Carnap und Heidegger
Abstract
Rudolf Carnap and Martin Heidegger shared with Max Weber the decisionist understanding of values as something that cannot be justified by scientists or philosophers. Although both accepted the challenge of modernity in this respect, they reacted in opposite ways. Carnap, along with the Vienna Circle, defended a scientific conception of the world in which science and instrumental rationality were to permeate all of life; Heidegger embarked on an understanding of metaphysics in which rationality and science were to be eliminated. Both strategies were deeply political, and both resulted from the split in the German youth and life-reform movement that took place during and immediately after World War I. I discuss this image here in the context of dialectical theology, the Vienna Circle, and the Davos Disputation, with a sideways glance at Ernst Cassirer, and with a view to earlier interpretations by Michael Friedman and Gottfried Gabriel.
Die Debatte über das Verhältnis der Philosophien von Rudolf Carnap und Martin Heidegger, die in den letzten zwei Jahrzehnten etwas in den Hintergrund getreten ist, nachdem sie um das Jahr 2000 in einer Reihe von Arbeiten von Michael Friedman und Gottfried Gabriel ihren Niederschlag gefunden hatte,[1] wird in diesem Aufsatz auf der Grundlage von Entwicklungen wieder aufgenommen, die das Verhältnis der beiden Philosophen in ein neues Licht rücken. Zum einen legen neu entdeckte und neu bewertete historische Quellen wie die Tagebücher, Vorträge und Korrespondenzen Carnaps[2] sowie die Schwarzen Hefte Heideggers[3] eine veränderte Einschätzung ihres Verhältnisses nahe. Zum anderen hat sich das Gesamtbild der beiden Philosophen im Lichte dieser Quellen seither insofern verändert, als beide heute stärker als politische Denker verstanden werden und im Gegenzug gänzlich unpolitische Interpretationen an Plausibilität verloren haben.[4] Dieser stärker kontextualisierende und kulturgeschichtlich akzentuierte Blick auf die Philosophiegeschichte führt, wie ich hier argumentieren werde, einerseits zur Identifikation neuer Berührpunkte: Grob gesprochen überschneiden sich die Philosophien von Carnap und Heidegger in ihrer existentialistisch-lebensreformerischen Intention in einer Weise, die in den Interpretationen von Friedman und Gabriel nicht in allen Implikationen deutlich geworden ist. Andererseits wird die Distanz zwischen diesen beiden Schlüsselfiguren der Philosophie des 20. Jahrhunderts durch die stärkere Einbeziehung politischer Faktoren und die Betonung ihrer gegensätzlichen Haltung zu Wissenschaft und Rationalität sehr viel deutlicher als in älteren Interpretationen. Durch die Betonung neuer Übereinstimmungen und neuer Gegensätze werden die beiden Denker als zwei Extreme des Verhältnisses zur Moderne in der Philosophie des vorigen Jahrhunderts erkennbar. Die von Gabriel und Friedman noch angedeutete Option eines Mittelweges zwischen den Extremen rückt dadurch in die Ferne.
1 Gemeinsamer existentialistischer Hintergrund
Carnaps metaphysikkritische Haltung entwickelte sich bereits einige Jahre vor ersten einschlägigen Veröffentlichungen und Vorträgen, Anfang der 1920er Jahre. Wilhelm Flitner, der bedeutende Pädagoge und Freund Carnaps aus der Jenaer Jugendbewegung,[5] konfrontierte ihn mit den Ideen der dialektischen Theologie in Gestalt der Schriften Friedrich Gogartens, die Flitner in dieser Zeit mit Interesse verfolgte.[6] Die dialektische Theologie verstand sich als Gegenbewegung zur liberalen Theologie des 19. Jahrhunderts. Während sich die liberale Theologie auf die Philologie schriftlicher Zeugnisse, also auf positives Wissen, stützte, setzte die dialektische Theologie diesem der Aufklärung verpflichteten Ansatz einen Begriff der absoluten Grundlegung entgegen, in einem der wissenschaftlichen Analyse unzugänglichen „religiösen Sehen“, einer nicht rational artikulierbaren Gotteserfahrung der „Unterwerfung des rastlosen Ichs unter die situative Gegebenheit“, in einer Religion als „totale Krisis“,[7] einer existenziellen, „deutungslosen“ Entschlossenheit als Ersatz für die letztlich nur Lügen und Götzen produzierende Vernunft.[8] Getragen wurde dieses illiberale und aufklärungskritische Denken von einem Netzwerk der jüngsten akademischen Generation der um 1890 Geborenen, die mit der Jugend- und Lebensreformbewegung aufgewachsen waren[9] und zu dem neben Gogarten und Flitner auch die in regem Austausch stehenden Karl Barth, Rudolf Bultmann und eben Heidegger gehörten.[10] Carnap reagierte kritisch auf die Lektüre von Gogartens programmatischer Abhandlung Die religiöse Entscheidung.[11] Er glaube nicht an die Wirklichkeit eines Geschehens, das nicht „in der Geschichte nach oben und unten in Fäden hinge“, so Carnap, und stellte diese Auffassung Gogartens „religiösem Sehen“ entgegen, das sich über das kausale Geschehen der empirischen Wirklichkeit hinwegsetzte.[12] Damit waren die Wurzeln der Antimetaphysik gelegt. Es ging um die Ablehnung jeder Form von Erkenntnis, die das logisch und empirisch Erfassbare transzendiert.
