PSYNDEX ergänzt LIVIVO – Fächerspektrum von lebenswissenschaftlichem Suchportal um Psychologie erweitert
ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften hat sein Suchportal LIVIVO um eine Datenquelle erweitert: PSYNDEX, die Referenzdatenbank des Leibniz-Zentrums für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID), ergänzt nun das Fächerspektrum aus den Lebenswissenschaften um den Bereich Psychologie.
Psychologische Erkenntnisse umfassen wichtige Aspekte aus dem Wissensgebiet der Lebenswissenschaften. Dazu gehören unter anderem die Gesundheitspsychologie, physiologische Psychologie, psychische Erkrankungen sowie psychische Aspekte von körperlichen Erkrankungen, Behandlungsmethoden oder die Gesundheitsversorgung. Diplom-Psychologin Veronika Kuhberg-Lasson, Leiterin der Abteilung Informations- und Recherchedienste am ZPID, und Diplom-Informatiker Christoph Poley, Produktverantwortlicher für LIVIVO, stellen gemeinsam fest: „Die Aufnahme von PSYNDEX in das Suchportal LIVIVO erleichtert interdisziplinäre Suchen in Bereichen, die sowohl die Lebenswissenschaften als auch die Psychologie betreffen.“ „Die Sichtbarkeit der psychologischen Beiträge zu den Lebenswissenschaften wird erhöht“, ergänzt Prof. Dr. Michael Bosnjak, Direktor des ZPID.
Das ZB MED-Suchportal LIVIVO unterstützt sowohl disziplinäre als auch disziplinübergreifende Fragestellungen in Medizin, Umwelt-, Ernährungs- und Agrarwissenschaft. „Mit der Aufnahme von PSYNDEX konnten wir das Spektrum von LIVIVO noch einmal erweitern. Diese Erweiterung entspricht dem von ZB MED verfolgten „One Health“-Ansatz, also durch das Zusammenführen von Wissen über Mensch, Natur und Umwelt ein ganzheitliches Verständnis der Zusammenhänge zu gewinnen. Die Psychologie ist dazu ein wesentlicher Baustein“, erläutert Dr. Dietrich Nelle, Interimsdirektor und Wissenschaftlicher Leiter von ZB MED.
recensio.regio: die Bayerische Staatsbibliothek startet Rechercheportal für landesgeschichtliche Fachzeitschriften
Ab sofort können Historiker und andere landesgeschichtlich Interessierte die Rechercheplattform „recensio.regio – Rezensionsplattform für die Landesgeschichte“ nutzen. Unter www.recensio-regio.net bietet das Portal Zugriff auf die Rezensionen landesgeschichtlicher Fachzeitschriften und ist erste Anlaufstelle für Informationen zu Neuerscheinungen aus der deutschsprachigen Landesgeschichte. Die Rezensionen der kooperierenden Zeitschriften stehen dem Nutzer im Volltext durchsuchbar zur Verfügung. Das Angebot ist kostenlos und frei zugänglich.
Bereits zum Start konnte die Bayerische Staatsbibliothek elf renommierte Fachjournale der deutschen Landesgeschichte als Kooperationspartner gewinnen, die mit 830 Rezensionen vertreten sind, darunter die Rheinischen Vierteljahrsblätter, das Neue Archiv für sächsische Geschichte und die Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte.
Das Ziel von recensio.regio ist es, als zentrale Anlaufstelle für Rezensionen für die landesgeschichtlich interessierte Fachcommunity zu fungieren. So lässt sich auf dem Portal über die Grenzen der eigenen Region hinaus verfolgen, welche Themen in anderen Regionen aktuell bearbeitet und welche Diskussionen geführt werden. Darüber hinaus verbessert recensio.regio auch die internationale Sichtbarkeit der deutschen landeshistorischen Forschung.
recensio.regio ist eine Ergänzung der erfolgreich eingeführten Plattform recensio.net, deren Fokus auf der europäischen Geschichte liegt. Seit dem Start im Jahr 2011 konnte recensio.net die Anzahl der kooperierenden Fachzeitschriften mehr als verdoppeln und verzeichnet heute knapp 31.000 Rezensionen aus 47 europäischen Geschichtszeitschriften. Mit recensio.regio liegt nun ein im Profil geschärftes Angebot für die Landes- und Regionalgeschichte vor, das den spezifischen Bedürfnissen dieser Fachcommunity Rechnung trägt. Weitere Portale mit anderer inhaltlicher Ausrichtung sind bereits in Planung.
