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Bericht aus der 71. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme am 15. bis zum 17. November 2016 in Berlin

Stand: November 2016
Published/Copyright: April 14, 2017
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Auf Einladung der Verbundzentrale des Kooperativen Bibliotheksverbundes Berlin-Brandenburg (KOBV) traf sich die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme zu ihrer 71. Sitzung am 15. bis zum 17. November 2016 in Berlin.

CIB-Projekt

Im Sommer 2016 endete das DFG-geförderte Projekt „Cloudbasierte Infrastruktur für Bibliotheksdaten“ (CIB) mit der Zielsetzung, bibliothekarische Workflows und Dienste in herstellerunabhängige cloudbasierte Arbeitsumgebungen zu überführen. Projektpartner waren das Hessische BibliotheksInformationsSystem (HeBIS) als Konsortialführer, der Bibliotheksverbund Bayern (BVB) und der Kooperative Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV). Veröffentlicht wurden die Projektergebnisse im Kontext mit Berichten anderer Verbünde im Dezember-Heft der Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie (ZfBB) 5-6/2016.

CBDZ

Die vom Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ), dem Gemeinsamen Bibliotheksverbund, Verbundzentrale (VZG) und dem Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz) mit Hilfe von Alma aufgebaute „Common Bibliographic Data Zone“ (CBDZ) besteht zukünftig aus den Titeldaten der drei Verbunddatenbanken. Die Daten des SWB (BSZ) wurden bereits vollständig geladen und werden täglich aktualisiert. Damit werden verbundübergreifende Dienstleistungen für solche Bibliotheken angeboten, die Alma bereits einsetzen bzw. planen bald einzusetzen. Die CBDZ ist zudem eine Vorstufe für eine mögliche Migration einer Verbunddatenbank auf Alma.

Für weitere Information steht der Artikel „Die Common Bibliographic Data Zone (CBDZ) – ein Werkstattbericht“ von Frau Sieber (BSZ) und Herrn Hupfer (hbz) im ZfBB-Heft 5-6/2016 zur Verfügung.

Zusammenarbeit der CBS-Systeme von BSZ und GBV

An der Zusammenlegung der Verbundsysteme von BSZ und GBV zu einem gemeinsamen CBS-System Ende 2017 wurde intensiv gearbeitet. Die Ausformulierung eines einheitlichen Katalogisierungsformats steht derzeit im Mittelpunkt der Arbeiten. Auswirkungen auf die Lokalsysteme sollen möglichst gering bleiben. In der Kooperationsvereinbarung wurde neben dem Ziel eines gemeinsamen Verbundkataloges auch festgelegt, dass beide Verbundzentralen organisatorisch unabhängig bleiben und eine Fusion nicht angestrebt wird. Weitere Informationen sind im Artikel „Ein Katalog für zehn Bundesländer und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz – Ein Beitrag von BSZ und VZG“ von Herrn Conradt und Herrn Diedrichs im ZfBB-Heft 5-6/2016 enthalten.

Darüberhinaus bieten BSZ und GBV allen Verbünden die Mitarbeit im Bereich Metadatenmanagement für E-Books an. Der E-Book-Pool und das zugehörige E-Book-Management-Tool (EBM-Tool) stehen dabei zur Verfügung. Beide Instrumente sind inzwischen im GBV und im SWB im produktiven Einsatz.

Entwicklung der Zusammenarbeit mit GOKB/KB+/JISC und OLE/Folio (OLF)

Neue Dachorganisation ist die Open Library Foundation (OLF), die auch weitere Open-Source-basierte Bibliotheksprojekte wie z. B. das mit OLE kooperierende GOKB-Projekt beinhaltet. Sie hat einen Not-for-profit-Status, wird durch ein unabhängiges Board gesteuert und dient als „safe haven“ für die Open-Source-Lizenz. Die OLE-Community hat innerhalb der OLF eine eigene Projektstruktur mit verschiedenen Steuerungsgremien und Arbeitsgruppen, in denen hbz und VZG vertreten sind.

Die Zusammenarbeit mit den Betreibern der GOKB wurde von den Mitgliedern der AG Verbund als wichtig angesehen, da sie als Datenbasis und für das ERMS/LAS:eR Projekt dient und auch für andere Projekte anwendbar sein kann.

DFG-Projekt LAS:eR

Das DFG geförderte Projekt LAS:eR (Lizenz-Administrationssystem für E-Ressourcen) hat zum Ziel, ein bundesweit einsetzbares, mandantenfähiges ERM-System (Electronic Ressource Management System) zu entwickeln und so eine zentrale Pflege von Konsortial- und Allianzlizenzen anbieten zu können. Das Projekt zielt auf unterschiedliche Nutzungsszenarien ab: auf Konsortialstellen, die mit dem System ihre Konsortialarbeit steuern und verwalten können sollen, und auf Bibliotheken, die entweder schon mit einem Next Generation System oder noch mit einem Altsystem arbeiten.

