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Bibliothek & Information Deutschland (BID) – Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände e. V.

Tätigkeitsbericht für die Zeit von April 2015 bis März 2016, erstattet vom Präsidenten von BID, Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen
Published/Copyright: October 13, 2016
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1 Zur Einführung

Das Jahr 2015 stand ganz im Zeichen der Vorbereitungen für den 6. Bibliothekskongress, der im März 2016 mit großem Erfolg durchgeführt wurde. Mit mehr als 3.800 Besucherinnen und Besuchern konnte die Anzahl der zahlenden Teilnehmer gegenüber dem Kongress 2013 um 7 % gesteigert werden.

Im Fachprogramm des Kongresses wurden diesmal zwei neue Veranstaltungsformate erprobt: Singuläre Plenarveranstaltungen zur Zukunft der öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken sowie eine Präsentation digitaler Clips, die vom Publikum mit großem Interesse angenommen wurden. Mit dem Auftritt des Gastlandes USA wurde das Partnerlandprojekt gestartet, das in den nächsten drei Jahren den Austausch zwischen der US-amerikanischen und deutschen Bibliotheksszene befördern soll.

Darüber hinaus nahm der Dachverband vielfältige Aufgaben in verschiedenen bibliothekarischen und kulturpolitischen Gremien auf nationaler und internationaler Ebene wahr und fungierte als koordinierendes Organ für die Mitgliedsverbände. Die Kommission BI-International trug maßgeblich zur Verstetigung des internationalen bibliothekarischen Fachaustausches bei. Die zukünftige Behandlung berufsethischer Fragen bildete einen Schwerpunkt der thematischen Arbeit von BID. Veranstaltungshöhepunkt war neben dem Kongress die Verleihung der Karl-Preusker-Medaille an Prof. Dr. Konrad Umlauf.

2 Organe und Gremien

2.1 Mitgliederversammlung

Im Berichtszeitraum fanden zwei BID-Mitgliederversammlungen am 03. Juli 2015 und am 19.01.2016 in den Bücherhallen Hamburg statt.

Folgende Verbände und Einrichtungen sind Mitglied von BID:

  1. Berufsverband Information Bibliothek e. V. (BIB),

  2. Deutscher Bibliotheksverband e. V. (dbv),

  3. Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare e. V. (VDB),

  4. ekz.bibliotheksservice GmbH,

  5. Goethe-Institut e. V.

2.2 Vorstand

Der Vorstand von BID bestand im Berichtszeitraum aus folgenden Personen:

  1. Präsident: Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen

  2. Schatzmeister: Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen

  3. dbv:

Ralph Deifel

Guido Jansen

Barbara Lison

Barbara Schleihagen

Dr. Frank Simon-Ritz, stellv. BID-Präsident

  1. BIB:

Vesna Steyer,

Kristina Lippold

Dr. Dirk Wissen

  1. VDB:

Dr. Ewald Brahms (bis 31.07.2015)

Konstanze Söllner (ab 01.08.2015), stellv. BID-Präsidentin

Dr. Klaus-Rainer Brintzinger

  1. ekz.bibliotheksservice GmbH: Andreas Mittrowann

  2. Goethe-Institut: HellaKlauser

Ständige Gäste der Vorstandssitzungen sind: Susanne Riedel (BII-Sprecherin), Prof. Frauke Schade (KIBA: Konferenz der bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Ausbildungs- und Studiengänge); Dr. Monika Braß (BID-Geschäftsführerin).

BID-Vorstandssitzungen fanden statt

  1. am 03. Juli 2015 in den Bücherhallen Hamburg

  2. am 19. Januar 2016 in den Bücherhallen Hamburg.

Im Verlauf des Jahres nahmen Präsident und Vorstandsmitglieder an zahlreichen Gesprächen und Veranstaltungen bibliothekarischer sowie kultur- und bildungspolitischer Gremien und Institutionen teil.

