Schrift und Liebe in der Kultur des Mittelalters
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Herausgegeben von:
Mireille Schnyder
Über dieses Buch
Der vorliegende Sammelband verortet sich im Schnittpunkt einer Technik- und Materialgeschichte der Kommunikation, einer historischen Medienforschung, einer Geschichte der Gefühle sowie der Geschlechtergeschichte. Die Zeit des 11. bis 15. Jahrhunderts ist die Zeit der „Verschriftung“ der europäischen Kultur, der Verschriftlichung der Volkssprachen und des Eindringens der Schrift in die Bereiche von Verwaltung, Rechtswesen und Herrschaftsausübung. In diesem Kontext stellt sich die Frage, inwiefern die sich in diesem Prozess herausbildenden Liebeskonzepte durch die Schriftkultur geprägt sind. Dabei wird nicht nur die Materialität und Pragmatik des Mediums in den Blick genommen (Schreibmaterialien und Schrifthandeln), sondern genauso das mediale Konzept (Schrift als Medium der Abstraktion, als Distanzmedium, als Verfestigungsmedium, als Medium des Auges und der Anschaulichkeit) und die Schrifttradition. Der Band weist exemplarisch auf die zentrale Bedeutung der Mediengeschichte für die historische Emotionalitätsforschung hin und ist insofern auch Teil einer noch zu schreibenden Mediengeschichte der Emotionen.
Information zu Autoren / Herausgebern
Mireille Schnyder, Universität Zürich, Schweiz.
Rezensionen
"Schnyders Sammelband bringt die historische Emotionalitätsforschung und die Mediengeschichte zusammen und konzentriert sich auf das mittelalterliche Verhälnis von Schrift und Liebe; die europäische, insbesondere die deutsche Entwicklung der Schriftlichkeit mit ihren Auswirkungen auf die Liebeskommunikation steht im Vordergrund. [...] Ausflüge zu Dantes ‚Vita nuova‘ und zur frühneuzeitlichen ‚Historia von D. Johann Fausten‘ vervollständigen den instruktiven Überblick."
W. Günther in: Das Mittelalter 16 (2011) 2
Fachgebiete
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Frontmatter
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Inhaltsverzeichnis
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Schrift und Liebe in der Kultur des Mittelalters. Einführung
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Vom Nutzen der Philologie für den Umgang mit anonymen Liebesbriefen. Ein Nachwort zu den Epistolae duorum amantium
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Sprechende Bücher – verschwundene Schrift. Probleme und Praktiken der Kodifizierung von Intimität in der Volkssprache im Früh- und Hochmittelalter. Zugleich eine These zur Spätüberlieferung des Minnesangs
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Amors Pfeil. Liebe zwischen Medialisierung und Mythisierung in Heinrichs von Veldeke Eneasroman
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‚her sal mir deste holder sîn, / swenner weiz den willen mîn’. Variationen des Liebesgeständnisses in Heinrichs von Veldeke Eneasroman
83 -
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Minne als Brief. Zum Ausdruck von Intimität im nachklassischen höfischen Roman (Rudolf von Ems: Willehalm von Orlens; Johann von Würzburg: Wilhelm von Österreich)
125 -
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Schrift und ‚ökonomische Logik‘ im höfi schen Liebesdiskurs: Flore und Blanschefl ur und Apollonius von Tyrland
147 -
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Körperzeichen, Zeichenschrift, Schriftkörper: die Liebe der Schrift in Dantes Vita nuova
165 -
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Minne schreiben. Schriftmetaphorik und Schriftpraxis in den ‚Minnereden‘ des späten Mittelalters
191 -
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Gescheiterte Liebeserziehung – gelungene Beschriftung: Sprache und Begehren im Märe Des Mönchs Not
221 -
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Ein sehr herrlich Gestalt eins Weibsbilds. Helena als Figur des Begehrens in der Historia von D. Johann Fausten
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