungsnahe Services für die Theater- und Tanzwissenschaft

DFG bewilligt dritte Förderphase des Fachinformationsdienstes Darstellende Kunst

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den Fachinformationsdienst Darstellende Kunst (FID DK) für weitere 3 Jahre. Der FID DK wird seit 2015 an der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in Frankfurt am Main aufgebaut. Mit der neuen Fördersumme in Höhe von 1.036.181 Euro kann der FID DK sein Ziel weiterverfolgen, Wissenschaftler*innen der Theater- und Tanzwissenschaft komfortable Zugänge zu bislang schwer erreichbaren Wissensressourcen über das FID-Portal www.performing-arts.eu zu ermöglichen. Zwischen den Akteuren aus der Wissenschaft sowie den Gedächtnisinstitutionen bildet der Fachinformationsdienst Darstellende Kunst somit eine koordinierende Schnittstelle.

Forschung und Lehre in den Theater- und Tanzwissenschaft beziehen sich auf szenische Praktiken, wie Aufführungen, Performances und Festivals. Das FID-Portal Darstellende Kunst stellt seinen Nutzer*innen aktuell die Daten von 730.000 Objekten (Büchern, Zeitschriften, Digitalisaten, AV-Medien etc.), 82.000 Ereignissen und 74.000 Personen (Schauspieler*innen, Regisseur*innen, Tänzer*innen usw.) aus 19 verschiedenen Gedächtnisinstitutionen für ihre Recherche zur Verfügung. Diese Bereitstellung hochwertiger Daten für die Forschung sowie weitere datenbasierte Dienstleistungen wird der Fachinformationsdienst Darstellende Kunst in seiner dritten Förderphase ausbauen und erweitern: u. a. durch die Community und kollaborativ getriebene Entwicklung einer Ontologie der Domäne Darstellende Kunst oder die Visualisierung in Form einer Kartografie von Theaterbauten.

Der FID DK ist Mitglied im Konsortium NFDI4Culture. Dessen Ziel ist die Entwicklung einer bedarfsorientierten Infrastruktur für Forschungsdaten zu materiellen und immateriellen Kulturgütern. Gemäß der von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) 2018 verabschiedeten Vereinbarung zum Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) gilt es, den digitalen Schub für die Fachcommunity zu unterstützen. Mit Workshops, Beratungsangeboten und Best-Practice-Leitfäden werden die Vertreter*innen der Theater- und Tanzwissenschaft im Umgang mit diesen neuen Formaten der Datenerhebung und digitalen Tools geschult und in ihren Forschungsvorhaben und -projekten unterstützt.

Kontakt:

Franziska Voß

Fachinformationsdienst Darstellende Kunst

Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg

Bockenheimer Landstraße 134–138 | 60325 Frankfurt am Main

Tel.: (069) 798 39574 | E-Mail:

50 Jahre Musikleben in Deutschland

Die Witwe des Musikkritikers Hans-Klaus Jungheinrich übergibt seinen Nachlass an Unibibliothek

Die Universitätsbibliothek Frankfurt am Main erhielt als Schenkung der Familie den Nachlass des Musikjournalisten, Musikschriftstellers und Musikers Hans-Klaus Jungheinrich (1938–2018). Hans-Klaus Jungheinrich war von 1967 bis zu seinem Lebensende einer der renommiertesten Musikkritiker und Musikschriftsteller im deutschsprachigen Raum. Jahrzehnte lang im Feuilleton der Frankfurter Rundschau erhielt er für seine Verdienste 2011 die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt am Main.

Seine Rezensionen spiegeln 50 Jahre Musikleben im deutschsprachigen Raum wider: Konzerte in Frankfurt und weiterer Umgebung, größere und kleinere Operninszenierungen deutschlandweit, Festivals wie Bayreuth. Einen Schwerpunkt bildet auch die Oper Frankfurt. Der Nachlass umfasst 36 Ordner mit Rezensionen und Manuskripten, sowie Korrespondenzen mit Komponisten, Dirigenten und Musikschriftstellern, darunter einen sich über 25 Jahre erstreckenden Briefwechsel mit dem befreundeten Komponisten Hans-Werner Henze. Die Universitätsbibliothek wird den Nachlass archivieren, aufarbeiten und der Forschung zur Verfügung stellen. Die Nutzung ist nach Voranmeldung und unter Berücksichtigung von Schutzfristen im Lesesaal Spezialsammlungen der UB möglich.

Weitere Informationen:

Dr. Ann Kersting-Meuleman, Sammlung Musik und Theater

Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg

Bockenheimer Landstraße 134–138 | 60325 Frankfurt am Main

Tel.: (069) 798 39245 | E-Mail:

Latein lernen mit Tricktrack – vor 500 Jahren

Universitätsbibliothek erwirbt das allererste in Frankfurt am Main gedruckte Buch

Die Frankfurter Universitätsbibliothek konnte jetzt das allererste in Frankfurt am Main gedruckte Buch erwerben: Der „Ludus studentum Friburgensium“ des Franziskanermönchs Thomas Murner von 1511 galt bislang als empfindliche Lücke in der hiesigen Sammlung Frankfurter Drucke. Die Unterstützung der „Freunde der Universitätsbibliothek“ machte den antiquarischen Kauf möglich.

Johannes Gutenberg erfand in Mainz um 1450 den Buchdruck mit beweglichen Lettern. Erst über 50 Jahre später entstand in Frankfurt am Main die erste Druckerei – reichlich spät, sollte man denken. Der Grund dafür könnte in der unmittelbaren Nachbarschaft zu Mainz liegen, das seit Gutenbergs Erfindung der „Schwarzen Kunst“ eine führende Rolle im Buchdruck einnahm. Somit gab es für Druckereien und Verlage in Frankfurt im 15. und frühen 16. Jahrhundert wohl noch keinen Bedarf.

Die Situation änderte sich erst, als 1511 der aus dem Elsass stammende Franziskaner Thomas Murner (1475‒1537) nach Frankfurt kam und für rund zwei Jahre im dortigen Franziskanerkloster lebte. Das Kloster befand sich da, wo heute die Paulskirche steht. Murner war Doktor der Theologie und Rechtswissenschaft, Humanist, Satiriker und ein leidenschaftlicher Gegner Martin Luthers. Mit ihm kam sein jüngerer Bruder, der Buchdrucker Beatus Murner nach Frankfurt. In dessen Druckerei entstanden in den Jahren 1511 und 1512 die ersten neun nachweislich in Frankfurt gedruckten Bücher. Verfasser ist jeweils, mit einer Ausnahme, Thomas Murner. Dabei handelt es sich allerdings nicht um umfangreiche Werke, sondern eher um kleine Broschüren.

Das allererste dieser neun Bücher ist der 1511 erschienene „Ludus studentum Friburgensium“, ein Lehrbuch für lateinische Prosodie und Metrik. Thomas Murner erhoffte sich, aufbauend auf Erfahrungen an der Freiburger Universität, dass die Studenten mit Hilfe von Spielen Elemente der lateinischen Silben- und Verslehre auswendig lernen. Bei diesen Spielen handelt es sich u. a. um ein Radspiel, Schach und Tricktrack, den Vorgänger von Backgammon. Enthalten sind acht Holzschnitte, darunter zwei, die sich aufklappen lassen, und einer mit einem drehbaren Rad, einer sogenannten Volvelle.

Im Altbestand der Frankfurter Stadtbibliothek, der sich heute als städtische Dauerleihgabe in der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg befindet, waren bislang lediglich sechs der neun Frankfurter Murner-Drucke vorhanden. Glücklicherweise konnte die Bibliothek jetzt den „Ludus studentum Friburgensium“ mit Unterstützung der Freunde der UB erwerben. Er stellt eine sehr wertvolle Ergänzung und Bereicherung des Bestands dar.

Das höchst seltene Büchlein wurde komplett digitalisiert: http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/inc/content/titleinfo/11109108.

Information:

Dr. Bernhard Tönnies, Abteilung Handschriften und Inkunabeln

Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg

Bockenheimer Landstraße 134–138 | 60325 Frankfurt am Main

Tel.: +49 (69) 798 39236 | E-Mail:

Kontakt für Pressefragen allgemein:

Bernhard Wirth

Stabsstelle Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit der Bibliothek

Tel.: +49 (69) 798 39223 | E-Mail:

Liszt-Manuskripte restituiert

Klassik Stiftung Weimar findet Erben in Argentinien

Die Klassik Stiftung Weimar hat einen weiteren Fall von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut abgeschlossen und zwei Notenmanuskripte von Franz Liszt restituiert. Die Manuskripte gehörten bis 1937 Emma Frankenbacher, einer Bürgerin jüdischer Herkunft, deren Rechtsnachfolger die Stiftung in Argentinien ausfindig machen konnte. Nach erfolgter Restitution erwarb die Klassik Stiftung Weimar die beiden Manuskripte mit Unterstützung der Thüringer Staatskanzlei und der Freundesgesellschaft des Goethe- und Schiller-Archivs. Die Handschriften befinden sich nun rechtmäßig im Liszt-Bestand des Goethe- und Schiller-Archivs.

