Ein Landeskonzept für den Originalerhalt des schriftlichen Kulturguts in Berlin!
Und nicht vergessen: Noch bis zum 31. Januar 2021 befragt das in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin angesiedelte Kompetenzzentrum Bestandserhaltung für Archive und Bibliotheken in Berlin und Brandenburg (KBE)[1] zahlreiche Kulturgut bewahrende Einrichtungen Berlins im Rahmen des ersten Teils seiner groß angelegten zweiteiligen Erhebung.
Und auch Sie sind gefragt! Mit der Beantwortung des Fragebogens wirken Sie an einer aktuellen und validen Übersicht über die besonders bedeutenden und bedrohten Bestände Berlins mit und helfen so die Grundlage für das Landeskonzept und die künftigen Bemühungen des Landes im Bereich der Bestandserhaltung zu schaffen. Den Fragebogen können Sie über verschiedene Möglichkeiten abrufen, ausfüllen und bei uns, dem Projektteam, einreichen.
Berlins zahlreiche Kulturgut bewahrende Einrichtungen haben wir für diesen ersten Erhebungsteil in mehrere Gruppen eingeteilt, die wir im Verlauf der Erhebung sukzessive kontaktieren werden, um Ihnen den Fragebogen sowie eine unterstützende Ausfüllhilfe bereitzustellen. Unabhängig davon stehen Fragebogen und Ausfüllhilfe bis zum 31. Januar 2021 auch auf unserer Projektwebsite zur Verfügung, sodass Sie sich gern auch schon im Vorfeld unserer Kontaktaufnahme an der Erhebung beteiligen können. Neben weiteren Informationen zum Projekt und seinem Team erfahren Sie hier auch, welche Einrichtungen wir mit unserer Erhebung in den Blick nehmen und welche Medien- und Bestandsgruppen hierbei im Fokus stehen.
Entdecken Sie das Projekt auf den Seiten unserer Website[2] und lassen Sie sich die Vision dahinter in einem stimmungsvollen Video persönlich näherbringen. In freudiger Erwartung Ihrer zahlreichen Zuschriften und mit herzlichem Dank für Ihre Mitwirkung wünschen wir Ihnen viel Erfolg!
Lisa Graf
Zentral- und Landesbibliothek Berlin | Referat 4B – KBE
Projekt Landeskonzept für den Originalerhalt des schriftlichen Kulturguts in Berlin im Kompetenzzentrum Bestandserhaltung für Archive und Bibliotheken in Berlin und Brandenburg (KBE)
Postfach 610179 | 10922 Berlin
Tel.: 030 90226 – 637 / 638 | E-Mail: kbe@zlb.de
Projektwebsite: www.zlb.de/kbe/projekt-landeskonzept-originalerhalt
Information auf den Punkt – die neue Website des hebis-Verbundes
Die vollkommen neugestaltete und inhaltlich überarbeitete Website des hebis-Verbundes (www.hebis.de) ist online gegangen
Bereits auf den ersten Blick ist das neue, frische und zeitgemäße Design erkennbar. Die Inhalte präsentieren sich in einer klaren und übersichtlichen Struktur. Sieben zentrale Einstiegsseiten ermöglichen es, gesuchte Informationen mit wenigen Klicks zu finden. Komprimierte Übersichten ermöglichen einen schnellen Zugang zu einem Thema, Detailinformationen über weiterführende Links erlauben eine Vertiefung. Graphische Elemente und Bilder lockern auf und machen Lust aufs Surfen durch die Seiten und die Entdeckung von Neuem. Eine Volltextsuche über die gesamte Website oder über bestimmte Seiten steht für einen möglichst zielgerichteten Einstieg bereit. Responsives Design erlaubt das Lesen der Seiten auf beliebigen Endgeräten.
Der neue Webauftritt stellt den Verbund, seine Bibliotheken und die angebotenen Dienste ausführlich vor. Ebenfalls vorhanden ist ein Überblick über die aktuellen Projekte. Wer sich einen Überblick über die Aktivitäten des hebis-Konsortiums verschaffen möchte, findet Informationen zu lizenzierten Produkten, Serviceangeboten und mehr.
Ein Herzstück des Angebotes stellen wie bisher die zahlreichen Arbeitsmaterialien dar. Mit dem Erfassungsleitfaden – der Formatdokumentation für die Verbunddatenbank – und mit Anleitungen, Listen, Übersichten und weiteren Papieren wird die Arbeit der Bibliothekarinnen und Bibliothekare in den Verbundbibliotheken praxisorientiert unterstützt. Das neue Downloadcenter fungiert als zentraler Ablageort für sämtliche Dokumente, die zum Lesen und Herunterladen zur Verfügung stehen.
Der Web-Relaunch wurde auch zu einer Überarbeitung des Corporate Design genutzt. Das hebis-Logo präsentiert sich nun ebenfalls in einer moderneren Form, aber weiter mit dem bewährten Motto „Information auf den Punkt“ als Leitgedanke des Verbundes.
Der Relaunch und das neue Corporate Design wurden von der hebis-Verbundzentrale mit Unterstützung der Agentur SCHUMACHER Brand + Interaction Design GmbH, Darmstadt, realisiert.
Kontakt:
Rita Albrecht
hebis-Verbundzentrale
Bockenheimer Landstr. 134–138
60325 Frankfurt am Main
Email: r.albrecht@ub.uni-frankfurt.de
Neues Online-Reservierungssystem für Bibliotheken und Veranstaltungsorte
Ein Praxisbericht aus dem Ibero-Amerikanischen Institut
Die zur Eindämmung der Corona-Pandemie nötigen Regelungen von Abständen und Beschränkungen der Anzahl von Besucher*innen in öffentlichen Gebäuden wirken sich auch direkt auf die Situation von Bibliotheken und Veranstaltungsorten aus. Wo vorher der Zutritt zum Lesesaal einer Bibliothek oder zu einer Veranstaltung nicht kontrolliert und höchstens durch die Anzahl der Sitz- und ggf. Stehplätze begrenzt wurde, müssen nun strikt Abstände und maximale Besucher*innenzahlen eingehalten und kontrolliert werden. Auch müssen Kontaktdaten aller Personen erfasst und für einen gewissen Zeitraum vorgehalten werden, um im Falle einer Ansteckung einer der anwesenden Personen die Möglichkeit einer Nachverfolgung potentieller Kontakte zu garantieren.