Die Plattform ist im Kontext des an der Bayerischen Staatsbibliothek angesiedelten Fachinformationsdienstes Geschichtswissenschaft entstanden, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert wird. Sie wird von der Arbeitsgemeinschaft Landesgeschichte im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) beratend unterstützt.
Dr. Klaus Ceynowa, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek: „Das erfolgreiche Konzept von recencio.net zeigt deutlich, welchen Mehrwert gut durchdachte digitale Angebote für das Fachpublikum haben. Mit recensio.regio führen wir dies auf regionaler Ebene fort.“
Wertvoller Zuwachs für die Grimm-Sammlung der Universitätsbibliothek Kassel
Mit dem Ankauf mehrerer Briefe Wihelm Grimms aus den Jahren 1815 bis 1816 auf einer Auktion konnte die Universitätsbibliothek Kassel ihre umfangreiche Sammlung weiter ergänzen.
Das kleine Konvolut enthält sechs Briefe an den Theologen und Pädagogen David Suabedissen, die sich bisher in Privatbesitz befanden. Suabedissen – gut ein Jahrzehnt älter als die Brüder Grimm – gehörte zu deren näherem Bekanntenkreis in Kassel und stand bis zu seinem Tod 1835 über mehr als zwei Jahrzehnte in regem brieflichem Kontakt mit beiden. Die jetzt erworbenen Briefe Wilhelm Grimms an den in Leipzig weilenden Suabedissen entstanden zu einer Zeit, in der Wilhelm Grimm erst seit kurzem den Posten des Bibliothekssekretärs an der Kasseler Landesbibliothek inne hatte.
Neben vielen privaten Mitteilungen, die Einblicke in Wilhelms Kasseler Alltag sowie sein Denken und Fühlen geben, enthalten die Briefe auch wichtige Informationen zu seiner Beschäftigung mit Sagen, Märchen, altdeutscher Sprache und Geschichtsforschung. Durch ihren engen Bezug auf die Lebens- und Arbeitssituation des jüngeren Grimm-Bruders in Kassel sind sie, auch über den fachwissenschaftlichen Aspekt hinaus, eine besonders wertvolle Ergänzung für die Kasseler Grimm-Sammlung. Sie sind über das Onlinearchiv der Universität Kassel ORKA wie auch über das Grimm-Portal zugänglich.
Finanziell unterstützt wurde der Ankauf von der Hessischen Kulturstiftung, dem Förderverein Grimm-Forschung an der Universität Kassel e. V., den Freunden und Förderern der Bibliothek und dem Rotary Club Kassel – Wilhelmshöhe.
Kontakt:
Dr. Brigitte Pfeil, Universitätsbibliothek Kassel, Leitung Abteilung IV: Landesbibliothek, Leitung der Sondersammlungen, Tel.: +49/561 804-7344
E-Mail: pfeil@bibliothek.uni-kassel.de
Ihr Kontakt in der Pressestelle der Universität Kassel:
Sebastian Mense, Universität Kassel, Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: +49 561 804-1961
E-Mail: presse@uni-kassel.de, www.uni-kassel.de
Ergänzende Schenkung von Teilbänden der Monumentalchronik Theatrum Europaeum an die Badische Landesbibliothek
Die insgesamt aus 21 Bänden bestehende Monumentalchronik Theatrum Europaeum des berühmten Verlegers und Kupferstechers Matthäus Merian (1593–1650) gibt einen historischen Überblick über das Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges und die Ära von Ludwig XlV. Schon die großherzoglich-badische Hofbibliothek in Karlsruhe besaß dieses Standardwerk zur europäischen Geschichte in vollem Umfang, doch wurde es beim Bombenangriff auf Karlsruhe am 3. September 1942 mit dem übrigen Bestand der Landesbibliothek zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang es nicht mehr, alle 21 Bände neu zu beschaffen. Seit Kurzem kann sich die Badische Landesbibliothek nun über zwei in ihrem Bestand bislang noch fehlende Bände freuen.