Bei den Notenmanuskripten handelt es sich zum einen um eine von Liszt umfassend überarbeitete Partiturabschrift seines 1. Klavierkonzertes Es-Dur. Sie gilt als letztgültige Kompositionsfassung und diente dem Erstdruck (Wien, Haslinger 1857) als Stichvorlage. Das zweite Manuskript − eine Abschrift des „Festliedes zu Schillers Jubelfeier“ − enthält eine eigenhändige Widmung Liszts.

Emma Frankenbacher, geboren 1875 im fränkischen Ansbach, lebte in Nürnberg, als sie die Notenmanuskripte Ende 1937 zum Kauf anbot. Zu diesem Zeitpunkt war die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland unter anderem durch die 1935 erlassenen sogenannten Nürnberger Rassengesetze erheblich verschärft worden. Viele Verfolgte mussten ihr Hab und Gut verkaufen, um ihr Überleben zu sichern, um Zwangsabgaben zu leisten oder um ihre Emigration zu finanzieren. Das Goethe-Nationalmuseum, heute Teil der Klassik Stiftung Weimar, erwarb die Manuskripte von Emma Frankenbacher für insgesamt 150 Reichsmark. Erst im Liszt-Museum verwahrt, wurden sie später in den Liszt-Bestand des Goethe- und Schiller-Archivs überführt. Emma Frankenbacher wurde im September 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie kurz darauf starb. Ihrer Tochter und deren Ehemann war es zuvor gelungen, sich durch Emigration nach Argentinien zu retten.

Im Rahmen ihrer systematischen Provenienzforschung identifizierte die Klassik Stiftung Weimar die beiden Notenmanuskripte als NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut. Die anschließende Erbensuche stellte jedoch eine Herausforderung dar. Frankenbachers Tochter Elisabeth Zimmer hatte selbst keine Kinder. Zudem lagen keine Dokumente zur Rechtsnachfolge in Argentinien vor. Erst durch aufwändige Recherchen im familiären Umfeld Frankenbachers konnte über einen entfernten Verwandten in Guatemala Kontakt zu den Erben in Argentinien hergestellt werden: Elisabeth und ihr Mann hatten ihren Cousin und dessen Familie zu ihren Erben bestimmt.

Im Januar 2021 unterzeichnete die Klassik Stiftung Weimar mit den Erben eine Vereinbarung über die Restitution der Autographen. Aufgrund der Bedeutung der Werke für die heutigen Sammlungen der Stiftung vereinbarten beide Parteien einen Rückkauf. So können die Notenhandschriften im Kontext des umfangreichen Nachlasses von Franz Liszt für die internationale Forschung und Öffentlichkeit im Goethe- und Schiller-Archiv nun rechtmäßig bewahrt werden. Den Ankauf ermöglichten Mittel der Thüringer Staatskanzlei sowie die Unterstützung der Freundesgesellschaft des Goethe- und Schiller-Archivs. Die kompletten Notenhandschriften von Franz Liszt sind über die Archivdatenbank digital zugänglich.

Seit 2010 überprüft die Klassik Stiftung ihre Bestände systematisch, das heißt chronologisch und bestandsübergreifend, auf NS-verfolgungsbedingt entzogene Kulturgüter, sogenanntes NS-Raubgut. Seit 2020 werden die Recherchen über NS-verfolgungsbedingte Entziehungen hinaus auf unrechtmäßige Entziehungen in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR ausgeweitet.

Weitere Information im Internet:

„Cranachs Bilderfluten“ und Barrierefreiheit

Herzogin Anna Amalia Bibliothek setzt sich neue Ziele

Über 85.000 Besucherinnen und Besucher begrüßt das historische Stammhaus der Herzogin Anna Amalia Bibliothek jedes Jahr seit seiner Wiedereröffnung 2007 – das Sechsfache der jährlichen Gästezahl vor dem Brand. Nachdem dieser großartige, aber auch herausfordernde Publikumserfolg nun 13 Jahre anhält, hat die Klassik Stiftung Weimar beschlossen, das Stammhaus der international angesehenen Archiv- und Forschungsbibliothek – insbesondere das Foyer und den unteren Ausstellungsraum (Renaissancesaal) – zeitgemäß und publikumsorientiert zu ertüchtigen. Von zentraler Bedeutung sind dabei die Verbesserung der Barrierefreiheit und der Eingangssituation, die über die Jahre in vielen Rückmeldungen kritisiert wurde. Des Weiteren bereitet die Bibliothek den Renaissancesaal als Ausstellungsraum auf, um dort ab Anfang 2022 die neue Schau „Cranachs Bilderfluten“ zu zeigen. Die Ausstellung ermöglicht den Besucherinnen und Besuchern, die Cranach-Werke wieder zu erleben, die seit Juni 2018 wegen der Instandsetzung des Weimarer Stadtschlosses im Depot aufbewahrt werden. Auch während der Umbaumaßnahmen können Besucherinnen und Besucher, sobald die Corona-Situation eine Öffnung der Bibliothek wieder erlaubt, das Stammhaus mit dem Rokokosaal weiterhin besichtigen.

Durch die Neukonzeption ihres Stammhauses möchte die Herzogin Anna Amalia Bibliothek zum einen das Besuchserlebnis verbessern, zum anderen ihre reformations- und erinnerungsgeschichtliche Bedeutung stärker vermitteln. Dazu schafft sie mit der Ertüchtigung des Renaissancesaals zum Ausstellungsraum für hochkarätige Kunst- und Buchprojekte nicht nur ein neues touristisches Ziel, sondern gibt der Startausstellung „Cranachs Bilderfluten“ auch einen passenden zeitgenössischen Raum. Nur wenige Jahre nach Cranachs Tod gebaut, gehört der Renaissancesaal zum ältesten Kern des bis 1569 als Renaissanceschloss errichteten Gebäudes. Als fürstlicher Wohnsitz steht es in enger Verbindung zu den Ernestinern und den herrschaftlichen Räumen dieser Zeit in unmittelbarer Nachbarschaft: der Weimarer Stadtkirche St. Peter und Paul mit dem Altarretabel von Lucas Cranach dem Jüngeren sowie dem Stadtschloss, in dem bis zum Beginn der Instandsetzung 2018 die Cranach-Galerie untergebracht war. Einige dieser Galeriegemälde hingen ursprünglich im Stammhaus der heutigen Herzogin Anna Amalia Bibliothek und kehren mit der neuen Ausstellung „Cranachs Bilderfluten“ nun an ihren angestammten Platz zurück.

Die Schau zeigt Objekte von Lucas Cranach dem Älteren, dem Jüngeren und ihrer Werkstatt. Jedes Medium, das sie beherrschten, ist vertreten: Gemälde, Graphiken, illustrierte Bücher, Drucke und Medaillen. Diese für Cranachs Zeitgenossen überwältigende Bilderflut verbindet die Ausstellung mit Gegenwartsfragen über Meinungsbildung, Reichweiten und Fake News.

Neben dem neuen Ausstellungsraum konzipiert die Herzogin Anna Amalia Bibliothek die Vorräume des Rokokosaals und den Vorraum zum Bücherturm neu, um eine klare räumliche und thematische Gliederung für die Besucherinnen und Besucher zu schaffen: das Erdgeschoss mit dem Renaissancesaal markiert das 16. Jahrhundert, das erste Obergeschoss mit dem Rokokosaal sowie dem Bücherturm das 18. und 19. Jahrhundert und das zweite Obergeschoss mit dem Studiensaal und dem Branddenkmal des Architekten Walther Grunwald stehen, ebenso wie das moderne Studienzentrum, für das 21. Jahrhundert.

Im Zuge der inklusiveren Publikumsorientierung verbessert die Bibliothek auch ihre Eingangssituation und insbesondere die barrierefreien Zugänge. Künftig werden wieder alle Besucherinnen und Besucher das Stammhaus über den historischen Haupteingang von Clemens Wenzeslaus Coudray betreten, der seit der Wiedereröffnung 2007 nur von Angestellten und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen verwendet wurde. Für letztere wird es nun auch direkt im Foyer eine Hebebühne geben, mit der sie vom Eingangsraum selbstständig den ca. 65 cm höher gelegenen Foyerbereich und den Renaissancesaal erreichen können. Damit die Hebebühne eingebaut werden kann, ist es notwendig, einen kleinen Teil des Foyers auf die Höhe des Eingangsraums abzusenken. Der 2007 in das Foyer eingebrachte und sehr beliebte Bodenbelag aus grünen Keramikfliesen – eine moderne Interpretation Walther Grunwalds – bleibt erhalten, wird jedoch für mehr Rutschfestigkeit optimiert. Alle Maßnahmen sind in enger Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden entwickelt und von diesen genehmigt.

