Der Schmuggel politischer Schriften
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Thomas Christian Müller
Über dieses Buch
»Haben unsere Feinde noch Bomben und Kanonen, so haben wir - Flugschriften, kleine, ganz kleine Flugschriften! Glaubt mir, eine einzige Broschüre ist mitunter gegen die Gewalt eine furchtbarere Waffe als ein ganzer Artilleriepark gegen die Freiheit ist.«
Diese Worte stammen von Karl Heinzen, einem der radikalsten Literaten des Vormärz. Sie stehen in einer revolutionären Schrift, die 1846 mit fingiertem Druckort in einem Schweizer Verlag, dem »Literarischen Institut«, produziert, dann über die Grenze in den Deutschen Bund geschmuggelt, dort verkauft und alsbald verboten wurde. Der Verlag , der Heinzens Schrift druckte, produzierte 1845 bis 1852 eine ganze Reihe solcher Pamphlete - darunter auch Freiligraths »Ça ira« - und vertrieb sie in den Deutschen Bund. Neben zahlreichen Archiven in der Schweiz und in Deutschland bilden die Bestände dieses Verlagsarchivs eine einzigartige Quellenbasis für eine Sozialgeschichte der Exilliteratur im Vormärz. So untersucht die Studie am Beispiel des »Literarischen Instituts« und anderer Verlage die Faktoren, die im Vormärz zur Bildung einer exilliterarischen Öffentlichkeit beitrugen. Das "Katz-und-Maus"-Spiel zwischen Verlagen, Exilliteraten und Polizei lief in einer bewegten Phase der europäischen Geschichte ab: Die Ereignisse im Vormärz und in der Revolution von 1848/49 bewogen verschiedene Schweizer Verleger, revolutionäre Schriften deutscher Flüchtlinge zu drucken, die aus der Ferne die politische Entwicklung in ihrer Heimat beeinflussen wollten. Die konservativen Mächte im Deutschen Bund hielten die Schweiz deshalb für einen gefährlichen "Hort der Revolution" und versuchten mit umfangreichen Maßnahmen gegen den Schriftenschmuggel vorzugehen. Die Studie zeigt die Beziehungen zwischen diesen verschiedenen "Feldern" (Bourdieu) auf und analysiert so zentrale Entwicklungen im Vormärz: die politische Emigration, die Auseinandersetzung um Pressefreiheit, die Krise der restaurativen Zensur und Pressekontrolle und den Strukturwandel der Pressepolitik im Deutschen Bund.
Fachgebiete
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I-X
I -
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Einleitung
1 - Teil I: Das Literarische Institut von Michael Schläpfer und andere politische Verlage in der Schweiz
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1. Michael Schläpfer und das Literarische Institut
29 -
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2. Weitere politische Verlage: Fröbel, Jenni, Walser und Belle-Vue
54 - Teil II: Die Exilliteraten: ihr Umfeld, ihre Ziele, ihre Verbindungen
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1. Ferdinand Freiligrath: »Der Trompeter der Revolution«
99 -
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2. Karl Heinzen und die »republikanische Hetzjagd«
124 -
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3. Christian Gottlieb Abt
150 -
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4. Friedrich Engels und Karl Marx: »Schufterle Schläpfer in Herisau«
160 - Teil III: Die deutschen Staaten und der Schriftenschmuggel
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Pressepolitik im Wandel: Vom Polizei- zum Justizsystem
173 -
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1. Der Deutsche Bund
178 -
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2. Preussen: Zensur als gesetzlich verwaltete Ordnungspolitik
215 -
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3. Österreich: Die Ära Metternich
252 -
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4. Sachsen: Ein Königreich zwischen Buchhandel und Nachbarn
294 -
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5. Die süddeutschen Staaten: Baden, Württemberg, Bayern
319 - Teil IV: Die Massnahmen gegen die Exilverlage in der Schweiz
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1. Kantonale Massnahmen gegen die politischen Verlage
357 -
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2. Die Strategien und Tricks der Verlage
376 -
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Schlussbemerkungen
388 -
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Bibliografie
397 -
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Anhang
426 -
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Register
465
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