Klinik und Genetik des Joubert-Syndroms
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Y. Hellenbroich
, S.-K. Frost und G. Gillessen-Kaesbach
Zusammenfassung
Das Joubert-Syndrom ist ein überwiegend autosomal-rezessiv und sehr selten X-chromosomal erbliches Krankheitsbild, das durch eine muskuläre Hypotonie, ein irreguläres Atmungsmuster, Augenbewegungsstörungen, eine Ataxie, eine Entwicklungsverzögerung und ein „molar tooth sign“ in der Magnetresonanztomographie (MRT) als Ausdruck einer komplexen Klein- und Mittelhirnfehlbildung charakterisiert ist. Zahlreiche weitere klinische Auffälligkeiten können vorliegen, die häufigsten sind eine Nephronophthise, eine Retinopathie, Kolobome und eine Leberfibrose. Aufgrund der klinischen Variabilität und der Überlappung mit anderen Syndromen wurde der Begriff „Joubert syndrome and related disorders“ (JSRD) eingeführt. Bislang sind 10 Gene bekannt, deren Mutationen zu einem Joubert-Syndrom führen können. Die kodierten Proteine spielen alle eine funktionelle Rolle in Zilien.
Abstract
Joubert syndrome generally represents an autosomal recessive and rarely X-linked disorder characterized by hypotonia, an irregular breathing pattern, abnormal eye movements, ataxia, developmental delay and a complex mid-hindbrain malformation causing the molar tooth sign on magnetic resonance imaging (MRI). Many patients have additional features, with nephronophthisis, retinal dystrophy, coloboma and hepatic fibrosis representing the most frequent features. Due to its clinical variability and overlap with other syndromes, the term “Joubert syndrome and related disorders” (JSRD) was proposed. To date 10 genes are known to cause JSRD. The encoded proteins are localized to cilia, linking JSRD to other human ciliopathies.
© Springer-Verlag 2010
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