Die Neukonzeption des Stammhauses ist Teil der von der Thüringer Staatskanzlei geförderten Agenda 2020 der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Diese Agenda definiert den Typ „Archiv- und Forschungsbibliothek“ im Spannungsfeld des materiellen Sammlungserhalts, der Überlieferungsbildung, der digitalen Transformation, Vernetzung und Vermittlung von Wissen neu. Zusätzlich zu den Maßnahmen im Stammhaus wird das Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek durch Sammlungspräsentationen, Veranstaltungen und neue digitale Angebote als Informations- und Kommunikationsbereich stärker in der Öffentlichkeit verankert.

Weitere Informationen im Internet:

Goethes Briefwechsel mit Riemer – Goethe- und Schiller-Archiv macht digitale Gesamtausgabe zugänglich

Seit Ende des letzten Jahres ist die digitale Ausgabe Johann Wolfgang von Goethe. Briefwechsel mit Friedrich Wilhelm Riemer auf der Website der Klassik Stiftung Weimar als Online-Ressource des Goethe- und Schiller-Archivs frei zugänglich. Die erste Gesamtausgabe der Korrespondenz Goethes mit dem Philologen Friedrich Wilhelm Riemer umfasst 430 Briefe, die nach historisch-kritischen Prinzipien ediert und erstmals umfassend wissenschaftlich kommentiert erscheinen. Das Projekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Friedrich Wilhelm Riemer (1774–1845) war von 1803 bis zu Goethes Tod 1832 einer seiner wichtigsten Mitarbeiter. Durch den regelmäßigen persönlichen Kontakt in Weimar schrieben beide Korrespondenten sich nur unregelmäßig. Die Pragmatik ihrer Arbeitsbeziehung prägt auch den Briefwechsel. Die Briefe befassen sich mit Sprache und Form von Goethes Werken, es werden stilistische und metrische Fragen problematisiert und entschieden.

Den Briefen lagen häufig Manuskripte und Druckfahnen bei, die im Vorfeld von Arbeitsbesprechungen bei Goethe gelesen und revidiert wurden. Viele dieser Beilagen stehen im Zusammenhang mit der Entstehung und Veröffentlichung von Werken Goethes, was sie zu wichtigen Türöffnern zur Werkstatt macht. Die digitale Ausgabe verzeichnet diese Konzepte, druckfertigen Manuskripte, Aushänge- oder Korrekturbogen – zum Teil mit handschriftlichen Korrekturen versehen – und präsentiert sie nach Möglichkeit als Digitalisate. So wird das Archiv des Dichters in einem Umfang sichtbar, wie es in der räumlichen Beschränktheit einer gedruckten Ausgabe nicht möglich wäre.

Bibliographische Angaben

Johann Wolfgang von Goethe: Briefwechsel mit Friedrich Wilhelm Riemer. Im Auftrag der Klassik Stiftung Weimar, Goethe- und Schiller-Archiv hrsg. von Héctor Canal und Jutta Eckle unter Mitarbeit von Uta Grießbach, Annette Mönnich und Florian Schnee, Weimar 2020.

Weitere Informationen im Internet:

Neuzugänge 2020 – Goethe- und Schiller-Archiv erwirbt bedeutende Autographen von Goethe, Arnim und Liszt

Im Jahr 2020 konnte das Goethe- und Schiller-Archiv der Klassik Stiftung Weimar erneut den Zugang bedeutender Autographen verzeichnen. Manuskripte, Briefe, Postkarten und Fotos wurden aus dem Erwerbungsetat angekauft oder kamen als Schenkung ins Haus. Zudem erwarb die Freundesgesellschaft des Goethe- und Schiller-Archivs e. V. für über 36.000 Euro Handschriften für die Bestände.

Neu im Archiv sind unter anderem drei Briefe von Goethe an Friedrich Justin Bertuch, Cornelius Johann Rudolf Ridel und Georg Reinbeck. Auch weitere Briefe aus dem Umfeld von Goethe ergänzen die Sammlungen, unter anderem von seiner Schwiegertochter Ottilie sowie von seinen Enkeln Walther und Wolfgang, von Friedrich Wilhelm Riemer, Johanna Schopenhauer, Johann Peter Eckermann, Christian August Vulpius und von Goethes „Urfreund“ Karl Ludwig von Knebel. Ein bislang unbekanntes Manuskript von Johann Heinrich Meyer und Johann Christian Schuchardt über Goethes Münzsammlung ermöglicht neue Erkenntnisse über die Zusammenarbeit zwischen Goethe und seinen kunsthistorischen Gesprächspartnern bei der Vermittlung des historischen Münzwesens seit der Antike. Das Manuskript enthält Textabschnitte, die in den bislang vorliegenden Aufzeichnungen zu Goethes Münzsammlung fehlen.

Ebenfalls neu zugegangen ist ein Brief von Achim von Arnim an seinen Verleger Christian Heinrich Ferdinand Hartmann aus dem Jahr 1826. Der umfangreiche Arnim- und Brentano-Bestand des Goethe- und Schiller-Archivs wurde 2020 im Rahmen der Bundessicherungsverfilmung digitalisiert. Finanziert durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sind damit 72.000 Digitalisate erstmalig für die Forschung und Öffentlichkeit freigeschaltet. Sie dokumentieren Leben und Werk von Bettina und Achim von Arnim sowie die komplexe Überlieferung der Familien Brentano und Arnim.

Des Weiteren erwarb das Archiv bedeutende Briefe von und an Franz Liszt sowie einen Brief von Clara Schumann aus dem Jahr 1854. Als Schenkung erhielt es die kostbare Prachtausgabe von Franz Liszts „F. Chopin“ aus dem Jahr 1879 mit einer handschriftlichen Widmung des Autors an seine Klavierschülerin Elisabeth von Sachsen-Weimar-Eisenach.

Das 1885 gegründete Goethe- und Schiller-Archiv ist das älteste Literaturarchiv in Deutschland. In seinem Gesamtbestand von rund 5 Millionen Blatt verwahrt es mehr als 150 Nachlässe von Schriftstellern, Gelehrten, Philosophen, Komponisten und bildenden Künstlern. Darunter befinden sich auch die Nachlässe Goethes, Schillers, Herders, Wielands, Nietzsches und Franz Liszts. Hinzu kommen 14 Archive von Verlagen, Vereinen und literarischen Gesellschaften sowie Einzelhandschriften von circa 3.000 Persönlichkeiten vom Ende des 13. bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts. Diese Bestände mit ihrem Schwerpunkt im 18. und 19. Jahrhundert repräsentieren in umfassendem Maße die deutschsprachige Literatur sowie die Musik, bildende Kunst und Wissenschaft.

Der Nachlass Goethes wurde 2001 von der UNESCO in das dokumentarische Erbe Memory of the World aufgenommen.

Kontakt:

Klassik Stiftung Weimar

Stabsreferat Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, Marketing

Burgplatz 4, D-99423 Weimar | PF 2012, D-99401 Weimar

Tel.: +49 3643 545-113 | FAX: +49 3643 545-118 | E-Mail:

www.klassik-stiftung.de | blog.klassik-stiftung.de | facebook.de/klassik.stiftung.weimar

Ein Landeskonzept für den Originalerhalt des schriftlichen Kulturguts in Berlin!

Das erste Jahr im Projekt zur Erarbeitung des Berliner Landeskonzeptes ist vorüber und wir blicken zufrieden zurück und optimistisch voraus

Am 12. Oktober 2020 war es schließlich so weit: Das Projektteam innerhalb des Kompetenzzentrums Bestandserhaltung für Archive und Bibliotheken in Berlin und Brandenburg (KBE), http://www.zlb.de/kbe, angesiedelt in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, begann nach Monaten der Vorbereitung mit dem ersten Teil seiner groß angelegten zweiteiligen Erhebung in zahlreichen Archiven, Bibliotheken und vergleichbaren Kulturgut bewahrenden Einrichtungen Berlins.

Seither haben wir im Projekt unzählige Nachrichten versandt, Telefonate geführt und Fragen beantwortet. Und das mit Erfolg! Denn immer mehr Einrichtungen folgten unserem Aufruf und füllten unseren Fragebogen aus. So erreichten uns seit dem 12. Oktober fast 100 Fragebögen aus ganz Berlin, in denen uns zahlreiche bedeutende und bedrohte Bestände an schriftlichem Kulturgut vorgestellt wurden. Jeder Fragebogen, der uns erreichte, wurde mit Dank entgegengenommen, mit Interesse gelesen, mit Sorgfalt geprüft und mit Hilfe von Nachfragen ggf. von Widersprüchen befreit.

