Ioudaioi
Dass die Juden in der Antike eigene Münzen geprägt haben, ist eine numismatische Evidenz, die heute sehr gut dokumentiert ist. Seit wann wissen wir aber, dass es einmal eine solche antike jüdische Münzprägung gab? Was wussten die Juden der Zeit nach den beiden jüdischen Kriegen gegen Rom (66-70/74 n. und 132-135/136 n.) darüber, als die Staatlichkeit des Volkes Israel zerstört war und die jüdischen Münzen bei den Römern als staatsgefährdendes Revolutionsgeld galten? Wie haben diese Münzen die langen Jahrhunderte der Zerstreuung der Juden in alle Weltteile überlebt? Wann haben die christlichen Gelehrten im westlichen Europa die einstmalige Existenz jüdischer Münzen zur Kenntnis genommen?
Ein Weiteres: Seit wann besaßen sowohl Juden wie Christen in der nachtalmudischen Zeit echte jüdische Münzen? Welches waren die Nöte und Interessen, die sowohl hinter der Verbergung der antiken jüdischen Münzen wie auch hinter deren Bewahrung im Wissen standen? Seit wann fand und sammelte man jüdische Münzen und dokumentierte diese in numismatischen Publikationen, sodass sich eine jüdische Sparte innerhalb des weiten Feldes der antiken Numismatik bilden konnte?
Und schließlich: Wie wurden reale jüdische Münzen in der Bibelwissenschaft, in der Philologie und in der Geschichtswissenschaft der Antike und besonders des antiken Judentums wissenschaftlich ausgewertet?
Erstmals wird hier dieses dramatische Geschick der jüdischen Münzprägungen dargestellt.
Exodus 1-2 erzählt von der Unterdrückung der Hebräer in Ägypten und der Geburt der künftigen Retters Mose. Christliche und jüdische Ausleger in der Spätantike interpretierten diesen Text aus ihrer je spezifischen Perspektive, als Teil ihrer religiösen Gemeinschaft. Sie gehen mit teils gemeinsamen, teils unterschiedlichen Voraussetzungen, Hermeneutiken und Methoden an der Text heran. Im Hintergrund stehen immer die religiöse Praxis und Lehre der eigenen religiösen Gemeinschaft. Dabei zeigen sich Prozesse der Rezeption ebenso wie Ablehnung und Abgrenzung. Besonders die christliche Schriftauslegung lässt vielfach Polemik gegen das Judentum erkennen, die sich durch die Jahrhunderte weiter fortgesetzt hat. Dennoch finden sich auch zahlreiche Berührungspunkte und gemeinsame Motive, die immer wiederkehren – neben spezifisch jüdischen und christlichen Traditionen. So entsteht in der patristischen und rabbinischen Auslegung ein vielfältiges Bild des biblischen Textes.
The study of ancient Judaism has enjoyed a steep rise in interest and publications in recent decades, although the focus has often been on the ideas and beliefs represented in ancient Jewish texts rather than on the daily lives and the material culture of Jews/Judaeans and their communities. The nascent institution of the synagogue formed an increasingly important venue for communal gathering and daily or weekly practice. This collection of essays brings together a broad spectrum of new archaeological and textual data with various emergent theories and interpretative methods in order to address the need to understand the place of the synagogue in the daily and weekly procedures, community frameworks, and theological structures in which Judaeans, Galileans, and Jewish people in the Diaspora lived and gathered. The interdisciplinary studies will be of great significance for anyone studying ancient Jewish belief, practice, and community formation.