Vor diesen Herausforderungen stand im Sommer 2020 auch das Ibero-Amerikanische Institut Stiftung Preußischer Kulturbesitz (IAI, iai.spk-berlin.de), das als Kombination aus Forschungszentrum, Kulturzentrum und Europas größter Spezialbibliothek zu Lateinamerika, Karibik, Spanien und Portugal gleich in drei Kontexten betroffen war. Die Kapazität des Lesesaals musste quasi halbiert werden, was sowohl Auswirkungen auf das Platzangebot für die Bibliotheksnutzer*innen als auch auf die Zahl und Anordnung der Lesesaalplätze für die Gastwissenschaftler*innen hat. Bei den Veranstaltungen, die zeitweise im Sommer und Frühherbst als Präsenzveranstaltungen durchgeführt werden konnten, mussten ebenfalls die Platzkapazitäten unter Berücksichtigung der Abstandsregelungen drastisch reduziert und die Besucher*innenzahl entsprechend gesteuert werden.
Zusammen mit der Webfaktur GmbH (webfaktur.de) – dem Dienstleister, der die Webseite des IAI entwickelt hat und betreut – wurde daher im Juni 2020 innerhalb weniger Wochen ein spezifisches System zur webbasierten Reservierung und Vergabe von Lesesaal- und Veranstaltungsplätzen aufgebaut und schrittweise eingeführt (iai.einladbar.de), das auf dem von der Webfaktur GmbH entwickelten System Einladbar (einladbar.de) basiert.
Bibliotheksnutzer*innen haben seither die Möglichkeit, über das Internet in einem Kalender einen freien Platz im Lesesaal auszuwählen und zu reservieren. Dabei geben sie nur ihre Mail-Adresse und ihre Benutzer*innennummer an. Wegen der starken Beschränkung der Anzahl der Plätze kann die Arbeit im Lesesaal nur eingetragenen Benutzer*innen der Bibliothek des IAI ermöglicht werden, was durch die Eingabe und automatische Plausibilitätsprüfung der Benutzer*innennummer sichergestellt ist. Im Zuge der Reservierung erhalten die Benutzer*innen eine Bestätigungsmail mit einem vom IAI vorgegebenen Text und der Angabe der fest gebuchten Platznummer, mit der sie sich dann beim Betreten des Lesesaals ausweisen müssen. Sollten die Benutzer*innen den gebuchten Termin nicht wahrnehmen können, haben sie die Möglichkeit, über einen Link in der Bestätigungsmail ihre Reservierung selber im System zu stornieren. Für die Zugangskontrolle und für die Beantwortung von Rückfragen haben die Mitarbeiter*innen des IAI die Möglichkeit, Tageslisten der Reservierungen einzusehen und auszudrucken. Änderungen an der Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze oder der Öffnungszeiten können ohne großen Aufwand jederzeit im System abgebildet werden. Um aber den Benutzer*innen Planungssicherheit zu geben, werden diese Änderungen erst nach dem Ablauf des jeweils aktuell freigegebenen Buchungszeitraums gültig.
Das Vorgehen bei den Veranstaltungen ist ähnlich. Über die Veranstaltungsankündigungen auf der Website des IAI besteht die Möglichkeit, sich für die jeweilige Veranstaltung gemäß der vom IAI freigegebenen Platzkapazitäten anzumelden. Bei der Anmeldung werden die für die Infektionskettennachverfolgung erforderlichen Kontaktdaten abgefragt. Da diese nun nicht mehr vor Ort in eine Liste eingetragen werden müssen, wird beim Einlass Zeit gespart und die Bildung von Schlangen vermieden. In einer automatischen Bestätigungsmail mit einem vom IAI formulierten Informationstext zur Veranstaltung erhalten die angemeldeten Personen eine Platznummer und einen QR-Code. Wie bei der Leseaalreservierung ist es ihnen möglich, über den mitgeschickten Link die Reservierung direkt im System selbst zu stornieren. Vor dem Betreten des Veranstaltungsraums wird der QR-Code ausgedruckt auf Papier oder digital auf dem Handy der Besucher*innen mit einer Webcam oder einem entsprechenden Scanner erfasst und vom System mit den in der Datenbank hinterlegten Reservierungsdaten abgeglichen. Dabei wird geprüft, ob die Person tatsächlich für die aktuelle Veranstaltung reserviert hat. Stimmen die Daten überein, wird die Person „eingecheckt“ als anwesend gekennzeichnet. Die Mitarbeiter*innen des IAI haben dabei auch mehrere Suchmöglichkeiten in der Datenbank, um Personen ohne mitgeführte Reservierungsbestätigung aufzufinden. Auch eine Registrierung spontaner Gäste ist durch die Mitarbeiter*innen des IAI möglich, wobei das System einen Überblick in Echtzeit über die verbliebenen Platzkapazitäten gestattet. Durch dieses Verfahren ist sichergestellt, dass sich nur Personen im Veranstaltungsraum aufhalten, die reserviert haben und deren Daten erfasst wurden. Außerdem wird dabei festgehalten, wer tatsächlich die Veranstaltung besucht hat und welcher Sitzplatz von der jeweiligen Person belegt wurde, was für eine mögliche Rückverfolgung von Ansteckungsmöglichkeiten wichtig ist. Im Falle einer Infektion können die Daten bequem als Liste ausgegeben und an die zuständigen Behörden übermittelt werden.[3]
Da im System personenbezogene Daten verarbeitet werden, ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass sowohl das System und seine Funktionalitäten als auch die Arbeitsweise der Webfaktur GmbH sowie des IAI allen Vorgaben der DSGVO entsprechen und die von Anfang an möglichst sparsam erfassten Daten nach der kürzest möglichen Frist gelöscht werden.
