Theophilanthropy in Germany. Enlightenment, Romanticism, and the Question of Liturgy
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George S Williamson
Zusammenfassung
Das Thema des Gottesdienstes hat in der neueren theologiegeschichtlichen Forschung bislang keine hinreichende Beachtung gefunden. Die Diskussionen über die Notwendigkeit des Gottesdienstes, seinen Charakter und seinen Symbolgehalt führten am Ende des 18. Jahrhunderts zu einer grundsätzlichen Erörterung des positiven Charakters des Christentums und seiner institutionellen Rolle in der bürgerlichen Gesellschaft. Die Schriften Immanuel Kants, Carl Friedrich Stäudlins und Friedrich von Hardenbergs (Novalis) belegen den damaligen Wandel der Gottesdienstauffassung, indem sie die Ideen der Französischen Revolution und deren Implikationen für das religiöse Leben thematisieren. Kants Unterscheidung von politischer und moralischer Religion nutzte Stäudlin, um die theophilanthropische Form eines aufklärerischen Gottesdienstes zu kritisieren. Novalis beurteilte die Theophilanthropie, die er als Negation jeglicher genuinen Religion ansah, ebenfalls kritisch. In Kants, Stäudlins und Novalis' Stellungnahmen zu Fragen des Gottesdienstes deutet sich zugleich der Übergang von aufklärerischen Religionskategorien zu frühromantischen Religionsmotiven an.
© Walter de Gruyter
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