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Grammatische Variation in Gespräch, Text und internetbasierter Kommunikation

  • Angelika Storrer
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Grammatische Variation
Ein Kapitel aus dem Buch Grammatische Variation

Abstract

Für die mediale Dimension grammatischer Variation spielt die Unterscheidung von Gespräch und Text eine wichtige Rolle. Implizit wird dabei die Kategorie Text mit schriftlich realisierter Sprache und die Kategorie Gespräch mit mündlich realisierter Sprache identifiziert. Diese Zuordnung wird in Anbetracht der mediatisierten, hypermedialen Präsentations- und Kommunikationsformen im Internet zunehmend fragwürdig. Der Beitrag zeichnet die Diskussion um die varietätenlinguistische Einordnung der internetbasierten Kommunikation nach und führt das Oppositionspaar „textorientiert“ vs. „interaktionsorientiert“ ein, das es ermöglicht, auf der schriftlichen (medial graphischen) Ebene zwischen zwei Konstellation zu unterscheiden, in denen nähesprachliche Sprachmerkmale gehäuft auftreten: (1) Das interaktionsorientierte Schreiben in der internetbasierten Kommunikation und (2) die fingierte Mündlichkeit in literarischen Texten, die dem textorientierten Schreiben zuzuordnen ist. Am Fallbeispiel der interaktiven Einheit HM wird illustriert, wie frei verfügbare Korpusressourcen genutzt werden können, um die Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Interferenzen zwischen der Verwendungen interaktiver Einheiten in Gespräch, Text und internetbasierter Kommunikation zu untersuchen.

Abstract

Für die mediale Dimension grammatischer Variation spielt die Unterscheidung von Gespräch und Text eine wichtige Rolle. Implizit wird dabei die Kategorie Text mit schriftlich realisierter Sprache und die Kategorie Gespräch mit mündlich realisierter Sprache identifiziert. Diese Zuordnung wird in Anbetracht der mediatisierten, hypermedialen Präsentations- und Kommunikationsformen im Internet zunehmend fragwürdig. Der Beitrag zeichnet die Diskussion um die varietätenlinguistische Einordnung der internetbasierten Kommunikation nach und führt das Oppositionspaar „textorientiert“ vs. „interaktionsorientiert“ ein, das es ermöglicht, auf der schriftlichen (medial graphischen) Ebene zwischen zwei Konstellation zu unterscheiden, in denen nähesprachliche Sprachmerkmale gehäuft auftreten: (1) Das interaktionsorientierte Schreiben in der internetbasierten Kommunikation und (2) die fingierte Mündlichkeit in literarischen Texten, die dem textorientierten Schreiben zuzuordnen ist. Am Fallbeispiel der interaktiven Einheit HM wird illustriert, wie frei verfügbare Korpusressourcen genutzt werden können, um die Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Interferenzen zwischen der Verwendungen interaktiver Einheiten in Gespräch, Text und internetbasierter Kommunikation zu untersuchen.

Kapitel in diesem Buch

  1. Frontmatter I
  2. Vorwort V
  3. Inhalt VII
  4. Einleitung XI
  5. Variationsdimensionen
  6. Standarddeutsch – die beste aller möglichen Sprachen 3
  7. Grammatik und Variation im Spannungsfeld von Sprachwissenschaft und öffentlicher Sprachreflexion 23
  8. „Das ist nicht falsch, klingt aber irgendwie komisch“ 47
  9. „Mit eynre ander manier dan nu“ – Historische Variation bei Vergleichskonstruktionen 65
  10. Areale grammatische Variation in den Gebrauchsstandards des Deutschen 85
  11. Grammatische Variation in Gespräch, Text und internetbasierter Kommunikation 105
  12. Empirische Zugänge – empirische Methoden
  13. Variationistische Korpusstudien 129
  14. Syntaktische Variation: Unterspezifikation und Skalen 145
  15. Psycho-/Neurolinguistik: Neuronale Korrelate der Verarbeitung grammatischer Variation 161
  16. Empirie und Theorie in der Grammatikschreibung
  17. Die allophonischen Frikative in der Standardsprache und in den hessischen Dialekten 181
  18. Genusvariation: Was offenbart sie über die innere Dynamik des Systems? 203
  19. Perspektiven auf syntaktische Variation 229
  20. Grammatische Variation und realistische Grammatik 255
  21. Theory, data, and the epistemology of syntax 283
  22. Methodenmesse
  23. Wie Wörter Wellen werden Die Untersuchung von Sprachverarbeitung mittels EEG 301
  24. Multimodale Daten für die empirische Analyse grammatischer Variation in Übersetzungen 309
  25. Möglichkeiten der Erforschung grammatischer Variation mithilfe von KorAP 319
  26. Induktive Topikmodellierung und extrinsische Topikdomänen 331
  27. Standardisierte statistische Auswertung von Korpusdaten im Projekt „Korpusgrammatik“ (KoGra-R) 345
Heruntergeladen am 28.1.2026 von https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/9783110518214-008/html?lang=de
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