Die Bibliophilen Heide und Dr. Wolf Mroß aus Frankenthal überließen der Badischen Landesbibliothek im Rahmen einer Schenkung die bisher nicht vorhandenen Bände 15 und 18. „Die uns geschenkten Bücher beschreiben die Jahre 1696 bis 1700 bzw. 1707 bis 1709 und sind ganz besonders gut erhalten. Wie es in der damaligen Zeit üblich war, sind die Bände in weißes, äußerst hochwertiges Pergament eingebunden“, erläutert Bibliotheksdirektorin Dr. Julia Hiller von Gaertringen die Neuzugänge. Diese ergänzen ab sofort die Reihe des Theatrum Europaeum in der Badischen Landesbibliothek.
Matthäus Merian selbst fertigte für diese faszinierende Chronik zahlreiche Illustrationen an, während er den Text bei verschiedenen Autoren in Auftrag gab. Neben der berühmten Topographia Germaniae und seinen Bibelillustrationen gehört das Theatrum Europaeum zu Merians bekanntesten Werken. Im Zeitraum von 1633 bis 1650 erschienen fünf Bände, nach Merians Tod setzten weitere 16 Ausgaben die Chronik bis ins Jahr 1718 fort.
Die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts fördert die Restaurierung großformatiger Rheinlaufkarten im Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz
Die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes wurde 2011 von Bund und Ländern bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin eingerichtet. Sie entwickelt einerseits eine Gesamtstrategie zum Erhalt des nationalen Kulturgutes, andererseits fördert sie jedes Jahr innovative Modellprojekte, die jeweils unter einem Motto stehen. Das Jahresmotto 2017 lautete: Das besondere Format. Hier standen Medien im Fokus, die sich von den üblichen Buch- und Aktenformaten unterschieden.
Die Rheinische Landesbibliothek in Koblenz und die Pfälzische Landesbibliothek in Speyer, beide Standorte des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz, bewahren große Kartensammlungen auf, unter denen sich viele Rheinlaufkarten finden. 2017 wurde die Rheinlaufkartensammlung Fritz Hellwig im Besitz der Rheinischen Landesbibliothek der Öffentlichkeit in einer Ausstellung mit begleitendem Katalog vorgestellt. Beide Häuser verwahren überformatige Rheinlaufkarten, für deren Restaurierung und künftig gesicherte Aufbewahrung bisher die Mittel gefehlt haben. Für sieben dieser Karten wurde im Frühjahr 2017 ein Förderantrag bei der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes gestellt, der auch bewilligt worden ist. Auf der Basis von jeweils drei Kostenvoranschlägen wurden die Karten an zwei unterschiedliche Restaurierungswerkstätten gegeben, die die Arbeiten Ende 2017 abgeschlossen haben. Die Arbeiten umfassten die Reinigung der Karten, das Schließen von Rissen, Ergänzen von Fehlstellen, die Abnahme unsachgemäßer Kaschierungen und anders mehr. Hinzu kam die Anfertigung von säurefreien Verpackungen, die auf Maß angefertigt worden sind. Die Karten wurden dadurch langfristig im Bestand gesichert und geschützt.
Zu den sieben restaurierten Objekten gehören aus der Pfälzischen Landesbibliothek Speyer zwei aus mehreren Segmenten bestehende Rheinlaufkarten mit einer Gesamtlänge von maximal 3,7 Metern, die den Flussverlauf von Altrip bis zur Neckarmündung dokumentieren. Die handgezeichneten und kolorierten Karten sind auf das Jahr 1820 datiert, zeigen spätere Bearbeitungsspuren und stehen in einem Zusammenhang mit der 1817 beginnenden Rheinkorrektur von Johann Gottfried Tulla (1770–1828), die das heutige Gesicht des Oberrheins geprägt hat. Die beiden anderen Karten dokumentieren den Rhein nördlich der französischen Grenze und zeigen zwei der Durchstiche der Rheinregulierung.