Der Nimbus Heideggers als „heimlicher König […] im Reich des Denkens“,[13] der Carnap durch Flitner vermittelt wurde, war seit den frühen 1920er Jahren, also noch vor dem Erscheinen seines Hauptwerks Sein und Zeit,[14] etabliert. Die durch die Erfahrung des Ersten Weltkriegs erst teilweise geeinte, dann auseinanderdriftende Generation, die nach der Diagnose Ulrich Siegs schon 1916, dann verstärkt durch die Revolution von 1918/19, jene fundamentale Teilung der Wege vollzog, die sich 1929 längst zu unvereinbaren Positionen verhärtet hatte,[15] tastete sich nach Kriegsende einerseits in Richtung Demokratie, Wissenschaft, Liberalismus, andererseits in das genaue Gegenteil davon vor. Heidegger und Gogarten waren von Anfang an Vordenker jenes Teils der jugendbewegten Generation, der sich für die zweite Strategie entschied. Die Hoffnung, die ihnen vonseiten der Theologie entgegengebracht wurde, bestand in einer neuen und ursprünglichen Gotteserfahrung jenseits aller Vernunftzwänge. Aufseiten der Philosophie ging es darum, der im Neukantianismus fortgeführten Philosophie Kants und dem in ihr verkörperten Ansatz wissenschaftsorientierter Philosophie etwas grundsätzlich anderes, der dialektischen Theologie entsprechend Ursprüngliches entgegenzusetzen.
Die erhoffte neue Ursprünglichkeit sollte eine Antwort auf die von Max Weber gegenüber der Jugendbewegung proklamierte „Entzauberung der Welt“ sein,[16] die den Ausgangspunkt für die Krise der Intellektuellen in den 1920er Jahren bildete. Entzauberung der Welt bedeutete für Weber zunächst eine Kompetenzbeschränkung der Wissenschaft, die jede Autorität zur Begründung handlungsleitender Werte und politischer Weltanschauungen verlor. Diejenigen, die den Anschein einer solchen Wertebegründung erweckten, waren als Scharlatane und „Kathederpropheten“ entlarvt.[17] Dennoch sah Weber eine zentrale Rolle der Wissenschaft in Wertdebatten, und zwar aufgrund ihrer instrumentellen Rationalität. Werte seien zwar eine Frage der individuellen Einstellung, dennoch könne das Nachdenken über Werte in dreifacher Hinsicht von der Wissenschaft profitieren: Die Wissenschaft gibt uns die Mittel an die Hand, um bestimmte Ziele zu erreichen; sie informiert uns über die zu erwartenden Folgen und Nebenwirkungen einer Handlungsoption (welche Folgen sind wünschenswert, welche Nebenwirkungen akzeptabel?); und sie erlaubt uns, logische Zusammenhänge zu erforschen (welche Werte lassen sich aus einer bestimmten Grundhaltung ableiten?).[18] Weber sah also in der Entzauberung das genaue Gegenteil einer Schwächung von Wissenschaft und Rationalität. Kraft instrumenteller Rationalität musste die Wissenschaft nach Webers Überzeugung eine verbindliche Rolle in Wertdebatten spielen; und individuelle Einstellungen sollten, geleitet von rationaler Diskussion, in einem demokratischen Prozess mit allgemeiner Bürgerbeteiligung zu politischen Entscheidungen führen.[19]
Während Demokratie und instrumentelle Rationalität der Wissenschaft als webersche Botschaften nur den liberalen Teil der jugendbewegten Generation erreichten, traf folgender Punkt über ideologische Grenzen hinweg den Nerv der Bewegung: Unser Handeln ist nicht etwas, das wir im sterilen Labor oder am verstaubten Hörsaalkatheder lernen können – die Kathederpropheten sind passé –, sondern es ist eine Frage der individuellen Entscheidung, die aus der gesamten Lebenswirklichkeit erwachsen muss.[20] Damit wurden Ethik und Politik aus den Hörsälen und Laboratorien in die reale Welt getragen, ein Phänomen, das schon vor 1914 für die Jugendbewegung charakteristisch war.