3 Finanzen

Der Wirtschaftsplan 2015 war von erheblichen Verschiebungen finanzieller Belastungen in das Jahr 2016 geprägt. Nach Abzug dieser Belastungen blieb ein Plus von rd. 13.500.- € im Vergleich des Abschlusses zum Voranschlag. Diese Verbesserung ist der Rückzahlung von ungerechtfertigt gezahlten Steuern aus 2007 zu verdanken.

Für 2016 fällt der Wirtschaftsplan durch die Abrechnung des Bibliothekskongresses positiv aus. Nach Abzug der Übertragungen aus dem Vorjahr besteht ein gewisser finanzieller Spielraum zur Durchführung von Projekten und Maßnahmen, wobei der Ausgleich möglicher Defizite in den nächsten drei Jahren sowie die Zwischenfinanzierung und das Risiko des Kongresses 2019 in die Planungen einbezogen werden müssen.

4 BID-Kommissionen

4.1 Bibliothek und Information International (BII)

Bibliothek & Information International (BI-International) ist die ständige Kommission von BID für den internationalen Fachaustausch.

In dieser Kommission arbeiten die Delegierten der Mitgliedsverbände zusammen. Ihre Sprecherin war im Berichtszeitraum Susanne Riedel (Bericht s. u. 9.2), seit 01. April 2016 vertritt Dr. Ewald Brahms die Kommission.

4.2 Ethikkommission

Die Ethikkommission war im Berichtszeitraum nicht besetzt. Die zukünftige Behandlung von ethischen Fragen durch BID wird evaluiert.

5 Verleihung der Karl-Preusker-Medaille 2015

Am 30. Oktober 2015 wurde die Karl-Preusker-Medaille im Auditorium des Jacob-und Wilhelm-Grimm-Zentrums in Berlin an den Bibliothekswissenschaftler und -praktiker Prof. Dr. Konrad Umlauf verliehen. Der Dachverband würdigte in einem Festakt die Lebensleistung Professor Umlaufs, der am bibliothekswissenschaftlichen Institut der Humboldt-Universität lehrt und das deutsche Bibliothekswesen in den vergangenen Jahrzehnten bis heute geprägt hat wie kaum ein zweiter.

Prof. Birgit Dankert betonte in ihrer Laudatio, dass der Preisträger in seinem Handeln in und für Bibliotheken immer von einer kulturpolitischen Pragmatik geleitet sei. Er verstehe die Bibliothek als ein „Instrument des mündigen Bürgers“, das durch ein professionelles Bestands- und Qualitätsmanagement den Erwartungen und Wünschen seiner Benutzer gerecht werden müsse. In seinem langjährigen Wirken habe Umlauf immer wieder Flexibilität und Weitsicht bewiesen und sich als „verlässlicher Pionier“, als „pragmatischer Frontman“ der Bibliotheken erwiesen.

Professor Umlauf zeichnete in seiner Dankesrede ein kühnes Zukunftsbild der Bibliothek: Sie werde als Einrichtung ihre feste räumliche Gefügtheit verlieren, sich in einem „fluiden“ räumlichen Zusammenhang mit anderen Einrichtungen wiederfinden. Während früher die Dienstleistungen der Bibliothekare im Vordergrund standen, werden es in Zukunft die Aktivitäten der Nutzer sein. „Die Medien der eigenen Bibliothek“, so Umlauf, „werden keine dominante Rolle spielen, weil Medien noch stärker als heute omnipräsent und frei zugänglich sein werden. Benutzer werden mehr Medien untereinander leihen und tauschen als aus der Bibliothek beziehen.“ Die Einhaltung ethischer Grundsätze werde in diesem Szenario an Bedeutung gewinnen.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Anna Barbara Kastelewicz (Violine) und Uwe Streibel (Klavier), die Werke aus der Zeit des Barock zu Gehör brachten.

6 6. Bibliothekskongress Leipzig 2016

Im Zentrum der BID-Aktivitäten im Berichtszeitraum stand die Planung und Organisation des 6. Bibliothekskongresses in Leipzig zusammen mit der Leipziger Buchmesse, die die Firmenausstellung durchführte. Der Kongress stand unter dem Motto „Bibliotheksräume – real und digital“.

