Heinz J. Drügh, Anders-Rede. Zur Struktur und historischen Systematik des Allegorischen. 2000
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Irmgard Wirtz
Heinz J. Drüghs Studie Anders-Rede. Zur Struktur und historischen Systematik des Allegorischen setzt bei der wechselhaften Wertschätzung der Allegorie in der literaturhistorischen Einschätzung ein, die in der frühen Neuzeit als literarischer Tropus fest etabliert war, zunächst in der Genieästhetik problematisiert wurde und in der Moderne durch Walter Benjamin wiederum rehabilitiert worden ist, um darauf von der dekonstruktivistischen Literaturtheorie zum master trope erklärt zu werden. Drügh postuliert einen neuen Allegoriebegriff, den er zwischen traditioneller Rhetorik und postmoderner Dekonstruktion ansiedeln möchte. Damit grenzt er sich von der rhetorisch fundierten, philologisch argumentierenden Habilitationsschrift Begriffsbilder. Studien zur literarischen Allegorie zwischen Opitz und Schiller (1995) von Peter André Alt ab. Im Gegensatz hierzu legt Drügh den Akzent auf die sprachtheoretische Begründung der Allegorie, die er an die Lektüre von Paul de Mans Allegorien des Lesens, an die Lacan-Rezeption von Joel Finemans allegorischen Sprachstrukturen, an Jacques Derridas Begriff der différance und an Roland Barthes' Überlegungen zur Repräsentation anschließt.
© Max Niemeyer Verlag GmbH, Tübingen 2001
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