Edith Höltenschmidt, Die Mittelalter-Rezeption der Brüder Schlegel. 2000
Die 1980er Jahre waren die Blütezeit der Mittelalter-Rezeption, sowohl, was die Begeisterung für Ritter- und Mönchtum in Erzählliteratur und Film betrifft, als auch für die wissenschaftsgeschichtliche Erforschung der Hinwendung zu jener Epoche, die nicht nur den Wechsel vom antiken Paradigma des Klassizismus zu dem der Romantik markierte. Überdies nämlich war das Mittelalter und an erster Stelle die sogenannte ‚altdeutsche‘ Literatur Prüfstein für die Genese der disziplinären Germanistik, die sich zuerst als Mediävistik formierte. Insofern nicht nur die maßgeblichen Dichterwissenschaftler der romantischen Periode – namentlich Wackenroder, Tieck, Uhland, von der Hagen, Büsching, Lachmann und natürlich die Brüder Grimm – fast sämtlich zum Gegenstand gründlicher Aufarbeitung geworden sind (meist in den späten 80er und frühen 90er Jahren), sondern auch der historiographische Rahmen um die Ausdifferenzierung der Philologien und insbesondere um den Schritt vom Dilettantismus zur professionellen Germanistik inzwischen mehrfach gezogen wurde (meist mit systemtheoretischem Ansatz), kommt diese herausragende Kölner Dissertation merkwürdig spät. Das erklärt sich zweifellos schon durch den ungewöhnlichen Umfang, der eine entsprechende Bearbeitungszeit vermuten läßt. Diese wiederum bietet den Vorteil, daß die Verfasserin das breite Spektrum der zum Thema vorliegenden Forschungen hat nutzen, zumindest aber weitgehend registrieren können.
© Max Niemeyer Verlag GmbH, Tübingen 2001
Articles in the same Issue
- Handbuch der historischen Buchbestände. Hg. von Bernhard Fabian. 1996–2001
- Münchner Altbestandskatalog. Bayerische Staatsbibliothek 1501–1850. Universitätsbibliothek München 1501–1850. 2. CD-ROM-Edition. 2001
- Karin Schneider, Paläographie und Handschriftenkunde für Germanisten. Eine Einführung. 1999
- Christoph König / Hans-Harald Müller / Werner Röcke (Hgg.), Wissenschaftsgeschichte der Germanistik in Porträts. 2000
- Horst Turk / Brigitte Schultze / Roberto Simanowski (Hgg.), Kulturelle Grenzziehungen im Spiegel der Literaturen: Nationalismus, Regionalismus, Fundamentalismus. 1998
- Andreas B. Kilcher (Hg.), Metzler Lexikon der deutsch-jüdischen Literatur. 2000
- Margit Sutrop, Fiction and Imagination. The Anthropological Function of Literature. 2000
- Heinz J. Drügh, Anders-Rede. Zur Struktur und historischen Systematik des Allegorischen. 2000
- Michael Scheffel, Formen selbstreflexiven Erzählens. Eine Typologie und sechs exemplarische Analysen. 1997
- Joachim Schiedermair, Die Rache des toten Autors. Gegenseitige Lektüren poststrukturaler Literaturtheorie und schwedischer Gegenwartsprosa. 2000
- Wolfgang Ernst / Cornelia Vismann (Hgg.), Geschichtskörper. Zur Aktualität von Ernst H. Kantorowicz. 1998
- W. H. Jackson / S. A. Ranawake (Hgg.), The Arthur of the Germans. The Arthurian Legend in Medieval German and Dutch Literature. 2000
- Christopher Young, Narrativische Perspektiven in Wolframs „Willehalm“. Figuren, Erzähler, Sinngebungsprozeß. 2000
- Heinrich von dem Türlin, Die Krone (Verse 1–12281). Hg. von Fritz Peter Knapp und Manuela Niesner. 2000
- Volker Honemann / Sabine Griese / Falk Eisermann / Marcus Ostermann (Hgg.), Einblattdrucke des 15. und frühen 16. Jahrhunderts. Probleme, Perspektiven, Fallstudien. 2000
- Jürgen Schulz-Grobert, Das Straßburger Eulenspiegelbuch. Studien zu entstehungsgeschichtlichen Voraussetzungen der ältesten Drucküberlieferung. 1999