Wir sind begeistert von den vielen Zuschriften und dem positiven Zuspruch. Da sich einige besonders stark pandemiegebeutelte Eichrichtungen bisher jedoch noch nicht beteiligen konnten, möchten wir deren Bitte entsprechen: Der Befragungszeitraum für den fragebogenbasierten ersten Teil unserer groß angelegten zweiteiligen Erhebung wird bis zum 15. März 2021 verlängert! Nutzen Sie also die sich hieraus ergebende Gelegenheit und stellen Sie uns im Fragebogen Ihre besonders bedeutenden Bestände an schriftlichem Kulturgut vor! So tragen Sie zu einer aktuellen und validen Übersicht über die besonders bedeutenden und bedrohten Bestände Berlins bei und helfen die Grundlage für das Landeskonzept und die künftigen Bemühungen des Landes im Bereich der Bestandserhaltung zu schaffen. Unseren Fragebogen können Sie über verschiedene Möglichkeiten abrufen, ausfüllen und bei uns, dem Projektteam, einreichen.

Was erwartet Sie in 2021 noch? Wir freuen uns, Sie ab April in unserem zweiten interviewgestützten Erhebungsteil bald auch in persona kennenzulernen. Im persönlichen Gespräch möchten wir mit Ihnen die Daten aus dem Fragebogen im Hinblick auf die Rahmenbedingungen für Bestandserhaltung vertiefen und Raum für die Darstellung der komplexen Hintergründe bieten. Denn wir wollen nicht nur den Ist-Zustand festhalten, sondern vielmehr Zusammenhänge darstellen, um so Anknüpfungspunkte für die künftigen Bemühungen des Landes im Bereich der Bestandserhaltung zu identifizieren.

In freudiger Erwartung Ihrer zahlreichen Zuschriften und mit herzlichem Dank für Ihre Mitwirkung wünschen wir Ihnen viel Erfolg und laden Sie ein, das Projekt auf unserer Website http://www.zlb.de/kbe zu entdecken!

Lisa Graf

Projektleiterin Landeskonzept für den Originalerhalt des schriftlichen Kulturguts in Berlin

Kompetenzzentrum Bestandserhaltung für Archive und Bibliotheken in Berlin und Brandenburg (KBE)

Zentral- und Landesbibliothek Berlin | Referat 4B – KBE

Postfach 610179 | 10922 Berlin

Tel.: 030 90226 – 636 / 635 | E-Mail:

Projektwebsite: www.zlb.de/kbe/projekt-landeskonzept-originalerhalt

Die Zukunft wird digitaler. Alles Analoge bleibt gleichberechtigt

Deutsche Nationalbibliothek legt Strategische Prioritäten 2021–2024 vor

„Die Deutsche Nationalbibliothek ist ein aktives kulturelles Gedächtnis der Vergangenheit und der Zukunft“. Unter diesem Motto veröffentlicht die Deutsche Nationalbibliothek zum dritten Mal nach 2014 und 2017 ihre Strategischen Prioritäten als fokussierten Ausschnitt ihres gesetzlichen Auftrages. Um ihre Funktion als kulturelles Gedächtnis auch in Zukunft erfüllen zu können, sieht die Deutsche Nationalbibliothek auf alle Prozesse und Verfahren noch stärker als bisher durch die „digitale Brille“: Die digitalen Sammlungen sollen ausgebaut sowie attraktive und benutzerfreundliche Präsentationsformen entwickelt werden. Digitale Erschließungsprozesse sowie die spartenübergreifende Vernetzung und Verständigung mit Kultur und Wissenschaft stehen darüber hinaus im Fokus. Die Basis für alle anderen Handlungsfelder bildet die laufende Weiterentwicklung der Deutschen Nationalbibliothek als lernende Organisation.

Die Strategischen Prioritäten 2021–2024 machen die mittelfristigen Ziele der Deutschen Nationalbibliothek transparent. Ausgerichtet sind sie an dem Rahmenpapier „Deutsche Nationalbibliothek 2025: Strategischer Kompass“, das 2016 veröffentlicht wurde und die Richtung für einen längeren Zeitraum weist. Einige der in den aktuellen Prioritäten enthaltenen Ziele wirken jedoch auch weit über 2025 hinaus.

Konkretisiert und umgesetzt werden die Ziele der Deutschen Nationalbibliothek in einem jährlich fortgeschriebenen und evaluierten internen Maßnahmenkatalog und in daraus resultierenden Arbeitsprogrammen.

Weitere Informationen:

  • Deutsche Nationalbibliothek Strategische Prioritäten 2021–2024 Netzpublikation in englischer und deutscher Sprache unter https://www.dnb.de/strategie

  • Deutsche Nationalbibliothek 2025: Strategischer Kompass Netzpublikation und Bestellmöglichkeit für die gedruckte Fassung in englischer und deutscher Sprache unter https://www.dnb.de/strategie

Ansprechpartner:

Frank Scholze

Tel.: +49 69 1525-100 | E-Mail:

Hintergrund:

Die Deutsche Nationalbibliothek sammelt seit über 100 Jahren alle Inlandspublikationen in Schrift, Bild und Ton sowie weltweit deutschsprachige Veröffentlichungen und solche mit Bezug zu Deutschland ab 1913, dokumentiert und archiviert sie und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich. Ihre umfassenden Dienstleistungen bietet sie an den beiden Standorten in Leipzig und Frankfurt am Main und im urheberrechtlich zulässigen Rahmen in digitaler Form global an.

Mit dem Deutschen Exilarchiv 1933–1945 und dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum verfügt die Deutsche Nationalbibliothek darüber hinaus über wertvolle und reichhaltige Sondersammlungen. Durch Lesungen, Ausstellungen, Vorträge und Konzerte macht sie regelmäßig auf ihre Schätze aufmerksam und fördert Buchkultur, Lesekultur und Musikkultur mit mehr als 40 Millionen Medieneinheiten, jährlich rund 220.000 Besucher*innen an den beiden Standorten Leipzig und Frankfurt am Main und mit einem bunten und hochkarätigen Veranstaltungsprogramm.

KlingKlang – Geräusche aus der Mediengeschichte

Unter dem Titel „KlingKlang – Geräusche aus der Mediengeschichte“ bietet die Deutsche Nationalbibliothek zum Jahresbeginn einen ungewöhnlichen „Blick“ auf ihre Sammlung: Sie öffnet ihre Schatzkammern fürs Ohr. Mit 31 kurzen Videoclips zum Zuhören und Mitraten begleitet die Serie den Januar akustisch – die Auflösung folgt jeweils am Ende des Clips. Gezeigt wird die Serie auf Instagram (@buchundschriftmuseum), Facebook (@DeutscheNationalbibliothek) und Twitter (@DNB_aktuelles).

Ob die übers Pergament kratzende Feder oder der 3D-Drucker, ob Phonograph, Zylinderdruckpresse, Gameboy oder das Zirpen des Tintenstrahldruckers: Mit ganz unterschiedlichen Geräuschen aus der Mediengeschichte läuten wir das neue Jahr ein. An jedem Tag im Januar gibt es eine akustische Überraschung aus 5.000 Jahren Mediengeschichte. Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum und das Deutsche Musikarchiv geben den medienhistorischen Sammlungen des Hauses eine Stimme durch ihre vielen Stimmen. Was normalerweise stumm in Magazin und Ausstellung steht, geht nun akustisch außer Haus: Auf die „stille Nacht“ folgen der Krach der Druckmaschinen und die wispernden Geräusche der Medien.

Die kleine Akustikserie setzt die kulturellen Experimente des Jahres 2020 fort, deren Formate – wenn auch aus der Not geboren – das Aufgabenspektrum von Bibliotheken, Museen und Archiven erweitern. „Kultur virtuell“ ist eine Antwort auf die Herausforderung, bei geschlossenen Türen ein Publikum zu erreichen. Mit Lesungen, Führungen und Mitschnitten von Veranstaltungen präsentiert die Deutsche Nationalbibliothek ein wechselndes und wachsendes digitales Angebot im Internet unter www.dnb.de/kulturvirtuell.

KlingKlang – Geräusche aus der Mediengeschichte

31 Videoclips zum Zuhören und Mitraten

1. – 31. Januar 2021

Auf Instagram (@buchundschriftmuseum), Facebook (@DeutscheNationalbibliothek) und Twitter (@DNB_aktuelles)

Ansprechpartnerin:

Dr. Stephanie Jacobs (Herausgeberin)

Tel.: +49 341 2271-575 | E-Mail:

Hintergrund:

Die Deutsche Nationalbibliothek sammelt seit über 100 Jahren alle Inlandspublikationen in Schrift, Bild und Ton sowie weltweit deutschsprachige Veröffentlichungen und solche mit Bezug zu Deutschland ab 1913, dokumentiert und archiviert sie und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich. Ihre umfassenden Dienstleistungen bietet sie an den beiden Standorten in Leipzig und Frankfurt am Main und im urheberrechtlich zulässigen Rahmen in digitaler Form global an.