Für die Vortragsausschreibung (Call for Papers) und die Programmplanung war die Programmkommission aus Vertretern der BID-Mitgliedsverbände und des Ortskomitees in Zusammenarbeit mit der Firma K.I.T. aus Berlin verantwortlich. Das Ortskomitee in Leipzig unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider und der Gesamtkoordinatorin Corinna Meinel hat die Planung und Organisation vor Ort zusammen mit K.I.T. maßgeblich durchgeführt. Den vielen haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Der Kongress unter der Schirmherrschaft der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, Staatsministerin Prof. Monika Grütters, fand vom 14. bis zum 17. März 2016 im Congress Center Leipzig statt. Mehr als 3.800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten vier Tage lang in rund 250 Veranstaltungen über Bibliotheksstrategie und -management, über innovative Dienstleistungen und das Design von realen und digitalen Bibliotheksräumen. Besonderes Interesse fanden die beiden Podiumsdiskussionen zu Außenwirkung und Zukunftsperspektiven wissenschaftlicher und öffentlicher Bibliotheken, auf denen jeweils auch eine Vertreterin aus dem Gastland USA, darunter die Präsidentin der American Library Association (ALA) Sari Feldman, die Situation in ihrem Heimatland charakterisierte.

Eröffnet wurde der Kongress im Beisein des Gesandten der Botschaft der Vereinigten Staaten in Berlin, Kent D. Logsdon sowie der IFLA-Präsidentin Donna Scheeder. Im Mittelpunkt der Festrede der Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Dr. Verena Metze-Mangold, standen Fragen der Informationsethik.

In der medialen Wahrnehmung stand das Schwerpunktthema „Zuwanderung und Integration“ im Fokus. BID-Präsident Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen betonte dazu auf der Pressekonferenz, dass Bibliotheken in diesem Bereich eine große Aufgabe und Verantwortung haben, oft jedoch nicht die nötigen finanziellen Mittel für geschultes Personal und die entsprechende räumliche Ausstattung.

Der Kongress wurde begleitet von einer internationalen Fachausstellung der Bibliotheks- und Informationsbranche mit mehr als 140 Ausstellern, die die Leipziger Buchmesse veranstaltet hatte.

7 Kooperationen

In folgenden Gremien wird BID durch seine Vorstandsmitglieder oder durch externe Delegierte vertreten:

7.1 Deutsche Literaturkonferenz (DLK)

BID ist institutionelles Mitglied der Deutschen Literaturkonferenz. Dr. Klaus Ulrich Werner vertritt als stellvertretender Sprecher der DLK die Interessen von BID in diesem Gremium.

7.2 Deutscher Kulturrat

Die DLK bildet eine Sektion im Deutschen Kulturrat. Durch ihre Mitgliedschaft in der DLK ist BID mittelbar im Deutschen Kulturrat vertreten. Als stellvertretender Sprecher der DLK ist Dr. Klaus Ulrich Werner zugleich Mitglied im Sprecherrat des Deutschen Kulturrats.

In den Fachausschüssen des Deutschen Kulturrats ist BID in der Amtszeit 2016 bis 2019 mit folgenden, über die Deutsche Literaturkonferenz nominierten Personen vertreten:

  1. Fachausschuss Arbeit und Soziales: Barbara Lison,

  2. Fachausschuss Bildung: Barbara Schleihagen,

  3. Fachausschuss Europa/Internationales: Dr. Christine Wellems,

  4. Fachausschuss Kulturerbe: Prof. Dr. Thomas Bürger,

  5. Fachausschuss Medien: Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider,

  6. Fachausschuss Steuern: Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen,

  7. Fachausschuss Urheberrecht: Dr. Arne Upmeier.

7.3 Deutsche UNESCO-Kommission (DUK)

BID ist seit Mitte 2004 Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission und dort durch seinen Präsidenten vertreten.

7.4 Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE)

Frau Dr. Schelle-Wolff vertritt BID seit Juni 2012 im DIE.

7.5 Beirat Leipziger Buchmesse

BID ist durch seinen Präsidenten im Beirat der Leipziger Buchmesse vertreten.