Aus der Praxis der ersten Monate lässt sich sagen, dass dieses vielfältig einsetzbare System zum Reservierungs- und Einladungsmanagement von Anfang an stabil und fehlerfrei läuft. Änderungen und zusätzliche Funktionalitäten wurden und werden schnell und unkompliziert umgesetzt und eingebaut. Seitens der Benutzer*innen und Besucher*innen wird die Übersichtlichkeit und Klarheit der Oberfläche und die intuitive Nutzer*innenführung gelobt, was in gleichem Maße für die durch die Mitarbeiter*innen des IAI genutzten Module des Back Ends gilt.
Ansprechpartner:
Dr. Christoph Müller
Ibero-Amerikanisches Institut Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Referat Digitale Bibliothek und IT-Infrastruktur
Potsdamer Str. 37, 10785 Berlin
Tel.: 030/266 45 23 00, E-Mail: mueller@iai.spk-berlin.de
Deutsche Nationalbibliothek und Wikimedia Deutschland veröffentlichen WikiLibrary-Manifest
Die Deutsche Nationalbibliothek veröffentlicht am 17.11.2020 gemeinsam mit der Wikimedia Deutschland e.V. das WikiLibrary-Manifest. Mit diesem Manifest setzen die Partner ein Zeichen für ein zukunftsgewandtes, frei zugängliches und offenes Semantic Web. Die Deutsche Nationalbibliothek unterstützt damit den Aufbau eines Daten-Ökosystems, das vor allem die nachhaltige Nutzung von Kultur- und Forschungsdaten ermöglicht.
Fundament des WikiLibrary-Manifests sind Erkenntnisse einer von der Deutschen Nationalbibliothek durchgeführten Softwareevaluation von Wikibase als alternative und nutzerfreundliche technische Basis für die 8 Millionen Datensätze der Gemeinsamen Normdatei (GND). Die Evaluation fand im engen Austausch mit weiteren europäischen Nationalbibliotheken statt, die ebenfalls Wikibase implementieren wollen. Perspektivisch eröffnet eine GND-Wikibase-Instanz die Chance zu zahlreichen neuen Verknüpfungen und Erweiterungen. Mit Wikibase kann zudem ein Zugang zur GND für Interessengruppen geschaffen werden, für die bibliothekarische Redaktionsoberflächen nicht geeignet erscheinen.
Das Manifest richtet sich an alle Einrichtungen, die an einem umfassenden Daten-Ökosystem nach den FAIR-Data-Prinzipien zum vereinfachten Erfassen, Verknüpfen und Erschließen von Wissen interessiert sind.
Weiterführende Informationen:
WikiLibrary-Manifest auf der Wikibase-Projektseite: https://www.wikimedia.de/projects/wikilibrary-manifest
Gemeinsamen Normdatei GND: https://www.dnb.de/gnd
Projekt „GND meets Wikibase“: https://wiki.dnb.de/pages/viewpage.action?pageId=167019461
FAIR Data Principles: https://www.forschungsdaten.org/index.php/FAIR_data_principles
Ansprechpartnerin: Barbara Katharina Fischer, Tel.: +49 341 2271-383, b.k.fischer@dnb.de.
Hintergrund
Die Deutsche Nationalbibliothek sammelt, dokumentiert und archiviert alle Werke in Schrift und Ton, die seit 1913 in Deutschland und weltweit über Deutschland oder in deutscher Sprache veröffentlicht werden, und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich. Gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern entwickelt sie innovative bibliothekarische Standards als Grundlage für eine grenzenlose Wissenswelt. Im Dialog mit anderen Einrichtungen engagiert sie sich in Projekten, um das kulturelle Erbe zu erhalten, zu digitalisieren und sichtbar zu machen.
Die Gemeinsame Normdatei (GND) ist ein Dienst, um Normdaten kooperativ nutzen und verwalten zu können. Diese Normdaten repräsentieren und beschreiben Entitäten, also Personen, Körperschaften, Konferenzen, Geografika, Sachbegriffe und Werke, die in Bezug zu kulturellen und wissenschaftlichen Sammlungen stehen. Die GND wird von der Deutschen Nationalbibliothek, allen deutschsprachigen Bibliotheksverbünden mit den angeschlossenen Bibliotheken, der Zeitschriftendatenbank und zahlreichen weiteren Einrichtungen gemeinschaftlich geführt.
Wikimedia Deutschland ist ein gemeinnütziger Verein mit über 80.000 Mitgliedern, der sich für die Förderung Freien Wissens einsetzt. Seit der Gründung im Jahr 2004 unterstützt der Verein verschiedene Wikimedia-Projekte – allen voran Wikipedia. Der Verein setzt sich für den kostenlosen Zugang zu Freiem Wissen ein und engagiert sich damit für ein grundlegendes Recht des Menschen auf Bildung. Wikipedia ist, wie auch andere Schwesterprojekte, unabhängig und werbefrei und nur durch ehrenamtliche Mitarbeit und Spenden möglich.
Kontakt:
Stephan Jockel
Deutsche Nationalbibliothek
Strategische Entwicklungen und Kommunikation Pressesprecher
Adickesallee 1 | 60322 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 1525-1005 | E-Mail: s.jockel@dnb.de
Lisa Rechlin von der ZBW erhält Auszubildenden-Preis der Leibniz-Gemeinschaft
Buchbinderin Lisa Rechlin von der ZBW – Leibniz-Informationszentrum ausgezeichnet für fachliche Spitzenleistungen und soziales Engagement
Lisa Rechlin wurde am 26.11.2020 auf der Jahrestagung der Leibniz-Gemeinschaft mit dem Auszubildenden-Preis der Leibniz-Gemeinschaft ausgezeichnet. Der Preis wurde für fachliche Spitzenleistungen und soziales Engagement vergeben und ist mit 1.000 EUR dotiert. Lisa Rechlin erlernte in der ZBW das Buchbinder-Handwerk mit überdurchschnittlicher Lernbereitschaft und Kunstfertigkeit und hob sich in außergewöhnlichem Maße hervor durch ihr Engagement in der Gebärdenkommunikation.
