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BGH, Urteil vom 14.5.2007 – II ZR 48/06, Haftung eines den Rat eines fachlich qualifizierten Berufsträgers befolgenden organschaftlichen Vertreters (Anmerkung Christoph Poertzgen)

  • Christoph Poertzgen
Published/Copyright: September 27, 2007
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Deutsche Zeitschrift für Wirtschafts- und Insolvenzrecht
From the journal Volume 17 Issue 10

Abstract

AktG §§ 92, 93; GmbHG § 64

Urteil vom 14.5.2007 – II ZR 48/06

1. Ein organschaftlicher Vertreter, der bei Insolvenzreife der Gesellschaft den sozial- oder steuerrechtlichen Normbefehlen folgend Arbeitnehmeranteile der Sozialversicherung oder Lohnsteuer abführt, handelt mit der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters und ist nicht nach § 92 Abs. 3 AktG oder § 64 Abs. 2 GmbHG der Gesellschaft gegenüber erstattungspflichtig (insoweit Aufgabe von BGH, Urt. v. 8.1.2001 – II ZR 88/99, BGHZ 146, 264 [= DZWIR 2001, 202 mit Anm. H.P.Westermann]; Urt. v. 18.4.2005 – II ZR 61/03, ZIP 2005, 1026).

2. Ein organschaftlicher Vertreter einer Gesellschaft verletzt seine Insolvenzantragspflicht nicht schuldhaft, wenn er bei fehlender eigener Sachkunde zur Klärung des Bestehens der Insolvenzreife der Gesellschaft den Rat eines unabhängigen, fachlich qualifizierten Berufsträgers einholt, diesen über sämtliche für die Beurteilung erheblichen Umstände ordnungsgemäß informiert und nach eigener Plausibilitätskontrolle der ihm daraufhin erteilten Antwort dem Rat folgt und von der Stellung eines Insolvenzantrags absieht.

(Vorgehend: LG Berlin, 5.7.2004 – 14 O 198/04; KG Berlin, 22.12.2005 – 23 U 160/04)

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Online erschienen: 2007-09-27
Erschienen im Druck: 2007-09-27

Walter de Gruyter GmbH & Co. KG

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