[21] Wie Carnap und Hans Reichenbach auf der Seite der späteren logischen Empiristen,[22] so war auch Heidegger – einst der akademischen Freischar Marburg nahestehend[23] – von der Weltanschauung der Lebensreform- und Jugendbewegung geprägt. Die Faszination, die von Heidegger seit den frühen 20er Jahren ausging, lag, ganz im Sinne dieser jugendbewegten Wurzeln, darin, dass „der akademische Unterricht […] durch einen bestimmten Lebensstil fortgesetzt und verstärkt [wurde]: Skiwanderungen, Nachtwachen, gemeinsame Hüttenaufenthalte usw.“[24] Und an diesem Ort des Existenziellen, wo die Philosophie den Hörsaal verlässt, in dieser „Aura von Jugendbewegung, von Eros“,[25] getragen von der Idee einer grundlegenden Lebensreform, liegen, wie schon Gabriel betont hat,[26] auch die Überschneidungen zwischen der Philosophie Heideggers und der des Wiener Kreises, insbesondere Carnaps.
Der gemeinsame Nenner zwischen Carnap und Heidegger bestand darin, dass sie die moralische Entscheidung ganz im weberschen Sinne dezisionistisch auffassten, als aus der Totalität der Existenz entspringend und nicht als etwas, das im wissenschaftlichen Elfenbeinturm bestimmt werden könnte. Wie Heidegger in Sein und Zeit die „Entschlossenheit“ als ein Handeln aus der Wirklichkeit des Daseins proklamierte, das sich eng an die existenzielle Ursprünglichkeit der dialektischen Theologie anlehnte,[27] so postulierte Carnap zusammen mit Otto Neurath eine „wissenschaftliche Weltauffassung“, die sich als umfassende Lebensreform verstand: „Die wissenschaftliche Weltauffassung dient dem Leben und das Leben nimmt sie auf.“[28] Wissenschaft war in dieser Konzeption nicht mehr die isolierte Angelegenheit einer abgehobenen akademischen Elite, sondern eine Lebenseinstellung: Der „Ruf nach Klarheit, nach metaphysikfreier Wissenschaft“[29] sollte über die Volksbildung die gesamte Bevölkerung und alle Lebensbereiche durchdringen. Dies erklärt sowohl die Übereinstimmung mit Heidegger in der gemeinsamen Agenda eines aus der Jugendbewegung hervorgegangenen Existentialismus als auch die Unvereinbarkeit dieser beiden Philosophiekonzeptionen in der gegensätzlichen Haltung zur Vernunft, zur Wissenschaft und letztlich, wie sich zeigen wird, auch zur Politik.
Dieser Unterschied wurde bereits Anfang der 1920er Jahre deutlich. In Heideggers Skihütte wurde ein Dezisionismus praktiziert, der sich nicht nur aus der Ursprünglichkeit des Daseins entfaltete, sondern sich als Antithese zur instrumentellen Rationalität der Wissenschaft insgesamt verstand, als entschlossenes Ergreifen einer Möglichkeit jenseits des Diktats der Vernunft. Sein und Zeit fungierte in diesem Projekt als wittgensteinsche Leiter,[30] die der Autor noch vor der Niederschrift des angekündigten, aber nie vollendeten zweiten Teils fortwarf und durch ein radikaleres Programm ersetzte. Artikulierte sich die ursprüngliche Entschlossenheit in Sein und Zeit noch in sich rational und folgerichtig, im klassischen Stil einer wissenschaftlichen Abhandlung, so musste die rationale Argumentation in der proklamierten Überwindung der instrumentellen Rationalität zwangsläufig über sich hinausschreiten und sich selbst aufheben.[31] Das Endergebnis war ein „seinsgeschichtliches Denken“, das sich vor allem in den Notizen der Schwarzen Hefte artikulierte und zu dem Meilensteine wie das Kant-Buch[32] und die Freiburger Antrittsvorlesung „Was ist Metaphysik“[33] führten.
