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Multiple Spiritualität im Alter

Multiple spirituality of the aging
  • Barbara Städtler-Mach

    Prof. Dr., Theologin, Diakoniewissenschaftlerin.Nach dem Studium in Neuendettelsau, Erlangen und Heidelberg Pfarrerin in Bayern. Zehn Jahre Klinikseelsorgerin im Klinikum Hallerwiese Nürnberg. Dissertation 1992, Habilitation 2002. Seit 1996 Professorin für Anthropologie und Ethik im Gesundheitswesen an der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Privatdozentin an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau.Seit 2014 Präsidentin der Evangelischen Hochschule Nürnberg.

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Published/Copyright: September 5, 2017

Zusammenfassung

Die Formulierung „Multiple Spiritualität im Alter“ wirft die Frage auf: Ist die Spiritualität eines alten Menschen eine Haltung, die er im Lebenslauf schon immer hatte, und die er im Alter jetzt eben auch noch hat? Dann wäre die Spiritualität eines alten Menschen vor allem immer im Zusammenhang mit seiner Biografie und den bisherigen spirituellen Gedanken und Haltungen zu verstehen. Oder gibt es eine spezifische Spiritualität von alten Menschen, die sich grundsätzlich von der junger Menschen unterscheidet? Dann wäre zu erforschen, welche Lebensthemen, Erfahrungen oder existentielle Situationen für das Verständnis von Spiritualität zu berücksichtigen sind. Beide Möglichkeiten sind denkbar, für beide Optionen gibt es gute Argumente. In jedem Fall sollten die Ergebnisse von den Menschen, die sich um alte Menschen kümmern, berücksichtigt werden. Aufgabe zukünftiger Forschung wird es sein, zu dieser Frage weiterhin Daten zu erheben, um zu einem besseren Verständnis der Spiritualität alter Menschen zu kommen.

Abstract

The expression “multiple spirituality of the aging” raises the question: Is the spirituality of an elderly person an attitude which they have always had throughout their life, and continue to have, even in old age? If this is the case, the spirituality of an elderly person would have to be understood in connection with their biography and their spiritual ideas and attitudes. Or is there a rather specific spirituality of people in advanced years which fundamentally differs from young people’s spirituality? In this case, it would be necessary to explore which kind of lifestyles, experiences or existential situations need to be considered for the understanding of spirituality. Both possibilities are conceivable, and there are good arguments for both options. Either way, research results should be taken into account by anyone concerned with the elderly. It will be an objective for further research to collect more data on this issue in order to gain a better understanding of the spirituality of the elderly.

About the author

Barbara Städtler-Mach

Prof. Dr., Theologin, Diakoniewissenschaftlerin.Nach dem Studium in Neuendettelsau, Erlangen und Heidelberg Pfarrerin in Bayern. Zehn Jahre Klinikseelsorgerin im Klinikum Hallerwiese Nürnberg. Dissertation 1992, Habilitation 2002. Seit 1996 Professorin für Anthropologie und Ethik im Gesundheitswesen an der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Privatdozentin an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau.Seit 2014 Präsidentin der Evangelischen Hochschule Nürnberg.

Interessenkonflikt

Die Autorin erklärt, dass kein Interessenkonflikt vorliegt.

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Published Online: 2017-09-05
Published in Print: 2017-10-04

© 2017 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

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  29. Erratum: „Ich hatte plötzlich das Gefühl zu wissen, dass es doch etwas Ewiges gibt“
Downloaded on 27.1.2026 from https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/spircare-2017-0014/html
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