Die zweite Projektphase ist im Oktober 2016 begonnen worden und soll im Oktober 2019 abgeschlossen sein.

Einführung der RDA im deutschsprachigen Raum

RDA

Das laufende Jahr 2016 diente der Aufstellung der Regelwerksarbeit nach dem Umstieg auf RDA. Bis Ende des Jahres hat sich die AG RDA mit der Regelwerksarbeit befasst. Mit dem Jahr 2017 und der Neuordnung der Expertengruppen ist die Regelwerksarbeit in die neue Fachgruppe Erschließung übergegangen, die sich mit allen fachlichen Fragen zu Standards und Regelwerken beschäftigen wird.

Das Aufgabenspektrum der weiteren Fachgruppe Datenformate liegt in der technischen Umsetzung aller Anforderungen. Die Einrichtung und die Arbeit von Sonderarbeitsgruppen wurde im Zuge der Neuordnung ebenfalls abschließend beraten.

RDA-Review-Verfahren

Mit der Abgabefrist 1. August 2016 wurden 20 Proposals und Discussion Papers weltweit eingereicht. Davon wurden drei von der AG RDA vorbereitet und erstmals als europäische Dokumente eingereicht. Die aus dem Review-Verfahren entstehenden Änderungen werden in der deutschen Übersetzung nachvollzogen und alle Arbeitspapiere (Anwendungsrichtlinien, Arbeitshilfen und Schulungsunterlagen) entsprechend angepasst.

In diesem Jahr lag der Schwerpunkt bei dem bevorstehenden Toolkit-Redesign-Projekt3R und der inhaltlichen Anpassung des Standards RDA durch das IFLA Library Reference Model (IFLA-LRM) sowie der künftigen stärkeren Ausrichtung des Regelwerks auf die aktuellen technischen Möglichkeiten. Aus diesem Grund wird das jährliche Review-Verfahren im Jahr 2017 ausgesetzt. Bereits im diesjährigen RSC Meeting wurden alle Proposals und Discussion Papers zurückgestellt, die vom Redesign betroffen sind.

GND

Die Deutsche Nationalbibliothek hat die Gemeinsame Normdatei für andere Sparten wie Museen und Archive geöffnet. Für die einfache Erfassung von Personen wurde ein Web-Formular zur Verfügung gestellt.

In der letzten Sitzung des Standardisierungsausschusses am 28. Juni 2016 wurde beschlossen, eine direkt dem Standardisierungsausschuss unterstellte Sonderarbeitsgruppe „GND-Ausschuss“ einzurichten. Hier soll die von der temporären Arbeitsgruppe „AG GND-KV“ begonnene Arbeit fortgesetzt werden. Die Organisation und die strategische Ausrichtung der GND gehört zum Inhalt dieser Sonderarbeitsgruppe sowie die Fertigstellung der GND-Kooperationsvereinbarung.

RSC Meeting

Das diesjährige Meeting der Mitglieder des RDA Steering Committee (RSC) fand in diesem Jahr vom 7. bis zum 11. November 2016 in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt statt.

In der Regel dient das Treffen der Besprechung und Verabschiedung der Proposals und Discussion Papers, in diesem Jahr lag der Schwerpunkt jedoch bei dem bevorstehenden Toolkit-Redesign-Projekt 3R und der inhaltlichen Anpassung des Standards RDA durch das IFLA Library Reference Model (IFLA-LRM) sowie der künftigen stärkeren Ausrichtung des Regelwerks auf die aktuellen technischen Möglichkeiten durch den sogenannten 4-Fold Path (Vierfach-Pfad). Das RDA Toolkit wird bis zum Frühjahr 2018 ein Relaunch erfahren.

MARC

Der OBVSG verwies in seinem Papier auf die Problematik der unterschiedlichen Auslegung des Formats, die sich im Hinblick auf erste Tests mit den MARC 21-Daten im Rahmen der Alma-Implementierung ergeben haben.

Culturegraph

Der weitere Ausbau von Analyse- und Abgleichverfahren für Massendaten bleibt für die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) ein wichtiges strategisches Ziel. Als nächster Schritt werden die Anforderungen zur Anreichung der Inhaltserschließung der AG KVA umgesetzt.

Bibframe

Die neue Vokabularversion 2.0 der Library of Congress wurde mittlerweile veröffentlicht.

