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Wie finanzieren sich Völkergemeinschaften? Vom Kaiserreich zur Eurokrise – Drei Modelle im Vergleich

  • Charles B. Blankart EMAIL logo
Published/Copyright: March 22, 2016
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Abstract

Five eras of multilevel public finance are discussed: the German Kaiserreich, the Weimar Republic, the Federal Republic of Germany and the European Union before and after the euro crisis. Multilevel systems can work efficiently as long as they are organized according to the principle of institutional congruence where the circles of beneficiaries, decision makers and tax payers coincide. Systems of institutional incongruence, in contrast, are prone to cost shifting and long-run unsustainability. Their dynamics often end in a deadlock in which citizens opt for a unitary state dispensing them from the burden of choice without providing them a stable budget.

Zusammenfassung

Es gibt drei Arten, wie sich Völkergemeinschaften finanzieren können: Institutionelle Kongruenz, institutionelle Inkongruenz und Einheitsstaat. Bei institutioneller Kongruenz müssen die jeweiligen Bürgerschaften alle Kosten ihrer Entscheidungen tragen. Institutionelle Inkongruenz erlaubt dagegen ein Abschieben der Kosten auf Dritte. Das ist zwar populär, langfristig aber instabil, weil jede Gruppe ihre Lasten anderen aufzubürden bestrebt ist. Am Ende des Prozesses gewinnt der Einheitsstaat an Popularität, der ihnen die Kontrollrechte abnimmt und sie von der Last der freien Entscheidung entbindet, ohne ihnen freilich die Garantie eines stabilen Haushalts zu bieten. Deutschland hat in seiner Geschichte alle drei Finanzierungsarten schon ausprobiert und ist jetzt dabei, diesen Prozess im Rahmen der Euro-Union noch einmal zu erfahren.

Online erschienen: 2016-3-22
Erschienen im Druck: 2012-12-1

© 2012 by Lucius & Lucius, Stuttgart

Downloaded on 4.2.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/zfwp-2012-0303/html
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