Mit dem Deutschen Exilarchiv 1933–1945 und dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum verfügt die Deutsche Nationalbibliothek darüber hinaus über wertvolle und reichhaltige Sondersammlungen. Durch Lesungen, Ausstellungen, Vorträge und Konzerte macht sie regelmäßig auf ihre Schätze aufmerksam und fördert Buchkultur, Lesekultur und Musikkultur mit mehr als 40 Millionen Medieneinheiten, jährlich rund 220.000 Besucher*innen an den beiden Standorten Leipzig und Frankfurt am Main und mit einem bunten und hochkarätigen Veranstaltungsprogramm.

Kontakt:

Stephan Jockel

Deutsche Nationalbibliothek

Strategische Entwicklungen und Kommunikation | Pressesprecher

Adickesallee 1 | 60322 Frankfurt am Main

Tel.: +49 69 1525-1005 | E-Mail:

Bibliothekskonsortium und Thieme schließen weiteren Vertrag zur Open Access-Transformation

Die Thieme Gruppe hat einen Transformationsvertrag mit ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften, dem Forschungszentrum Jülich und acht weiteren Fachbibliotheken geschlossen. Im Rahmen der aktuellen Vereinbarung, die zum 1. Januar 2021 in Kraft tritt, erhalten Autorinnen und Autoren der teilnehmenden Institutionen die Möglichkeit, Originalarbeiten in vier internationalen Thieme Fachzeitschriften ohne Mehrkosten open access zu publizieren. Das Angebot umfasst die Titel „International Journal of Sports Medicine“, „Pharmacopsychiatry“, „Thrombosis and Haemostasis“ und „Methods of Information in Medicine“. Bereits 2019 hatte Thieme eine ähnliche Übereinkunft getroffen. Das Pilotprojekt beschränkte sich zunächst auf die Nutzung der Fachzeitschrift „Hormone and Metabolic Research“.

Der neue Vertrag der Thieme Gruppe mit den zehn Mitgliedern des erweiterbaren Bibliothekskonsortiums regelt die schrittweise Transformation eines bestehenden Subskriptionsmodells in eine Open Access-Finanzierung. „Wir arbeiten konsequent an der Umwandlung des bisherigen Geschäftsmodells. Wichtig ist dabei, transparente und faire Rahmenbedingungen für alle Beteiligten zu schaffen“, erklärt Thieme Verleger Dr. h.c. Albrecht Hauff. „Der bereits 2019 geschlossene Transformationsvertrag hat gezeigt, wie wichtig es ist, jenseits von Großprojekten wie DEAL zukunftsweisende Vereinbarungen zu schließen.“

Die teilnehmenden Fachbibliotheken zahlen in den kommenden fünf Jahren für die Nutzung der ausgewählten Thieme Fachzeitschriften im neuen Geschäftsmodell eine Gebühr, die sich aus einer Lizenz für das Lesen und einer Publikationspauschale für die Open Access-Veröffentlichung von Autoren an diesen Institutionen zusammensetzt. Die Anzahl der Open Access-Veröffentlichungen ist hierbei nicht begrenzt. Die betreffenden Fachzeitschriften wurden von den Beteiligten bewusst ausgewählt: Jeder Titel umfasst ein sehr forschungsintensives Fachgebiet, in dem deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler umfangreich publizieren. Nach etwa der Hälfte der Vertragslaufzeit werden die Vertragspartner gemeinsam überprüfen, wie sich die Open Access-Einreichungen entwickeln. Die bisherige Lizenzgebühr wird dabei schrittweise in eine Publikationsgebühr umgewandelt.

„ZB MED fördert die offene und reproduzierbare Wissenschaft im Sinne von Open Science und FAIR-Prinzipien. Daher setzen wir uns bereits seit vielen Jahren für Open Access ein“, betont Geschäftsführerin Gabriele Herrmann-Krotz. „Mit der Thieme Gruppe haben die Bibliotheken einen verlässlichen Partner gefunden, und wir freuen uns, dass wir die gute Zusammenarbeit nach dem Pilotprojekt vor zwei Jahren nun weiter ausbauen konnten“, so Gabriele Herrmann-Krotz weiter.

Dr. Bernhard Mittermaier, Leiter der Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich und Beteiligter an den DEAL-Verhandlungen, betont die wissenschaftspolitische Bedeutung des Vertrags: „Mit den jetzt getroffenen Vereinbarungen gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt, komplementär zu den DEAL-Verhandlungen mit den drei größten Verlagen weltweit die Umstellung in den Open Access kontinuierlich auch bei kleinen und mittleren Verlagen voranzutreiben.“ Der Fortschritt der Transformation wird in dem vom Forschungszentrum Jülich betriebenen Open Access Monitor Deutschland dokumentiert.

Die Qualitätssicherung der Veröffentlichungen ist für alle beteiligten Projektpartner ein entscheidendes Anliegen. Die Leistungen der Thieme Gruppe sind bei Open Access-Publikationen ebenso umfangreich wie bei traditionellen Zeitschriftenartikeln. Ein anspruchsvolles Peer Review durch international führende Expertinnen und Experten sowie ein professionelles Lektorat sind auch bei Open Access-Artikeln selbstverständlich.

„Es ist erfreulich, dass wir erstmalig einen Transformationsvertrag für ein Titelpaket vereinbaren konnten, mit welchem wir und unsere Teilnehmer weitere wertvolle Erfahrungen mit Open Access sammeln können“, erläutert Maja Laisse, Director Sales Institutional Sales bei Thieme.

Über das Forschungszentrum Jülich

Forschung für eine Gesellschaft im Wandel: Mit dieser Mission arbeiten im Forschungszentrum Jülich mehr als 6.000 Menschen Hand in Hand, darunter jährlich 600 Gastwissenschaftler aus 59 Ländern. Ihr gemeinsames Ziel: Forschung, die wirkt. Deshalb erforschen am Forschungszentrum Jülich Experten Grundlagen, Technologien und Systeme für die digitalisierte Gesellschaft, ein klimaschonendes Energiesystem und Ressourcen schützendes Wirtschaften. Natur-, Lebens- und Technikwissenschaften in den Bereichen Information, Energie und Bioökonomie sind hier eng mit besonderer Expertise im Höchstleistungsrechnen verknüpft und profitieren davon, dass einzigartige wissenschaftliche Infrastrukturen eingesetzt werden können. Das Forschungszentrum Jülich gehört zu den großen interdisziplinären Forschungseinrichtungen in Europa und leistet als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Beiträge zur Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit.

Über Thieme

Thieme ist marktführender Anbieter von Informationen und Services, die dazu beitragen, Gesundheit und Gesundheitsversorgung zu verbessern. Das Familienunternehmen entwickelt mit seinen über 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern digitale und analoge Angebote in Medizin und Chemie. Die internationale Unternehmensgruppe mit weltweit 11 Standorten nutzt dafür ein breites Experten- und Partnernetzwerk sowie die qualitativ hochwertigen Inhalte aus 200 Fachzeitschriften und 4.400 Buchtiteln. Mit ihren Lösungsangeboten unterstützt Thieme relevante Informationsprozesse in der Wissenschaft, in Ausbildung und Patientenversorgung. Medizinstudierende, Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten, Kliniken, Krankenkassen sowie alle an Gesundheit Interessierten stehen hierbei im Mittelpunkt. Anspruch der Thieme Gruppe ist es, ihnen genau die Informationen, Services und Werkzeuge bereitzustellen, die sie in einer bestimmten Arbeitssituation oder Lebensphase benötigen. Durch die hohe Qualität und zielgruppenspezifische Relevanz der angebotenen Leistungen bereitet Thieme den Weg für eine bessere Medizin und mehr Gesundheit im Leben.

Über ZB MED

ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften ist ein Infrastruktur- und Forschungszentrum für lebenswissenschaftliche Informationen und Daten. Ziel ist es, die Forschung für Mensch und Umwelt zu unterstützen und zu stärken: von Medizin über Biodiversität bis hin zu Umweltschutz.

Die Arbeit von ZB MED orientiert sich an den strategischen Leitlinien:

  • Forschen + vernetzen: Wir forschen gemeinsam mit der regional, national, europäisch und weltweit vernetzten Forschungsgemeinschaft.

  • Data Science: Wir ermöglichen Datenanalysen und generieren neue Erkenntnisse durch Forschung.

