Abstract
This article explores Gerardus van der Leeuw’s view of phenomenology of religion. The phenomenological method he defended is basically a hermeneutical approach in which an observer relates personally and even existentially to the “phenomena” (s)he studies in order to determine their essence (Wesensschau). In his anthropology (that reflects on the basic structure of human beings) a similar way of relating to the world is discussed: the “primitive mentality” that is characterized by the “need to participate” (besoin de participation). Both phenomenology and mentalité primitive imply a critique of modern scholarship. This fundamental criticism of the prevailing (historical) approach in the humanities including religious studies explains the growing distance between van der Leeuw and the majority of scholars of religion in the decades after his death in 1950.
Abstract
Der Aufsatz handelt über Gerardus van der Leeuws Auffassung von Religionsphänomenologie. Die hantierte phänomenologische Methode ist im Grunde genommen eine hermeneutische, in der der Beobachter sich persönlich und sogar existentiell verhält zu den “Phänomenen”, die er studiert, um ihr Wesen zu ergründen (Wesensschau). In seinem Anthropologie, die die Grundstrukturen des menschlichen Seins nachspürt, wird eine ähnliches Verhältnis untersucht: die sogenannte “primitive Mentalität”, die gekennzeichnet wird vom “Bedürfnis zur Partizipation” (besoin de participation). Sowohl die Phänomenologie als auch die mentalité primitive implizieren eine Kritik der modernen Wissenschaft. Die Fundamentalkritik der vorherrschenden (historischen) Methode in den Geisteswissenschaften, einschließlich der Religionswissenschaft, erklärt die wachsende Distanz zwischen van der Leeuw und der Mehrzahl der Religionswissenschaftler in der Zeit nach seinem Tode im Jahr 1950.
© 2018 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
Articles in the same Issue
- Frontmatter
- Essays/Aufsätze
- Hannes Kerber: Zum Wechselverhältnis von Orthodoxie und Aufklärung. G. E. Lessings allegorische Zeitdiagnostik in Herkules und Omphale
- Sigurd Hjelde: Schleiermachers Skandinavische Reise (1833)
- Arie L. Molendijk: Au Fond. The Phenomenology of Gerardus van der Leeuw
- Jared Kenrick Nieft: The Voice That Crieth in the Wilderness: F. W. J. Schelling and Toni Morrison’s Primordial Longing
- Georg Neugebauer: Affekt und Wille im Aufbau von Religion. Problemgeschichtliche Bezüge und systematische Aspekte der Lutherdeutung Karl Holls
- Paul Silas Peterson: Is the term “Catholic fascism” necessary? On the historiographical classifications of post-World War I religious-fascist ideology
- Todd Gooch: Paul Natorp “Between the Ages”
- Source Document/Edition
- David Lincicum: A Previously Unknown Letter from H. E. G. Paulus to Karl Joseph Hieronymus Windischmann (13 February 1804)
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- Hermann Patsch: Ludwig von Mühlenfels als Advocatus Schleiermacheri. Ein Nachtrag zu: Der unpfäffische Schleiermacher. Karl Gutzkow und das Schleiermacher-Bild des Jungen Deutschlands – Zur Konstruktion eines Gegenmythos (JHMTh/ZNThG 24, 2017, 240–299)
- Reviews/Rezensionen
- Friedrich Schleiermacher: Vorlesungen über die Pädagogik und amtliche Voten zum öffentlichen Unterricht (KGA II/12)
- Friedrich Schleiermacher: Predigten 1825 (KGA III/9)
- Friedrich Schleiermacher: Predigten 1833–1834. Einzelstücke. Addenda und Corrigenda zur III. Abteilung (KGA III/14)
- Friedrich Schleiermacher: Kommentarband zum Briefwechsel 1808–1810 (Briefe 2598–3560) (KGA V/Kommentarband 1)
- Shelli M. Poe: Essential Trinitarianism: Schleiermacher as Trinitarian Theologian
- Christian König: Unendlich gebildet: Schleiermachers kritischer Religionsbegriff und seine inklusivistische Religionstheologie anhand der Erstauflage der Reden
- Paul Wernle und Eduard Thurneysen: Briefwechsel 1909–1934
- Michael Basse, Gerard den Hertog (Hg.): Dietrich Bonhoeffer und Hans Joachim Iwand – Kritische Theologen im Dienst der Kirche
- Veronika Albrecht-Birkner: Freiheit in Grenzen. Protestantismus in der DDR
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