Nicht weniger konsequent als Heideggers Ablehnung war Carnaps Bejahung von Webers ursprünglicher Strategie von instrumenteller Rationalität, Liberalismus und Demokratie, wie der programmatische Vortrag „Wissenschaft und Leben“, den Carnap 1929 am Bauhaus hielt, eindrucksvoll dokumentiert: „Das rationale Denken“, so Carnaps Diagnose, ist zwar
nicht Führer im Leben, wohl aber Wegweiser: Es bestimmt nicht die Richtung (das geschieht durch irrationale Triebe) des Handelns, sondern macht nur Angaben über die zu erwartenden Folgen, belehrt also über die Mittel zu einem gewollten Zweck.[34]
Der Unterschied zwischen Heidegger und Carnap besteht darin, dass jene rationale Wissenschaftlichkeit, die Heideggers dezisionistische Ursprünglichkeit aus dem Denken verbannt, von Carnap zur Lebenshaltung erhoben wird. Was Carnap im Bauhaus-Vortrag leicht irreführend als „irrationale Triebe“ bezeichnet, sind im Falle der wissenschaftlichen Weltauffassung jene „Bedürfnisse des Gemütes“, die auf „Klarheit der Begriffe, Sauberkeit der Methoden, Verantwortlichkeit der Thesen, Leistung durch Zusammenarbeit, in die das Individuum sich einordnet“ gerichtet sind.[35]
Wo die wissenschaftliche Weltauffassung alles mit Rationalität durchdringen möchte, will Heideggers Philosophie die Rationalität aus dem Dasein ausschließen. Carnap und Heidegger repräsentieren damit die beiden Extreme der Haltung zur Moderne in der Philosophie des 20. Jahrhunderts,[36] wenn man unter Moderne eben jene Entzauberung der Welt versteht, die Weber charakterisiert. Carnap und Heidegger nehmen diese Herausforderung an, aber mit gegensätzlichen Schlussfolgerungen: Carnap durch ein konsequentes Weiterdenken des Weges der Aufklärung, Heidegger durch eine radikale Abkehr von ihr.
2 Carnap und Heidegger in Davos
Vor diesem Hintergrund reiste Carnap 1929 zu den Davoser Hochschultagen, um der dort angekündigten Konfrontation zwischen Heidegger und Ernst Cassirer beizuwohnen.[37] Cassirer, der wissenschaftlichen Weltauffassung nahestehend, repräsentierte jedoch eine vom Existentialismus der Jugendbewegung unbeeinflusste Generation professoraler Distanziertheit: Er sprach, wie Carnap in seinem Tagebuch notierte, „gut, aber doch etwas pastoral“.[38] Heidegger dagegen, „ernst und sachlich, menschlich sehr anziehend“,[39] erwies sich als der Gegner, dem es die Stirn zu bieten galt.
Dazu ist hier eine längere Anmerkung nötig. Ein persönliches Treffen zwischen Carnap und Heidegger in Davos, zuerst von Michael Friedman behauptet, dann auch von Peter Gordon und anderen Autoren kolportiert, hat nie stattgefunden.[40] Es wurde aus einer falschen Transkription von Carnaps Tagebüchern abgeleitet.[41] Der im Tagebuch „H.“ Genannte, der irrtümlich für Heidegger gehalten wurde, war in Wirklichkeit Hermann Herrigel. Dieser, und nicht Heidegger, war es, der Carnaps Ausführungen zum Physikalismus „im wesentlichen bei[stimmte]“.[42] In Wirklichkeit waren Heidegger und Carnap zu diesem Zeitpunkt längst auf philosophisch unvereinbaren Wegen. Carnap entschied, nicht mit Heidegger zu reden, da man ihm „sagte, dass er sehr ungern mit Andersdenkenden diskutiert“.[43] In dieser Zeit ein ausgesprochener Heißsporn, beschloss er, hinter den Kulissen gegen Heidegger zu agitieren, wie er Maue Gramm berichtete:
Dass wir Wiener [Heideggers Philosophie] nicht für Wissenschaft, sondern Dichtung ansehen, weisst Du ja. […] Hab […] jetzt einige Male in kleinerem Kreise ein wenig [damit] herausgerückt. Es wurde mit Erstaunen, Verachtung, Empörung und heftigem Diskutieren reagiert. Ich werde froh sein, wenn ich mit unzerschlagenem Schädel wieder herauskomme.[44]
Peter Gordon berichtet über eine dieser heftigen Interventionen Carnaps, in der Erinnerung des Theologen Ernst Benz:
