Gefüge und mechanische Eigenschaften von Wälzlagerstählen nach verkürzten Wärmebehandlungen in der unteren Bainitstufe∗
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Kurzfassung
Wälzlagerstähle können durch isothermische Wärmebehandlung in der unteren Bainitstufe gehärtet werden. Durch das Abschrecken im Salz-Warmbad oberhalb der Martensitstarttemperatur und die isothermische Umwandlung werden Wärme- und Umwandlungsspannungen voneinander getrennt und minimiert. Im Gegensatz zur martensitischen Durchhärtung entstehen Rand-Druckeigenspannungen sowie ein geringerer Verzug, was für die Bauteile vorteilhaft ist. Nachteilig ist, dass die konventionelle bainitische Behandlung mehrere Stunden dauert. Es wäre wünschenswert, die Behandlungsdauer zu verkürzen, ohne dabei die mechanischen Eigenschaften der Stähle zu beeinträchtigen.
Einige mögliche Verfahren zur Verkürzung der Wärmebehandlung in der unteren Bainitstufe wurden durch vorherige Untersuchungen zur Kinetik der bainitischen Umwandlung von Wälzlagerstählen gefunden. In der vorliegenden Arbeit wurden verkürzte Verfahren an den Stählen 100Cr6 und 100CrMo7 eingesetzt und ihre Gefüge und mechanischen Eigenschaften hinsichtlich der Härte, der Stauchgrenze, der Kerbschlagzähigkeit und der Umlaufbiegefestigkeit untersucht. Die Ergebnisse wiesen darauf hin, dass die verkürzten Behandlungen zu einer geringfügigen Erhöhung der Härte der Stähle gegenüber jenen Niveaus, die durch konventionelle Bainitisierung erzielt wurden, führen. Die Anwesenheit von Restaustenit im Gefüge war für die Zähigkeit günstig, beeinträchtigte jedoch die Druckfestigkeit geringfügig. Die Umlaufbiegefestigkeit wurde durch die verkürzten Behandlungen, insbesondere durch die zweistufige Bainitisierung wesentlich erhöht. Bei ausgewählten Verfahren konnte die Behandlungsdauer auf etwa 25% der Dauer einer konventionellen Bainitisieruntg verkürzt werden.
Abstract
Rolling bearing steels can be hardened by means of an isothermal heat treatment in the lower bainitic range. By quenching into warm salt bath above the martensite start temperature and by the isothermal transformation thermal and transformation caused stresses are separated and minimized. In contrast to martensitic through-hardening the resulting compressive residual stresses in the surface and a lower distortion of machine components are favourable. However the conventional full bainitic treatment takes several hours. Therefore it is desirable to shorten the duration of the treatment without thereby to impair the mechanical properties of the steels.
A few possible processes for shortening the duration of the heat treatment in the lower bainitic range were found by previous investigations about the kinetics of bainitic transformation of the rolling bearing steels. In the present work the shortened processes were used on the steels 100Cr6 and 100CrMo7, and their microstructure and mechanical properties concerning the hardness, the compressive yield strength, the impact toughness as well as the fatigue limit were examined. The results pointed out, that the shortened processes led to a slight increase of the hardness of the steels compared to the conventional bainitic treatment. The presence of retained austenite in the microstructure was beneficial for the toughness, but reduced the compressive strength slightly. The fatigue resistance was enhanced significantly through the shortened treatments particularly by the use of the two-step bainitic treatment. With selected processes the duration of the treatment could be shortened to about 25% of the duration of the conventional bainitic treatment.
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© 2006, Carl Hanser Verlag, München
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