  • Zugang zu Informationen: Wir stellen den Zugang zu Information, Literatur und Daten als zentrale Informationsinfrastruktur nachhaltig bereit.

  • Open + FAIR: Wir fördern die offene und reproduzierbare Wissenschaft im Sinne von Open Science und FAIR-Prinzipien.

  • Wissens- und Kompetenzvermittlung: Wir vermitteln aktiv Wissen, Kompetenzen und Fähigkeiten.

ZB MED bietet eine Kombination aus überregionaler Informationsversorgung, Big-Data-Analysen und Wissensvermittlung. Dies unterstützt die Forschenden umfassend im Sinne von Open Science entlang des gesamten Forschungskreislaufs und ermöglicht so neue Erkenntnisse: Information und Wissen für die Lebenswissenschaften.

Kontakt:

Ulrike Ostrzinski

Pressesprecherin ZB MED

Tel.: (0221) 478 5687 | E-Mail:

Datenbasierte Wissenschaft: FAIR wird die neue Normalität

Mehr als 1.100 Vertreter*innen aus 71 Ländern trafen sich virtuell zu einem Fachaustausch zum Forschungsdatenmanagement und diskutierten die Zukunft der datenbasierten Wissenschaft

Forschungsdatenmanagement der Zukunft heißt: Forschungsdaten und -objekte sind über Disziplinengrenzen und geografische Grenzen hinweg nachnutzbar. Wie die Rahmenbedingungen für ein solches Forschungsdatenmanagement gestaltet sein sollten, behandelten Fachleute auf dem „International FAIR Convergence Symposium“. Vom 27. November bis 4. Dezember 2020 trafen sich über 1.100 Wissenschaftler*innen, Datenexpert*innen, Entwickler*innen für Infrastrukturen sowie Entscheidungsträger*innen der Wissenschaftspolitik. Ihr Ziel war es, Lösungen insbesondere zur Nachnutzung von Forschungsdaten gemeinsam voranzubringen.

Die Zukunft ist eine offene und reproduzierbare Wissenschaft. Neben einem kulturellen Wandel hin zu mehr Offenheit und Transparenz in der Wissenschaft sind Infrastrukturen erforderlich, die miteinander vernetzte Forschungsdaten zukünftig im Zentrum der datenbasierten Wissenschaft sehen, ergänzt um wissenschaftliche Publikationen und andere erkenntnisbasierte Produkte, wie z. B. Forschungssoftware. Das stetig wachsende Angebot an Diensten zur Unterstützung von Forschungs- und Publikationsprozessen wird diese Entwicklung beschleunigen und Open Science wird sich als der neue Standard wissenschaftlichen Arbeitens international unumwunden etablieren.

Open Science und FAIR wird zum Mainstream

Mit diesen nahen Zukunftsvisionen sprachen sich Vertreter*innen verschiedener Initiativen auf dem International FAIR Convergence Symposium für eine Global Open Science Cloud aus – eine Umgebung, die alle bisherigen und zukünftigen regionalen und nationalen Anstrengungen (wie z. B. AOSP, ESOC, Compute Canada, NSF, ARDC, CSTCloud etc.) zur Unterstützung von Open Science zusammenführt und so beispielsweise Data Visiting ermöglicht. Neu im Vergleich zum bisherigen Konzept des Data Sharings werden keine Forschungsdaten, sondern Algorithmen, Code oder Software zur Analyse der Forschungsdaten transferiert. Forschungsdaten können unter Einhaltung der am Standort geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen so mehrfach nachgenutzt und prozessiert werden.

Gemeinsame Aktivitäten der weltweit entstehenden Plattformen und Clouds können aufgrund ihrer kritischen Masse Standardisierungsprozesse weiter befördern und bewirken global kompatible Entscheidungen in Governance, Strategie oder auch technischer Implementierung. Eine Zusammenarbeit wird dazu beitragen, die in der UNESCO-Empfehlung zu Open Science enthaltenen Forderungen zu erfüllen.

Never waste a good crisis

Die „Coronafication“ von Forschung und Wissenschaft hat sich mit weltweit vernetzten Kooperationen auf dem Symposium gezeigt und verdeutlicht, wie das wissenschaftliche Ökosystem global agieren kann, wenn Forschungsdaten auffindbar, zugänglich und nachnutzbar sind. Nun ist es wichtig, diesen Modus Operandi auf andere Forschungsfragen und große gesellschaftliche Herausforderungen anzuwenden. In 49 Workshops, fünf Podiumsdiskussionen, einer Impulsvortragsreihe und zwei Postersessions mit 43 Postern wurde die Idee der GOSC in sehr spezifische Teilaspekte heruntergebrochen. Das einwöchige Programm deckte mit Themen von technologischer bis kultureller Natur alle Phasen von Forschungsprozessen ab und behandelte bestehende Lösungsansätze, die die neue Realität der datengesteuerten Wissenschaft bedienen.

Alle Konferenzmitschnitte des International FAIR Convergence Symposiums sind auf dem Vimeo-Kanal von CODATA zu finden: https://vimeo.com/user/91439529/folder/2924631. Die Videos decken eine große Bandbreite an Themen ab, die von Best Practices und Vorstellung bereits entwickelter Lösungsansätze im Bereich Forschungsdatenmanagement bis hin zu der Entwicklung von Konzepten für die Aus- und Weiterbildung von sogenannten Data Stewards reicht.

Weitere Inhalte und das Programm können Sie hier finden:

Das Symposium wurde von CODATA (Committee on Data) und der GO FAIR-Initiative organisiert, zwei der vier großen internationalen Datenorganisationen, die sich zusammen mit RDA (Research Data Alliance) und WDS (World Data Systems) für die Förderung der globalen Forschungsdatenlandschaft einsetzen. Ihre Zusammenarbeit ist in einem gemeinsam erarbeiten Positionspapier festgehalten (https://www.go-fair.org/2020/03/30/data-together-statement).

Kontakt:

Katharina Kriegel

Öffentlichkeitsarbeit GO FAIR-Initiative

ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft

Neuer Jungfernstieg 21 | 20354 Hamburg | Germany

Tel.: +49 40 42834-447 | E-Mail:

www.zbw.eu | https://www.go-fair.org | @GOFAIRofficial

International, digital, jung – Teilnahmerekord bei Deutschlands größtem Ökonomie-Schulwettbewerb „YES! – Young Economic Summit“

Über 70 Schulteams aus Deutschland, Großbritannien und den USA starten mit Kreativität und Chancendenken ins YES! 2021

Deutschlands größter Schulwettbewerb rund um globale ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Themen geht in diesem Jahr über Grenzen. Mit über 70 Schulteams aus ganz Deutschland sowie Gästen aus Großbritannien und den USA sind so viele Teams dabei wie noch nie. Grenzen überwindend ist auch die neue Lern- und Kommunikationsumgebung „YES! Campus“ – entwickelt von ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und Joachim Herz Stiftung.

„Mit dem YES 2021 wollen wir junge Menschen verbinden, die trotz der anhaltenden Covid-19-Pandemie, trotz Home Schooling und trotz Party- und Reisebeschränkungen nicht müde werden, kreativ und lösungsorientiert an den gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu arbeiten. Über die Grenzen der eigenen Peer Group und der eigenen Denkgewohnheiten hinaus. Deshalb freuen wir uns, dass das YES! 2021 internationaler, digitaler und jünger wird“, erklärt Dr. Willi Scholz, Projektleiter des YES! – Young Economic Summit.

Internationaler:

Das YES! hat trotz Pandemie so viele teilnehmende Schulteams wie noch nie. 67 Teams aus Deutschland, zwei aus Großbritannien und zwei aus den USA sind 2021 mit dabei. Unterstützt werden sie von 86 Forschenden aus 25 wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstituten. Zu bearbeiten: 51 Themen. Dass 2021 UK und die USA dabei sind, hat der Schulwettbewerb YES! dem Bundesministerium für Bildung und Forschung zu verdanken. Mit dem Konzept YES! Bridge erhielt das YES! im Dezember 2020 den Förderpreis „Raising the Profile of Education and Science Diplomacy”.

Digitaler:

Die hohe Anzahl an teilnehmenden Schulteams kann das YES! zum einen durch die Digitalisierung der Veranstaltungen meistern und zum anderen durch die Etablierung eines Lernmanagementsystems „YES! Campus“, das grundsätzlich alle Arbeitsprozesse erleichtert.

Jünger:

Ab 2021 gibt es das YES! dank einer Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Schleswig-Holstein auch für die Klassenstufen 5 bis 9. Unter dem Namen YES! MINT bearbeiten die elf- bis fünfzehnjährigen Schüler*innen Themen an der Schnittstelle zwischen MINT und Wirtschaft. Mit einer zunächst dreijährigen Laufzeit startet YES! MINT einen Prototyp, der bei Erfolg auch bundesweit etabliert werden soll. Grundlage sind die 17 Nachhaltigkeitsziele der UNO.