Die drei Rheinlaufkarten aus dem Bestand der Rheinischen Landesbibliothek, die mit diesen Fördermitteln restauriert wurden, sind Bestandteil der Rheinlaufkartensammlung Fritz Hellwig. Unter ihnen findet sich die “Carte topographique Du Cours du Rhin Depuis Basle Jusqua Mayence” von Jean de Beaurain, um 1760 in Paris gedruckt. Es handelt sich um eine großformatige Militärkarte (Gesamtgröße 1,06 m x 3,53 m) des Holländischen Krieges. Die Karte zeigt den Rhein zwischen Basel und Mainz wohl im Sommer 1674, als Marshall Henri de La Tour d´Auvergne Visount de Turenne die Alliierten unter Karl VI. Herzog von Lothringen in der Schlacht bei Sinsheim besiegte.
Bücherhallen Hamburg bieten ab sofort Filme zum Streamen
Seit März 2018 bieten die Bücherhallen Hamburg ausgewählte Filme zum Streamen an: Mit ‚filmfriend‘, einem Video-On-Demand (VoD) Portal für Bibliotheken von der Potsdamer Firma filmwerte GmbH, können Bücherhallen-Kunden jetzt aus 1.500 Spielfilmen, Dokumentationen und TV-Serien wählen. Das werbefreie Portal ist über die digitalen Angebote auf der Bücherhallen-Homepage ohne zusätzliche Kosten zugänglich und 24 Stunden am Tag nutzbar. ‚filmfriend‘ wurde im Dezember 2017 mit dem Sonderpreis für Soziale Innovationen innerhalb des Innovationspreises Berlin Brandenburg ausgezeichnet.
Michael Studt, Kaufmännischer Geschäftsführer der Bücherhallen: „Das Film-Streaming-Angebot ermöglicht digitale Teilhabe für alle Kunden mit einem gültigen Bibliotheksausweis auf einer technisch innovativen Plattform mit inhaltlich anspruchsvollen Medien. ‚filmfriend‘ ist ein weiterer Baustein der digitalen Modernisierung“.
Schwerpunkt Arthouse – redaktionell begleitete Filme für alle Endgeräte
Mit dem neuen attraktiven Filmangebot reagieren die Bücherhallen auf den Trend, Filme spontan und ortsunabhängig zu streamen: Über 1.500 deutsche und internationale Spielfilme, TV-Serien, Dokumentationen und Kinderfilme stehen auf dem Portal ‚filmfriend‘ jederzeit zur Verfügung. Die Handhabung ist einfach: Bücherhallen-Kunden loggen sich mit ihrem persönlichen Kennwort auf der Homepage ein und wählen ihren favorisierten Film aus. Dieser lässt sich auf dem Tablet und Smartphone über Google Chrome für Android-Geräte, PC / Mac oder TV-Gerät ansehen. Eine App für Apples iOS-Mobilgeräte wird gerade entwickelt. Jeder Film kann dabei in unbegrenzter Anzahl parallel von verschiedenen Personen gestreamt werden.
Der Filmkatalog wird vom Anbieter stetig erweitert und redaktionell mit Empfehlungen begleitet. Das Spektrum reicht vom Klassiker des deutschen Independent-Kinos wie ‚Supermarkt‘ von Roland Klick über aktuelles deutsches und internationales Arthouse-Kino – beispielsweise Filme von Ulrich Köhler, Béla Tarr, Lars von Trier, Nicolas Winding Refn oder Claude Chabrol. Im Angebot finden sich auch TV-Serien wie ‚Anna Pihl‘ oder ‚Die Toten vom Bodensee‘. Kinder- und Jugendfilme runden das Portfolio ab.
