Nietzscheforschung
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Von der Zweiten Unzeitgemäßen Betrachtung:"Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben" gehen noch immer Impulse für fundamentale Fragen der Gegenwart und Zukunft aus, wie sich am unverminderten Interesse von Philosophen, Kulturwissenschaftlern und Medientheoretikern an der frühen Schrift Nietzsches zeigt. Sie ist Anlass, über Perspektiven historischer Forschung aus der Perspektive des 21. Jahrhunderts nachzudenken und das spannungsreiche Feld medialer (Re-)Inszenierungen von Geschichte aufzufächern, um Möglichkeiten der (Re-)Konstruktion kollektiver Erinnerung und kultureller Gedächtnisräume auszuloten. Nietzsches Vorstellung vom Unhistorischen und Überhistorischen geben die Folie, vor der sich moderne Diskurse über die Bandbreite geschichtlicher Gewissheiten profilieren und/oder tiefgehende Irritationen analysiert werden, die als Folgen gestörter Schnittmengen zwischen Historie und Medien längst Platz gegriffen haben. Dementsprechend konzentriert sich der Band auf Themen, denen es um diese Schnittmengen geht. Dabei werden die Begriffe ‚Geschichte’ und ‚Medien’ weit gefasst: von der Herkunft zur Zukunft, von der Kontinuität/ Diskontinuität zum Archäologischen, vom Medium Schrift zu den Medien Körper und Traum. Weiter gelesen mit der Optik der Psycho-Physiologie, der späten Affektenlehre Nietzsches, öffnet sich das Thema der psycho-kulturellen Fundierung philosophie-kritisch verstandener Geschichte.
War Nietzsche ein radikaler Gegner der Aufklärung, oder war er ein radikaler Aufklärer? In den Beiträgen des Bandes von der Internationalen Tagung der Nietzsche-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Kant-Forschungsstelle Mainz und der Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen vom 15.–17. Mai 2003 in Weimar zeigt sich, bei aller Vielschichtig- und manchmal Gegensätzlichkeit der Argumentationen, ein dreifacher Konsens. Den ersten bildet die Aktualität einer notwendigen Thematisierung von ‚Aufklärung' angesichts des sich im Kontext allgemeiner Globalisierung vollziehenden kulturellen Wertewandels und der Radikalisierung grundsätzlicher Menschheitsfragen durch die Möglichkeiten moderner Bio- und Gentechniken und allgemeiner medialer und digitaler Vernetzungen aller Kultur- und Wissensprozesse, eine Problematik, die unter dem Stichwort von der ‚Zukunft des Humanen' tief in die menschliche Lebenspraxis hineinreicht und zu verhandeln ist. Der zweite ist die Produktivität der durch Nietzsches radikale Aufklärungskritik aufgeworfenen generellen Problematisierung des ‚Projekts Aufklärung' unter den Bedingungen der Moderne und die gleichzeitig durch ihn weitergeführte Selbstinfragestellung der Aufklärung, diese als eine Chance ihrer Neubewertung und perennierenden Wirkmächtigkeit zu verstehen. Und der dritte besteht darin, Nietzsche in der Spannung zwischen Radikalität von Aufklärung und Gegenaufklärung, Geschichtlichkeit und Aktualität anzusiedeln, um ihn zu befragen nach der Zukunft einer Aufklärung, die ihre ‚Unschuld' schon im Prozess ihres Entstehens im 18. Jahrhundert verloren hat.
Das Jahrbuch Nietzscheforschung versteht sich als Diskussionsforum für die internationale Nietzscheforschung. Es wird seit 1994 im Auftrag der Nietzsche-Gesellschaft herausgegeben und widmet sich philosophischen, kultur-, medien- und kunstwissenschaftlichen, religionstheoretischen, soziologischen und politgeschichtlichen Themen, die in kritischer Auseinandersetzung an das Denken Friedrich Nietzsches anschließen und aktuelle ebenso wie rezeptionsgeschichtliche Perspektiven aufzeigen. In den Beiträgen des Jahrbuchs werden neueste Forschungspositionen namhafter Nietzscheforscher vorgestellt. Im Zentrum jeden Bandes steht ein besonderer Themenschwerpunkt, darüber hinaus werden zugleich auch Beiträge zur Biographie- und Quellenforschung, Bildmaterial und Rezensionen publiziert.
Das Jahrbuch Nietzscheforschung versteht sich als Diskussionsforum für die internationale Nietzscheforschung. Es wird seit 1994 im Auftrag der Nietzsche-Gesellschaft herausgegeben und widmet sich philosophischen, kultur-, medien- und kunstwissenschaftlichen, religionstheoretischen, soziologischen und politgeschichtlichen Themen, die in kritischer Auseinandersetzung an das Denken Friedrich Nietzsches anschließen und aktuelle ebenso wie rezeptionsgeschichtliche Perspektiven aufzeigen. In den Beiträgen des Jahrbuchs werden neueste Forschungspositionen namhafter Nietzscheforscher vorgestellt. Im Zentrum jeden Bandes steht ein besonderer Themenschwerpunkt, darüber hinaus werden zugleich auch Beiträge zur Biographie- und Quellenforschung, Bildmaterial und Rezensionen publiziert.