Lisa Rechlin (23) absolvierte an der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft von 2017 bis 2020 eine Ausbildung zur Buchbinderin der Fachrichtung Einzel- und Sonderanfertigung. Sie absolvierte ihre Ausbildung als Landessiegerin der Buchbinderauszubildenden in Schleswig-Holstein mit der Note 1,1. Damit qualifizierte sie sich für die Teilnahme am Bundeswettbewerb, wo sie den dritten Platz belegte. Ihr Gesellenstück war ein Fotoalbum in Halbleder mit selbst marmoriertem Papier. Ihre hohe Auffassungsgabe und Lernbereitschaft ermöglichten es, dass Lisa Rechlin auch traditionelle Techniken wie Handgoldschnitt oder Marmorieren und Einbandarten wie Pergamentband oder Franzband erlernen konnte, die schon längere Zeit nicht mehr Bestandteil des Ausbildungsrahmenplans sind. Im sozialen Bereich sticht Lisa Rechlins Engagement für Menschen mit Behinderungen heraus: Um eine gehörlose Mitauszubildende zu unterstützen, begann sie die Gebärdensprache zu erlernen. Sie hat heute die Fähigkeit, fließend Gebärdensprache zu sprechen und zu dolmetschen.
Lisa Rechlin erhielt aufgrund ihrer fachlichen Spitzenleistungen und ihres sozialen Engagements den Auszubildenden-Preis der Leibniz-Gemeinschaft.
Elke Schnee, Buchbinder-Meisterin der ZBW: „Ich bin sehr stolz, mit Lisa Rechlin eine so hoch begabte und konzentrierte Auszubildende in das Handwerk der Buchbinde-Kunst eingeführt zu haben. Sie ist nicht nur wissbegierig und talentiert, sondern arbeitet auch extrem schnell und sauber.“
Mit der Verleihung des Auszubildenden-Preises der Leibniz-Gemeinschaft ehrt die Leibniz-Gemeinschaft jährlich drei Auszubildende, die sich durch besondere Leistungen während der Ausbildung und in den Abschlussprüfungen hervorgetan haben. Der Preis bezieht alle in Leibniz-Einrichtungen bestehenden Ausbildungsgänge ein. Für den Leibniz-Auszubildenden-Preis werden unter allen eingegangenen Vorschlägen drei Auszubildende von einer Jury ausgewählt und nominiert. Die Bekanntgabe der Preisträgerin bzw. des Preisträgers erfolgt im Rahmen der Jahrestagung der Leibniz-Gemeinschaft. Die drei besten Bewerbungen werden mit einem Preisgeld von jeweils 1.000 EUR ausgezeichnet. In der Leibniz-Gemeinschaft waren im Vorjahr rund 350 Auszubildende beschäftigt.
ZBW setzt auf Offenheit als Kernwert der Organisationskultur
ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft veröffentlicht Handlungsfelder für Offenheit
ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (www.zbw.eu) veröffentlicht Eckpunktepapier Offenheit als Handlungsfeld für die ZBW. Der Open Science-Akteur ZBW stellt intern Offenheit und damit Transparenz, Nachnutzbarkeit und Kollaboration als Kernwerte seiner Organisationskultur ins Zentrum.
Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft positioniert sich als Open Science-Partner für die Wirtschaftsforschung. Zahlreiche Dienstleistungen der ZBW unterstützen offene, transparente und replizierbare wirtschaftswissenschaftliche Forschungs- und Publikationsprozesse. Dazu setzt sich die ZBW für die Idee offener Wissenschaft auf verschiedenen Ebenen ein: sie forscht im Bereich Open Science, engagiert sich wissenschaftspolitisch für die Umsetzung von Open Science auf nationaler und internationaler Ebene, und sie entwickelt neue Infrastruktur-Angebote, die Zugänge erleichtern und Barrieren beseitigen.
Auch intern fördert die ZBW eine Kultur des offenen Zugangs zu eigenen Arbeitsergebnissen sowie der offenen Zusammenarbeit. Um diese Kultur weiterzuentwickeln und in den Arbeitspraktiken der ZBW fest zu verankern, startete die ZBW 2019 einen breit angelegten partizipativen Dialog. Das Ergebnis ist in dem Eckpunktepapier „Offenheit als Handlungsfeld für die ZBW“ (https://www.zbw.eu/fileadmin/pdf/ueber-uns/2020-handlungsfeld-offenheit.pdf) dokumentiert. Damit liegt ein Handlungsrahmen für die nächsten Jahre vor, um Offenheit noch stärker als leitendes Prinzip in den Arbeitspraktiken der ZBW zu verankern.
ZBW-Direktor Prof. Dr. Klaus Tochtermann erklärt: „Mit diesem Eckpunktepapier bündeln wir Ziele und Handlungsfelder, um zum einen die Grundprinzipien offenen Arbeitens in möglichst vielen Arbeitsbereichen der ZBW zu etablieren. Zum anderen schafft das Eckpunktepapier Klarheit darüber, welche unserer Arbeitsergebnisse wir zur Nachnutzung offen zugänglich machen. Dies erstreckt sich von Publikationen im Open Access, über offene Daten und offenen Quellcode bis hin zu offenen Bildungsressourcen, die in der ZBW erstellt werden.“
Ein ausführliches Interview mit Prof. Dr. Klaus Tochtermann über die Hintergründe der Entstehung des Eckpunktepapiers können Sie auf https://www.zbw-mediatalk.eu/de/2020/11/open-science-und-organisationskultur-offenheit-als-kernwert-in-der-zbw nachlesen.