[In] the afternoon following one of Heidegger’s lectures, a handful of the guests decided to take in the local scenery by riding the cable car that ascended from the valley of Davosplatz to the high, snow-covered peak of the Jakobshorn. Pressed together in the cabin and swaying slightly as it rose were a number of professors and students, including both Cassirer and Carnap. Cassirer turned to his neighbor: „Herr Kollege,“ he asked, „How would you express the content of today’s lecture by Herr Heidegger in the language of mathematical logic?“ And Carnap responded: „Quite simple: Bi-ba-bum!“[45]
Carnap reiste nach Davos als Abgesandter des Wiener Kreises, der inkognito nach Hebeln suchte, die Philosophie Heideggers, die als Gegenprogramm zur wissenschaftlichen Weltauffassung identifiziert wurde, zu bekämpfen. Der Geistesverwandte Cassirer konnte dabei wenig helfen, sein Versuch, Heidegger auf Augenhöhe zu begegnen, war von vornherein zum Scheitern verurteilt. Für Heidegger war die Davoser Disputation, wie John Michael Krois überzeugend argumentiert, nichts anderes als ein Propagandacoup.[46] Die Karten lagen auf dem Tisch: Heidegger wollte Kant rein metaphysisch interpretieren, unter Zurücklassung der „unwesentlichen“ naturwissenschaftlichen, mathematischen und ethischen Aspekte,[47] und Cassirer versuchte dies in Frage zu stellen: „Will Heidegger auf diese ganze Objektivität, auf diese Form der Absolutheit, die Kant im Ethischen, Theoretischen und in der Kritik der Urteilskraft hat, verzichten?“[48], worauf Heidegger antwortete: Die Philosophie habe „die Aufgabe […], aus dem faulen Aspekt eines Menschen, der bloß die Werke des Geistes benutzt, gewissermaßen den Menschen zurückzuwerfen in die Härte seines Schicksals.“[49] – Der „faule Mensch“, also der „Fremde“ Cassirer, wie es Othmar Spann drei Wochen vor Davos im Beisein Hitlers noch unverhohlener formulierte,[50] wurde von Heideggers Härte überwältigt, das Jüdische vom Deutschen, die Vernunft von der Entschlossenheit.
Der erst jüngst erneut von Simon Truwant unternommene Versuch, die Davoser Disputation als rein philosophische Debatte ohne den geringsten politischen Bezug zu lesen,[51] wirkt nicht nur angesichts der Befunde zu Heideggers Metapolitik (s. u.) aus der Zeit gefallen, auch im Hinblick auf die Philosophie Cassirers ist eine apolitische Lesart zurückzuweisen, da Cassirer sich mit Hermann Cohen und der Marburger Schultradition des politischen Charakters eines Denkens der „Einheit des Kulturbewusstseins“ stets im Klaren war,[52] und natürlich den propagandistischen Hintersinn Heideggers mehr als alle Beteiligten erfassen musste. Nur war Cassirer wie sein Mentor Cohen nicht gewillt, Philosophie in der Zuspitzung auf dezisionistische Festlegungen zu verstehen, weil er die Hoffnung auf einen im Transzendentalen verankerten Geist und damit auf jenen Idealismus nie aufgegeben hat, dessen Entzauberung sowohl Heidegger als auch Carnap früh akzeptiert hatten. Webers Dezisionismus und der daraus resultierende Existentialismus, kurz: die Moderne, Ausgangspunkt des Denkens sowohl Heideggers als auch Carnaps, und Cassirers Idealismus waren inkommensurabel.
3 Carnaps Heidegger-Kritik in „Überwindung der Metaphysik“
Zurück in Wien wurde Heidegger im Gomperz-Kreis, einem der zahlreichen Ableger des Wiener Kreises, thematisiert,[53] und Carnap verfasste nach der Lektüre von „Was ist Metaphysik?“ im April 1930 seinen berühmten Aufsatz „Überwindung der Metaphysik durch logische Analyse der Sprache“,[54] in dessen Zentrum eine Kritik an Passagen aus Heideggers Vortrag steht. Diese textbezogene Kritik selbst erweist sich im Rückblick eher zahnlos, beruht sie doch auf dem von Carnap selbst später relativierten verifikationistischen Sinnkriterium und der ebenfalls von ihm später abgeschwächten Annahme, dass Existenz nicht als Prädikat (und damit „Nichts“ nicht als Nomen) auftreten könne. Zwar erschien damit Heideggers Aussage „Das Nichts selbst nichtet“ als doppelt sinnlos, indem die Negation unerlaubterweise als Prädikat und als Nomen fungiert, allerdings mit dem retrospektiven Vorbehalt, dass Carnap selbst diese Kritik später nicht mehr in dieser Form artikuliert hätte.
