Psychoanalytische Lektüre biblischer Texte – das Beispiel von Ex 4,24–26
Zusammenfassung
Die kurze Szene von JHWHs Überfall auf Mose und dessen Rettung durch Zipporas Geistesgegenwart in Ex 4,24-26 steht so isoliert in ihrem Kontext, dass sie auch fehlen könnte; zugleich ist sie so sehr integriert, dass sie ohne ihren Kontext gar nicht zu verstehen ist. Das erinnert an das Alltagsphänomen der Fehlleistung; diese enthüllt eine Wahrheit, die im offiziellen Diskurs isoliert da steht, wird aber zugleich in diesen offiziellen Diskurs integriert.Wie die individuelle Fehlleistung enthüllt Ex 4,24-26 als Text Einiges über JHWH als Aggressor, Mose als Versager, Frauen als Retterinnen und über die Beschneidung. Allgemeiner gesagt, Ex 4,24-26 legt Spuren in das »kryptische Gedächtnis«, das analog dem individuellen Unterbewusstsein Dinge erinnert, die aus dem offiziellen Diskurs des »kulturellen Gedächtnisses« verdrängt wurden.
© 2014 by Gütersloher Verlagshaus
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- Psychoanalytische Lektüre biblischer Texte – das Beispiel von Ex 4,24–26
- Dialektische Theologie und Metaphysik
- KRITISCHES FORUM
- Der dunkle Gott – ein Gott des Glaubens?
- ZUR SITUATION
- Ökumenische Konzentration auf die gemeinsame Gotteslehre eröffnet neue Perspektiven
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