Über die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft:
Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) ist die weltweit größte Informationsinfrastruktur für die Wirtschaftswissenschaften. Die Einrichtung beherbergt rund 4 Millionen Medieneinheiten und ermöglicht den Zugang zu Millionen wirtschaftswissenschaftlicher Online-Dokumente. Allein 2019 wurden mehr als 9 Millionen digitale Volltexte heruntergeladen. Daneben stellt die ZBW eine rasant wachsende Sammlung von Open Access-Dokumenten zur Verfügung. EconStor, der digitale Publikationsserver, verfügt aktuell über 200.000 frei zugängliche Aufsätze und Working Papers. Mit EconBiz, dem Fachportal für wirtschaftswissenschaftliche Fachinformationen, können Studierende oder Forschende in knapp 11 Millionen Datensätzen recherchieren. Zudem gibt die ZBW die beiden wirtschaftspolitischen Zeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics im Gold Open Access heraus. Die ZBW ist eine forschungsbasierte wissenschaftliche Bibliothek. Mit Professuren in den Disziplinen Informatik und Medienwissenschaften und deren international besetzten Doktorandengruppen beschäftigt sich die ZBW transdisziplinär mit dem Thema Digitalisierung der Wissenschaft. Die ZBW ist in ihrer Forschung international vernetzt. Hauptsächliche Kooperationspartner kommen aus EU-Großprojekten, aus DFG- bzw. BMBF-Projekten sowie aus dem Leibniz-Forschungsverbund Open Science. Die ZBW ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft und Stiftung des öffentlichen Rechts. Sie wurde mehrfach für ihre innovative Bibliotheksarbeit mit dem internationalen LIBER Award ausgezeichnet.
Pressekontakt:
Dr. Doreen Siegfried, Pressesprecherin
ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft
Düsternbrooker Weg 120 | 24105 Kiel
Tel.: 0431 88 14-455 | E-Mail: d.siegfried@zbw.eu
URL: www.zbw.eu
Das Konsortium NFDI4Health beginnt mit seiner Arbeit – COVID-19 dient als Blaupause
Anfang November 2020 haben sich die Mitglieder der „Nationalen Forschungsdateninfrastruktur für personenbezogene Gesundheitsdaten“ (NFDI4Health) zu einem virtuellen Kick-off-Meeting getroffen. Ziel war, die Arbeit des neuen Konsortiums abzustimmen und wichtige erste Schritte einzuleiten. Der Zusammenschluss von 17 Partnern aus 9 Bundesländern schafft Strukturen, um Gesundheitsdaten unter Wahrung des Datenschutzes besser suchbar und nachnutzbar zu machen. Die Task Force COVID-19 dient dabei als erster Anwendungsfall.
Personenbezogene Gesundheitsdaten werden in Deutschland mithilfe von epidemiologischen, klinischen und Public-Health-Studien gesammelt. Diese Studien sind im Allgemeinen hoch standardisiert, gut dokumentiert und generieren qualitätsgeprüfte Daten. „Die einzelnen Studien liefern uns Informationen von hoher Qualität. Die Daten sind oft aber nur eingeschränkt auffindbar und die Zugriffsrechte häufig nicht ausreichend geklärt”, sagt Prof. Dr. Juliane Fluck, Sprecherin der NFDI4Health und Leiterin des Programmbereichs „Wissensmanagement“ bei ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften. Ziel der NFDI4Health ist es daher, die Auffindbarkeit von und den Zugang zu strukturierten Gesundheitsdaten zu ermöglichen. Austausch, Verknüpfung, Interoperabilität und Wiederverwendbarkeit der Daten sollen gefördert werden. Denn die Erfassung und Analyse personenbezogener Daten zu Gesundheits- sowie Krankheitsstatus und wichtiger Einflussfaktoren darauf sind eine wesentliche Komponente zur Entwicklung neuer Therapien, übergreifender Versorgungsansätze und präventiver Maßnahmen eines modernen Gesundheitswesens. Das Projekt wird von Bund und Ländern mit insgesamt rund 12,4 Mio. Euro gefördert.
Task Force COVID-19
„COVID-19 hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass wissenschaftliche Daten leichter auffindbar, standardisiert und verknüpfbar sind. So ließen sich Ressourcen in der Forschung bündeln und schneller Erkenntnisse über das Virus gewinnen“, erklärt die Koordinatorin der Task Force Prof. Dr. Iris Pigeot, Direktorin des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS und stellvertretende Sprecherin der NFDI4Health. Mit knapp 1 Mio. Euro zusätzlich fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft die NFDI4Health Task Force COVID-19. Als sogenannter Use Case soll in der Task Force am Beispiel von COVID-19 gezeigt werden, wie personenbezogene Gesundheitsdaten in Deutschland besser gefunden, verknüpft und standardisiert werden können. Die NFDI4Health Task Force COVID-19 konzentriert sich über klinische Patientendaten hinaus auf die Folgen des Pandemieausbruchs für die öffentliche Gesundheit, wie z. B. Morbidität, Mortalität, Inanspruchnahme der Gesundheitsversorgung, Lebensqualität und Auswirkungen sozialer Isolation. Dies hebt sie von der Arbeit der meisten anderen Initiativen in der Medizin ab.