Im Schlussabschnitt seines Aufsatzes bringt Carnap jedoch einen Aspekt seiner Kritik zur Sprache, der spätere Modifikationen überdauern sollte. So hätte Carnap im Prinzip nichts dagegen, wenn Heidegger wieder Metaphysik betreiben würde, wenn dieser nicht den metaphysischen Standpunkt mit Wissenschaft vermengen würde. Legitime Metaphysik dient für Carnap dem „Ausdruck des Lebensgefühls“ und ist damit eine Domäne der Kunst und der Poesie, wie sie etwa in Friedrich Nietzsches metaphysischen Dichtungen zu finden ist.[55] Heideggers Metaphysik sei nur deshalb abzulehnen, weil sie ihren poetischen Charakter verleugne und „in der Verkleidung einer Theorie“ auftrete.[56]
Carnaps Kritik blieb nicht unbeantwortet. Noch 1964 charakterisierte Heidegger „die heutige ‚Philosophie‘ von ihren äußersten Gegenpositionen her (Carnap ----> Heidegger)“, die von
abgründig verschiedenen Aufgaben her bestimmt [sind]. Die erstgenannte Position will alles Denken und Sprechen, auch dasjenige der Philosophie, unter die Botmäßigkeit eines technisch-logisch konstruierbaren Zeichensystems bringen, d. h. als Instrument der Wissenschaft festlegen. Die andere Position ist erwachsen aus der Frage, was als die Sache selbst für das Denken der Philosophie zu erfahren und wie diese Sache (das Sein als Sein) zu sagen sei.[57]
Und bereits 1935 hatte Heidegger in seiner Vorlesung Einführung in die Metaphysik Carnaps Aufsatz explizit kommentiert. In Carnaps Ausführungen, so Heidegger damals,
vollzieht sich die äußerste Verflachung und Entwurzelung der überlieferten Urteilslehre unter dem Schein mathematischer Wissenschaftlichkeit. Hier werden die letzten Folgerungen eines Denkens zu Ende gebracht, das mit Descartes einsetzte […]. Diese Auffassung der Wahrheit als Sicherung des Denkens führte zur endgültigen Entgötterung der Welt. Die gemeinte „philosophische“ Richtung des heutigen mathematischen-physikalischen Positivismus will die Begründung dieser Position liefern. Es ist kein Zufall, daß diese Art von „Philosophie“ die Grundlagen liefern will zur modernen Physik, in der ja alle Bezüge zur Natur zerstört sind. Kein Zufall ist auch, daß diese Art „Philosophie“ im inneren und äußeren Zusammenhang steht mit dem russischen Kommunismus. Kein Zufall ist ferner, daß diese Art des Denkens in Amerika seine Triumphe feiert.[58]
4 Antimetaphysik und Metapolitik
Heideggers Philosophie nach Sein und Zeit verschmilzt in der von Carnap kritisierten Weise den poetischen Ausdruck mit der Form einer Theorie, indem sie die rationale Argumentationsform zunehmend ausschließt. Dass diese sprachliche Form fast zwangsläufig entsteht, wenn das Denken sich der Rationalität verweigert, zugleich aber, in „Winken“, „Überlegungen“ und „Anweisungen“,[59] die Form des Postulats, des Theorems beibehält, erscheint plausibel, wie es auch logisch ist, dass ein solches Denken jede Kohärenz verliert und sich semantisch dem Kinderreim – „Bi-ba-bum“ – annähert. Die Frage ist nur, was die Motive waren, die den ‚König im Reich des Denkens‘ zu dieser aus der Distanz so seltsam anmutenden Entwicklung weg vom Rationalen und damit auch irgendwie weg vom Denken und hin zum bloßen Postulieren bzw. ‚Sagen des Seins als Sein‘ trieben. Klassische Interpretationen legen nahe, dass es sich dabei ausschließlich um das Ergebnis einer reinen Denkbewegung handelte.