Abstract
Das Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach ist eines der größten Freilichtmuseen Deutschlands und das zentrale Museum für Alltagskultur des Landes Hessen. Fotografien wie jene der Amateurfotografen Walter Löber (1906–1968) und Wilhelm Nikolaus Dinges (1898– 1947) bereichern als Quellen der Alltagskultur die über 200 000 Objekte der Museumssammlung. Diese wird ergänzt durch die Nachlässe von Heinrich (auch Henry, 1865–1931) und Gustav Magel (1899–1962) sowie von Ernst Felsing (1908–1985). Sie werden im Rahmen der Initiative „TraVogelsberg. Eine Region bricht auf“ als Teil des durch die Kulturstiftung des Bundes initiierten Projekts „Trafo. Modelle für Kultur im Wandel“ durch eine Arbeitsgruppe aus Ehrenamtlichen digitalisiert. Aufgrund des hohen Quellenwertes derartiger Fotodokumente für die Alltagskulturforschung ist es ein Ziel – zunächst museumsintern – ein Fotoarchiv der hessischen Alltagskultur aufzubauen.
Abstract
The Hessenpark Open-Air Museum in Neu-Anspach is one of the largest open-air museums in Germany and the main museum of everyday life in the state of Hesse. Photographs such as those of the amateurs Walter Löber (1906–1968) and Wilhelm Nikolaus Dinges (1898–1947) greatly enhance our understanding of the museum’s collection of more than 200,000 objects as sources of information about everyday life. That collection has been enlarged by the estates of Heinrich (a.k.a. Henry, 1865–1931) and Gustav Magel (1899– 1962) and of Ernst Felsing (1908–1985), whose works a group of volunteers is now digitising as part of the project “TraVogelsberg. Eine Region bricht auf”. It falls under the aegis of a programme initiated by the Kulturstiftung des Bundes called “Trafo. Models for Culture in Transformation”. Given the value of such photographs as historical sources for the study of everyday life, the ultimate goal – for the museum alone at first – is to build up a photo archive of everyday life in Hesse.
Anmerkungen
[1] „In der volkskundlich-kulturwissenschaftlichen Forschungspraxis kristallisierten sich drei ethnographische Zugangsvarianten [an Fotografien, Anm. d. A.] heraus: eine dokumentarische, eine illustrative und eine interpretative. Die drei Varianten sind sowohl im wissenschaftlich-akademischen als auch im musealen Kontext gebräuchlich. Eine weitere Zugangsform ist die künstlerische. Ihr schenkten die ‚klassische‘ Volkskunde und die Ethnologie allerdings kaum Beachtung.“ Ulrich Hägele: Foto-Ethnographie. Die visuelle Methode in der volkskundlichen Kulturwissenschaft, Tübingen: Tübinger Vereinigung für Volkskunde e. V. 2007, S. 10.Search in Google Scholar
[2] Die Gebäudesammlungen von Freilichtmuseen – so auch des Freilichtmuseums Hessenpark – bestehen aus an ihrem Originalstandort abgebauten und im Museumsgelände wiedererrichteten (translozierten) beziehungsweise in selteneren Fällen in situ bewahrten oder rekonstruierten Gebäuden.Search in Google Scholar
[3] Siehe dazu die Porträtausstellung: Gesichter aus Hessen. Wir werden 50!, 21. April – 8. Dezember 2024, eine Kooperation mit der European School of Design und dem Haus am Dom in Frankfurt am Main. Einen Überblick über die Sonderausstellungen des Museums bietet die Website unter <https://www.hessenpark.de/veranstaltungen/sonderausstellungen> (zuletzt eingesehen am 03.10.2024).Search in Google Scholar
[4] Zum Haus aus Queck siehe folgende Webseite des Freilichtmuseums Hessenpark: <https://www.hessenpark.de/lexikon/historische-gebaeude/markplatz/haus-aus-queck> (zuletzt eingesehen am 03.10.2024). Aktuell ist dort die Präsentation Im Zauber des Lichts. Bilderwelten der Laterna Magica zu sehen (3. März 2023 – 28. Dezember 2025).Search in Google Scholar
[5] Ronald Berg: „Die Photographie als alltagshistorische Quelle“, in: Berliner Geschichtswerkstatt (Hg.): Alltagskultur, Subjektivität und Geschichte, Münster: Westfälisches Dampfboot 1994, S. 187–198, hier S. 187.Search in Google Scholar
[6] „Im Mittelpunkt der Volkskundlichen Fotoforschung steht die öffentliche, private und nicht zuletzt auch fachhistorische Fotografie, die es sowohl mittels bildanalytischer Verfahren quellenkritisch als zeitgeschichtliches Dokument als auch in ihrem individuellen und gesellschaftskritischen Gebrauch zu erschließen gilt.“ Wolfgang Brückner: „Historische Fotografie und Volkskunde“, in: Irene Ziehe und Ulrich Hägele (Hg.): Fotografien vom Alltag. Fotografieren als Alltag, Publikation zur Tagung der Kommission Fotografie der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde und der Sektion Geschichte und Archive der Deutschen Gesellschaft für Photographie im Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin, 15. – 17. November 2002, Münster: LIT 2004, S. 10–25, hier S. 18; vgl. auch Hägele 2007 (wie Anm. 1), S. 10.Search in Google Scholar
