Morolfs Ende. Zur Dekonstruktion des feudalen Brautwerbungsschemas in der sogenannten ›Spielmannsepik‹
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Armin Schulz
Zentrales Thema des Brautwerbungsschemas ist die Sicherung weltlicher Herrschaft. Handlungsmodell und Raumstruktur gründen auf einer Exogamieregel: Nur in einem fernen Land kann dem jugendlichen Herrscher die einzig angemessene Fortpflanzungspartnerin gewonnen werden, ihre Nachkommen sollen die Stabilität des Reichs für die Zukunft sichern. Brautwerbungserzählungen sind sozusagen Staatsromane einer dynastischen Herrschaftssicherung, von der nicht nur der Regent, sondern auch seine Gefolgsleute profitieren. Im Idealfall ist deshalb das ganze Handlungsmodell darauf abgestellt, den herrscherlichen Personenverband in perfekt aufeinander abgestimmtem Gemeinschaftshandeln zu zeigen; das Paradebeispiel hierfür liefert wiederum der ›König Rother‹.
© Max Niemeyer Verlag GmbH, Tübingen 2002
Articles in the same Issue
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- Zum Problem der Verifizierbarkeit romanischer Einflüsse in der deutschen Minnelyrik des Hochmittelalters
- Mären-Priapeia. Deutungsgehalte des Obszönen im ›Nonnenturnier‹ und seinen europäischen Motivverwandten
- Die ›Epitoma rei militaris‹ des Vegetius zwischen ritterlicher Ausbildung und gelehrt-humanistischer Lektüre. Zu einer weiteren unbekannten deutschen Übersetzung aus der Wiener Artistenfakultät
- Hermann Jakobs, Theodisk im Frankenreich
- Thomas Stehl (Hg.), Dialektgenerationen, Dialektfunktionen, Sprachwandel
- Susumu Kuroda, Die historische Entwicklung der Perfektkonstruktionen im Deutschen
- Karl Heinz Ramers, Historische Veränderungen prosodischer Strukturen
- Timothy R. Jackson, Nigel F. Palmer u. Almut Suerbaum (Hgg.), Die Vermittlung geistlicher Inhalte im deutschen Mittelalter
- Peter Göhler (Hg.), Eine spätmittelalterliche Fassung des Nibelungenliedes; Jürgen Vorderstemann (Hg.), Das Nibelungenlied nach der Handschrift n
- Niklaus Largier, Diogenes der Kyniker
- Dietmar Peil, Michael Schilling u. Peter Strohschneider [in Verbindung mit Wolfgang Frühwald] (Hgg.), Erkennen und Erinnern in Kunst und Literatur
- Eingesandte Schriften
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