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Deutsche IFLA-Präsidentschaft in unruhigen Zeiten

Jahresbericht des IFLA-Nationalkomitees Deutschland 2021/22 (Berichtszeitraum September 2021 – Juni 2022)
  • Hella Klauser and Barbara Lison
Published/Copyright: August 9, 2022
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Deutsche IFLA-Präsidentschaft in unruhigen Zeiten

Auf der Generalversammlung am 25. August 2021 begann für die Direktorin der Stadtbibliothek Bremen, Barbara Lison, ihre zweijährige Amtszeit als IFLA-Präsidentin, nachdem sie zwei Jahre als „president-elect“ agiert hatte. Nicht nur die Pandemie und die damit einhergehenden Beschränkungen erschwerten die Arbeit der deutschen Spitzenvertreterin. Nach dem plötzlichen Rücktritt der President-elect Antonia Arahova aus Griechenland und des Schatzmeisters im April 2022 wurden außerordentliche Wahlen notwendig, um das elfköpfige Vorstandsgremium bis zum Weltkongress in Dublin Ende Juli 2022 wieder zu vervollständigen. Die Suspendierung des Generalsekretärs nach Vorwürfen des Missmanagements im Frühjahr 2022 brachte zusätzliche Unruhe in den Betrieb des Weltverbandes. Hier wird aktuell mit einer Interimslösung gearbeitet.

Am 13. Januar 2022 fand das deutschsprachige Online-Interview „Nachgefragt: IFLA-Präsidentin aus Deutschland im Gespräch“[1] mit circa 100 Personen aus den deutschsprachigen Ländern statt. Auf dem 8. Leipziger Bibliothekskongress lud die Präsidentin am 31.05.2022 in der Veranstaltung „Meet the President!“ zum kollegialen Austausch ein, dem ca. 40 Personen folgten.

„Libraries in Germany“[2] lautet der Titel eines Films zur Vielfalt der deutschen Bibliotheksszene, der anlässlich der deutschen IFLA-Präsidentschaft erstellt wurde.

Aktive Facharbeit auch im virtuellen Austausch

Mit Beginn der neuen vierjährigen Amtszeit seit August 2021 wirken erfreulich viele Personen aus Deutschland (50 Personen) in den verschiedenen Gremien der IFLA mit[3]. Aufgrund der weiterhin geltenden Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie wurde der Austausch innerhalb der Gremien in den virtuellen Raum verlegt. Das IFLA-Nationalkomitee veranstaltete am 4. April 2022 ein Online-Seminar zu einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch für die derzeit aktiven deutschen IFLA-Gremienmitglieder; 30 Personen konnten teilnehmen.

„We are IFLA – IFLA-Aktive aus Deutschland stellen sich vor!“[4] lautet der Titel einer Serie von sechs Kurzporträts auf dem dbv-Youtubekanal, in denen „Testimonials“ aus der deutschen Bibliotheksszene in 3-minütigen Clips beschreiben, warum und wie sie sich bei der IFLA engagieren.

Dr. Petra Hauke, Dozentin am IBI der Humboldt-Universität zu Berlin und langjährige IFLA-Aktive, wurde mit der IFLA-Auszeichnung „Scroll of Appreciation“ 2021 auf Vorschlag des IFLA-NK Deutschland ausgezeichnet.

IFLA-Weltkongress in Dublin

Nach zweijähriger pandemiebedingter Pause wird der diesjährige 87. Weltkongress[5] wieder vor Ort stattfinden. Er steht unter dem Motto „Inspire, Engage, enable, connect“ und wird vom 26. bis 29. Juli 2022 in Dublin, Irland durchgeführt. Rund 60 Teilnehmende aus Deutschland haben sich für die Teilnahme vor Ort angemeldet.

19 Personen aus Bibliotheken in Deutschland werden dafür ein Stipendium von BI-International / Goethe-Institut erhalten: 11 Förderungen im Standardprogramm für die aktive Teilnahme, zwei Impulsstipendien für erfahrene Neueinsteigerinnen in die internationale Bibliothekswelt und sechs Nachwuchskräfte für ein Nachwuchsstipendium. Ein weiteres Stipendium hat die Arbeitsgemeinschaft für Spezialbibliotheken AspB vergeben.

Zur Vorbereitung auf den Kongress wird am 4. Juli 2022 ein Online-Informationsseminar[6] mit Barbara Lison und Hella Klauser stattfinden.

Sitzung des IFLA-Nationalkomitees Deutschland

Das IFLA-Nationalkomitee Deutschland kam am 31. Januar 2022 zu seiner Jahressitzung virtuell zusammen. Diskutiert wurde die IFLA-Präsidentschaft, die Förderung der internationalen Aktivitäten in Deutschland und die Gewährleistung der fortgesetzt starken deutschen Interessenvertretung im Weltverband.

Am 25. März 2022 kam das Gremium erneut zu einer Online-Sitzung zusammen, um über mögliche Kandidatinnen und Kandidaten für die Besetzung des IFLA-Vorstands ab 2023 zu beraten. Am 9. Mai 2022 wurde eine außerordentliche Sitzung virtuell einberufen, um sich über die aktuelle Situation im IFLA-Vorstand und nach Suspendierung des Generalsekretärs auszutauschen.

Mit 72 Fachverbänden, Institutionen und Personen aus Deutschland (Stand 31.12.2020) hat die IFLA neben einer stabilen breiten Mitwirkung in den Gremien weiterhin eine erfreulich umfassende und kontinuierliche Mitgliedschaft in Deutschland. Die Mitgliedsgebühren der fünf Fachverbände in Deutschland werden hälftig von der DFG als Unterstützung des internationalen Wissenstransfers übernommen.

Das IFLA-Nationalkomitee Deutschland[7] setzt sich aus Vertreter*innen folgender Fachverbände und Bibliotheken mit überregionaler Bedeutung in Deutschland zusammen:

  • Arbeitsgemeinschaft der Spezialbibliotheken (ASpB)

  • Berufsverband Information und Bibliothek (BIB)

  • Bibliothek & Information Deutschland (BID)

  • Bayerische Staatsbibliothek (BSB)

  • Deutsche Nationalbibliothek (DNB)

  • Deutscher Bibliotheksverband (dbv)

  • Goethe-Institut e.V.

  • Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VDB)

  • Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB)

  • Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (SBB-PK)

  • Vorsitzende des IFLA-Nationalkomitees und deren Stellvertreterin

  • Sekretariat des IFLA-Nationalkomitees (ohne Stimmrecht)

Aktuelle Informationen des IFLA-Nationalkomitees Deutschland

Die Website www.ifla-deutschland.de stellt Informationen über die IFLA-Aktivitäten in Deutschland, über Aktivitäten der Mitglieder in Deutschland sowie über die Entwicklungen im internationalen Bibliotheksverband in deutscher Sprache bereit und bildet so eine Brücke zu den Informationen des Weltverbandes.

Published Online: 2022-08-09
Published in Print: 2022-08-04

© 2022 Hella Klauser und Barbara Lison, publiziert von De Gruyter.

Dieses Werk ist lizensiert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

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