- Volker Riedel, Antikerezeption in der deutschen Literatur vom Renaissance-Humanismus bis zur Gegenwart. Eine Einführung. 2000
- Thomas Haye, Humanismus in Schleswig und Holstein. Eine Anthologie lateinischer Gedichte des 16. und 17. Jahrhunderts. 2001
- Dirk Niefanger, Barock. 2000
- Katrin M. Kohl, Rhetoric, the Bible, and the Origins of Free Verse. The Early “Hymns” of Friedrich Gottlieb Klopstock. 1990 – Anna Carrdus, Classical Rhetoric and the German Poet 1620 to Present. A Study of Optiz, Bürger and Eichendorff. 1996
- Reinhold Münster, Friedrich von Hagedorn. Dichter und Philosoph der fröhlichen Aufklärung. 1999
- Élisabeth Décultot, Johann Joachim Winckelmann. Enquête sur la genèse de l'histoire de l'art. 2000
- Johannes Anderegg, Schreibe mir oft! Zum Medium Brief zwischen 1750 und 1830. 2001
- Horst Dieter Rauh, Heilige Wildnis. Naturästhetik von Hölderlin bis Beuys. 1998
- Edith Höltenschmidt, Die Mittelalter-Rezeption der Brüder Schlegel. 2000
- Ruth Petzoldt, Albernheit mit Hintersinn. Intertextuelle Spiele in Ludwig Tiecks romantischen Komödien. 2000
- Joseph Görres, Gesammelte Schriften. Bd. XVII: Schriften zum Kölner Ereignis. Vierter Teil: Die Wallfahrt nach Trier. Bearbeitet von Irmgard Schneider. 2000
- Ulrike Spree, Das Streben nach Wissen. Eine vergleichende Gattungsgeschichte der populären Enzyklopädie in Deutschland und Großbritannien im 19. Jahrhundert. 2000
- Burkhard Meyer-Sickendiek, Die Ästhetik der Epigonalität. Theorie und Praxis wiederholenden Schreibens im 19. Jahrhundert: Immermann – Keller – Stifter – Nietzsche. 2001
- Christian Liedtke (Hg.), Heinrich Heine. Neue Wege der Forschung. 2000
- Hubert Gersch, Der Text, der (produktive) Unverstand des Abschreibers und die Literaturgeschichte. Johann Friedrich Oberlins Bericht ‚Herr L … …‘ und die Textüberlieferung bis zu Georg Büchners ‚Lenz‘-Entwurf. 1998
- Andrea Rudolph, Genreentscheidung und Symbolgehalt im Werk Friedrich Hebbels. 2000
- Almut Vierhufe, Parodie und Sprachkritik. Untersuchungen zu Fritz Mauthners „Nach berühmten Mustern“. 1999 – Bettina Ullmann, Fritz Mauthners Kunst- und Kulturvorstellungen. Zwischen Traditionalität und Modernität. 2000
- Roger Bauer, Die schöne Décadence. Geschichte eines literarischen Paradoxons. 2001
- Arthur Schnitzler, Tagebuch 1879–1931. 10 Bde. 1981–2000
- Hubert van den Berg, Avantgarde und Anarchismus. Dada in Zürich und Berlin. 1999
- David Midgley, Writing Weimar. Critical Realism in German Literature 1918–1933. 2000
- Albert Berger, Josef Weinheber 1892–1945. Leben und Werk – Leben im Werk. 1999
- Julia Kristeva, Das weibliche Genie. Das Leben, der Wahn, die Wörter. Bd. 1: Hannah Arendt. 2001
- Marko Pajević, Zur Poetik Paul Celans. Gedicht und Mensch – die Arbeit am Sinn. 2000
- Michael Hofmann, Uwe Johnson. 2001 – Uwe Johnson. Text + Kritik 65/66. 2001
- Thomas Schmidt, Der Kalender und die Folgen. Uwe Johnsons Roman ‚Jahrestage‘. Ein Beitrag zum Problem des kollektiven Gedächtnisses. 2000
- Michael Vogt (Hg.), „stehn JANDL gross hinten drauf“. Interpretationen zu Texten Ernst Jandls. 2000
- Sabine Moser, Günter Grass. Romane und Erzählungen. 2000
- Matthias Konzett, The Rhetoric of National Dissent in Thomas Bernhard, Peter Handke, and Elfriede Jelinek. 2000
- Nachrichten aus dem Fach
- Arbiter criticorum
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