Über das YES!

Das „YES! – Young Economic Summit“ ist einer der größten Schulwettbewerbe rund um wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen für die junge Generation. Schüler*innen erarbeiten eigenständig Lösungen für globale ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen und präsentieren diese im Rahmen eines Schulkongresses, dem „YES! – Young Economic Summit“ in englischer Sprache. Im Diskurs mit Führungspersönlichkeiten und anderen Schüler*innen schärfen sie ihren Blick auf globale Zusammenhänge und entwickeln eigene innovative Lösungsvorschläge. Über die besten Lösungen wird demokratisch abgestimmt. Die gewählten Lösungen werden ausgezeichnet und öffentlichkeitswirksam zur Umsetzung an geeignete Adressaten übergeben und nachverfolgt. Auf dem Weg zum YES! werden alle teilnehmenden Schulen kontinuierlich zu den Themen Recherche, Forschung, Präsentation und Medienarbeit unterstützt und begleitet. Damit nimmt das YES! Empfehlungen der Kultusministerkonferenz auf, Schüler*innen darin zu befähigen, Medienanwendungen kritisch einzusetzen. Das „YES! – Young Economic Summit“ steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und ist ein gemeinsames Projekt der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und der Joachim Herz Stiftung. 2021 wurde das YES! ausgezeichnet mit dem BMBF-Förderpreis „Raising the Profile of Education and Science Diplomacy”. 2021 startete auch der Prototyp YES! MINT – eine Beteiligung der Klassenstufen 5 bis 9 an der Schnittstelle zwischen MINT und Wirtschaft.

URL: www.young-economic-summit.org

Über die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft

Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) ist die weltweit größte Informationsinfrastruktur für die Wirtschaftswissenschaften. Die Einrichtung beherbergt rund 4 Millionen Medieneinheiten und ermöglicht den Zugang zu Millionen wirtschaftswissenschaftlicher Online-Dokumente. Allein 2019 wurden mehr als 9 Millionen digitale Volltexte heruntergeladen. Daneben stellt die ZBW eine rasant wachsende Sammlung von Open Access-Dokumenten zur Verfügung. EconStor, der digitale Publikationsserver, verfügt aktuell über 190.000 frei zugängliche Aufsätze und Working Papers. Mit EconBiz, dem Fachportal für wirtschaftswissenschaftliche Fachinformationen, können Studierende oder Forschende in über 10 Millionen Datensätzen recherchieren. Zudem gibt die ZBW die beiden wirtschaftspolitischen Zeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics im Gold Open Access heraus. Die ZBW ist eine forschungsbasierte wissenschaftliche Bibliothek. Mit Professuren in der Informatik und deren international besetzter Doktorandengruppe beschäftigt sich die ZBW transdisziplinär mit dem Thema Digitalisierung der Wissenschaft. Die ZBW ist in ihrer Forschung international vernetzt. Hauptsächliche Kooperationspartner kommen aus EU-Großprojekten, aus DFG- bzw. BMBF-Projekten sowie aus dem Leibniz-Forschungsverbund Open Science. Die ZBW ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft und Stiftung des öffentlichen Rechts. Sie wurde mehrfach für ihre innovative Bibliotheksarbeit mit dem internationalen LIBER Award ausgezeichnet.

URL: http://www.zbw.eu/de

Über die Joachim Herz Stiftung

Die gemeinnützige Joachim Herz Stiftung arbeitet überwiegend operativ und ist vorrangig in den Themenfeldern Naturwissenschaften, Wirtschaft sowie Persönlichkeitsbildung tätig. In diesen drei Bereichen werden auch kleine, innovative Projekte Dritter gefördert. Seit 2017 unterstützt die Stiftung zudem Forschungsprojekte in den Themenfeldern Medizin, Recht und Ingenieurwissenschaften. Die Joachim Herz Stiftung wurde 2008 errichtet und gehört zu den großen deutschen Stiftungen.

URL: www.joachim-herz-stiftung.de

Klaus Tochtermann in den Vorstand der European Open Science Cloud gewählt

ZBW-Direktor tritt an für vernetzte offene Wissenschaft – Fokus liegt auf Management von Forschungsdaten

Der Direktor der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, Prof. Dr. Klaus Tochtermann, wurde am 17. Dezember 2020 für drei Jahre ins achtköpfige Board of Directors der European Open Science Cloud Association gewählt. Damit hat die deutsche Wissenschaftsgemeinschaft einen langjährigen Vertreter der Open Science-Bewegung an der Spitze europäischer Wissenschaftspolitik.

Am 17. Dezember 2020 trafen sich ca. 140 stimmberechtigte Forschungseinrichtungen aus ganz Europa, um den achtköpfigen Vorstand der European Open Science Cloud Association, das sogenannte Board of Directors zu wählen. Der EOSC-Vorstand implementiert die Entscheidungen der Generalversammlung und ist damit das wichtigste Organ in der European Science Cloud Association.

Als einer von insgesamt acht ehrenamtlichen Vorständen wurde der ZBW-Direktor Prof. Dr. Klaus Tochtermann für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt.

Klaus Tochtermann ist national und international aktiver Gestalter in der Open Science-Bewegung mit Schwerpunkt Forschungsdatenmanagement. Er ist seit sechs Jahren Mitglied im Rat für wissenschaftliche Informationsinfrastrukturen (RfII). Der Rat hat die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) für Deutschland initiiert, in der auch die ZBW aktives Mitglied von NFDI-Konsortien ist. Zudem war Klaus Tochtermann von 2015 bis 2018 Mitglied der High Level Expert Group der EOSC und in den vergangenen zwei Jahren Mitglied der EOSC-Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit, die sich u. a. mit dem Weg zur Ausgestaltung sowie der Nachhaltigkeit der EOSC für die kommenden Jahre befasst hat.

Über die EOSC hinaus ist Klaus Tochtermann Mitglied der deutschen Delegation der G7-Advisory Group on Open Science und der DataTogether Group, die sich aus Vertreter*innen von führenden internationalen Organisationen im Bereich des Forschungsdatenmanagements zusammensetzt. Dazu zählen das Committee on Data (CODATA), die Research Data Alliance (RDA), World Data Systems (WDS) sowie GoFAIR.

Als treibende Kraft in der Open Science-Bewegung hat Klaus Tochtermann 2012 den Leibniz-Forschungsverbund Open Science initiiert und 2014 die internationale Open Science Conference ins Leben gerufen, die seitdem jährlich stattfindet.

Klaus Tochtermann erklärt: „Ich freue mich nun, in den kommenden Jahren an zentraler Stelle in Europa Entwicklungen für disziplinenübergreifendes Forschungsdatenmanagement mitgestalten zu dürfen. Besonders wichtig wird für mich sein, zu zeigen, wie nationale Forschungsdateninfrastrukturen, wie die NFDI, mit der EOSC zusammenspielen können.“

Neben Klaus Tochtermann sind folgende Personen im Vorstand der European Open Science Cloud Association: Marieluisa Lavitrano (UNIMIB / Italien), Suzanne Dumouchel (CNRS / Frankreich), Sarah Jones (GEANT / Niederlande), Ignacio Blanquer (UPV / Spanien), Wilhelm Widmark (SU / Schweden), Bob Jones (CERN / Schweiz) und Ronan Byrne (HEAnet / Irland). Nach außen wird die EOSC durch den Präsidenten Karel Luyben (CESAER / Belgien) vertreten.

Weitere Informationen:

Über die Association „European Open Science Cloud“ (EOSC):

Die Initiative „European Open Science Cloud“ (EOSC) führt bestehende Dateninfrastrukturen zusammen. Ziel ist es, Forschenden eine virtuelle Umgebung zu bieten, in der sie Forschungsdaten über wissenschaftliche Grenzen hinweg speichern, verwalten, analysieren und wiederverwenden können. Die EOSC Association wurde am 29. Juli 2020 als juristische Person gegründet, um diese Initiative zu steuern.

