A Catholicism of the Word and a Catholicism of Devotion: Pusey, Newman and the first Eirenicon
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Mark Chapman
Abstract
Ungeachtet kirchentrennender Differenzen, die sich seit der Zeit der Glaubenskämpfe des 16. Jahrhunderts ergaben, verband manche konfessionellen Parteien im Europa des 19. Jahrhunderts ein durchaus gemeinsames Interesse: Die Abwehr von Atheismus und Liberalismus. Edward Bouverie Pusey verfolgte im ersten Band des Eirenicon dieses Ziel im Modus einer kritisch sichtenden wie vermittelnden Darstellung der Grundlagen katholischer Lehre in tridentinischer Tradition. Zugleich war es in ökumenischer Perspektive somit möglich, die Bedingungen einer Reunion zu überdenken. An dieser Vermittlungsperspektive schieden sich die Geister; während bei manchen durch die in erster Linie schlicht erläuternde Darstellung Puseys ein antikatholischer Affekt in neuerlich geschärftem Differenzbewußtsein geweckt wurde, sahen andere in der deutlich erkennbaren gemeinsamen theologischen Basis, die Pusey mit seiner Darstellung des Tridentinums vorgab, die realistische Chance auf Reunion. Im Verlauf des weiteren – beinahe binnenkonfessionell zu nennenden – Austauschs insbesondere zwischen Pusey als dem Verfechter eines stark tridentinisch-doktrinal geprägten Konzeptes, eines “Katholizismus des Wortes”, und dem 1845 zum Katholizismus übergetretenen John Henry Newman, der gegen Pusey den auch im Zuge dogmatischer Reflexion nicht zu eliminierenden Vorrang einer Orientierung an kirchlicher Praxis als Inbegriff eines “Katholizismus der Heiligung” vertrat, offenbarte sich schließlich ein je eigener Religionsbegriff als wesentlicher Schlüssel zum Verständnis der in den gegensätzlichen Rezeptionen zu Tage tretenden Katholizismuskonzeptionen.
© Walter de Gruyter
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