[60] In den letzten Jahrzehnten jedoch trat immer mehr die Auffassung in den Vordergrund, dass Heidegger Metaphysik und die damit zusammenhängende „Verbiegung der Sprache“[61] bzw. eine „gezielt indirekte Sprache“[62] bewusst eingesetzt hat, um nationalsozialistische Politik propagandistisch zu vermarkten: „Metaphysik als Meta-politik“[63] zielt auf emotionale Überwältigung ohne Rückgriff auf instrumentelle Rationalität. Philosophie wird zum propagandistischen Werkzeug, indem sie politische Inhalte nicht über kausale Perspektiven relevanter Handlungsoptionen verteidigt – wir fordern X, weil es zu Y führt! –, sondern direkt, indem sie X postuliert oder unterjubelt und dabei die Konsequenzen nicht nur ignoriert, sondern hinter der Überwältigungsrhetorik geradezu versteckt. Diese antirationale Metapolitik als Propaganda ist zwar bei Heidegger selbst mit seinem Nationalsozialismus und Antisemitismus[64] verbunden, was aber nicht bedeutet, dass man Heideggers Weltanschauung zwangsläufig aufgibt, sobald man sich von Nationalsozialismus und Antisemitismus distanziert, denn hier geht es um den Gegensatz zwischen der von Carnap vertretenen, demokratisch, liberal und wissenschaftlich orientierten Weltanschauung und der von Heidegger vertretenen, antidemokratisch, illiberal und antiwissenschaftlich orientierten. Die Beispiele Jean-Paul Sartres, Jacques Derridas und vieler anderer Denker des französischen Existenzialismus, Strukturalismus und Poststrukturalismus zeigen eindrücklich, dass an Heidegger orientierte Denkrichtungen häufig auch dann Elemente seiner antirationalen Weltsicht teilen, wenn sie sich als dezidiert links und/oder demokratisch verstehen.
Obwohl Carnap das Ausmaß von Heideggers Antisemitismus und seiner Unterstützung für den Nationalsozialismus nicht kannte, kommt seine Metaphysikkritik der heutigen Auffassung von Heideggers Metaphysik als propagandistischem Instrument der Metapolitik erstaunlich nahe. Diese politische Seite von Carnaps Kritik blieb in „Überwindung der Metaphysik“ unerwähnt, wohl, um die von Carnap damals noch als realistisch eingeschätzten Aussichten auf einen Lehrstuhl im deutschsprachigen Raum nicht zu gefährden. Zwei Jahre später, als die Nationalsozialisten und Austrofaschisten an der Macht waren und damit auch die europäischen Karriereambitionen zerstört, konnte Carnap deutlich werden und tat dies in mehreren Aufsätzen und Vorträgen, in denen er die Metaphysik als „vernunftschädigendes Narkotikum“ identifizierte;[65] als „Opium für die Gebildeten“ mit der Wirkung der „Lähmung der Gehirne“;[66] als „ideologisches Kampfmittel“, mit dem reaktionäre Kräfte versuchten, die Menschen „abzubringen von der Aufklärung, vom rational-wissenschaftlichen Analysieren der Situation, vom Selbst-ändern-Wollen“.[67] „So wird die bestehende Ordnung durch Vernebelung, Verschleierung geschützt; mit dem Gefühl des Heiligen, Höheren verknüpft, um Ehrfurcht, Scheu zu erzeugen.“[68] „Also: Wer die Umgestaltung will, hüte sich vor den Fallen der Pseudowissenschaft, ganz gleich, ob theologisches oder philosophisches Gewand. Wer Klarheit will, muß das Opium wegwerfen.“[69] Was Carnap hier kritisiert, war im Sinne der heute vorherrschenden Interpretation genau die von ihm hellsichtig diagnostizierte Zielsetzung von Heideggers Metaphysik als Metapolitik, die nicht unbedingt rechtsextrem, totalitär oder antisemitisch sein muss, wohl aber antirational, illiberal und propagandistisch in der Überwältigung der je eigenen Haltung des Individuums durch argumentfreies Postulieren.
