Article
Licensed
Unlicensed Requires Authentication

Das induktive Randschichthärten mit dem Zweifrequenz-Simultan-Verfahren (SDF-Verfahren)∗

Anwendung und Erfahrungen
Published/Copyright: May 2, 2013

Kurzfassung

Das induktive Randschichthärten ist seit Jahrzehnten Bestandteil moderner Fertigungseinrichtungen und in vielen Industriezweigen fest etabliert. Dabei hat sich in der Methodik der Energieübertragung auf das Werkstück bis heute im Wesentlichen nichts geändert. Je nach der gewünschten Einhärtungstiefe werden höhere oder niedrigere Frequenzen, also HF- oder MF-Generatoren eingesetzt, wobei heute fast ausschließlich Transistorgeneratoren infrage kommen. Bei bestimmten Bauteilen kann aber eine gleichmäßige Einhärtungstiefe über eine stark strukturierte Oberflächenkontur mit einer Frequenz nicht erreicht werden, die z.B. bei Zahnrädern für höhere Festigkeitsansprüche verlangt wer-den muss. Mit dem neuen SDF-Härteverfahren können diese Diskrepanzen vermieden werden, da hier zwei unterschiedliche Frequenzen (HF und MF) simultan in hoher Leistungsdichte eingesetzt werden. Das heißt, die niedrige Frequenz wirkt vorwie-gend im konkaven Abschnitt der Werkstückoberfläche und die höhere Frequenz im konvexen Abschnitt. Diese unterschiedlichen Frequenzanteile können in der Leistungshöhe so differenziert werden, dass ein gleichmäßiges Einhärtungsprofil über die zu härtende Oberfläche erreicht werden kann.

Abstract

For decades, in a variety of industries, inductive surface hardening has been an essential part of modern manufacturing. Over the years, this process of energy transfer into work pieces has not substantially changed. Depending on the depth of hardening required, either high or medium frequency – i.e. HF or MF generators – were used. Today, virtually all of these frequencies are produced with transistor generators. Until now, the application of only one frequency for inductive surface hardening to parts with uneven surfaces requiring high strength properties without pre-mature fatigue, such as gears or sprockets, has resulted in unequal hardening depths and the unacceptable through hardening of the teeth. With the development of the Simultaneous Dual Frequency (SDF) hardening method, these limitations can be avoided, because the two frequencies (HF and MF) are applied simultaneously with high power densities. In short, the medium frequency is used to affect the concave section of the part and the high frequency is used to affect the convex section of the part. By varying the amount of each frequency used and its respective power density, one is able to achieve an equal hardening profile over the entire surface of the part.


Vorgetragen auf dem 59. Kolloquium für Wärmebehandlung, Werkstofftechnik, Fertigungs- und Verfahrenstechnik, 8.–10. Oktober 2003 in Wiesbaden.

Dipl.-Ing. Hans-Joachim Peter, geb. 1934, studierte an der Ingenieurschule in Berlin Maschinenbau und an der TH Magdeburg Montage- und Fügetechnik. Nach 35jähriger Tätigkeit in der Entwicklung der Steremat Elektrowärme Berlin (vormals Inducal Berlin) arbeitet er seit 1994 als Leiter der Außenstelle Berlin der eldec Schwenk Induction GmbH.


Literatur

1. Peter, H.-J.: Entwicklung einer neuen Generatorenreihe für die induktive Erwärmung. HTM56 (2001) 2, S. A13Search in Google Scholar

2. Schwenk, W.; Peter, H.-J.: Anwendungen des Zweifrequenz-Simultan-Verfahrens zum induktiven Randschichthärten. elektrowärme international Heft1 (2002), März, S. 1318Search in Google Scholar

3. Peter, H.-J.: Konturengetreues Randschichthärten von Oberflächenstrukturen. HTM57 (2001) 4, S. A13A14Search in Google Scholar

4. Schwenk, W.: SDF Induction Heating Provides Accurate Contour Hardening of PM Parts. Industrial Heating (2003) May, S. 5153Search in Google Scholar

5. Schwenk, W.: Konturengetreues induktives Härten von PKW-Getriebezahnrädern. wt Werkstattstechnik80 (1990), S. 609610Search in Google Scholar

6. Peter, H.-J.: Das Zweifrequenz-Simultan-Härteverfahren (SDF- Verfahren) – eine neue Härtemethode. elektrowärme international Heft3 (2003), September, S. 105108Search in Google Scholar

Erhalten: 2004-1
Online erschienen: 2013-05-02
Erschienen im Druck: 2004-04-01

© 2004, Carl Hanser Verlag, München

Downloaded on 14.4.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.3139/105.100280/html
Scroll to top button