8 Berufliche Aus- und Weiterbildung

Die Kooperation mit den bibliothekarischen Ausbildungseinrichtungen verläuft sehr erfolgreich. Prof. Frauke Schade vertritt die Konferenz der bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Ausbildungs- und Studiengänge, KIBA, mit Gaststatus bei den BID-Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen.

9 Internationale Arbeit

Mitglieder bzw. Vertreter von Mitgliedern von BID zeigten im Berichtszeitraum ein verstärktes Engagement in der IFLA sowie in deren Gremien und Unterorganisationen (z. B. FAIFE). Mehrere Personen aus dem Kreis des BID-Vorstands und seiner Gäste sind in verschiedenen Gremien der IFLA aktiv.

Darüber hinaus ist BID mit weiteren internationalen Verbänden und Organisationen personell eng verbunden, z. B. EBLIDA, LIBER oder NAPLE.

9.1 EBLIDA – Bericht von Barbara Lison

Bei der Jahreshauptversammlung der EBLIDA-Mitglieder (Annual Council Meeting) im Mai 2015 in Riga fanden Wahlen zum Exekutiv-Komitee statt. Die deutsche Kandidatin Barbara Lison wurde trotz berufsbedingter Abwesenheit mit großer Stimmenmehrheit in den EBLIDA-Vorstand gewählt; ihr Vertreter Benjamin Blinten wurde bestätigt. Auf der konstituierenden Sitzung des neuen Exekutiv-Komitees wurde Barbara Lison zur Vizepräsidentin gewählt.

Im Berichtszeitraum nahm Barbara Lison an zwei Vorstandssitzungen teil: Berlin, 07./08. September 2015 und Luxemburg, 05./06. November 2015. An der Vorstandssitzung in Valencia, 22./23. Februar 2016 konnte Barbara Lison krankheitsbedingt nicht teilnehmen.

Strategie

Urheberrecht/Copyright: Eine der wichtigsten Aufgaben von EBLIDA ist die Lobbyaktivität in allen Copyright und E-Lending-Fragen auf europäischer Ebene. Hier hat EBLIDA sowohl bei Vertretern der EU-Kommission als auch bei zwei für dieses Thema relevanten Kommissaren selbst – Günther Oettinger und Andrus Ansip – die Position der Bibliotheken vertreten. Dies sind vor allem die Forderungen nach der Einführung einer allgemeinen Bildungs- und Wissenschaftsschranke im Urheberrecht und nach der Beibehaltung des Verleihrechts von E-Books. Es gilt, auf die für Herbst 2016 geplante Reform des Urheberrechts im Sinne der Bibliotheken Einfluss zu nehmen.

Gleichzeitig wartet EBLIDA wie viele andere Lobbyisten beider Seiten auf die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs im September zur Klage des niederländischen Bibliotheksverbandes gegen den niederländischen Verlegerverband in Sachen E-Books für Öffentliche Bibliotheken. EBLIDA versucht in jedem Falle und bei allen Gelegenheiten, bei den MEPs, bei der WIPO und anderen Organisationen Einfluss zu nehmen für ein bibliotheksfreundliches Urheberrecht und verbündet sich dafür mit Partnern wie LIBER, Verbraucherschutzorganisationen u.Ä. Von besonderer Bedeutung für diese Arbeit ist die permanente EBLIDA-Arbeitsgruppe EGIL (Expert Group on Information Law).

EBLIDA-Arbeitsgruppen:

EGIL (Expert Group on Information Law) (s. o.),

EGCIS (Expert Group on Culture in the Information Society),

Task Force on E-Books,

Working Group on Finance and Membership.

Hohe Flüchtlingszahlen:

Angesichts der hohen Flüchtlingszahlen in Europa veröffentlichte EBLIDA im September 2015 ein Statement zur Bedeutung von Bibliotheken in diesem Kontext, das vor allem an die MEPs gerichtet war.

Projekte im Berichtszeitraum

European Literacy Network (ELINET): Projekt zur Bewusstmachung der Bedeutung von „Literacies“, u. a. auch Alphabetisierung und IT-Kompetenzen. Hier Hervorhebung der Rolle der Bibliotheken bei diesem Prozess.

