Christine Wand-Wittkowski, Briefe im Mittelalter. Der deutschsprachige Brief als weltliche und religiöse Literatur. 2000
Als Textsorte des Gegenwartsschrifttums läßt sich der Brief vergleichsweise problemlos als eine durch bestimmte formale Merkmale charakterisierte schriftliche Mitteilung nichtfiktionalen Inhalts an einen abwesenden Empfänger definieren. Im Unterschied zu direkter mündlicher Kommunikation ist er in der Regel Element eines komplexen Vorgangs, zu dem neben dem Schreiben auch die Übermittlung gehört. Der Brief ist keineswegs stets Beginn oder Bestandteil eines Dialoges, und gelegentlich liegt ihm sogar eine monologische Form zugrunde, die keiner Antwort bedarf. Auch gewährleistet ein Brief nicht, daß den Empfänger die Mitteilung unverfälscht erreicht, denn diese muß verstanden und interpretiert, gegebenenfalls sogar vorgelesen und/oder übersetzt werden. Der Verständnissicherung dient daher der hohe Grad an Formalisierung in Phraseologie und Aufbau, wie er sich von der Antike bis in die Gegenwartskorrespondenz findet. Nach der ars dictaminis sind dies: salutatio (Adresse, Gruß); captatio benevolentiae (Eingangsformel, Einstimmung auf den Gegenstand, Bemühen um die Gunst des Adressaten); narratio (eigentliches Anliegen); petitio (fakultativ); conclusio (Zusammenfassung, Schluß, Segenswunsch). Einzelne Teile können umgestellt werden oder ganz entfallen.
© Max Niemeyer Verlag GmbH, Tübingen 2002
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- Ulrich Ernst, Der ‚Gregorius‘ Hartmanns von Aue. Theologische Grundlagen – legendarische Strukturen – Überlieferung im geistlichen Schrifttum. 2002
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- Anja Sommer, Die ‚Minneburg‘. Beiträge zu einer Funktionsgeschichte der Allegorie im späten Mittelalter. Mit der Erstedition der Prosafassung. 1999
- Corpus Paracelsisticum. Dokumente frühneuzeitlicher Naturphilosophie in Deutschland. Hg. und erläutert von Wilhelm Kühlmann und Joachim Telle. Bd. 1: Der Frühparacelsismus. Erster Teil. Hg. und erläutert von Wilhelm Kühlmann und Joachim Telle. 2001
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- Dieter Bitterli, Der Bilderhimmel von Hergiswald. Der barocke Emblemzyklus der Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau in Hergiswald bei Luzern, seine Quellen, sein mariologisches Programm und seine Bedeutung. 1999
- Stephanie Robben, Justus Gottfried Rabener, Nützliche Lehrgedichte. Untersuchungen und Edition. 2 Bde. 1998
- Ursula Naeve-Bucher, Schönes Fräulein darf ich's wagen, Ihnen Arm und Geleite anzutragen? Zu Annäherung, Werbung, Versuchung und Verführung in der schwedischen und deutschen Literatur des 18. Jahrhunderts. 2001
- Bernhard Budde, Aufklärung als Dialog. Wielands antithetische Prosa. 2000
- Volker Schümmer, Georg Christoph Lichtenbergs Konzept aufgeklärter Kultur. 2000
- Claudia Albert, Tönende Bilderschrift. „Musik“ in der deutschen und französischen Erzählprosa des 18. und des 19. Jahrhunderts. 2002
- Johann Gottfried Herder, Briefe. Gesamtausgabe 1763–1803. Hg. von der Stiftung Weimarer Klassik (Goethe- und Schiller-Archiv). Bd. 11: Kommentar zu den Bänden 1–3. Bearbeitet von Günter Arnold. 2001
- Michael Ott, Das ungeschriebene Gesetz. Ehre und Geschlechterdifferenz in der deutschen Literatur um 1800. 2001
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- Alexander Honold, Nach Olympia. Hölderlin und die Erfindung der Antike. 2002
- Magdolna Orosz, Identität, Differenz, Ambivalenz: Erzählstrukturen und Erzählstrategien bei E. T. A. Hoffmann. 2001
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- Brüder Grimm, Werke und Briefwechsel. Kasseler Ausgabe. In kritisch-kommentierten Einzelbänden. [2. Abteilung:] Briefe. Bd. 2: Briefwechsel mit Ludwig Hassenpflug (einschließlich der Briefwechsel zwischen Ludwig Hassenpflug und Dorothea Grimm, geb. Wild, Charlotte Hassenpflug, geb. Grimm, ihren Kindern und Amalie Hassenpflug). Hg. und bearbeitet von Ewald Grothe. 2000
- Schillers Sohn Ernst. Ein Psychogramm in Briefen. Hg. und mit einem Vorwort versehen von Hilde Lermann. 2002
- Dieter Borchmeyer, Richard Wagner. Ahasvers Wandlungen. 2002
- Dorothee Kimmich, Wirklichkeit als Konstruktion. Studien zu Geschichte und Geschichtlichkeit bei Heine, Büchner, Immermann, Stendhal, Keller und Flaubert. 2002
- Roland Berbig / Walter Hettche (Hgg.), Paul Heyse. Ein Schriftsteller zwischen Deutschland und Italien. 2001
- Rainer Kipper, Der Germanenmythos im Deutschen Kaiserreich. Formen und Funktionen historischer Selbstthematisierung. 2002
- Hans Richard Brittnacher, Erschöpfung und Gewalt. Opferphantasien in der Literatur des Fin de siècle. 2002
- Richard Beer-Hofmann, Der Briefwechsel mit Paula 1896–1937. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth hg., kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Richard M. Sheirich. 2002
- Thomas Klugkist, Der pessimistische Humanismus. Thomas Manns lebensphilosophische Adaption der Schopenhauerschen Mitleidsethik. 2002
- Alfred Döblin, Die Ermordung einer Butterblume. Sämtliche Erzählungen. Hg. von Christina Althen. 2001 – Alfred Döblin, Kleine Schriften III. Hg. von Anthony W. Riley. 1999 – Alfred Döblin, Briefe II. Hg. von Helmut F. Pfanner. 2001
- Simonetta Sanna, Die Quadratur des Kreises. Stadt und Wahnsinn in ‚Berlin Alexanderplatz‘ von Alfred Döblin. 2000
- Sabine Döring, Ästhetische Erfahrung als Erkenntnis des Ethischen. Die Kunsttheorie Robert Musils und die analytische Philosophie. 1999
- Klaus Große Kracht, Zwischen Berlin und Paris: Bernhard Groethuysen (1880–1946). Eine intellektuelle Biographie. 2002
- Ariane Huml, Silben im Oleander, Wort im Akaziengrün. Zum literarischen Italienbild Ingeborg Bachmanns. 1999 – Primus-Heinz Kucher / Luigi Reitani (Hgg.), „In die Mulde meiner Stummheit leg ein Wort …“. Interpretationen zur Lyrik Ingeborg Bachmanns. 2000 – Monika Albrecht / Dirk Göttsche (Hgg.), „Über die Zeit schreiben“. Bd. 2: Literatur- und kulturwissenschaftliche Essays zum Werk von Ingeborg Bachmann. 2000
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