Die Berliner Soziologin Jutta Allmendinger, Juryvorsitzende des Innovationspreises, lobt das Angebot für Bibliotheken im deutschsprachigen Raum: „Es beseitigt die finanziellen Zugangshürden, steht also allen gleichermaßen zur Verfügung. Das Portal erhebt keinerlei benutzerbezogene Daten, ist insofern auch beim Datenschutz vorbildlich. Und, womöglich sogar am wichtigsten, Sie finden dort nicht eine Actionserie neben der anderen, sondern eine gut kuratierte Auswahl hervorragender Spielfilme und Dokumentationen.“
Für Rückfragen:
Gabriele Rösch, PR/Kampagnen, Bücherhallen Hamburg, Tel.: 040 / 42 606 – 238
E-Mail: gabriele.roesch@buecherhallen.de, www.buecherhallen.de
Benoît Calvez, Projektmanager filmfriend, filmwerte GmbH, Tel.: 0331 / 721 21 85
E-Mail: bcalvez@filmwerte.de, www.filmfriend.de
TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften treibt die Umsetzung der Open-Access-Transformation in der Hochenergiephysik voran
Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert TIB-Projekt zu Open Access in der Hochenergiephysik
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt „Chancen und Herausforderungen der nationalen Umsetzung eines internationalen Open-Access-Transformationsprojektes am Beispiel der Hochenergiephysik (CHOAT-HEP)“ der TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften. Die TIB hatte sich mit der Projektidee auf die Ausschreibung „Förderrichtlinie des freien Informationsflusses in der Wissenschaft – Open Access“ um eine finanzielle Unterstützung beworben. Die Zuwendung gilt für den Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2019.
Die Hochenergiephysik (HEP) ist ein Vorreiter im Bereich Open Science und insbesondere auch für das Open-Access-Publizieren. Ab 2018 deckt SCOAP³ – das weltweite Sponsoring Consortium for Open Access Publishing in Particle Physics – mit den neu hinzugekommenen Zeitschriften der American Physical Society (APS) 87 Prozent aller wissenschaftlichen Publikationen aus dem Bereich der Hochenergiephysik via Gold Open Access ab. Die Transformation von einem auf Subskriptionen zu einem auf Publikationsgebühren (sogenannte Article Processing Charges (APCs)) basierenden Publikationswesen tritt damit nun in eine entscheidende Phase: In den kommenden Jahren sollen zum einen alle HEP-Artikel im Open Access bereitgestellt werden und zum anderen muss die Kostenbeteiligung der deutschen Hochschulen nach ihrem tatsächlichen Publikationsaufkommen umgestellt werden.
Ziel des bewilligten CHOAT-HEP-Projektes ist es, diesen Transformationsprozess bei den deutschen Hochschulen zu unterstützen und zu gestalten. Im Jahr 2019 soll erstmals eine Kostenverteilung allein nach dem tatsächlichen Publikationsaufkommen in den Einrichtungen erfolgen. Dies stellt eine große Herausforderung für die deutschen Hochschulen dar, da damit unter anderem auch massive Kostenverschiebungen verbunden sein können. Im Rahmen des CHOAT-HEP-Projektes wird die TIB die Kostenentwicklungen gegenüber den Hochschulen moderieren und gegebenenfalls eventuelle Finanzierungslücken in einer Übergangsphase ausgleichen. Diese Maßnahmen sollen die Prozesse an deutschen Hochschulen dahingehend sichern, dass die Open-Access-Transformation in den kommenden Jahren im HEP-Bereich bei den deutschen Hochschulen als Standard etabliert wird. Die aus diesem Prozess gewonnenen Erfahrungen wird die TIB für die Umwandlung anderer Fachbereiche nutzen können und so eine wesentliche Rolle in der Open-Access-Transformation spielen.
