Kennzahlen für den Wandel: Aktuelle Bibliotheksleistungen müssen für Träger und Öffentlichkeit sichtbar sein
Unter dem Titel „Sind Medien noch das Maß? Nationaler Leistungsvergleich und Deutsche Bibliotheksstatistik in Zeiten sich verändernder Auftragsdefinition“ diskutierten auf dem 6. Leipziger Bibliothekskongress Bibliotheksexperten mit Vertretern der Bundesländer und der Kommunen über Leistungsindikatoren und die Vergleichbarkeit in Zeiten der Digitalisierung und sich diversifizierender Aufgaben von Bibliotheken.
In der von Harald Asel, RBB, moderierten Diskussion wurde deutlich, dass Kennzahlen zwar keine Zukunftsvisionen liefern können, sie aber die Grundlage sind für die Analyse, ob die zur Verfügung gestellten Ressourcen zu den Aufgaben der Bibliotheken passen und ob die Mittel richtig eingesetzt werden, um diese Aufgaben zu erfüllen. Dr. Ronald Werner, Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, äußerte hierzu: „Die hybride Bibliothek ist in Deutschland längst Realität. Der Wandel hin zum Umgang mit elektronischen Publikationen stellt eine enorme Herausforderung für Bibliotheken dar. Um diesen zu steuern, bedarf es valider Kennzahlen. Die Frage ist also nicht, ob wir Kennzahlen benötigen, sondern welche Kennzahlen in geeigneter Weise erhoben und transparent gemacht werden.“
Um sinnvolle Aussagen über die Entwicklung der Bibliotheken treffen zu können, muss sich der Wandel, in dem sich die Einrichtungen befinden, daher im Kennzahlenset wiederfinden: die digitale Nutzung muss abgebildet werden, um sichtbar zu machen, dass Bibliotheken in der digitalen Gesellschaft nichts von ihrer Bedeutung bei der Informationsbeschaffung verloren haben. Den großen Beitrag, den Öffentliche Bibliotheken zur kulturellen Teilhabe und zur Leseförderung leisten und die Bedeutung des Ortes Bibliothek als nichtkommerzieller kommunaler Raum, muss Trägern und der Öffentlichkeit deutlich werden. „Das Aufgabenspektrum der Bibliotheken hat sich in den letzten 20 Jahren massiv gewandelt. Die Bibliothek ist schon lange nicht mehr nur das „Haus des gedruckten Buches“, neben die analogen Angebote treten zunehmend auch digitale Angebote. Hier liegen künftig große Aufgaben bei der Erfassung und Vermittlung der Angebote und Leistungen der Bibliotheken.“ sagte hierzu Dr. Frank Simon-Ritz, Vorsitzender des dbv.
Kontakt:
Deutscher Bibliotheksverband e. V.
Maiken Hagemeister, Pressesprecherin und Leitung Kommunikation, Tel.: 0 30/6 44 98 99 25
E-Mail: hagemeister@bibliotheksverband.de, http://www.bibliotheksverband.de, http://www.bibliotheksportal.de
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