Library Advocacy 4 EU: Verbesserung der Lobbyaktivitäten der europäischen Bibliotheksverbände.

Aktive Unterstützung des Projekts „Library 2020“ der Reading and Writing Foundation.

Verbandsangelegenheiten

Die Finanzierung von EBLIDA läuft im Wesentlichen über Mitgliedsbeiträge. Einige nationale Verbände bzw. Einzelmitglieder bleiben manchmal über mehrere Jahre ihre Mitgliedsbeiträge schuldig, so dass es unerfreulicherweise immer wieder zu Stundungen, aber auch zu Ausschlüssen kommen muss. Das schwächt natürlich die Organisation. Durch extern eingeworbene Projekte können nur marginale zusätzliche Mittel zur Aufrechterhaltung oder gar Erweiterung der Aufgabenwahrnehmung eingeworben werden. Eine neu eingerichtete Arbeitsgruppe soll hier neue Möglichkeiten eruieren, um EBLIDA eine stabilere finanzielle Basis zu verschaffen.

Annual Council Meeting: Das EC plante das Annual Council Meeting 2016. Termin: 09.–10. Mai. Ort: Den Haag. Konferenz, wieder zusammen mit NAPLE unter dem Motto „Empowering Europe! – Libraries opening up new perspectives“.

www.eblida.org Lobbying for libraries: http://www.eblida.org/e-read/home-campaign

9.2 Bibliothek & Information International (BI-International) – Bericht von Susanne Riedel

104. Deutscher Bibliothekartag im Mai 2015 in Nürnberg und 6. Bibliothekskongress im März 2016 in Leipzig

BII hat die von den bibliothekarischen Verbänden BIB, BID, dbv und VDB benannten Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland eingeladen und konnte in Nürnberg 30 Personen, in Leipzig 33 Personen (u. a. die IFLA- und die ALA-Präsidentin) begrüßen. Mit der Veranstaltung „Internationales Forum: Aktuelle Themen international diskutieren – Where are we now in…“ haben wir in Nürnberg eine Reihe begründet, die wiederkehrend ein international relevantes Thema aufnimmt und einige der Ehrengäste als Vortragende aktiv einbezieht. Die erste Veranstaltung in Nürnberg hatte „Literacy“, die zweite in Leipzig „Library Services for Refugees“ zum Thema. Bei der inzwischen auch etablierten Einführungsveranstaltung für ausländische KongressteilnehmerInnen, die sog. „International Librarians‘ Orientation“, wurden Informationen über die Konferenz und über die Arbeit von BII vermittelt.

IFLA-Kongress 2015 in Kapstadt

Für 2015 wurden 33 Anträge auf Reisestipendien für Funktionsträger in Sektionen, Vortragende und Posterpräsentationen eingereicht, von denen 19 bewilligt werden konnten. Zum zweiten Mal wurde das sog. „Orientierungsstipendium“ vergeben und drei Nachwuchsstipendien für die Arbeit am „IFLA-Express“ gewährt. In BuB Heft 11/2015 haben die drei StipendiatInnen einen Bericht über ihre Eindrücke veröffentlicht.

Partnerland USA 2016–2019

Beim Bibliothekartag in Nürnberg hat BII einen ersten, in Leipzig einen zweiten Vorbereitungs-Workshop zum Partnerland veranstaltet, mit dem auf das Partnerland-Projekt aufmerksam gemacht und die Fachöffentlichkeit eingebunden wurde. In Heft 3/2016 von BuB ist ein von Guido Jansen und Susanne Riedel verfasster Artikel mit dem Titel „Die transatlantischen Beziehungen stärken …“ erschienen. Mit dem Kongress in Leipzig hat das offizielle „Kick-off“ des Projekts stattgefunden. Die Kongresswoche bewerteten beide Seiten im Hinblick auf das Projekt als sehr positiv.