Ansprechpartner: TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften
Dr. Sandra Niemeyer, Pressereferentin, Kommunikation und Marketing, Welfengarten 1 B, 30167 Hannover, Tel.: 0511 762-2772 Fax: 0511 762-2686
E-Mail: sandra.niemeyer@tib.eu, www.tib.eu
Forschungsgruppe Visual Analytics der TIB entwickelt Verfahren zur Personenerkennung und Visualisierung
Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert neues Verbundprojekt zur automatischen Erschließung von wissenschaftlichen Videoarchiven
Im Januar dieses Jahres startete das Projekt „Entwicklung eines Softwaresystems zur Szenen- und Personenerkennung für die automatische Erschließung von wissenschaftlich genutzten Videoarchiven“, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) drei Jahre lang gefördert wird. Zu den Projektpartnern gehören das Deutsche Rundfunkarchiv (Geschäftsleiterin Angelika Hörth), der Lehrstuhl Praktische Informatik der Philipps-Universität Marburg (Prof. Bernd Freisleben) sowie die Forschungsgruppe Visual Analytics (Prof. Ralph Ewerth) seitens der TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften.
Im Rahmen des Vorhabens entwickelt die Universität Marburg Verfahren zur Konzept- und Szenenerkennung, während sich die TIB auf Ansätze zur Personenerkennung und Ergebnisvisualisierung konzentriert. Das Deutsche Rundfunkarchiv (DRA) wird aus dokumentarischer Sicht mit Anforderungsanalysen sowie mit einer qualitativen Evaluation zum Projekt beitragen. Zudem stellt es im großen Umfang historisches Fernsehmaterial zur Verfügung – am Standort Potsdam-Babelsberg verwaltet das DRA das gesamte Programmvermögen des Fernsehens der DDR und bildet die einzige Anlaufstelle für wissenschaftliche Forschung in diesem Bereich. Die Projektpartner können auf sehr guten Ergebnissen eines Vorläuferprojektes aufbauen.
Ein erstes Ziel ist die Erkennungsraten für Konzepte bzw. Personen weiter zu optimieren und mithilfe der vorgesehenen Deep-Learning-Methoden auf weitere forschungsintensive Teile des DRA-Fernsehbestandes auszuweiten. Außerdem soll die automatische Erschließung des Materials in Hinblick von weiteren jeweils 100 visuellen Konzepten bzw. bedeutenden Persönlichkeiten der DDR umgesetzt werden, sodass bildinhaltbasierte Rechercheanfragen auf dieser Grundlage durchgeführt werden können. Ein weiteres Ziel ist, dass die Trainingsprozesse für die zugrundeliegenden maschinellen Lernverfahren zur Hinzunahme weiterer Konzepte oder Personen letztlich durch Archivmitarbeiterinnen und Archivmitarbeiter initiiert werden können. So soll das entwickelte Softwaresystem dem DRA ermöglichen, rasch und flexibel auf wechselnde Forschungsfragen von Archivnutzerinnen und Archivnutzern reagieren zu können. Das Forschungsprojekt zielt aber nicht nur auf eine nachhaltige Lösung für den Gesamtbestand des DRA ab, sondern soll insbesondere auch auf andere Archive leicht übertragbar sein. Zu diesem Zweck werden die entwickelten Softwarewerkzeuge in Form von Open Source zur Verfügung gestellt, sodass auch andere Forschungseinrichtungen mit Medienarchiven von den Algorithmen zur Personen- und Konzepterkennung sowie den Visualisierungstechniken profitieren und diese mit geringem Aufwand für eigene Zwecke anpassen können.
Prof. Ewerth freut sich darauf, die Methoden zur Inhaltserkennung in Videos und Ergebnisvisualisierung weiterzuentwickeln: „Im Ergebnis können wir hoffentlich anderen Instituten und Organisationen nachnutzbare Open-Source-Softwarewerkzeuge für die automatische Erschließung ihrer Videoarchive zur Verfügung stellen und so einen Beitrag für die Erschließung von forschungsrelevanten Videodaten leisten.“
Ansprechpartner: Technische Informationsbibliothek (TIB)
Dr. Sandra Niemeyer, Pressereferentin, Kommunikation und Marketing, Welfengarten 1 B, 30167 Hannover, Tel.: 0511 762-2772
Fax: 0511 762-2686
E-Mail: sandra.niemeyer@tib.eu, www.tib.eu
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