(Internationale) Vernetzung wesentlich für den Erfolg
Neben der interdisziplinären Zusammensetzung von NFDI4Health ist die Vernetzung mit den anderen nationalen und internationalen Akteuren auf dem Gebiet der personenbezogenen Gesundheitsdaten von wesentlicher Bedeutung für den Erfolg des Projektes. „Welche Anforderungen stellen die zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer an die von uns geschaffene Dateninfrastruktur? Welche internationalen Standards müssen wir berücksichtigen? Hierfür braucht es einen sehr engen Austausch mit allen Beteiligten – von Anfang an”, erklärt Iris Pigeot. Neben den 17 Konsortialpartnern von NFDI4Health sind insgesamt 48 weitere namhafte Institutionen aus dem Gesundheitsbereich am Projekt beteiligt. Zum Projektstart von NFDI4Health fand am 06.11.2020 ein digitaler Community Workshop statt. Knapp 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nahmen teil. Das Ziel: NFDI4Health so zu gestalten, dass die Ergebnisse auch den Anforderungen der zukünftigen Anwenderinnen und Anwender entsprechen. „Wir wollen keine Elfenbeintürme errichten, sondern belastbare, funktionale Infrastrukturen schaffen. Diese sollen es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglichen, schneller und umfassender neue Erkenntnisse zu gewinnen“, fasst Juliane Fluck zusammen.
Über NFDI4Health
NFDI4Health ist Teil der von Bund und Ländern geförderten Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). NFDI4Health hat zum Ziel, ein umfassendes Inventar deutscher epidemiologischer, Public-Health und klinischer Studiendaten aufzubauen. Die Erfassung und Analyse dieser Daten sind wesentlich zur Entwicklung neuer Therapien, übergreifender Versorgungsansätze und präventiver Maßnahmen. Personenbezogene Gesundheitsdaten verlangen einen besonderen Schutz. Erklärtes Ziel von NFDI4Health ist es daher, Sicherheit und Nutzbarkeit zu vereinen. Das Konsortium setzt sich aus 17 Partnern verschiedener Fachdisziplinen zusammen. Insgesamt 48 namhafte Institutionen aus dem Gesundheitsbereich sind beteiligt.
(Mit-)Antragseller der NFDI4Health
ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften | Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS | Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin Institute of Health | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke | Fraunhofer-Gesellschaft (Fraunhofer Institute FIT; MEVIS; SCAI) | Heidelberger Institut für Theoretische Studien | Netzwerk der Koordinierungszentren für Klinische Studien | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin | Robert Koch-Institut | Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung | Universität Bonn | Universität Bremen | Universität zu Köln | Universität Leipzig | Fachhochschule Mittweida | Universitätsmedizin Göttingen | Universitätsmedizin Greifswald
Weitere Informationen:
Kontakt:
Johann-Jesko Lange
Öffentlichkeitsarbeit NFDI4Health
Tel.: +49 (0)421 218-56781 | E-Mail: press.@nfdi4health.de
URL: www.nfdi4health.de
Digitalisierung der Badischen Landesbibliothek feiert am 1. Dezember ihren 10. Geburtstag
Mehr als 3,7 Mio. Images frei im Netz verfügbar
Seit dem 1. Dezember 2010 bietet die Badische Landesbibliothek in ihren Digitalen Sammlungen (https://digital.blb-karlsruhe.de) den kostenfreien Zugang zu einer kontinuierlich wachsenden Anzahl von digitalisierten Werken – mittlerweile mehr als 3,7 Mio. Images. Gemäß der Digitalisierungsstrategie der Badischen Landesbibliothek umfasst das Angebot mittelalterliche und neuzeitliche Handschriften, Musikalien sowie zahlreiche urheberrechtsfreie Quellen, Nachschlagewerke und Schriften zur badischen Geschichte und Kultur. Darunter finden sich z. B. Karlsruher Zeitungen, Kochbücher oder Theaterzettel. Diese historischen Bestände sind Gegenstand lokaler, nationaler und internationaler geisteswissenschaftlicher Forschung.
Im Bereich der Regionalia wurden seit den Anfängen der Digitalisierung in der Badischen Landesbibliothek immer wieder größere Projekte mit hohen Image-Zahlen durchgeführt. Neben den Karlsruher Zeitungen sind vor allem die Adressbücher, Landtagsprotokolle und Gesetzblätter zu nennen, die bis zum Jahr 1950 digital bereitgestellt sind. „Diese regionalen Quellen sind ein unverzichtbares Angebot für alle Forschungen zu Fragen der Kultur-, Sozial- und Landesgeschichte“, so die Leitende Bibliotheksdirektorin Dr. Julia von Hiller. Sehr stark nachgefragt sind etwa die bis jetzt insgesamt 1,68 Mio. freigeschalteten badischen Zeitungsseiten, die als Volltext ausgelesen sind und hochkomfortabel nach einzelnen Begriffen durchsucht werden können. Eine Kalendersuche unter https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/zeitungen/date ermöglicht es zudem, nach bestimmten Tagesdaten historische Ereignisse zu recherchieren.
Mit der Bereitstellung der Digitalisate erfüllt die Badische Landesbibliothek zwei wichtige Funktionen im Bereich ihrer kulturellen und regionalen Aufgaben. „Die Badische Landesbibliothek ist sowohl Kulturvermittlerin als auch Partnerin der Forschung: Einerseits bieten wir der interessierten Öffentlichkeit einen schnellen Zugang zu den Materialien, andererseits stellen wir die Daten für computergestützte Verfahren aus dem Bereich der Digital Humanities zur Verfügung“, so Dr. Julia von Hiller.
Künftig wird die Badische Landesbibliothek das Angebot an Digitalisaten für ihre Nutzerinnen und Nutzer weiter ausbauen. Dr. Jana Madlen Schütte, Leiterin der Digitalisierung, plant eine stärkere Vernetzung mit anderen Einrichtungen: „Nachdem wir uns seit 2010 zunächst auf den eigenen Bestand fokussiert haben, stehen fortan Projekte mit regionalen und überregionalen Kooperationspartnern an, um neue themen- und materialspezifische Angebote zu entwickeln. Wir freuen uns auf die nächsten zehn Jahre Digitalisierung und sind schon sehr gespannt, welche Entwicklungen wir hier anstoßen und vorantreiben können.“
Pünktlich zum 10. Jahrestag wartet das Portal mit einer neuen Optik und einer verbesserten Darstellung themenbezogener Sammlungen auf. Neben besonderen Highlights wie der Nibelungenlied-Handschrift C, den Karlsruher Tulpenbüchern oder der Wigalois-Handschrift sind nun auch systematische Sammlungen von Drucken zu Themengebieten wie etwa „Alltagsleben“, „Kirche, Religion und Philosophie“ und „Rheinliteratur“ zu finden.
