Der lyrische Augenblick
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Herausgegeben von:
Milan Herold
und Michael Bernsen
Über dieses Buch
Der Augenblick ist Ewigkeit. Goethes Satz formuliert den Anspruch und die Komplexität des Begriffs „Augenblick“. Seine lange Tradition hat ein Bedeutungsspektrum hervorgebracht, das so Unterschiedliches bezeichnet wie Ekstase, leere Gegenwart oder Epiphanie.
Der Augenblick stellt eine Kristallisationsfigur dar, in der das Ganze auf dem Spiel steht: In der Gegenwart zu leben, verheißt die Möglichkeit eines glücklichen Lebens. Der göttliche Kairos muss wie die sprichwörtliche Gelegenheit beim Schopfe gepackt werden. Ein Ereignis kann wie ein Blitz einschlagen: Schöne Augenblicke ebenso wie traumatische Erlebnisse sind die Fixpunkte der persönlichen Existenz. Der Moment der göttlichen Inspiration kann poetisches Schaffen ermöglichen, aber auch überfordern. Die unio mystica eröffnet dem Gläubigen die Erfahrung der Präsenz Gottes und fordert die Sprache heraus, das Unsagbare zu sagen. Der momento di innamoramento, der erhabene Augenblick, aber auch der Schock sind eine Herausforderung des Subjekts, sich zu seiner Endlichkeit zu verhalten. Augenblicke darzustellen und zu reflektieren, hat die Dichtung immer schon fasziniert. Die Geschichte der europäischen Lyrik ist auch die des lyrischen Augenblicks.
Der Band untersucht die semantische Fülle des Begriffs „Augenblick“ anhand von paradigmatischen Beispielen aus der italienischen, französischen, spanischen, portugiesischen und brasilianischen Lyrik von ihren Anfängen bis zur Moderne.
Information zu Autoren / Herausgebern
Michael Bernsen und Milan Herold, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Fachgebiete
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Frontmatter
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Inhalt
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Einleitung
1 -
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« In the twinkling of an eye »
7 -
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‹ Innamoramento ›
23 -
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Beatrices Erscheinungen zwischen heilig und profan
51 -
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Augenblicke der Erinnerung – erinnerte Augenblicke
69 -
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Liebe geht durch die Augen
99 -
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« Il presente non può esser poetico »
127 -
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Bilderscheinung, flüchtige Schönheit und Ästhetik der Farbe
149 -
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« La douceur qui fascine et le plaisir qui tue »
189 -
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Noetische Gegenwart
209 -
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« Un instant à la fois très vague et très aigu …»
243 -
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Die Wahrheit des Augenblicks
263 -
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Der Biss der Schlange und die Ironie des langen Augenblicks in der klassischen Moderne
285 -
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Konvaleszenz, ‹ réveil › und die Möglichkeit einer ‹ durée ›
301 -
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Zeit als Dichten in Giuseppe Ungaretti
323 -
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Die Epiphanie im portugiesischen und brasilianischen Modernismus
339 -
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Augenblick des Begehrens – Begehren des Augenblicks
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Personen- und Werkregister
375
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10785 Berlin
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