Über die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft:

Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) ist die weltweit größte Informationsinfrastruktur für die Wirtschaftswissenschaften. Die Einrichtung beherbergt rund 4 Millionen Medieneinheiten und ermöglicht den Zugang zu Millionen wirtschaftswissenschaftlicher Online-Dokumente. Allein 2019 wurden mehr als 9 Millionen digitale Volltexte heruntergeladen. Daneben stellt die ZBW eine rasant wachsende Sammlung von Open Access-Dokumenten zur Verfügung. EconStor, der digitale Publikationsserver, verfügt aktuell über 200.000 frei zugängliche Aufsätze und Working Papers. Mit EconBiz, dem Fachportal für wirtschaftswissenschaftliche Fachinformationen, können Studierende oder Forschende in knapp 11 Millionen Datensätzen recherchieren. Zudem gibt die ZBW die beiden wirtschaftspolitischen Zeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics im Gold Open Access heraus. Die ZBW ist eine forschungsbasierte wissenschaftliche Bibliothek. Mit Professuren in den Disziplinen Informatik und Medienwissenschaften und deren international besetzten Doktorandengruppen beschäftigt sich die ZBW transdisziplinär mit dem Thema Digitalisierung der Wissenschaft. Die ZBW ist in ihrer Forschung international vernetzt. Hauptsächliche Kooperationspartner kommen aus EU-Großprojekten, aus DFG- bzw. BMBF-Projekten sowie aus dem Leibniz-Forschungsverbund Open Science. Die ZBW ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft und Stiftung des öffentlichen Rechts. Sie wurde mehrfach für ihre innovative Bibliotheksarbeit mit dem internationalen LIBER Award ausgezeichnet.

Erste Digital-Konferenz „Semantic Web in Libraries“ erfolgreich abgeschlossen – Tagungsmitschnitte jetzt online

Rund 450 Expert*innen zu Linked Open Data aus 57 Ländern trafen sich vom 23. bis 27. November 2020 zur ersten SWIB Digital

Die zwölfte internationale Konferenz „Semantic Web in Libraries“ fand komplett im virtuellen Raum statt und brachte an fünf Tagen über 450 Teilnehmende im Konferenz-Chat aus aller Welt zusammen. Hinzu kamen zahlreiche Besucher*innen im Livestream. In Workshops, Präsentationen und Impulsvorträgen drehte sich alles um aktuelle LOD-Projekte und -Anwendungen in Bibliotheken. Ein besonderes Highlight war die Keynote von Audrey Tang, Digitalministerin Taiwans.

Die Karte der Institutionen, aus denen sich Teilnehmer*innen für die SWIB20 angemeldet hatten, zeigt, dass die Konferenz in ihrer rein virtuellen Ausführung eine Teilnahme von Hawaii bis Neuseeland und von Kapstadt bis Bergen möglich gemacht hat. Neben zahlreichen Universitäts- und Nationalbibliotheken und Hochschulen waren auch Institutionen wie Wikimedia Argentinien, die Vereinten Nationen, der Kongress der Philippinen und die FIFA vertreten. Während im Vorjahr Gäste aus 26 Ländern nach Hamburg gereist waren, hatten sich in diesem Corona-Jahr Teilnehmer*innen aus 57 Ländern registriert. Das ist mehr als das Doppelte an Vielfalt.

Die zunehmende Internationalisierung der Semantic Web in Libraries spiegelt sich auch darin wieder, dass 2020 nur ein knappes Viertel der Angemeldeten aus Deutschland kam gegenüber allein 30 Prozent aus den USA. Mit 57 Prozent war darüber hinaus der Anteil von weiblichen Teilnehmenden im Vergleich zu anderen Tech-Konferenzen sehr hoch.

Themenschwerpunkte der diesjährigen „Semantic Web in Libraries“ waren unter anderem Automatische Inhaltserschließung, das Datenmodell für bibliografische Daten BIBFRAME, Normdaten und persistente Identifikatoren.

Audrey Tang, die mit dem Ansatz digitaler Demokratie auch die Corona-Pandemie bekämpft und auf die Attribute Fast, Fair und Fun setzt, stellte in ihrer Keynote die soziale Komponente von Open Science heraus: Open Data & Social Innovation: Experiences from Taiwan.

Die Organisatoren der SWIB20 setzten bei der Ausrichtung vollständig auf professionell gehostete Open Source-Software (Mattermost, BigBlueButton) und ermöglichten den Teilnehmer*innen umfangreiche Beteiligungsmöglichkeiten. Dementsprechend wurden die Themen der Vortragssessions in Chat-Channels, die von den Teilnehmenden selbst gestartet werden konnten, die ganze Woche lebhaft diskutiert – entkoppelt von den Konferenz-Timeslots und über viele Zeitzonen hinweg.

Hier finden Sie alle Inhalte und Eindrücke der SWIB20 – Semantic Web in Libraries zum Nachschauen und Nachlesen:

Weitere Informationen:

Über die SWIB:

Seit 2009 veranstalten die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und das Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz) gemeinsam die internationale Konferenz „Semantic Web in Bibliotheken“, kurz SWIB. Die SWIB ist eine Konferenz, die sich in Vorträgen, Diskussionen und Workshops sowohl wissenschaftlich als auch alltagspraktisch mit den übergeordneten Themen Semantic Web, Linked Open Data und webbasierte Wissenschaftskommunikation beschäftigt. Jedes Jahr werden hochrangige internationale Speaker geladen. Seit 2012 wird die Tagung in englischer Sprache abgehalten und heißt „Semantic Web in Libraries“. Twitter: #swib20

Über das Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz):

Das Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz) steht im Bereich des Bibliotheks- und Informationswesens für Wissen, Information und Innovation. Das Aufgabenspektrum des hbz umfasst die bedarfsgerechte Planung und Umsetzung von Projekten in enger Absprache mit den Kund*innen. Auf dieser Basis wird an der konstanten Weiterentwicklung bestehender Systeme, deren Leistungsfähigkeit und Stabilität gearbeitet. Das hbz greift dabei innovative Tendenzen und aktuelle Entwicklungsansätze auf. Die Verbunddatenbank des hbz weist über 21 Millionen Titel- und über 48 Millionen Bestandsnachweise nach und integriert die Nordrhein-Westfälische Bibliographie sowie alle Zeitschriften der Zeitschriftendatenbank (ZDB). Das hbz betreibt darüber hinaus DigiBib – Die Digitale Bibliothek, die von über 280 Kund*innen deutschlandweit genutzt wird. Weitere Produkte und Projekte des hbz: Konsortiale Erwerbung von elektronischen Inhalten, das Lizenz- und Administrationssystem für E-Ressourcen LAS:eR, das Erwerbungsportal für Literatur, Sichtung und Auswahl ELi:SA, DigiLink, DigiAuskunft, die Open Access-Plattform Digital Peer Publishing (DiPP), Bibliotheksstatistik, der Linked-Open-Data-Service lobid, Digitalisierung, Langzeitarchivierung, Online-Fernleihe, das OLE-/FOLIO-Evaluierungsprojekt, der Umstieg auf ein landesweit einheitliches cloudbasiertes Bibliotheksmanagementsystem in Nordrhein-Westfalen sowie der Aufbau einer OER World Map und Dokumentlieferdienste. Zudem übernimmt das hbz die Speicherung und Verwaltung von digitalen Objekten aller Art, Hosting und Archivierung von Webseiten, die Langzeitarchivierung elektronischer Pflichtexemplare, Hosting von Hochschulschriften und Dokumentenservern.

Über die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft:

Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft ist die weltweit größte Informationsinfrastruktur für die Wirtschaftswissenschaften. Die Einrichtung beherbergt rund 4 Millionen Medieneinheiten und ermöglicht den Zugang zu Millionen wirtschaftswissenschaftlicher Online-Dokumente. Allein 2019 wurden mehr als 9 Millionen digitale Volltexte heruntergeladen. Daneben stellt die ZBW eine rasant wachsende Sammlung von Open Access-Dokumenten zur Verfügung. EconStor, der digitale Publikationsserver, verfügt aktuell über 200.000 frei zugängliche Aufsätze und Working Papers. Mit EconBiz, dem Fachportal für wirtschaftswissenschaftliche Fachinformationen, können Studierende oder Forschende in über 10 Millionen Datensätzen recherchieren. Zudem gibt die ZBW die beiden wirtschaftspolitischen Zeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics im Gold Open Access heraus. Die ZBW ist eine forschungsbasierte wissenschaftliche Bibliothek. Mit Professuren in der Informatik und deren international besetzter Doktorandengruppe beschäftigt sich die ZBW transdisziplinär mit dem Thema Digitalisierung der Wissenschaft. Die ZBW ist in ihrer Forschung international vernetzt. Hauptsächliche Kooperationspartner kommen aus EU-Großprojekten, aus DFG- bzw. BMBF-Projekten sowie aus dem Leibniz-Forschungsverbund Open Science. Die ZBW ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft und Stiftung des öffentlichen Rechts. Sie wurde mehrfach für ihre innovative Bibliotheksarbeit mit dem internationalen LIBER Award ausgezeichnet.

Pressekontakt:

Dr. Doreen Siegfried, Pressesprecherin

ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft

Düsternbrooker Weg 120 | 24105 Kiel

Tel.: 0431 88 14-455 | E-Mail:

URL: www.zbw.eu

Published Online: 2021-03-04
Published in Print: 2021-03-03

© 2021 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Downloaded on 10.1.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/bd-2021-0035/html
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