Das Jahrbuch Nietzscheforschung versteht sich als Diskussionsforum für die internationale Nietzscheforschung. Es wird seit 1994 im Auftrag der Nietzsche-Gesellschaft herausgegeben und widmet sich philosophischen, kultur-, medien- und kunstwissenschaftlichen, religionstheoretischen, soziologischen und politgeschichtlichen Themen, die in kritischer Auseinandersetzung an das Denken Friedrich Nietzsches anschließen und aktuelle ebenso wie rezeptionsgeschichtliche Perspektiven aufzeigen. In den Beiträgen des Jahrbuchs werden neueste Forschungspositionen namhafter Nietzscheforscher vorgestellt. Im Zentrum jeden Bandes steht ein besonderer Themenschwerpunkt, darüber hinaus werden zugleich auch Beiträge zur Biographie- und Quellenforschung, Bildmaterial und Rezensionen publiziert.
Im Zentrum des Bandes stehen drei Themenkomplexe, die im gegenwärtigen Diskursfeld von Philosophie, Ästhetik, Kulturwissenschaft und Altphilologie Schwerpunktthemen sind: Antike, Romantik und die Wege der Nietzsche-Interpretation. Nietzsches Antike- und Romantikbezüge werden in den meisten Beiträgen in ihre zeitgenössischen und aktuellen Kontexte und in die Widersprüchlichkeit ihrer Rezeption gestellt. In- und ausländische Nietzsche-ForscherInnen, LiteraturwissenschaftlerInnen und Historiker stellen dazu Tendenzen und Positionen zur Diskussion.
Mit der Diskussion des Verhältnisses von Bildung, Humanitas und Zukunft bei Nietzsche widmet sich die neueste Ausgabe des Jahrbuchs einer Thematik, die im Diskursfeld gegenwärtiger Nietzscheforschung ein Schwerpunktthema bildet. Die Themengebiete berühren grundsätzliche Fragen aus Philosophie, Ästhetik, Kulturwissenschaft und Pädagogik. Außerdem beschäftigt sich eine Reihe von Beiträgen Nietzsches Ecco homo, mit der frühen russischen Nietzsche-Rezeption, mit Nietzsches Moral-Psychologie und seinem Todesverständnis. Mit Durs Grünbein kommt zudem ein moderner Schriftsteller in Sachen Nietzsche zu Wort.
Musik hat Nietzsche lebenslang fasziniert. Er wollte nicht nur die Tragödie, sondern die Welt aus dem ‚Geiste der Musik‘ verstehen. Er dachte musikalisch, seine Philosophie ist immer auch musikalische Philosophie, er hatte die Ambition, ein ‚musiktreibender Sokrates’ zu sein. Mit eigenen Kompositionen, mit Worten, Bildern und Metaphern. Die Macht der Musik in ihrer Bedeutung für Nietzsche und ihre Rezeption bis in die Moderne ist das Hauptthema des vorliegenden Bandes. Es verbindet sich mit allgemeinem Interesse an Nietzsches Ästhetik und ihrer Wirkung auf moderne Philosophie, Kunst und Künstler. Wie sehr Fragen des Ressentiments als Machtfragen ethische und ästhetische Implikationen zusammen denken, zeigen weitere Beiträge des Bandes. Sie ‚erzählen’ die Geschichte eines umstrittenen Begriffs, sie stellen ihn in den wissenschafts- und rezeptionsgeschichtlichen Kontext des Nietzscheschen Denkens, in die Nähe künstlerischer Inspiration und aktueller Forschungsergebnisse.
Den Hauptschwerpunkt des Bandes bilden Nietzsches Vorstellungen über ein Europa der Zukunft sowie die Aufnahme dieser Ideen in der europäischen Nietzscherezeption seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. In diesem Themenzusammenhang diskutieren die Beiträge des Buchs Probleme der europäischen Aufklärung, den Gedanken des Europäertums ebenso wie die umstrittenen Auslassungen Nietzsches zum ‚guten Europäer’. Die Perspektive erweiternd, widmen sich einige Studien Fragen der ästhetischen Dimension seines Europagedankens – so wird u. a. Nietzsches Verhältnis zu Richard Wagner und zu Gustave Flaubert analysiert. Weitere Themen des Bandes sind Fragen zu Nietzsches Auffassungen von Religion und Christentum, zur Nihilismusdeutung und zur Geschichte der Familie Nietzsche.