Carnaps metaphysikkritische Haltung milderte und liberalisierte sich in der Zeit der Emigration. Er akzeptierte nun nicht nur Metaphysik als Dichtung, sondern auch metaphysische Debatten vor dem Hintergrund seines Rahmenwerk-Relativismus, der im Prinzip jede Form analytischer Metaphysik als zulässig ausweist, sofern kein kognitiver Begründungsanspruch erhoben wird, für jene Elemente der Wissenschaft und Philosophie, die nach Carnaps Überzeugung nonkognitiv und damit eine Frage der Einstellung sind.[70] Carnaps Heidegger-Kritik blieb von der Liberalisierung seiner Antimetaphysik wenig überraschend unberührt, da sie sich nicht auf die analytische Seite der Metaphysik bezog, sondern auf die von Heidegger vorangetriebene antirational-metapolitische Seite. So hielt Carnap noch 1967 an folgendem Verdikt fest: „[D]er Kern unserer früheren Kritik an der Metaphysik bleibt doch bestehen. Z. B. in bezug auf die Ausführungen von Martin Heidegger würde ich noch wie früher sagen, daß wir sie als gänzlich unverstehbar ablehnen“.[71]
5 Schlussfolgerungen
Friedmans zentrale These lautete, dass die Polarisierung zwischen analytischer und kontinentaler Philosophie nach 1929 zu Extremen geführt habe, die sich in den späteren unvereinbaren Philosophien von Heidegger und Carnap verkörperten, während 1929 diese Unvereinbarkeit noch nicht bestanden habe. Jenseits der unproduktiven Polarisierung sieht Friedman daher in der vermittelnden Figur Cassirers einen philosophischen Entwurf, der aus heutiger Sicht als Ausgangspunkt einer Wiederannäherung dienen kann.[72] Dagegen sprechen zwei Argumente. Zum einen hat der Bruch, den Friedman erst für die Zeit nach 1929 ansetzt, schon früher stattgefunden: 1929 hatten Carnap und Heidegger längst keine gemeinsame Diskussionsbasis mehr. Cassirer wiederum kann kaum als Ausgangspunkt für eine Wiederannäherung zwischen den philosophischen Traditionen des 20. Jahrhunderts dienen, da er, anders als Carnap und Heidegger, die von Weber artikulierten Herausforderungen der Moderne nicht annimmt.
Gabriel hingegen geht in seiner Diagnose von den dezisionistischen Entwürfen Heideggers und Carnaps aus und diagnostiziert eine gemeinsame Basis beider Philosophen darin, dass sie Metaphysik als Weltanschauung verstehen.[73] Das ist richtig, führt aber aus der Sicht dieses Aufsatzes insofern zu keiner Annäherung, als die von Carnap und Heidegger jeweils vertretenen Weltbilder – Durchdringung des Lebens mit Rationalität und Verbannung der Rationalität – eben zwei entgegengesetzte Ansätze darstellen, die aus einer ähnlichen lebensphilosophischen Ausgangslage heraus entwickelt wurden.
Die antirationale Philosophie Heideggers nachträglich für ein rationales Denken zu gewinnen, erscheint mindestens ebenso schwer vorstellbar, wie es kaum möglich erscheint, die rationale Philosophie Carnaps mit irrationalen Elementen im Stile Heideggers anzureichern, ohne gleichzeitig den rationalen Standpunkt aufzugeben. Dennoch ist ein Kompromiss zwischen den beiden Extremen eines rein rationalen und eines rein irrationalen Denkens in Sicht. Er liegt gerade in der Philosophie Carnaps selbst, die ihre lebensphilosophische Basis nie verlässt und damit der persönlichen Einstellung und dem Handeln aus dem Gefühl heraus den notwendigen Raum lässt. Carnaps Philosophie ermöglicht in ihrer nicht-kognitiven Fundierung genau das Maß an Intuition, das eine wissenschafts- und rationalitätsorientierte Philosophie braucht und verträgt, ohne diese Orientierung selbst und damit die Moderne insgesamt aufgeben zu müssen.
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© 2024 Damböck, publiziert von De Gruyter
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- Frontmatter
- Das Ukraine-Dilemma, die Lehre vom gerechten Krieg und der Pazifismus
- Carnap und Heidegger
- Schwerpunkt: Krise und Zukunft der Religionsphilosophie (Sebastian Gäb, Georg Gasser)
- Einleitung: Krise und Zukunft der Religionsphilosophie
- Zwischen Kontingenzeinsicht und Geltungsbegehren
- Gott nicht-personal gedacht
- Globale Religionsphilosophie und die notorische Unklarheit des Religionsbegriffs
- Literaturessay
- Materialismus im feministischen und queeren Denken
- Buchkritik
- Lässt sich der Fortschrittsbegriff retten?
- Ist Lügen wie Schachspielen?
- Sex im Patriarchat oder: Wir müssen reden!
- Die Theorie der Person als Morphologie
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