Einstieg in die Digitalen Sammlungen unter https://digital.blb-karlsruhe.de.
Kontakt:
Karen Evers M.A.
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Badische Landesbibliothek
Erbprinzenstraße 15 | 76133 Karlsruhe
Tel.: 49 721 175-2250 | E-Mail: evers@blb-karlsruhe.de
Im Kampf gegen den Zahn der Zeit
Förderung ermöglicht Projekte zum Originalerhalt von schriftlichem Kulturerbe an der Universitätsbibliothek
Die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg der Goethe-Universität erhält für Maßnahmen der Bestandserhaltung Fördergelder vom Bund und vom Land Hessen sowie private Spenden. Im Jahr 2020 können dadurch 200.000 Euro in den Originalerhalt von regional und national bedeutsamem Kulturgut investiert werden.
Ein erheblicher Teil des schriftlichen Kulturerbes in Bibliotheken und Archiven in Deutschland ist durch Säurefraß, natürliche Alterung, Schädlinge oder ungünstige Lagerungsbedingungen vom schleichenden Verfall bedroht. Der dauerhafte Erhalt der Bestände stellt eine große Herausforderung für die bewahrenden Institutionen dar. Deshalb wurden spezielle Förderprogramme geschaffen, von denen nun auch die historischen Sammlungen der Universitätsbibliothek profitieren.
Mit Mitteln des Bundes und des Landes Hessen können in diesem Jahr an der Universitätsbibliothek mehrere konservatorische Projekte umgesetzt werden. Dabei werden die Lagerungsbedingungen für ausgewählte wertvolle Bestände nachhaltig verbessert oder Bücher und Archivalien fachgerecht restauriert. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, fördert diese Maßnahmen aus Sondermitteln des Bundes zu 50 Prozent (durch die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts in Berlin). Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst übernimmt im Rahmen des Landesprogramms zum Erhalt des schriftlichen Kulturgutes in Hessen weitere 40 Prozent.
Diese staatlichen Förderprogramme zielen vor allem auf die Behandlung großer Bestandsgruppen ab, zum Beispiel durch Entsäuerungsmaßnahmen gegen das Phänomen des sogenannten Papierzerfalls. Die Restaurierung von Einzelstücken dagegen wurde durch die Spenden von Privatpersonen und durch private Stiftungen ermöglicht, wie beispielsweise die Ernte und Dank-Stiftung im Stifterverband. Insgesamt kann die Bibliothek durch die verschiedenen Zuwendungen sowie eigene Haushaltsmittel etwa 200.000 Euro für die verschiedenen bestandserhaltenden Maßnahmen einsetzen.
Die Projekte betreffen unter anderem die folgenden ausgewählten Bibliotheks- und Archivbestände der Universitätsbibliothek: die Sammlung Deutscher Drucke (Erscheinungsjahre 1850–1870), die sogenannte Kolonialbibliothek (Bibliothek der 1887 gegründeten „Deutschen Kolonialgesellschaft“), eine Reihe von teilweise äußerst selten überlieferten jüdischen Periodika aus der Zeit bis zum 2. Weltkrieg, den Nachlass des Philosophen Max Horkheimer sowie historische Orchestermaterialien und Theaterzettel der Frankfurter Oper, des Museumsorchesters und der Städtischen Bühnen.
Die Bibliothek verfolgt in den letzten Jahren verstärkt Maßnahmen, um die Lagerungsbedingungen für ihre historischen Bestände nachhaltig und entsprechend neuesten wissenschaftlichen Standards zu verbessern. Aus den umfangreichen Sammlungen wird dabei vor allem jenes Kulturgut vorrangig behandelt, dass sich durch fortschreitende Schadensbilder bzw. durch eine besondere wissenschaftliche und kulturhistorische Bedeutung des Objektes heraushebt. Die nun geförderten Maßnahmen sind somit Teil einer langfristig angelegten Strategie zum Originalerhalt des wertvollen schriftlichen Kulturgutes an der Universitätsbibliothek.
Information:
Dr. Mathias Jehn
Leitung Abteilung Bestandserhaltung und Digitalisierung
Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg
Bockenheimer Landstraße 134-138 | 60325 Frankfurt am Main
Tel: +49 (69) 798 39007 | E-Mail: m.jehn@ub.uni-frankfurt.de
Kontakt für Pressefragen allgemein:
Bernhard Wirth
Stabsstelle Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit der Bibliothek
Tel.: +49 (69) 798 39223 | E-Mail: pr-team@ub.uni-frankfurt.de
„Der Zugang zu Wissen und Bildung ist ein Menschenrecht“
20 Jahre Wikipedia. 20 Jahre seriöse und validierte Informationen für Millionen von Menschen
Am 15. Januar 2001 gründete der US-amerikanische Internet-Unternehmer Jimmy Wales die unabhängige Wissensplattform Wikipedia. 20 Jahre später ist Wikipedia mit aktuell knapp 2,5 Millionen Artikeln in deutscher Sprache weltweit die größte Online-Enzyklopädie. Die Vision des Gründers war, das gesamte Wissen der Welt an einem Ort zu sammeln und allen Menschen uneingeschränkt zur Verfügung zu stellen – unabhängig von kommerziellen, ideologischen oder persönlichen Interessen. Die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft zeigt, wie visionär die Idee 2001 war. Heute entscheiden vielfach Algorithmen über die Wahrnehmung von Inhalten im Internet. Über die sozialen Medien können Debatten zwar demokratisiert, aber auch verzerrt werden und die Unsicherheit über die Verlässlichkeit von Informationen ist groß. Dank der engagierten Community aus ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen, Spender*innen und Vereinsmitgliedern auf der ganzen Welt ist Wikipedia die einzige Onlineplattform, die marktunabhängig und ohne politische Interessen, ihr gesamtes Wissen allen uneingeschränkt zur Verfügung stellt. Am 15. Januar 2021 feiert Wikipedia ihr 20jähriges Bestehen.
