Startseite Germanistische Linguistik Genusvariation: Was offenbart sie über die innere Dynamik des Systems?
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Genusvariation: Was offenbart sie über die innere Dynamik des Systems?

  • Klaus-Michael Köpcke und David Zubin
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Grammatische Variation
Ein Kapitel aus dem Buch Grammatische Variation

Abstract

Traditionell wird das Genus der Nomina im Lexikon verortet. Die beiden anderen Erscheinungen des Genus, nämlich syntaktische Integration bei der Kongruenz sowie pragmatische Identifikation von Partizipanten im Diskurs, werden als Folgeerscheinungen der lexikalischen Verankerung des Genus betrachtet.

Wir wollen der lexikalistischen Theorie eine Alternative gegenüberstellen, bei der das Genus in der Syntax und Pragmatik verwurzelt ist. Erst in der Produktion einer Nominalphrase greift der Sprecher auf das Genusmerkmal (GM) für die morphologische Gestaltung der Phrase zurück. Dabei ist die Genuskodierung von Einzellexemen im Lexikon nur eine von vielen Quellen für die Gewinnung der Merkmale.

Vorgestellt werden unterschiedliche Auslösertypen für das Genus. Unter anderem werden Merkmale diskutiert, die durch den Referenten, durch morphologische und syntaktische Prozesse oder auch durch ein Begriffsfeld im Lexikon bedingt sind. Genusvariation ergibt sich demnach aus der Konkurrenz zwischen verschiedenen Auslösertypen, die auf die gleiche NP (und deren nominalen Kopf) zielen.

Abstract

Traditionell wird das Genus der Nomina im Lexikon verortet. Die beiden anderen Erscheinungen des Genus, nämlich syntaktische Integration bei der Kongruenz sowie pragmatische Identifikation von Partizipanten im Diskurs, werden als Folgeerscheinungen der lexikalischen Verankerung des Genus betrachtet.

Wir wollen der lexikalistischen Theorie eine Alternative gegenüberstellen, bei der das Genus in der Syntax und Pragmatik verwurzelt ist. Erst in der Produktion einer Nominalphrase greift der Sprecher auf das Genusmerkmal (GM) für die morphologische Gestaltung der Phrase zurück. Dabei ist die Genuskodierung von Einzellexemen im Lexikon nur eine von vielen Quellen für die Gewinnung der Merkmale.

Vorgestellt werden unterschiedliche Auslösertypen für das Genus. Unter anderem werden Merkmale diskutiert, die durch den Referenten, durch morphologische und syntaktische Prozesse oder auch durch ein Begriffsfeld im Lexikon bedingt sind. Genusvariation ergibt sich demnach aus der Konkurrenz zwischen verschiedenen Auslösertypen, die auf die gleiche NP (und deren nominalen Kopf) zielen.

Kapitel in diesem Buch

  1. Frontmatter I
  2. Vorwort V
  3. Inhalt VII
  4. Einleitung XI
  5. Variationsdimensionen
  6. Standarddeutsch – die beste aller möglichen Sprachen 3
  7. Grammatik und Variation im Spannungsfeld von Sprachwissenschaft und öffentlicher Sprachreflexion 23
  8. „Das ist nicht falsch, klingt aber irgendwie komisch“ 47
  9. „Mit eynre ander manier dan nu“ – Historische Variation bei Vergleichskonstruktionen 65
  10. Areale grammatische Variation in den Gebrauchsstandards des Deutschen 85
  11. Grammatische Variation in Gespräch, Text und internetbasierter Kommunikation 105
  12. Empirische Zugänge – empirische Methoden
  13. Variationistische Korpusstudien 129
  14. Syntaktische Variation: Unterspezifikation und Skalen 145
  15. Psycho-/Neurolinguistik: Neuronale Korrelate der Verarbeitung grammatischer Variation 161
  16. Empirie und Theorie in der Grammatikschreibung
  17. Die allophonischen Frikative in der Standardsprache und in den hessischen Dialekten 181
  18. Genusvariation: Was offenbart sie über die innere Dynamik des Systems? 203
  19. Perspektiven auf syntaktische Variation 229
  20. Grammatische Variation und realistische Grammatik 255
  21. Theory, data, and the epistemology of syntax 283
  22. Methodenmesse
  23. Wie Wörter Wellen werden Die Untersuchung von Sprachverarbeitung mittels EEG 301
  24. Multimodale Daten für die empirische Analyse grammatischer Variation in Übersetzungen 309
  25. Möglichkeiten der Erforschung grammatischer Variation mithilfe von KorAP 319
  26. Induktive Topikmodellierung und extrinsische Topikdomänen 331
  27. Standardisierte statistische Auswertung von Korpusdaten im Projekt „Korpusgrammatik“ (KoGra-R) 345
Heruntergeladen am 28.1.2026 von https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/9783110518214-013/html?lang=de
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