Ionenkanalerkrankungen der Niere und Nebenniere
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B.B. Beck
, B. Wollnik und M. Kömhoff
Zusammenfassung
Genetische Nierenerkrankungen haben an den sich im Kindes- bis Jugendalter manifestierenden Nierenerkrankungen einen bedeutenden Anteil, gewinnen aber auch zunehmend an Bedeutung für nur langsam progrediente oder spät im Erwachsenenalter auftretende Erkrankungen. Ein erheblicher Teil insbesondere kindlicher Nierenerkrankungen ist mit terminaler Niereninsuffizienz und/oder weiterer relevanter Morbidität verbunden. Eine frühzeitige (molekulare) Diagnosestellung kann für eine bessere prognostische Einschätzung Voraussetzung sein und bietet Möglichkeiten hinsichtlich einer optimierten symptomatischen Therapie.
Mechanistisch betrachtet stellen mit Mutationen in Ionenkanälen assoziierte Nephropathien – neben strukturellen Defekten des glomerulären Filters (z. B. COL4A3, LAMB2, Nephrin) und Störungen der für die Entwicklung des Urogenitaltrakts relevanter Signalwege (z. B. HNF1B, WT1) – eine prototypische und zahlenmäßig wesentliche Gruppe dar.
Die molekulargenetische Aufklärung der (hypokaliämischen) Salzverlusttubulopathien hat ganz wesentlich zu unserem Verständnis der zentralen Rolle der Niere im Salzhaushalt beigetragen. Das Spektrum renaler Ionenkanalerkrankungen soll an den Beispielen der klassischen Salzverlusttubulopathien (Bartter- und Gitelman-Syndrom), der Transient-receptor-potential-(TRP)-Kanalgruppe sowie der Rolle von Kanalveränderungen bei Aldosteronismus und angeborenen Hypertonusformen dargestellt werden.
Abstract
Genetic kidney diseases represent a significant proportion of kidney diseases manifesting in childhood and adolescence, but are also gaining importance in slowly progressive or late-onset adult diseases. A significant portion of kidney diseases particularly in childhood are associated with end stage renal disease and/or other relevant morbidity. An early (molecular) diagnosis can be a prerequisite for a better prognostic assessment and provides opportunities in terms of optimized symptomatic therapy.
Mechanistically speaking, mutations in ion channel-associated nephropathy represent—in addition to structural defects of the glomerular filter (e.g., COL4A3, LAMB2, nephrin) and disorders of signaling pathways that are relevant for the development of the urogenital tract (e.g., HNF1B, WT1)—a significant proportion of the group with respect to number and prototypes.
Determination of the molecular genetics of (hypokalemic) salt-losing tubulopathies has contributed significantly to our understanding of the central role of the kidney in salt balance. The spectrum of renal ion channelopathies is shown using the example of classical salt-losing tubulopathies (Bartter syndrome and Gitelman syndrome), the transient receptor potential (TRP) channel group and the role of channel changes in aldosteronism and congenital hypertension.
© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013
Artikel in diesem Heft
- Akademiekalender, Heft 4/2013
- Schwerpunkt Ionenkanalerkrankungen
- Mitteilungen des BVDH
- Ionentransport und Taubheit
- Mukoviszidose – eine pleiotrope Ionenkanalerkrankung mit wesentlicher Lungenbeteiligung
- Ausgewählte Ionenkanalerkrankungen des peripheren Nervensystems
- Monogene Ionenkanalerkrankungen der Skelettmuskulatur
- Monogene Ionenkanalerkrankungen des Knochens
- Ionenkanalerkrankungen des Gehirns – monogene Migräneformen
- Erbliche Ionenkanalerkrankungen der Netzhaut
- Ionenkanalerkrankungen der Niere und Nebenniere
- Mitteilungen der ÖGH, 4/2013
- Ionenkanalerkrankungen des Gehirns – monogene Epilepsien
- Akltuelle Nachrichten, Heft 4/2013
- IonNeurONet – Deutsches Netzwerk für neurologische und ophthalmologische Ionenkanalerkrankungen
- Ionenkanäle – Einführung aus physiologischer Perspektive
- Monogene kardiale Ionenkanalerkrankungen
- Mitteilungen der GfH, Heft 4/2013
- Personalia, Heft 4/2013
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