[7] Siehe hierzu die Präambel zum 2011 verabschiedeten Leitbild des Freilichtmuseums Hessenpark, abgedruckt in der Handreichung: Freilichtmuseum Hessenpark: Leitbild, 10. Juni 2011, S. 1, online einsehbar unter: <https://www.hessenpark.de/wp-content/uploads/Flyer_Leitbild_2014_Internet.pdf> (zuletzt eingesehen am 04.12.2023).Search in Google Scholar
[8] Vgl. die Website der Initiative <https://travogelsberg.de> sowie zu dem durch die Kulturstiftung des Bundes initiierten Projekt <https://www.trafo-programm.de> (jeweils zuletzt eingesehen am 03.10.2024).Search in Google Scholar
[9] Die Ausstellung war am 17. Oktober 2021 in der Breitenbacher Kirche sowie vom 6. bis 22. Dezember 2021 in der KulturSpinnerei der Lauterbacher Musikschule zu sehen.Search in Google Scholar
[10] Zusammenfassung des Interviews mit Diethard Löber am 21. Februar 2017, geführt von Thomas Ostendorf und Annabel Aulelah, Archiv Freilichtmuseum Hessenpark.Search in Google Scholar
[11] Zur Ausstellung, die im Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach vom 8. April bis 2. Dezember 2018 zu sehen war, siehe: <https://www.hessenpark.de/wp-content/uploads/PM_Sonderausstellung-Walter-L%C3%B6ber.pdf> (zuletzt eingesehen am 03.10.2024).Search in Google Scholar
[12] Stephan Sagurna fasst die Bedeutung von Fotografien als Quellen zusammen, die im Bereich der Alltagskultur mit der sich ausbreitenden Privatfotografie bedeutender werden: „Ohne Fotografien als Quellen können viele Themen überhaupt nicht mehr behandelt werden. […] Topographie, politische Ereignisgeschichte, Personen (-gruppen) und sozialer Alltag, Wirtschaft und Technik.“ Stephan Sagurna: „Die Sammlung Weber (1946–1955) als Beitrag eines Fotoamateurs zum regionalen fotografischen Gedächtnis im LWL-Medienzentrum für Westfalen“, in: Ziehe und Hägele 2004 (wie Anm. 6), S. 141–155, hier S. 145.Search in Google Scholar
[13] Vgl. Hägele 2007 (wie Anm. 1), S. 8.Search in Google Scholar
[14] Siehe hierzu: <https://dgekw.de/netzwerk/kommissionen/fotografie> (zuletzt eingesehen am 04.12.2023).Search in Google Scholar
[15] Vgl. hierzu beispielsweise Das Archiv der Fotografen der Deutschen Fotothek an der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden: <https://www.deutschefotothek.de/cms/adf.xml>, sowie die Verbunddatenbank Bildindex der Kunst und Architektur des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg: <https://www.bildindex.de> (jeweils zuletzt eingesehen am 04.12.2023).Search in Google Scholar
[16] Das Portal Alltagskulturen im Rheinland des Landschaftsverbands Rheinland ist online einsehbar unter: <https://alltagskulturen.lvr.de/de/start>; der Bereich historische Bilddokumente des Landesgeschichtlichen Informationssystems Hessen kann online abgerufen werden unter: <https://www.lagis-hessen.de/de> (jeweils zuletzt eingesehen am 04.12.2023).Search in Google Scholar
[17] Einleitungstext zur Tagung Kuratierte Erinnerung. Das Fotoalbum, Museum für Fotografie, Berlin, 3./4. November 2022, ausgerichtet von der Kommission Fotografie der Deutschen Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft in Kooperation mit den Staatlichen Museen zu Berlin, online einsehbar unter: <https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-europaeischer-kulturen/veranstaltungen/kuratierte-erinnerungen-das-fotoalbum> (zuletzt eingesehen am 04.12.2023).Search in Google Scholar
[18] Ebd.Search in Google Scholar
[19] Zum Projekt siehe: <https://www.alltagskultur.lwl.org/de/projekte/baeuerlich-laendliche-familienfotoalben> (zuletzt eingesehen am 04.12.2023).Search in Google Scholar
[20] Vgl. Christoph Naumann: „Digitalisierung als Katalysator für die Fotografieforschung? Werkstattbericht zur Untersuchung der sozialdokumentarischen Fotografie Walter Ballhauses“, in: Ziehe und Nägele 2004 (wie Anm. 6), S. 204–221, hier S. 221.Search in Google Scholar
© 2024 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
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