„Librarian in Residence“

Das Thema des Jahres 2015 „Digitalisierung von kulturellem Erbe“ hat BII eine Rekordmenge an Einreichungen beschert. Die Entscheidung der Jury fiel auf Nadine Ullmann von der ULB Düsseldorf, die vom 14.9. bis 02.10.2015 die USA besuchte. Das Thema für 2016 ist „Bibliotheksangebote für Flüchtlinge“, die Ausschreibung ist veröffentlicht.

Standardprogramme AnD und DiA

Zu Fachaufenthalten, Konferenzen und als Studienreise kamen Gäste aus Brasilien, Finnland, Frankreich, Georgien, Großbritannien, Indien, Irak, Irland, Israel, Italien, Kanada, Kenia, Lettland, Litauen, Luxemburg, Mazedonien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Portugal, Katar, Rumänien, Schweden, der Schweiz, Serbien, Sri Lanka, Südafrika, Südkorea, Tschechien und den USA. Insgesamt wurden 167 Personen gefördert.

Deutsche KollegInnen fuhren nach Algerien, Chile, Estland, Großbritannien, Hong Kong, Italien, Lettland, in die Niederlande, nach Österreich, Portugal, Schweden, in die Schweiz, nach Südafrika, Tschechien, Uganda, Usbekistan und in die USA. Insgesamt wurden 76 Personen gefördert.

Finanzen

Die deutschen Antragsteller erhalten die Förderung aus Mitteln des Goethe-Instituts, die das Auswärtige Amt bereitstellt. Im Jahr 2015 wurden diese Mittel „bis auf den letzten Cent“ ausgegeben, es wurde eine Warteliste eingerichtet. Die Mittel für ausländische Antragsteller für 2015 konnten bis auf einen geringen Restbetrag verausgabt werden. Für das Jahr 2016 stehen BII erfreulicherweise wieder beide Budgets in gleicher Höhe zur Verfügung.

BII-Gremium

Im Berichtszeitraum hat es gravierende personelle Veränderungen im Gremium gegeben. Kathrin Todt-Wolff (BIB) und Dr. Luise Sanders (VDB) schieden zum 30.06.2015 aus dem Gremium aus. Ihre Nachfolger sind Sabine Stummeyer und Dr. Ewald Brahms. Guido Jansen, einer der beiden Vertreter des dbv bei BII, verließ Mitte März 2016 den dbv und damit auch BII. Herzlichen Dank an alle drei!

Am 31.03.2016 hat die Amtszeit von Susanne Riedel als Sprecherin geendet, sie bleibt bis November 2016 Mitglied des Gremiums. Dr. Ewald Brahms hat zum 01.04.2016 das Sprecheramt übernommen.

Die Zusammensetzung des Gremiums (Stand: 01.04.2016) ist wie folgt:

  1. Blinten, Benjamin (VDB),

  2. Brahms, Ewald (VDB, Sprecher),

  3. N.N. (dbv),

  4. Klauser, Hella (Goethe-Institut),

  5. Lison, Barbara (dbv),

  6. Mittrowann, Andreas (ekz),

  7. Riedel, Susanne (BIB),

  8. Stummeyer, Sabine (BIB).

Gäste:

  1. Brühl, Bettina (BII-Geschäftsstelle),

  2. Lorenzen, Heinz-Jürgen (BID-Präsident).

Die Langfassung des Jahresberichts kann nachgelesen werden unter http://www.bi-international.de/deutsch/ueber_uns/jahresberichte/.

10 Ausblick

In diesem Jahr werden der Relaunch der Homepage, die Neuausrichtung hinsichtlich der Wahrnehmung berufsethischer Fragen sowie die Nachbereitung des Leipziger Kongresses eine wichtige Rolle spielen.

Ich danke den Mitgliedern, dem Vorstand, der Geschäftsführerin sowie der BII-Sprecherin, den Mitgliedern des BII-Gremiums und der Sachbearbeiterin für die sehr gute Zusammenarbeit und das hohe Maß an Vertrauen, das sie mir im vergangenen Jahr entgegengebracht haben.

Berlin im Juni 2016, gez. Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen

Published Online: 2016-10-13
Published in Print: 2016-10-01

© 2016 by De Gruyter

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Downloaded on 17.3.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/bd-2016-0108/html
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