Schriften des Forschungsinstituts der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. / Internationale Politik und Wirtschaft
Mit dem Begriff der Raumfahrt werden technologische Höchstleistungen assoziiert: Sputnik, der Mensch auf dem Mond, interplanetare Missionen, das internationale Raumstationsprogramm. Politisches Interesse war seit Beginn an grundlegend für die Durchführung von Raumfahrtprogrammen. Erstmals analysiert Reinke die gesamte Geschichte des deutschen Raumfahrtengagements, von den Anfängen unter Wernher von Braun im nationalsozialistischen Deutschland, über die europäische Einbindung und transatlantische Kooperation nach dem Zweiten Weltkrieg bis hin zur heutigen internationalen Zusammenarbeit. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt bei den nationalen und internationalen politischen Akteuren und Programmen, doch auch die wissenschaftlichen und technologischen Aspekte berücksichtigt der Autor durch eine umfassende Darstellung aller bislang unter deutscher Beteiligung gestarteten Missionen.
Frank Umbach analysiert die möglichen außen- und sicherheitspolitischen Auswirkungen der sich nachhaltig verändernden globalen Energieentwicklung als Resultat einer drastischen Zunahme der weltweiten Energienachfrage und -konsumption auf regionaler sowie globaler Ebene im 21. Jahrhundert. Er stößt damit eine neue Debatte an, die gerade in Deutschland überfällig ist, da vor allem die außen- und sicherheitspolitischen Dimensionen in den europäischen und insbesondere deutschen Diskussionen bisher weitgehend übersehen wurden. Es müssen, so das Fazit, neue Strategien der multilateralen Krisenvorsorge und langfristige Konzeptionen zur deutschen, europäischen und globalen Energieversorgungsssicherheit entwickelt werden. Die außen- und sicherheitspolitischen Aspekte der Energieversorgungssicherheit dürfen weder in der energiepolitischen Debatte noch in der zu konkretisierenden und zu implementierenden Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der EU zukünftig übersehen oder vernachlässigt werden.
Die 1955 in Bonn gegründete Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. (DGAP) und ihr Forschungsinstitut bilden ein außenpolitisches Diskussionsforum der führenden Experten aus Politik, Bürokratie und Wirtschaft. Die private Institution förderte das Wachstum einer parteiübergreifenden Fachelite und die Suche nach einem Konsens in außenpolitischen Grundsatzfragen. Daniel Eisermann beschreibt die konkreten Anstrengungen der DGAP, mit gezielten Forschungsvorhaben und vertraulichen Studiengruppen zu einem besseren Verständnis der Probleme der deutschen Sicherheits- und Entspannungspolitik beizutragen. So entsteht ein vielscheichtiges Panorama, die Geschichte eines Netzwerks einflußreicher Fachleute von der Adenauer-Ära bis in die Zeit der Auseinandersetzungen um die Neue Ostpolitik.
Die Proliferation von Massenvernichtungswaffen wird im heutigen politischen Alltagsgebrauch oft und gerne als eines jener neuen Risiken beschrieben, welches in die gleiche Kategorie gehört wie Drogenschmuggel, Migration, Umweltprobleme etc. Damit ist - politisch gesehen - mehr oder weniger implizit vorgegeben, daß dies alles Themen sind, die hochspezialisiert und Gegenstand von Expertenberatungen sind und bleiben sollen. Das vorliegende Buch stellt den Versuch dar, den Nachweis des Gegenteils anzutreten.
Der vierte, die Buchreihe abschließende Band behandelt ein von der deutschen Forschung vernachlässigtes Feld: die Institutionen, Entscheidungsprozesse und Ressourcen. Im Vordergrund steht eine empirisch fundierte Bestandsaufnahme der Funktionen und des Stellenwerts jener Institutionen, die die Außenbeziehungen Deutschlands beeinflussen und gestalten oder diese Beziehungen durch eigene internationale Aktivitäten ergänzen.
Innerhalb eines längerfristig angelegten, von der Otto Wolff von Amerongen-Stiftung geförderten Projekts beschäftigt sich die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) mit den Ausgangsbedingungen, Herausforderungen, Interessen und Strategien sowie den Institutionen und Ressourcen einer zukünftigen Deutschen Außenpolitik. Im dritten Band untersuchen ausgewiesene Experten die Interessen, Ziele und Strategien in den wichtigsten Betätigungsfeldern deutscher Außenpolitik.
Aus dem Inhalt: Eine neue internationale Umwelt: Veränderungstendenzen im internationalen System. Hanns W. Maull: Internationale Staatenwelt und internationales System. Reinhard Rode: Weltwirtschaft im Umbruch. Gabriele Brenke: Entwicklung und Unterentwicklung: Was wird aus der dritten Welt? Bassam Tibi: Religiöser Fundamentalismus und Außenpolitik. Regionale Herausforderungen Rüdiger Machetzki: Ostasiens Herausforderung. Roland Freudenstein: Die neuen Demokratien in Mittel- und Osteuropa und die Europäische Union. Alexander Rahr: Rußland in Europa. Klaus Becher: Ethnische Konflikte auf dem Balkan. Gudrun Krämer: Herausforderungen im Nahen und Mittleren Osten und in Nordafrika. Konfliktfelder. Steffen Angenendt: Migration. Harald Müller: Rüstungs- und Zerstörungspotentiale als Herausforderung der internationalen Politik. Hans-Georg Wieck: Transnationale Gefährdungen der internationalen Sicherheit. Hans-Joachim Schellnhuber/Detlef Sprinz: Umweltgefährdungen und internationale Sicherheit.
Mit der neuen Verantwortung, die der Bundesrepublik Deutschland durch die jüngsten Veränderungen in Europa zufällt, ist ein grundlegendes Überdenken der deutschen Außenpolitik notwendig geworden. Im ersten Band dieses längerfristig angelegten Projektes prüfen führende deutsche Wissenschaftler, welche Veränderungen für die Neubestimmung der Ziele und Methoden der deutschen Außenpolitik von Bedeutung sind.
Aus dem Inhalt: K. Kaiser: Das wiedervereinigte Deutschland in der internationalen Politik Ch. Tomuschat: Die internationale Staatenwelt an der Schwelle des dritten Jahrtausends M. Stürmer: Nationale Interessen - nationale Identität N. Kloten: Die Bundesrepublik als Weltwirtschaftsmacht H.-P. Schwarz: Dilemata deutscher Außenpolitik L. Kühnhardt: Wertgrundlagen der deutschen Außenpolitik H. Haftendorn: Gulliver in der Mitte Europas: Internationale Verflechtung und nationale Handlungsmöglichkeiten U. Nerlich: Deutsche Sicherheitspolitik unter gewandelten Rahmenbedingungen