Die Reaktionen aus der Linked Data Community bescheinigen der neuen Version in etlichen Punkten Fortschritte hinsichtlich der Konformität zu gängigen Linked Data Praktiken. Beim Mapping einzelner Testtitel konnte die DNB erste Eindrücke gewinnen. Mit dem Springer-Verlag, der ebenfalls die Abbildung seiner Titeldaten testen will, wurde ein enger Erfahrungsaustausch vereinbart. Weitere Diskussionspartner sind herzlich willkommen.

Arbeitsgruppe „Verteilter Index (GVI)“

Der Aufbau und Betrieb des Gemeinsamen Fernleihindex (GVI) ist eine kooperativ erstellte Dienstleistung der Verbünde. Die Bestände aller Verbünde und die Daten der DNB sind in diesem normierten Index enthalten. Die Aktualisierung soll automatisiert täglich erfolgen. BSZ und der KOBV/BVB liefern die Daten täglich, GBV und HeBIS werden in Kürze mit täglichen Lieferungen folgen. In der nächsten Stufe werden die Daten der ZDB integriert. Der GVI ist ein Backend-Dienst, unterschiedliche Recherchetools können darauf aufsetzen. Der KOBV und das BSZ haben mit ihrem Fernleih-Portal bereits jeweils eine Lösung im produktiven Einsatz. Der Index wird gemeinsam betrieben und weiterentwickelt. Ein wichtiges Thema ist die Implementierung einer Lösung zur Behandlung der Dubletten.

Derzeit steht der Dienst allen Verbünden zur Verfügung.

Von einigen Bibliotheken besteht der dringende Wunsch, auch den GVI in ihre Suchmaschinen zu integrieren (UB Freiburg (Katalog plus)), UB Tübingen (PDA-Portal), UB Leipzig (finc), Berliner Bibliotheken (Primo) etc.

Es wurde vereinbart, dass den Bibliotheken (nur Bibliotheken, die an einem Verbund teilnehmen) in gemeinsamer Absprache mit den GVI-Verantwortlichen (insb. aus dem BSZ, KOBV und HeBIS) nach und nach der Zugang geschützt (über Proxy) bewilligt wird. Die Zugänge werden in einem Wiki verbindlich dokumentiert. Firmen erhalten vorerst keinen Zugang.

EZB/ZDB-Lieferdienste

Im Frühjahr 2017 ist ein Workshop der AG KVA zum Thema Datenlieferung an den WorldCat unter Beteiligung von OCLC vorgesehen.

Deutsche Digitale Bibliothek

Derzeit wird die technische Plattform erneuert und eine Nach-Evaluierung vorgenommen. Die Gesamtzahl der in der DDB nachgewiesenen Kulturobjekte lag Ende September 2016 bei 20,1 Millionen, dabei ist der deutliche Anstieg der digitalen Objekte aus der Sparte Museum hervorzuheben, der vor allem auf eine Lieferung des Deutschen Historischen Museums (DHM) zurückgeht. Die Gespräche zwischen dem Bund und den Ländern zur weiteren Finanzierung laufen derzeit.

Europeana

Anfang Oktober 2016 fand das diesjährige Herbsttreffen des Europeana Aggregators Forum an der DNB in Frankfurt statt. Als grundsätzliche Fragestellung wurde die Neuordnung der Aggregatorenlandschaft behandelt. Daneben wurden auch praktische Probleme diskutiert – etwa in Bezug auf Lieferdaten und den Ingestprozess.

ORCID

Im Mai 2016 ist das durch die DFG geförderte auf drei Jahre angelegte Projekt „ORCID DE – Förderung der Open Researcher and Contributor ID in Deutschland“ gestartet. An dem durch die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI) initiierten Vorhaben sind neben der DNB das Helmholtz Open Science Koordinationsbüro am Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ als Konsortialführer sowie die Universitätsbibliothek Bielefeld beteiligt. Ziel des Projekts ist es, die innerhalb Deutschlands vielerorts erwogene Implementierung der ORCID an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen durch einen übergreifenden Ansatz nachhaltig zu unterstützen. Ein Vertrag, das „Memorandum of Understanding“ zum Aufbau und Betrieb eines ORCID-Konsortiums wurde unterzeichnet.

Die nächste Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme findet Mitte April 2017 auf Einladung des Hessischen BibliotheksInformationsSystem (HeBIS) in Frankfurt am Main statt.

Published Online: 2017-04-14
Published in Print: 2017-05-01

© 2017 by De Gruyter

This work is licensed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 License.

Downloaded on 19.4.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/bd-2017-0041/html
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