„Ich freue mich sehr, diesen Meilenstein feiern zu können und in den vergangenen Jahren in der Arbeit mit unseren Ehrenamtlichen so viele beeindruckende und inspirierende Menschen kennengelernt zu haben“, sagt Abraham Taherivand, geschäftsführender Vorstand von Wikimedia Deutschland e.V. „Wir freuen uns auf die nächsten 20 Jahre!“
Wikimedia Deutschland
2004 gründeten ehrenamtliche Wikipedia-Aktive den gemeinnützigen Verein Wikimedia Deutschland, der inzwischen aus 80.000 Mitgliedern besteht. Ziel des Vereins ist die Unterstützung der Ehrenamtlichen und die Weiterentwicklung von Wikipedia durch Projekte wie z. B. Wikidata, Wikicommons, Wiktionary und Wikiversity. „Freies Wissen führt zu einer weltoffenen, informierten und gerechteren Gesellschaft“ – mit diesem Leitgedanken mischt sich Wikimedia Deutschland darüber hinaus immer wieder in öffentliche Debatten ein, sei es die europäische Urheberrechtsreform, die Verletzung von Menschenrechten oder Maßnahmen gegen terroristische Inhalte im Netz. Als 2020 offenbar wurde, wie schnell das Deutsche Bildungssystem an seine digitalen Grenzen kommen kann, hat Wikimedia gemeinsam mit Partner*innen aus dem der Open Education-Community die partizipative und offene Bildungsplattform „WirLernenOnline“ mitentwickelt, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wurde. Mit dem „Forum Open Education“ bündelt Wikimedia zudem gemeinsam mit dem Bündnis Freie Bildung den Austausch zwischen Zivilgesellschaft, Bildungspraxis und politischen Entscheidungsgremien, um zeitgemäßes Lehren und Lernen voranbringen. Die Projekte zielen darauf ab, den Einsatz offener und digitaler Bildung für Lehrer*innnen, Schüler*innen und Studierende zu fördern.
Über Wikimedia Deutschland
Wikimedia Deutschland ist ein gemeinnütziger Verein mit über 80.000 Mitgliedern, der sich für die Förderung Freien Wissens einsetzt. Seit der Gründung im Jahr 2004 unterstützt der Verein verschiedene Wikimedia-Projekte – allen voran Wikipedia. Der Verein setzt sich für den kostenlosen Zugang zu Freiem Wissen ein und engagiert sich damit für ein grundlegendes Recht des Menschen auf Bildung. Wikipedia ist, wie auch andere Schwesterprojekte, unabhängig und werbefrei und nur durch ehrenamtliche Mitarbeit und Spenden möglich.
Weitere Informationen:
Webseite: http://www.wikimedia.de
Vereinsblog: http://www.blog.wikimedia.de
Twitter: http://www.twitter.com/WikimediaDE
Facebook: http://www.facebook.com/WMDEev
Kontakt:
Maiken Hagemeister
Leitung Kommunikation | Wikimedia Deutschland e. V.
Tempelhofer Ufer 23-24 | 10963 Berlin
Tel.: (030) 219 158 26-0 | E-Mail: www.wikimedia.de
Forum Musikbibliothek
Die dreimal jährlich erscheinende Fachzeitschrift „Forum Musikbibliothek“ wird sich ab dem kommenden Jahr mit einer neuen Schriftleitung und zwei neuen Rubriken präsentieren. Ab dem Jahrgang 2021 sind Susanne Hein (Zentral- und Landesbibliothek Berlin) und Jonas Lamik (Robert Schumann Hochschule Düsseldorf) für die Schriftleitung verantwortlich. Beiträge können an fm_schriftleitung@iaml-deutschland.info eingereicht werden. Die Manuskriptrichtlinien, Heft-Termine und Informationen zum Bezug der Zeitschrift beim Ortus-Musikverlag sind unter https://www.iaml-deutschland.info/publikationen-projekte/forum-musikbibliothek/ nachzulesen.
Neue Website der IAML Deutschland e.V.
Die Ländergruppe Deutschland der International Association of Music Libraries, Archives and Documentation Centres (IAML Deutschland e.V.) präsentiert sich seit dem 02.12.2020 mit einem neuen Internetauftritt unter www.iaml-deutschland.info. Neben ansprechend strukturierten Inhalten und Registerkarten werden erstmalig alle institutionellen Mitglieder aufgeführt. Die Anmeldung für neue Mitglieder ist nun mit einem Online-Formular möglich. Neu ist zudem die Registerkarte Kooperationen. Hier werden regelmäßig neu hinzukommende Partnerschaften wie z. B. mit dem Deutschen Bibliotheksverband oder mit dem Deutschen Musikrat ergänzt. Mit dem Relaunch der Website wünscht sich der Vorstand der IAML Deutschland e.V. einen nachhaltigen Beitrag zur stärkeren Wahrnehmung der Mitglieder in der musikkulturellen Landschaft zu leisten.
© 2021 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
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- Text und Data-Mining – juristische Fallstricke und bibliothekarische Handlungsfelder
- Gedanken zur Auffrischung des musikbibliothekarischen Profils in Corona-Zeiten
- Abteilungsübergreifende Arbeitsbereiche in der Medienbearbeitung
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- Ein Landeskonzept für den Originalerhalt des schriftlichen Kulturguts in Berlin!
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